WordPress: Das weltweit beliebteste Content-Management-System

WordPress ist ein kostenloses Content-Management-System (CMS) zur Erstellung von Websites. Matt Mullenweg und Mike Little haben die erste Version im Dezember 2003 veröffentlicht. Zu dem Zeitpunkt waren die bestehenden Blog-Systeme wenig ausgereift und schwierig in der Handhabung. WordPress hat die Veröffentlichung von Blogs vereinfacht und dadurch die Hochphase der persönlichen Blogs eingeläutet. Seitdem wurde die Funktionalität von WordPress fortlaufend weiterentwickelt, sodass WordPress auch für komplexere Projekte wie Nachrichtenseiten, Online-Shops (WooCommerce), Membership Seiten und Foren verwendet werden kann. 

Heutzutage ist WordPress bei mehr als einem Drittel aller Websites im Einsatz und damit der unangefochtene Marktführer im Bereich der Content-Management-Systeme. WordPress basiert auf der Programmiersprache PHP.

Die WordPress Stiftung: WordPress.org

Matt Mullenweg hat 2010 die WordPress Stiftung gegründet, um den Fortbestand von WordPress sicherzustellen und weitere Open-Source-Projekte zu unterstützen. Die Stiftung verwaltet die Software und ist im Besitz der Marken WordPress, WordCamp und verwandten Marken. Auf WordPress.org wird die Software kostenlos zum Download bereitgestellt. WordPress.org ist nicht zu verwechseln mit dem kommerziellen WordPress.com.

Automattic: Das Unternehmen hinter WordPress.com

Matt Mullenweg hat 2015 das Unternehmen Automattic gegründet, welches auf WordPress.com in erster Linie WordPress Hosting anbietet. Bei dem Hosting handelt es sich um ein Freemium Modell, bei dem der teuerste Tarif monatlich 45 € kostet. Mit 1170 Mitarbeitern ist es eines der größten Unternehmen mit einer remoten Arbeitskultur. Die aktuelle Unternehmensbewertung liegt bei drei Milliarden Dollar.

Matt Mullenweg WordPress Community

Die WordPress Community

Es gibt eine globale WordPress Community aus Nutzern und Entwicklern, die sich regelmäßig trifft. Dabei wird zwischen selbst organisierte Meetups und sogenannten WordCamps unterschieden. Bei den Treffen geht es in erster Linie um die optimale Nutzung und Weiterentwicklung von WordPress. Durch die große Community wird sichergestellt, dass die Software fortlaufend weiterentwickelt wird. Außerdem ist das offizielle Forum von WordPress.org eine gute Anlaufstelle für alle technische Problem.

Usain Bolt

WordPress Beispiele

Zu den WordPress Nutzern zählen zahlreiche namhafte Unternehmen aus unterschiedlichen Branchen. Hier sind sechs bekannte Beispiele:

  1. Unternehmen: Bloomberg Professional 
  2. Personal Brand: Usain Bolt 
  3. Online-Shop: Clickbank 
  4. TV-Sender: BBC America 
  5. Magazin: TechCrunch
  6. Nachrichten: CNN 

Der Surfblog Meerdavon von Christian und Heidi und mein Blog Kreativer Nomade sind etwas alltäglichere Beispiele für WordPress Seiten. Die Bandbreite der genannten Websites zeigt wie vielseitig WordPress ist.

Der Gutenberg Editor

Die größte Neuerung in den letzten Jahren war die Einführung des Gutenberg Editor im Dezember 2018. Dieser hat den klassischen Editor als Standard Editor abgelöst. Der klassische Editor ist in der Bedienung mit Word vergleichbar und ursprünglich auf Text ausgelegt. Im Gegensatz dazu unterteilt der Gutenberg Editor den Text in kleine Bausteine. Dadurch ist es einfacher unterschiedliche Inhalte wie Tabellen, Zitate und Videos einzufügen. Ich habe bei der Umstellung gemerkt, dass meine Texte mit dem Gutenberg Editor besser strukturiert und übersichtlicher geworden sind. Für Puristen wird der klassische Editor jedoch mindestens bis 2022 fortgesetzt.

Die WordPress Vorteile

+ Open-Source-Software: Es gibt eine große Entwickler-Community, die WordPress täglich weiterentwickelt. Dadurch bleibt WordPress in Bereichen wie Responsive Design, SEO und Social Media Integrationen immer auf dem neuesten Stand.

+ Support: Es gibt eine riesige Community aus Entwicklern und Freiwilligen, die in zahlreichen Foren kostenlos ihre Hilfe anbieten.

+ Design: Auf WordPress.org werden knapp 4000 Themes angeboten. Darüber hinaus gibt es ein umfangreiches Angebot an Themes von Drittanbietern. Die meisten Themes können stark angepasst und individualisiert werden.

+ Flexibilität: Es gibt für jeden Anwendungsfall ein Plugin, mit dem du deine Website anpassen kannst.

+ Integration: Die meisten Drittanbieter von Marketingtools (z. B ActiveCampaign) bieten eine WordPress Integration an, da es das führende CMS ist.

Die WordPress Nachteile

- Lernkurve: Für WordPress werden zwar keine Programmierkenntnisse benötigt, aber die Bedienung ist trotzdem relativ komplex. Du musst zum Beispiel das Layout deines Themes anpassen und dir überlegen welche Plugins du benötigst.

- Kosten: Theoretisch muss nur die Domain und das Hosting bezahlt werden, da es sich um Open-Source-Software handelt. Für ein Premium Theme fallen einmalig Kosten an. Die meisten Unternehmen werden jedoch zusätzlich externe Marketing Software für die Keyword Recherche und das E-Mail Marketing kaufen, wodurch zusätzliche Kosten entstehen.

- Ladegeschwindigkeit: Die Ladegeschwindigkeit von WordPress ist generell gut, kann jedoch durch die Nutzung von Plugins stark verlangsamt werden. WordPress kann generell nicht mit der Ladegeschwindigkeit von geschlossenen Systemen wie Chimpify mithalten.

- Sicherheitslücken: Durch die Nutzung von externen Plugins können Sicherheitslücken entstehen. Deshalb ist es wichtig die Zuverlässigkeit der Plugins vor der Installation zu überprüfen und installierte Plugins regelmäßig zu aktualisieren.

- Komplikationen: Die Plugins von unterschiedlichen Anbietern können sich gegenseitig behindern und für Komplikationen sorgen.

Die WordPress Alternativen

WordPress ist nicht automatisch die beste Wahl. Für Menschen mit geringen Technikkenntnissen, die schnell einen professionellen Internetauftritt erstellen wollen ist ein Homepage Baukasten wie Wix sehr wahrscheinlich die bessere Wahl. Klassische Homepage Baukästen sind aufgrund ihrer eingeschränkten Funktionalität jedoch in erster Linie für einfache Projekte wie Portfolios geeignet.

Lesetipps:

Chimpify 2

Chimpify ist meiner Meinung nach die beste WordPress Alternative für komplexe Websites. Der größte Unterschied besteht darin, dass Chimpify eine geschlossene Marketing-Plattform ist. Die Keyword Recherche, das E-Mail Marketing und die Datenauswertung sind im Gegensatz zu WordPress bereits in die Plattform integriert. Dadurch ist die Plattform leichter zu bedienen und es entstehen keine zusätzlichen Kosten für zusätzliche Marketing-Tools. Ein weiterer Unterschied besteht in der Erstellung des Designs. Mit dem übersichtlichen Drag-and-Drop Editor können alle sichtbaren Elemente individuell angepasst werden. Die Funktionalität ist dabei deutlich größer als bei klassischen Homepage Baukästen. Christian ist vor ein paar Jahren mit LSWW von WordPress auf Chimpify umgezogen, um Kosten und Zeit zu sparen. Bisher ist er sehr zufrieden mit seiner Entscheidung.

Lesetipps: 

Christian hat sich bei seinem Online-Shop Happy Coffee für Shopify entschieden und damit drei Plattformen (WordPress, Chimpify, Shopify) parallel im Einsatz. Daran wird deutlich, dass es nicht eine optimale Plattform für alle Anwendungsfälle gibt.

Lesetipps:

Eine WordPress Website erstellen

Wenn du dich für WordPress als CMS entscheidest, dann kannst du in sieben Schritten eine Website erstellen. Diese sind im Folgenden kurz beschreiben:

Schritt 1 WordPress

1. WordPress Hosting und Domain kaufen

Im ersten Schritt brauchst du einen Hosting Plan für deine WordPress Website. Die Qualität und die Preise der Hosting Anbieter variieren stark. Die Zuverlässigkeit, die Geschwindigkeit, der Kundensupport, die Datensicherheit und die Skalierbarkeit des Hostings sind wichtige Kriterien bei der Auswahl. Wie heißt es so schön: You get what you pay for. Auf WordPress.org werden die Anbieter Bluehost, SiteGround und DreamHost empfohlen.

Bluehost ist jedoch ein Billiganbieter mit dem Christian in der Vergangenheit schlechte Erfahrungen gemacht hat. Es kann allerdings sein, dass der Service sich mittlerweile wieder verbessert hat. Für eine deutsche Website war die Ladegeschwindigkeit sehr langsam. SiteGround ist ein europäischer Anbieter im mittleren Preissegment. Ich nutze SiteGround für alle meine Websites und habe bisher nur gute Erfahrungen mit dem Service gemacht. Meine Websites laufen einwandfrei und der Support konnte mir bei meinen Fragen bisher immer schnell und kompetent weiterhelfen. Im hochpreisigen Segment ist der amerikanische Anbieter WPEngine führend. Eine weitere Alternative ist der deutsche Anbieter Raidboxes, der sich durch Server in Deutschland auszeichnet.

Meine Empfehlung ist es die Domain direkt bei dem Hosting Anbieter zu kaufen. Dadurch ersparst du dir das Einrichten einer Domain Weiterleitung.

Schritt 2 WordPress

2. WordPress installieren

Die meisten Hosting Anbieter bieten eine 1-Klick Installation für WordPress an. Bei SiteGround läuft das ganze über das Programm Softaculous.

Schritt 4 WordPress

3. WordPress Theme installieren

Im nächsten Schritt musst du dich für ein Theme (Designvorlage) entscheiden. Es gibt kostenlose Themes und kostenpflichtige Premium Themes. Durch den Kauf eines Premium Themes bei einem professionellen Entwicklerstudio wie StudioPress kannst du sicherstellen, dass dein Theme aktuellen Qualitätsstandards entspricht und aktiv weiterentwickelt wird.

Schritt 3 WordPress

4. WordPress Plugins installieren

WordPress Plugins sind vergleichbar mit Apps. Sie erweitern die Funktionalität deiner Website. Im Plugin Verzeichnis von WordPress.org gibt es aktuell für jeden möglichen Anwendungsfall mehr als 55.500 Themes. Bei Plugins gilt: So wenig wie möglich und so viel wie nötig. Plugins sind zwar sehr nützlich, aber sie können deine Website verlangsamen und zu Sicherheitslücken führen. Es gibt sowohl kostenlose als auch kostenpflichtige Plugins, wobei das Freemium Modell sehr weit verbreitet ist. Hier sind fünf populäre Plugins, die ich empfehlen kann:

Antispam Bee: Ein datenschutzkonformes Plugin für Spam Kommentare.

Broken Link Checker: Das Plugin überprüft deine Website fortlaufend auf fehlerhafte Links.

Easy Table of Contents: Das Plugin ermöglicht die automatische Erstellung von Inhaltsverzeichnissen.

Smush: Das Plugin komprimiert Bilddateien, wodurch die Ladegeschwindigkeit erhöht wird.

Yoast SEO: Das SEO Plugin überprüft deine Texte basierend auf SEO Best Practices und zeigt Verbesserungsvorschläge an.

Schritt 5 WordPress

5. Impressum und Datenschutzerklärung erstellen

In Deutschland benötigt jede nicht private Website ein Impressum und eine DSGVO-konforme Datenschutzerklärung. Die einfachste Lösung ist die Nutzung eines Impressum-Generators und eines Datenschutzerklärung-Generators von einem Anbieter wie eRecht24.

Schritt 6 WordPress

6. DSGVO: Opt-In für Cookies erstellen

Durch die Datenschutz-Grundverordnung sind die rechtlichen Anforderungen bezüglich des Cookie-Hinweises auf Websites gestiegen. Mit einem transparenten Cookie Opt-In bist du rechtlich auf der sicheren Seite. Borlabs bietet ein kostenpflichtiges Cookie Plugin zur Erstellung einer DSGVO-konformen Einwilligungserklärung an.

Schritt 7 WordPress

7. Google Analytics und Google Search Console einrichten

Mit Google Analytics und Google Search Console kannst du den Erfolg deiner Marketingmaßnahmen messen. Google Analytics zeigt die Anzahl, die Quelle und die Eigenschaften deiner Website Besucher an. Die Google Search Console zeigt die Suchanfragen an, mit denen Besucher auf deine Website gelangt sind. Wenn du Google Analytics eingerichtet hast, dann kannst du die Google Search Console mit deinen Google Analytics Account verbinden. Beide Programme sind kostenlos.

Fazit

Ich habe mich bei meinem Blog für WordPress entschieden, weil es kein anderes CMS gibt, dass so ausgereift und flexibel ist wie WordPress. Diese Flexibilität ist mir als professioneller Blogger wichtig. Damit ist jedoch ein gewisses Maß an Komplexität verbunden, welches die Nutzung erschwert. WordPress hat auf jeden Fall eine steile Lernkurve. Du brauchst zwar keine Programmierkenntnisse, aber du solltest die Bereitschaft mitbringen dich in WordPress reinzufuchsen. Viele Unternehmer werden dafür keine Zeit haben. Außerdem besteht die Gefahr, dass Anfänger zu viel Zeit damit verbringen an ihrem Theme und den Plugins rumzubasteln anstatt hochwertigen Content zu erstellen. Diesem Risiko solltest du dir bewusst sein.

Geschlossene Content-Management-Systeme wie Chimpify haben den Vorteil, dass sie schneller zu erlernen sind und keine Technikkenntnisse voraussetzen. Die Funktionalität von Chimpify ist zwar nicht ganz so groß wie die von WordPress, aber LSWW ist der beste Beweis, dass mit Chimpify auch komplexe Projekte umgesetzt werden können. Darüber hinaus fallen bei Chimpify keine Kosten für externe Marketingtools an. Für einfache Projekte wie ein Design Portfolio reicht wiederum ein klassischer Homepagebaukasten wie Wix völlig aus. Im Endeffekt solltest du das CMS wählen, welches am besten zu dir und den Anforderungen deines Projekts passt.  

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