Von Null auf SaaS in 200 Tagen – ohne Geld und ohne Idee

Von Null auf SaaS in 200 Tagen – ohne Geld und ohne Idee

Ab April 2016 schreibe ich auf letsseewhatworks.com über mein aktuelles Projekt, den Aufbau eines Software-as-a-Service ( SaaS )-Businesses.
Ich habe keinen IT- oder BWL-Hintergrund, starte mit einem Kapital von 0,00 EUR und habe zu Beginn noch keine Geschäftsidee.
Einzig das Ziel ist klar:

Im Oktober will ich mit meiner SaaS-Lösung meine ersten Kunden akquiriert und die ersten Einnahmen generiert haben.

Auf dem Weg dahin lasse ich Dich an meinen Erfolgen, Herausforderungen und Erkenntnissen teilhaben. Das schwierigste wird es sein, immer dranzubleiben, mich von Rückschlägen nicht demotivieren oder von schnellen Erfolgen aus dem Konzept bringen zu lassen.

Los geht`s!

Ok, hier sitze ich nun. Unter den denkbar schlechtesten Voraussetzungen. Die Wahrscheinlichkeit ist hoch, dass Du bessere Bedingungen vorfindest. Warum mache ich es trotzdem?

Je mehr Du probierst, umso mehr und schneller lernst Du

Ich begleite freiberuflich in persönlichen Coachings und Gruppenseminaren Menschen, wenn sie in Krisen stecken oder den Wunsch haben, sich weiterzuentwickeln. Und arbeite als Supervisor in Kirchengemeinden sowie in der Flüchtlingshilfe und moderiere Gespräche in Krisensituationen.

Mein Ziel ist es, parallel dazu ein Business aufzubauen, dass mir ein ortsunabhängiges Einkommen ermöglicht.

Daher habe ich seit Sommer 2015 vom Aufbau eines Magazins und einer Online-Community für lokale Unternehmen, über eine Plattform für Flüchtlingsinitiativen und dem Online-Shop für ein alternatives Sammelalbums für die Europameisterschaft in Frankreich verschiedene Projekte alleine oder mit Partnern gestartet.

Der Ansatz dabei war immer folgender: Es gab eine Idee für ein Produkt, von dem ich oder wir ausgingen, dass wir Abnehmer finden würden. Alle Vorhaben haben wir versucht lean, also schnell und simple, innerhalb von wenigen Wochen, an den möglichen Markt zu bringen und direkt im Austausch mit Kunden zu testen. So war es möglich, innerhalb eines Jahres mehrere Ansätze zu starten, zu scheitern, Erfolge zu feiern, dabei zu lernen – ohne uns zu ruinieren – und den unternehmerischen Spirit von hinfallen, aufstehen, weitermachen, zu stärken.

Du kannst nicht verlieren – nur gewinnen

Im Rückblick kann ich sagen: Es war alles sehr lehrreich. Für jedes der Projekte musste ich neue Skills lernen. Dazu gehörte es WordPress-Seiten aufzusetzen sowie Landingpages, E-Mail-Verteiler und Online-Kampagnen zu erstellen. Ich habe einen Onlineshop aufgebaut und von Abrechnung bis Versand alles geregelt. Und ich habe Menschen kennengelernt, die ich ansonsten nie getroffen hätte.

Insgesamt haben mich die letzten 9 Monate so sehr bereichert, wie selten eine Zeit davor. Ich habe gelernt,

  • dass eine Idee nur soviel wert ist, wie andere dafür bezahlen.
  • dass Du Dich mit jedem Start eines Businesses selber besser kennenlernst – mit Deinen Stärken und Schwächen,
  • dass es sich auszahlt, sich nicht von Rückschlägen verunsichern zu lassen, sondern das langfristige Ziel im Fokus zu haben,
  • dass ich bestimmte Dinge ziemlich gut kann, andere Dinge zwar nicht, aber dazu lernen kann und
  • dass es Dinge gibt, von denen ich nichts weiß, sie aber trotzdem da draußen sind – bereit mein Leben zu bereichern – wenn ich zu ihnen kommen. Und hier liegen echte Chancen!

Deine Stärken sind mühelos

Nachdem ich nun einige Versuche im Online-Business gestartet habe, habe ich erkannt, dass ich wahrscheinlich am erfolgreichsten sein werde, wenn ich mich auch hier auf meine Stärken besinnen kann – denn dann ich bin am motiviertesten.

Woran erkenne ich meine Stärken? Mein Klient/Kunde wird durch meine Arbeit bereichert und gleichzeitig erreiche ich relativ mühelos meine Ziele.

Für mich z.B. trifft das bei folgenden Aufgaben zu:

  • Menschen aufmerksam zuhören
  • eine vertrauensvolle Atmosphäre aufbauen
  • zielführende Fragen zu stellen
  • schnell zu verstehen, wo die konkreten Probleme meines Gegenübers liegen
  • komplexe Zusammenhänge zu visualisieren und auf einer Meta-Ebene theoretisch zu lösen

Dagegen trifft es für folgendes nicht zu:

  • Detailarbeiten und Fehlersuche,
  • Technische Aufgaben oder
  • alles, was mit Buchhaltung etc. zu tun hat

Wie ich zum SAAS kam

Ich suche regelmäßig nach neuen Podcasts im Bereich Entrepreneurship und überfliege die Überschriften der einzelnen Folgen – auf der Suche nach interessanten Inhalten.

Dazu gehören die Podcasts von Tim Chimoy (I love mondays) und von Pat Flynn (Smart Passive Income). Bei Pat fand ich eine Folge mit dem Titel „Building a Lucrative Business with No Ideas, No Expertise, and No Money with Dane Maxwell“. Es geht dabei um die Entwicklung eines Software-as-a-Service-Businesses innerhalb von 6 Monaten. Ein Ansatz, der meinem Ziel, auf meinen Stärken aufzubauen, bisher am nächsten kommt.

Der Weg zum SaaS – das Vorgehen gliedert sich in 6 Phasen

Monat 1 – Ziel: Geschäftsidee finden

Du findest einen Markt, kontaktierst ihn und destillierst ein ganz spezifisches Problem heraus

Monat 2 – Ziel: Validierung

Du erstellst ein Mock-up der Lösung und versuchst sie an potentielle Kunden zu verkaufen.

Monat 3 – Ziel: Entwicklung und Finanzierung sicherstellen

Du organisierst ein Entwicklungs-Team, versetzt sie in die Lage die Software zu programmieren und verkaufst vorab Deine Lösung, um die Entwicklungskosten zu decken.

Monat 4 – Ziel: REICHWEITE ERWEITERN

Du beginnst eine Liste von Leads aufzubauen, die Interesse an Deiner Software haben könnte.

Monat 5 – Ziel: Vertrauen stärken

Du baust eine Beziehung zu den Leads auf und stärkst die Vertrauensbasis, während die Software entwickelt wird.

Monat 6 – Ziel: Launch der SaaS Lösung

Du launchst die SaaS Software, generierst erste Einnahmen und beobachtest die Entwicklung.

Wie ich das SAAS-Projekt beginne

Hierzu gibt es in den verschiedenen, kostenlosen Quellen sehr detaillierte Anleitungen. Da es ein Test ist und ich auf keine Erfahrungen zurückgreifen kann, vertraue ich den Vorschlägen zu 100% und werde den Fahrplan 1:1 umsetzen. Natürlich kann es sein, dass das Vorgehen in Deutschland nur in abgewandelter Form funktioniert, da die Anleitung aus den USA stammt. Aber genau dafür ist dieses Projekt da.

Der erste Monat im Detail:

Wähle einen Markt:

  • Wähle eine Branche, die bereit und fähig ist, für eine hilfreiche Lösung Geld auszugeben. Ein Indikator für solche gesunden Nischen sind die, mit umfangreichen Online-Jobangeboten.
  • Wähle eine Nische, in der Kontaktdaten wie Telefon und E-Mail der Zielkunden zugänglich und verfügbar sind. Vorzugsweise wählst Du Unternehmen aus deiner Nähe aus, so dass auch persönlichen Treffen möglich sind.

Zielkunden für eine Befragung finden (Du brauchst etwa 100 bis 400 Kontakte, um genug Rückmeldungen zu bekommen. Davon werden etwa 10 bis 20% reagieren. Du benötigst etwa 10 Telefonanrufe oder persönliche Gespräche, um ein spezifisches Problem der Nische zu entdecken. Eine Zahl von etwa 30 persönlichen Kontakten ist eine gute Basis, denn daraus können die ersten fünf bis 10 Pre-Sells, also Kunden, die die Entwicklungskosten decken, werden.)

  • Suche über Google, LinkedIn oder XING mögliche Unternehmen (zum Beispiel „Hamburg, Rechtsanwälte“)
  • Schreibe getrennte E-Mails an den Inhaber, Geschäftsführer oder andere zentrale Personen, wie Assistenten oder Büroleiter, die ein Interesse an einer Verschlankung von Geschäftsprozessen haben.
  • Der Inhalt: Sehr geehrter Herr/Frau, wir forschen gerade auf dem Software-Markt für [Branche]. Uns interessiert: Wenn Sie an ihre tägliche Arbeit denken: Welche Software haben Sie in den letzten Jahren gesucht, aber nicht gefunden? Wir freuen uns auf ihre Rückmeldung. Mit herzlichen Grüßen, Hanno Rödger
  • Für alle eingehenden Rückmeldungen: Follow-up mit Telefonanrufen oder Terminvereinbarung für ein persönliches Gespräch zum Interview der Gesprächspartner nach folgendem Skript:
  • Entwurf für ein Zielkunden-Interview zur Identifikation eines Problems:
  • Möglicher Einstieg:
    • „Was ist der wichtigste Bereich Ihres Unternehmens? Gibt es etwas, dass ihnen, wenn sie daran denken, echtes Unbehagen bereitet?“
    • (Andere mögliche Frage: Wenn Sie einen Zauberstab hätten, mit dem sie eine Sache in Ihrem Unternehmen ändern könnten: Was wäre es?)

Wichtig:

  1. Frage bei jeder Antwort weiter, bis Deinem Gegenüber nichts mehr einfällt. Gib Dich nicht mit dem ersten Problem zufrieden. Interviewe sie solange, bis Du weißt, was ihr dringendstes Problem ist. Grabe solange, bis Du das Problem eindeutig definieren kannst.
  2. Wiederhole am Ende des Gesprächs die Probleme und bitte sie/ihn, die Probleme nach Wichtigkeit zu ranken.
  3. Stelle sicher, dass der Zielkunde keine Lösung hat (z.B also kein Problem, das bereits zu 90% durch eine bestehende Software gelöst ist, der Gesprächspartner aber die restlichen 10% erfüllt haben möchte).
  4. Stelle sicher, dass das Problem wiederkehrend und konstant ist.
  5. Beende das Gespräch erst, wenn Du durch die Antworten ein genaues Bild bekommen hast.

Das sind sie also. Die Aufgaben für Monat 1. In etwa vier Wochen werde ich Euch an dieser Stelle im zweiten Teil davon berichten, was funktioniert und was nicht funktioniert hat. Dazu gibt es kurze Statistiken zu Aufwand und Ergebnis sowie die Aufgaben für den 2. Monat.

Wenn Du weiter informiert werden möchtest, trage Dich hier ein und Du erhältst alle Neuigkeiten per E-Mail, bevor sie hier im Blog veröffentlicht werden.

* indicates required


Welche Erfahrungen hast Du mit SaaS-Businesses?

Hast Du auch Interesse an der Entwicklung eines SaaS? Welche Erfahrungen hast Du schon gemacht? Wie gehst Du persönlich mit der Herausforderung um, für ein großes Ziel konstant „dran zu bleiben“?

Ich freue mich auf Deinen Kommentar.

 

4 Kommentare

  • Für Artikel! Die Fortsetzung würde mich jetzt interessieren. Leider kann ich sie nicht finden.
  • Sehr spannend, ich habe viele Jahre in verschiedenen SW-Unternehmen gearbeitet und dabei gesehen, wie Chefs auf blauen Dunst (inkl. eigener Programmierung in veralteten Sprachen) Produkte entwickelten (die ich vermarkten durfte - das Marketing ist Schuld), die sich natürlich als unwirksame Fürze herausstellten - auch ich wünsche Dir viel Erfolg und werde Dein Projekt gerne verfolgen!
  • Startups, die ihre #SaaS-Kennzahlen in Griff haben wollen, sollten sich mal http://striveanalytics.com anschauen - ich bin Teil des Stuttgarter Teams.

Was denkst du?

Lerne aus der Praxis

Hier bekommst du kostenlose Erfahrungen von Gründern für Gründer. Lerne, wie du dein Business zum Erfolg bringst.

Sponsoren

Finanzmanagement für kleine Unternehmen

Immer frischer Kaffee für´s Büro

© 2017 by Framework. Powered by Chimpify.