Verlag gründen und mehrere Projekte managen: Elon Musk macht’s vor

Verlag gründen und mehrere Projekte managen: Elon Musk macht’s vor

Einen Verlag gründen und gleichzeitig mehrere Projekte managen, das ist nicht einfach. Wer ein Unternehmen gründet, weiß wie schwierig es sein kann, sich aufs Wesentliche zu konzentrieren – und herauszufinden, was das eigentlich bedeutet. Als wir Anfang des Jahres einen Verlag gründeten, hatten wir zunächst einmal genau das, was ein junges Unternehmen haben sollte: Eine Nische und einen Fokus. Unser erstes Projekt war eine Reihe von Rezeptbüchern über Superfoods. Es wäre naheliegend gewesen, uns auf Gesundheitsbücher zu spezialisieren und dann weitere Projekte in dieser Richtung zu realisieren. Tatsächlich ist dieses Segment für uns noch lange nicht erschöpft. Doch wir dachten uns: Warum sollten wir uns einschränken?

Verlag Gründen: Die Unternehmensvision als Entscheidungsgrundlage

Wir haben unseren Verlag mit einer Vision gegründet. Es gibt unter Autoren (egal ob Blogger, Schubladenschreiber, Selfpublisher o.ä.) viele unentdeckte Talente, die nicht wissen, wie sie ein Projekt erfolgreich umsetzen und ihre Leser erreichen können. Das wollten wir ändern: Unser Ziel ist es, Schreibende mit ihren Lesern zusammen zu bringen und dabei spannende Inhalte zu schaffen.

Da wir Inhalte „digitial first“ denken, sprich unsere Bücher zuerst digital produzieren, bevor wir in den Print gehen, sind unsere Anfangsinvestitionen überschaubarer als bei einem klassischen Verlag. Deshalb, so dachten wir, spricht auch nichts dagegen, uns frühzeitig zu diversifizieren und neben der Sparte Gesundheit noch andere Schubladen aufzumachen – zum Beispiel Belletristik.

Ist es für einen jungen Verlag im Speziellen oder ein frisch gegründetes Unternehmen im Allgemeinen ratsam, von Anfang an in mehreren Projekten gleichzeitig involviert zu sein? Oder wären wir nicht besser beraten, all unsere Ressourcen auf ein einziges Feld zu konzentrieren, auf dem wir uns obendrein auch noch gut auskennen – sozusagen die niedrig hängenden Früchte zu ernten?

4 gute Gründe, die GEGEN ein Multiprojektmanagement während der (Verlags-)Gründung sprechen:

  1. Junge Unternehmen haben typischerweise wenig Zeit, kaum bis kein Personal und nur begrenztes Kapital zur Verfügung.
  2. Viele Ressourcen sind durch den Aufbau neuer Infrastrukturen gebunden. Im Falle eines jungen Verlags sind das Netzwerkstrukturen (Autoren, Lektoren, Designer, etc.) und zeitintensive Reichweitenprojekte (zum Aufbau eines Pools aus interessierten Lesern und Medienrelevanz), die wir für jeden Unternehmensbereich neu definieren und dann hochziehen müssen.
  3. Je unterschiedlicher die Produkte sind, desto mehr unterscheiden sich auch Herstellung und Zielgruppe. Das bedeutet, dass auch das Wissen über Prozesse und Marktpotenziale bei jedem neuen Projekt zumindest teilweise neu erschlossen werden muss.
  4. Die Messegröße für den Erfolg mehrerer Projekte ist keine einfach zu bestimmende Leistungskennzahl (z.B. die Anzahl an Buchverkäufen). Das bedeutet, dass wir für unser Multiprojektmanagement im Verlag einen neuen Bewertungsrahmen brauchen, um den Fortschritt unserer Unternehmungen zu bestimmen. Bei Mehreren Projekte entstehen übergreifende Wirkungen, die nicht so einfach zu identifizieren sind – wie zum Beispiel Reichweiteneffekte. Oder aber es ist das Engagement der Mitarbeiter, die durch eine breite Produktpalette ihre einzigartigen Fähigkeiten auf unterschiedlichen Anforderungsfeldern ausspielen können, und nicht auf einer fest definierten Position ausbrennen.

 

Synergien Im Jungverlag am Beispiel Elon Musks

Jede Herausforderung hat natürlich auch ihre Vorteile (wie im letzten Punkt kurz angeschnitten), und so führt die parallele Bearbeitung mehrerer Felder im besten Fall zu Synergien, die das gesamte Verlagsprogramm in entscheidendem Maße bereichern.

Ein besonders inspirierendes Beispiel für die Nutzung von Synergien innerhalb eines Unternehmenskosmos ist die Arbeit von Elon Musk. Er wurde durch den Verkauf des von ihm mitgegründeten Unternehmens PayPal an eBay zum Multimillionär. Das Geld benutzte er für die Gründung des Raumfahrtunternehmens SpaceX und des Elektroautoherstellers Tesla Motors. Jedes dieser unternehmerischen Vorhaben für sich genommen hätten die meisten als unmöglich abgetan: Raketen ins All schicken war aufgrund der Forschungsintensität und der damit verbundenen Kosten traditionell etwas, womit sich Regierungen beschäftigen und nicht Privatpersonen. Und ein funktionierendes Autounternehmen hatte in den USA seit Ford auch niemand mehr auf die Beine gestellt. Elon Musk brachte beides fertig – und zwar quasi von Null auf. Außerdem ist er heute Vorsitzender von SolarCity, einem kräftig wachsenden Unternehmen, das Solarpanels auf Dächern installiert.

Außerdem befruchten sich die Unternehmen in entscheidenden Aspekten gegenseitig. Um nur die wichtigsten zu nennen:

  • Bei Tesla und SpaceX handelt es sich um ungeheuer aufwendige Hightech-Projekte. Sie profitieren gegenseitig von einem intensiven Technologietransfer.
  • Auch die Netzwerke (z.B. für die Rekrutierung hochkarätiger Ingenieure oder für die Finanzierung) können teilweise von mehreren Firmen genutzt werden.
  • Solar City trägt dazu bei, ein landesweites Netz an solarbetriebenen Tankstellen für Tesla aufzubauen.
  • Auf der Metaebene entsteht ein fachübergreifendes Wissen über die Gestaltung von Unternehmensprozessen, Finanzierung, Marketing etc.
  • Die Firmen können sich zur Not gegenseitig finanzieren. Durch die Diversifizierung der Investitionen können Defizite in einem Engagement abgefedert werden, bis es rentabel ist.

Wie Vergleichbar ist das Tun MIT Elon Musk für „Jedermanns Alltagsleben“?

Braucht es wirklich ein Unternehmen für Hochtechnologie, um von ähnlichen Synergiepotenzialen zwischen mehreren Projekten zu profitieren? Ob wir uns diversifizieren oder doch besser auf ein einziges Feld spezialisieren sollten, hängt in erster Linie davon ab, für was wir eigentlich arbeiten. Sind wir in der Lage dazu, mehrere Projekte visionär unter einen Hut zu bekommen? Wir haben Electric Elephant Publishing mit der Vision gegründet, Autoren mit Lesern zu verbinden. Und dabei wollen wir im Geist und unserer Wahrnehmung für Literatur im digitalen Raum offen und innovativ bleiben.

Egal ob es sich um einen fremden literarischen Bereich handelt oder um eine ganz neue Unternehmung, zum Beispiel ein neues Imprint (der Link führt euch zum Blog unseres Health-Imprints www.melontrees.de): Jedes Mal müssen wir eine Sache quasi ganz von vorn anfangen. Doch was wir aus einer Unternehmung mitnehmen und lernen, sind vielleicht schon die Werkzeuge und das Gerüst für das nächste Projekt.

Verlag gründen und mehrere Projekte managen – Bestandteile unseres Multiprojektmanagement-Frameworks:

Interne und externe Mitarbeiter, die befähigt sind, interdisziplinär zu arbeiten:
Mitarbeiter, egal auf welcher Position, sollten nicht in Silos arbeiten und monothematische Tätigkeiten verrichten. Unser Verlag kann nur ehrlich agil sein, wenn wir jedem Mitarbeiter seinen individuellen Fähigkeiten entsprechend Verantwortung übertragen. Engagierte Mitarbeiter, die sich ihre Projekte und die Verlagsvision zueigen machen, sind in der Lage, die Zukunft der gesamten Unternehmung positiv zu beeinflussen.

Kollaborationssoftware, die auf die Arbeitsprozesse abgestimmt ist:
Viele simultan ablaufende Prozesse erfordern transparente und übersichtliche Kollaborations- und Kommunikationstools. Jeder muss wissen, was nötig ist, um den nächsten Meilenstein zu erreichen – egal ob es sich dabei um sein eigenes oder ein Parallelprojekt handelt. Nur so entsteht ein proaktives Arbeitsumfeld, in dem sich jeder befähigt fühlt, Tasks selbstständig zu übernehmen und sich von den kleinen und großen Erfolgen seiner Kollegen inspirieren zu lassen.

Lernende Kultur des offenen und direkten Feedbacks:
Eigentlich ist dieser letzte Punkt für mich und unseren (noch 😀) kleinen Verlag der wichtigste in dieser kurzen Liste. Ständige Rückmeldung über das eigene Handeln zu bekommen und das Handeln der Mitwirkenden ständig zu reflektieren und zu hinterfragen ist der Motor unseres Fortschritts. Wenn ich mich richtig erinnere, haben wir noch in der ersten Woche nach der Gründung unterschiedliche Feedback-Formulare entworfen: Für unsere Autoren, unsere damals noch freien Mitarbeiter und natürlich für uns selbst. Seitdem befinden wir uns in einem kontinuierlichen Feedback-Loop. Das ist intensiv aber sehr lehrreich.

Von Gründern für Unternehmer: Unser neues Verlagsprojekt

Elon Musk BuchAls junger Verlag wollen wir Konventionen infrage stellen und den Markt neu denken. Dafür ist es wichtig, ständig dafür bereit zu sein, Neues zu lernen. Da reicht es nicht, sich hierzulande umzuschauen, denn die transformativsten Innovationen im Bereich digitale Medien kommen zurzeit aus dem Silicon Valley. Wir fragen uns, was diesen Standort so besonders macht und wer hinter den beeindruckenden High-Tech-Unternehmen steckt.
Da wir uns nicht nur inspirieren lassen wollen, sondern unsere Faszination auch gern mit anderen teilen und darüber diskutieren möchten, haben wir nun ein weiteres Projekt ins Leben gerufen: Eine Buchreihe über die Masterminds des Silicon Valley. Wer sind diese Leute und was treibt sie an? Was können wir von ihnen lernen? Was sind die Faktoren, die sie so erfolgreich machen?

Den Anfang der Reihe macht ein Buch über Elon Musk. Seine Biographie leitet uns dazu an, Unternehmertum als Abenteuer zu erleben. Wenn es Dich interessiert, wie Musk & Co. denken und was Du von ihnen lernen kannst, schau mal auf www.silicon-valley-books.com – dort erhältst Du Hintergrundinformationen zur Buchreihe. Und melde Dich gerne bei uns wenn Du Fragen, Ideen oder Feedback für uns hast.

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1 Kommentar

  • Sehr spannendes Projekt! Was ist daraus geworden?

    Scheint alles irgendwann im Herbst/Winter 2016 eingeschlafen zu sein. Zumindest wenn man sich an den Facebookseiten und den Veröffentlichungsdaten bei Amazon orientiert.

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