Warum regelmäßiger Urlaub dein Business besser macht

Warum regelmäßiger Urlaub dein Business besser macht

In den letzten drei Wochen kehrte auf LetsSeeWhatWorks Ruhe ein. Der Grund dafür war mein Surfurlaub in Sri Lanka. Ja, es ist wahr: Mehrmals im Jahr mache ich einige Wochen Urlaub. Für Selbstständige ist dieser „Luxus“ ungewöhnlich, da die Meisten schlichtweg vergessen, Urlaub zu machen.

Das Wortspiel „Selbst und ständig“ erklärt es ganz gut: Jeden Tag beschäftigen wir uns mit dem Business und geraten selbst dabei meist in den Hintergrund. Für mich totaler Bullshit! Gerade als Nicht-Dienstleister ist es meiner Meinung nach besonders wichtig, regelmäßig Urlaub zu machen.

Wozu?

Um herauszufinden, wo du stehst. Um nicht in ein Hamsterrad zu kommen oder sich an einem Punkt im Wachstumsprozess festzufahren. Besonders anfällig dafür sind Online-Unternehmer und Startup-Gründer. Also Menschen, die immer nur an Ideen und Visionen arbeiten und selten die Perspektive eines Außenstehenden einnehmen.

Wofür arbeiten wir?

Als Unternehmer arbeiten wir nicht nur, um die Miete zahlen zu können. Vielmehr verfolgen wir Ziele. Wir wollen etwas aufbauen, von dem wir uns einen anderen Lifestyle erhoffen, als es der klassische „Karrieremodus“ im Angestelltendasein verspricht.

Solche Ziele können z.B. darin bestehen…

  • standortunabhängig zu arbeiten,
  • mehr Geld zu verdienen,
  • weniger zu arbeiten,
  • die eigenen Bedürfnisse zu hinterfragen,
  • oder mehr Zeit für die Familie zu haben.

So individuell diese Vorstellungen auch sein mögen – Fakt ist: Irgendeine Motivation hat jeder.

Ich persönlich möchte mich beispielsweise im operativen Arbeitsalltag so überflüssig machen wie möglich. Das Geschäft soll auch laufen, wenn ich nicht 8 Stunden pro Tag am Schreibtisch sitze. An mir soll möglichst wenig hängen bleiben, damit ich mich den Dingen widmen kann, die im Business eher strategischer Natur sind.

Warum Urlaub wichtig ist

Geistige Entspannung

Natürlich ist der Urlaub in erster Linie dazu da, um aus dem Alltag auszubrechen und den Kopf frei zu bekommen. Frei von Verpflichtungen, Fristen, Aufgaben und Herausforderungen. Einfach mal den Geist runterfahren bzw. aus den gewohnten Bahnen lenken und danach mit voller Power durchstarten. Dieses Ziel sollte auch immer im Auge behalten werden.

Kreativitäts-Boost

Als Unternehmer musst du oft kreative Lösungsansätze parat haben, um erfolgreich zu sein. Diese Ideen müssen allerdings auch erstmal entstehen. Was im Alltag der berühmte „Heureka-Moment“ unter der Dusche ist, wird im Urlaub oftmals zum Dauerzustand – frei vom alltäglichen Informations-Overload häufen sich die Geistesblitze.


Tipp: Notiere deine Ideen im Urlaub. Denn sobald du zurück am Schreibtisch bist, verfliegen sie schnell wieder.


Stresstest

Du baust dein Business auf, um erfolgreich zu sein. Dazu ist es wichtig herauszufinden, auf welchem Stand du bist. Geht es in die richtige Richtung? Läuft dein Business auch ohne dich rund? Ein Urlaub ist dafür der ultimative Test. Ich selbst habe während meines Urlaubs in Sri Lanka bewusst nur sehr wenig Kontakt mit meinem Team gehabt.

Und dennoch: es lief! Jeder wusste, was er zu tun hatte und die Ergebnisse waren sichtbar. Der Blog erhielt weiterhin Besucher und auch die Affiliate-Einnahmen blieben bestehen.

Inspiration

Auf meinen Reisen entdecke ich immer neue Dinge des alltäglichen und beruflichen Lebens und versuche, daraus etwas zu lernen.

Einige Beispiele:

  • Ich sehe, wie Menschen in anderen Kulturen mit 200€ im Monat auskommen.
  • Ein Besuch auf einer Teeplantage wird für mich zur Weiterbildung für Happy Coffee.
  • Oder ich teste einfach nur fremde Gerichte und Lebensmittel (singhalesisches Roti – scharf!).

Diese Eindrücke erweitern den Horizont und schaffen Inspiration, die mich zu neuen Ideen führt. Sowohl für das Unternehmen, als auch privat.

Bewusst leben

40 bis 60 Arbeitsstunden pro Woche. Wer so viel arbeitet, der tut das für ein Ziel. Auch wenn sich das nicht immer auf z.B. einen der oben genannten Beweggründe herunterbrechen lässt – oft besteht die Hauptmotivation deiner Arbeit als Unternehmer darin, mehr aus dem eigenen Leben zu machen. Und genau diese Maxime verfolge ich auch im Urlaub.

Ich surfe, besuche Kulturstätten, tausche mich mit Menschen aus. Ich liege in der Sonne, lese Bücher zu denen ich sonst nicht komme, und freue mich über die Resultate meiner Arbeit in den letzten Jahren. Ich fahre herunter.

Nicht Geld ist das Ziel, sondern leben.

Beim Entspannen im Botanischen Garten in Kandy, Sri Lanka
Beim Entspannen im Botanischen Garten in Kandy, Sri Lanka

Urlaubsvorbereitung zwingt zu Struktur

Dennoch wird es nicht funktionieren, alles stehen und liegen zu lassen und einfach der Sonne entgegen zu fliegen. Keinen Urlaub gehe ich ohne eine stramme Planung an:

  • Was muss noch erledigt werden?
  • Was kann warten?
  • Was muss ich delegieren?

Das Ergebnis ist eine Liste mit vielen Punkten, die abgearbeitet, zugewiesen oder aufgeschoben werden müssen. Dabei entscheide ich mich auch teilweise bewusst gegen bestimmte Dinge, weil sie mir unwichtig erscheinen und mich auf dem Weg zu meinem Ziel nicht weiterbringen.

Handy aus und Augen zu?

Nein, ich denke nicht. Natürlich soll der Urlaub Abstand und Freiraum bieten. Die Berufswelt komplett abzuschalten ist für mich jedoch keine Lösung.

Ich finde es beruhigend zu wissen, was passiert. Auch, wenn ich nicht aktiv eingreife. Das eigene Business soll nicht ausgeschaltet, sondern nur der persönliche Einsatz heruntergefahren werden. Ich erreiche das durch Status-Mails, die mein Team mir schickt. Außerdem lese ich gelegentlich über diverse Tools wie Skype und Basecamp mit, um einen groben Überblick zu haben.

Zurück im Arbeitsalltag dauert die Eingewöhnungsphase dann nicht mehr so lange und ich kann einfach weitermachen. Erfahrungsgemäß begrenzt die Aufgabenpriorisierung und Delegation vor dem Urlaub – ebenso wie das sporadische „stille“ Beobachten des Geschehens während des Urlaubs – das sonst nötige Aufarbeiten liegengebliebener Dinge nach der Rückkehr. Letzteres kann extrem frustrierend sein und das Urlaubsgefühl schnell vernichten. Und genau das wäre falsch aus meiner Sicht. Richtig ist zu wissen und zu spüren, dass es auch ohne die Ausschöpfung der eigenen Kapazitäten für eine Weile geht.

Abwesenheitsnotizen? Brauch‘ ich nicht!

Ich stelle grundsätzlich keine Email-Abwesenheitsnotiz ein.

Und was ist mit den eingehenden Mails?

  1. Wichtige Dinge beantworte ich in einem kurzen Zweizeiler à la „Bin im Urlaub, lass uns in 2 Wochen sprechen“.
  2. Dinge, die von anderen erledigt werden können, leite ich weiter. Das Team findet heraus, was zu tun ist.
  3. Unwichtiges ignoriere ich, wie auch meist außerhalb meines Urlaubs.

Ich bin immer wieder erstaunt, wie viele Dinge unwichtig sind und eigentlich nur aufhalten. Probier es mal aus!

Und der Blog?

Damit LetsSeeWhatWorks nicht komplett ruht, habe ich Posts bei Facebook vorbereitet und geplant. Ebenso habe ich es mit einem Newsletter gemacht, den ich in Mailchimp terminiert hatte.

Bei anderen Projekten, an denen ein Team beteiligt ist, müssen vor dem Urlaub einige Dinge aufgeteilt sowie Kompetenzen und Zuständigkeiten geklärt werden. Meine Erfahrungen zu diesem Thema, die ich aus einem meiner letzten Trips gezogen habe, findest du in dem Post: „Wie du trotz 25 Mitarbeitern im mobilen Büro arbeitest„.

Urlaub gibt deinem Business Power

Regelmäßiger Urlaub ist perfekt um zu reflektieren, ob du mit deinem Business auf dem richtigen Weg bist. Orte deinen Standpunkt und nutze die Zeit, um herauszufinden, ob und wie es ohne dich läuft.

Der Urlaub vermittelt Abstand vom Alltag und erleichtert einen Wechsel der Perspektive. Urlaubstage sollten also wohlweislich investiert werden. Die Anzahl der Tage spielt keine Rolle. Wichtig ist nur, dass du es machst.

8 Kommentare

  • Das ist jetzt nicht wirklich neu :-) Gut abgeschrieben!
  • Servus Christian,

    danke für den Artikel! Auf vielen Live-Style-Business-Seiten bekommt man den Eindruck, als wäre Selbständigkeit immer währender Urlaub mit ein bisschen Arbeit dazwischen. Ist es nicht! Auch wenn ich mein Business liebe: Regelmäßiger Urlaub gehört für mich dazu.

    Ich komme gerade von 3,5 Wochen Peru-Urlaub zurück. So eine lange Auszeit war für mich als Einzelkämpfer schon eine Herausforderung, aber dank guter Vorbereitung trotzdem kein Problem. Weil ich vergleichbares nirgendwo gefunden habe, habe ich meine Erfahrungen in einer Urlaubs-Checkliste für Selbständige zusammen gefasst. Damit auch ihr eure verdiente Auszeit genießen könnt:

    http://www.startworks.de/urlaubs-checkliste-fuer-selbstaendige/



    Gute Erholung!
    Matthias
  • Hey Christian,

    ich hoffe du hattest bei deinem Surfurlaub gute Wellen! Und nach dem Foto zu urteilen, dass in Kandy aufgenommen wurde hast du auch noch Yoga praktiziert :) Die perfekte Ergänzung zum Surfen.
    Mit diesen beiden Komponenten müsste dein Akku also zu 100% wieder gefüllt sein.
    Freue mich auf weitere Artikel von dir! Befinde mich noch am Anfang meiner Selbständigkeit und kann auf deinem Blog viel für mich mitnehmen!
  • Hey Sabine, ja, das stimmt. Ich bin total erholt! Und Yoga passt wirklich gut zum surfen. Hab ich diesen Urlaub zwar etwas vernachlässigt, aber dafür ist ja jetzt in Hamburg wieder Zeit ;-)

    Hab gerade auch zum ersten Mal deinen Blog gesehen. Wirklich schön! Weiter so.
    VG
    Christian
  • Guter Punkt Christian. Ich plane heute noch meine Italienreise :-) Ich reise ja jedes Jahr mehrere Wochen am Stück, aber immer mit Laptop und Arbeit im Gepäck. Das fühlt sich leider nie ganz nach Urlaub an. Dieses Jahr wird alles anders...

    Gruß
    Sandra
  • Vielleicht hast du ja die Möglichkeit mal wenigsten 3 Tage zwischendurch alles aus zu lassen. Das bewirkt manchmal auch schon Wunder. Ich wurde kürzlich zu sowas gezwungen, als es wirklich kein Internet gab ;-)

    VG
    Christian
  • Vielen Dank für den Blogeintrag.
    Hat mich für meinen nächsten Urlaub sehr inspiriert. (Der letzte Richtige ist schon etwas länger her;)

    Ich bin sehr froh, dass der Blog weiterläuft, nur weiter so - wünsche viel Erfolg.
  • Ist genau das nicht das eigentliche Ziel der Selbstständigkeit? Freiheit? Arbeiten wo man will und wann man will? Aus dem Hamsterrad aussteigen?
    Ich finde genau diese Freiheit zeigt erst, erfolgreiche Selbstständigkeit.. :)

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