Virtuelle Assistenz: Meine Herausforderungen auf dem Weg in die Selbständigkeit

Virtuelle Assistenz: Meine Herausforderungen auf dem Weg in die Selbständigkeit

Eine Virtuelle Assistenz ist die helfende Hand für Unternehmer. Aber was motiviert eine Virtuelle Assistenz zu diesem Beruf? Es ist derselbe Wunsch nach einem selbstbestimmten Leben und beruflicher Freiheit. So war es auch bei mir. Die klassische Arbeit als Sekretärin im Angestelltenverhältnis tauschte ich gegen die Virtuelle Assistenz.

Die Möglichkeit ortsunabhängig zu Arbeiten ist tatsächlich verlockend und die Selbständigkeit öffnet die Türen dafür. Doch so leicht wie sich das anhört, war und ist es nicht. Welche Herausforderungen zu Beginn der Virtuellen Assistenz warteten, erzähle ich dir hier.

Mein Arbeitsleben vor der Virtuellen Assistenz

Bis vor kurzem konnte ich mir nur die typische Arbeitsweise vorstellen. Angestelltenverhältnis, kontinuierliches Einkommen, Arbeitszeit von 7:00 Uhr bis 16:00 Uhr. Alles, so wie man es eben kennt. Über 20 Jahre, war dies meine Arbeitswelt.

Eine andere Methode, monatlich seine Miete bezahlen zu können, war unvorstellbar. Klar, meinen beruflichen Lebensweg startete ich in einer Zeit, in der es noch Telefax, Telex und den Postweg gab. Internet, E-Mails und Mobiltelefone waren die Zukunft.

Durch die heutigen Möglichkeiten, öffnen sich auf einmal Türen für andere Arbeitsmodelle. Remote arbeiten, als freier Mitarbeiter oder im Angestelltenverhältnis. Alles ist möglich. Sogar für die konservative Sekretärin, die sonst immer ihre Arbeitszeit im Büro mit mehreren Chefs verbringt, ist die Selbständigkeit denkbar.

Ich liebe meine Arbeit und habe damit genau meine Tätigkeit gefunden, die zu mir passt. Seit einigen Monaten bin ich nun selbständige Virtuelle Assistentin. Der Weg, eigenständig Geld mit seinem gelernten Beruf zu verdienen, ist dennoch eine Herausforderung.

Ab sofort bin ich mein eigener Chef

Der Schritt in die Selbständigkeit kann schon die erste Herausforderung auf dem Weg in die Virtuelle Assistenz sein. Und die vielen Fragen lassen nicht lange auf sich warten.

  • Kann ich mir überhaupt vorstellen selbständig zu sein?
  • Möchte ich mein eigener Chef werden?
  • Welche Unternehmensform ist die passende für mich?
  • Ist die Virtuelle Assistenz tatsächlich das, was ich mir vorstelle?

Unzählige Fragen haben mich am Anfang und während der Selbständigkeit begleitet. Und das ist auch gut so. Dadurch lernst du genau in dich hinein zu hören und immer ehrlich zu dir selbst zu sein. Dies half mir sehr bei den meisten Entscheidungen.

Mir war bewusst, dass der Start in die Virtuelle Assistenz bzw. in die Selbständigkeit eine Herausforderung sein wird. Wenn einige Stolpersteine überwunden wurden, warteten allerdings schon die Nächsten. Es soll ja nicht langweilig werden.

Virtuelle Assistenz ist eine Herausforderung

Angefangen beim Bürokratischen. Sobald du dich für eine Unternehmensform entschieden hast, kommt schon die nächste Hürde. Notartermin vereinbaren, Gewerbe anmelden, Bankkonto eröffnen…

Besonders vor dem Finanzamt hatte ich Respekt. Bloß nichts vergessen und alles richtig machen bei der Gründung, denn sonst…. Was sonst? Nichts sonst. Das sind auch nur Menschen. Am Ende war alles halb so schlimm.

Wenn du dir unsicher bist und noch keine Erfahrung mit der Buchhaltung hast, dann empfehle ich, eine Steuerberatung hinzuzuziehen. Oder du lässt dich beraten. Danach sieht alles gar nicht mehr so kompliziert aus.

Die ideale Zielgruppe kennen ist der Schlüssel

Den idealen Kunden zu definieren hat mir bei den Vorbereitungen sehr viel Kopfzerbrechen bereitet. Dies war eine der größten Herausforderungen zu Beginn meiner Virtuellen Assistenz. Einige Fragen, dabei waren:

  • Wen möchte ich ansprechen?
  • Was spricht meine Zielgruppe an?
  • Wie kann sie durch mich profitieren?
  • Wie alt ist mein Wunschkunde?
  • Was hat er für Interessen?
  • Wo arbeitet er?
  • Ist er in sozialen Netzwerken aktiv?

Umso detaillierter die Zielgruppe ist, desto einfacher fällt es den richtigen Kunden anzusprechen.

Wie viel kann ich für meine Dienstleistung als Virtuelle Assistenz verlangen?

Das liebe Geld. In Deutschland wird ja bekanntlich ungern über Geld gesprochen. Privat wie beruflich. Deshalb war die Preisgestaltung eine weitere Herausforderung am Anfang der virtuellen Tätigkeit.

  • Wie soll der Stundensatz aussehen?
  • Sind Stundenpakete sinnvoll?
  • Lohnen sich Projektpakete mit Fixpreis?
  • Ist ein Rabatt für die ersten Stunden angebracht?

Ich las unzählige Artikel im Internet. Vernetzte mich mit anderen Virtuellen Assistentinnen und fand Rat bei Unternehmern, die ich kannte. Den perfekten Tipp für die richtige Preisgestaltung gibt es leider nicht und die Vorstellungen gehen auch weit auseinander.

Es kommen tatsächlich Anfragen für 10 Euro in der Stunde. Wie bitte??? Wie soll eine selbständige Virtuelle Assistenz von so einem Stundenlohn leben? Und was ist das für eine Wertschätzung? Es gibt tatsächlich Unternehmer, die der Meinung sind, dass 10 Euro eine angemessene Bezahlung ist.

Dies ist leider kein Einzelfall und deshalb habe ich einige Ratschläge für dich:

  • Verkaufe dich nicht unter Wert
  • Du musst von deinem Stundensatz leben können
  • Du kannst nicht jeden Tag komplett produktiv sein
  • Dein Preis muss sich für dich gut anfühlen

Es ist nicht einfach, den passenden Stundensatz zu finden. Vielleicht ist es auch besser Pakete für verschiedene Projekte anzubieten? Oder machen Fixpreise Sinn? Probiere aus!

Brauche ich zu Beginn der Virtuellen Assistenz eine Webseite?

Als Virtuelle Assistenz stellt sich auf jeden Fall die Frage nach einer eigenen Webseite. Für mich war klar, dass sich ein Angebot am besten durch einen eigenen Internetauftritt darstellen lässt. Der Vorteil ist, dass die Kunden schnell einen Eindruck bekommen.

Sie erhalten in kurzer Zeit einen Überblick über die wichtigsten Daten und Fakten von dir. So kannst du dich einfacher anbieten und die Kunden können schneller entscheiden, ob eine Zusammenarbeit möglich ist.

Auch ich baute mir eine Webseite, mit allen nötigen Informationen. Auf der Seite lernst du mich kennen, erfährst mehr über mein Angebot im Bereich Backoffice, Social Media und der Online Betreuung, bekommst einen Einblick in die Preise und kannst mich jederzeit kontaktieren.

Falls du auf der Suche nach einer helfenden Hand bist, die dir gerne mehr Zeit für deine wesentliche Arbeit schenkt, dann lerne mich auf tatjanawarth.de kennen.

Wie mache ich mich als Virtuelle Assistenz bekannt?

Die Tätigkeit einer Virtuellen Assistenz ist unter vielen Unternehmern, die selbst kein Online Business führen, sehr unbekannt. Es ist für sie nicht vorstellbar, wie die Zusammenarbeit mit einer Person funktionieren soll, die nicht physisch greifbar ist.

Es gibt aber auch die Anderen, die offen für neue Arbeitsmodelle sind. Oder Online Unternehmer, die diese Arbeitsweise verstehen. Und genau diese Kunden müssen gefunden werden. Oder noch besser; sie finden mich!

Es gibt viele Möglichkeiten, um auf sich aufmerksam zu machen. Doch welche ist die Richtige? Heutzutage sind die meisten Firmen in sozialen Netzwerken aktiv. Deshalb ist Social Media eine perfekte Plattform, um sich bekannter zu machen.

Facebook Gruppen sind eine sehr gute Möglichkeit. Oder wende dich an Blogs mit einer passenden Community und schreibe einen Artikel. Die vorhandene Reichweite und die Leserschaft machen dich automatisch bekannter und sprechen direkt potentielle Kunden an.

Auch die altbewährte Akquise ist nicht verkehrt. Schreibe alte geschäftliche Kontakte an. Vielleicht brauchen sie jemanden, der Fehlzeiten, wie Urlaub oder Krankheit, übernimmt, oder sie kennen jemanden der Bedarf hat. Erzähle am besten Jedem, was du tust. Ich lasse keine Möglichkeit unversucht!

Stelle dich aber auch darauf ein, dass du auf eine Bewerbung für eine Ausschreibung, heutzutage oft keine Rückmeldung mehr erhältst. Dies ist vor allem der Flut an Nachrichten aus allerlei Kanälen zu verdanken.

Trotzdem ist so etwas für mich schwer nachvollziehbar. Jede Virtuelle Assistenz nimmt sich Zeit ein Angebot zu unterbreiten und hofft auf den Auftrag. Und dann kommt noch nicht mal eine Absage. Wo bleibt da der Respekt? Es muss ja kein Roman sein. Ein Satz reicht schon aus.

Ist diese Art von Zusammenarbeit in der heutigen Zeit normal? Zwischenzeitlich hat der Kunde doch sicher eine Person für die Virtuelle Assistenz gefunden, die die Absage per Sammelmail versenden könnte.

Das Engelchen und das Teufelchen ist mein ständiger Begleiter

Du kennst doch das Engelchen auf der rechten Schulter und das Teufelchen auf der Linken. Sie sind meine ständigen Begleiter. An einem Tag überkommt mich die Euphorie und alles ist in Butter und am nächsten Tag macht mir das Teufelchen einen Strich durch die Rechnung.

Keiner redet gerne darüber, doch es gibt bei jeder Selbständigkeit nicht immer die guten Tage. Aber das ist normal, nehme ich an. Gerade am Anfang fragte ich mich oft…

  • Warum sollte ein Kunde gerade mich wollen?
  • Bin ich zu teuer oder zu günstig?
  • Wie komme ich an meine ideale Zielgruppe?
  • Bin ich gut genug?
  • Es gibt noch viele solcher Fragen, die aber irgendwann weniger werden.


Warum solltest du mit einer Virtuellen Assistenz zusammenarbeiten?

Der Virtuelle Assistent ist ein neumodischer Allrounder. Sie verfügt über ein breitgefächertes Fachwissen in den verschiedensten Bereichen. Jede hat ihr Spezialgebiet. Sie unterstützt dich bei:

  • zeitraubenden Arbeiten
  • organisiert das Büro
  • terminiert Sitzungen und Reisen
  • schreibt Texte
  • übernimmt die Präsenz in sozialen Netzwerken
  • erledigt den Schriftverkehr

Stell dir vor, du hättest Jemanden, der die komplette Vor- und Nacharbeit eines Geschäftstermins übernimmt. Eine Virtuelle Assistenz, findet einen passenden Zeitpunkt für Meetings, bucht Flüge, Bahnfahrten und Hotelzimmer. Sie bereitet die Tagesordnung vor, erstellt Präsentationen, Arbeitsblätter und schreibt Protokolle.

Die moderne Assistentin kann flexibel eingesetzt werden und besitzt viel Erfahrung. Sie ist stets motiviert und liefert beste Ergebnisse. Zudem schafft die Assistenz Freiräume, um konzentrierter das Kerngeschäft zu meistern.

Trotz der vielen Herausforderungen zu Beginn der Virtuellen Assistenz, freue ich mich über jede Aufgabe, die ich übernehmen, organisieren und erledigen kann. Durch viele verschiedene Aufgabenbereiche lerne ich ständig dazu, entwickle mich weiter und wachse über mich hinaus.

Die Arbeit nach meinem Rhythmus zu gestalten, immer die produktivste Zeit nutzen zu können, wachsende Unternehmen und Selbständige mit meinem Know-how zu unterstützen; das mache ich gerne.

2 Kommentare

  • Hallo Tatjana,
    ein sehr aufschlussreicher und ehrlicher Artikel! :-)
    Ich stehe gerade ganz am Anfang meiner "Karriere" als virtueller Assistent bzw. bin ich noch bei den Vorbereitungen dafür. Auch mich plagen die gleichen Fragen, die Dich und wahrscheinlich auch jeden Anderen zu Anfang beschäftigen. Vor allem stellt sich mir immer wieder die Frage: Wie und wo komme ich an die ersten Kunden?? Aber ich denke das wird sich mit der Zeit ergeben.....
    Viele liebe Grüße und weiterhin viel Erfolg
    Olli
  • Hallo Oliver,

    das freut mich sehr, dass dir mein Artikel gefällt.
    Bei der Kundenakquise tue ich mir auch immer wieder schwer. Doch mit der Zeit wächst man da rein und es wird einfacher.

    Ich wünsche dir ebenso viel Erfolg und einen guten Start als virtueller Assistent.

    Liebe Grüße
    Tatjana

Was denkst du?

Lerne aus der Praxis

Hier bekommst du kostenlose Erfahrungen von Gründern für Gründer. Lerne, wie du dein Business zum Erfolg bringst.

Sponsoren

Finanzmanagement für kleine Unternehmen

Immer frischer Kaffee für´s Büro

© 2017 by Framework. Powered by Chimpify.