So formulierst du Headlines, mit denen du 100+ Social Shares pro Beitrag bekommst

So formulierst du Headlines, mit denen du 100+ Social Shares pro Beitrag bekommst

Jonathan Mall, Co-Founder von recommend.to, will verstehen warum Menschen online Informationen teilen und analysiert dafür alles, was er in die Hände bekommt.

Vor kurzem hat er mir eine Analyse meiner Blog-Headlines geschickt um zu zeigen, welche meiner Artikel in welchen Netzwerken wie gut geteilt werden.

So sieht das Ergebnis aus:

Auswertung der LSWW Texte von BuzzSumo
Auswertung der LSWW Texte von BuzzSumo (Klick für eine größere Ansicht)

Die Analyse zeigt, welcher Beitrag wie oft in welchem Netzwerk geteilt wurde und wann der Artikel veröffentlicht wurde.

Ich habe die Analyse zum Anlass genommen um das Thema „Headlines“ und die richtige Gestaltung hier etwas genauer zu beleuchten. Ich bin der Überzeugung, dass bewusst formulierte Headlines das beabsichtigte Ziel einfach viel besser erreichen können.

Die gute Nachricht ist: Jeder kann das! Das kostenlose Tool Buzzsumo übernimmt die Analyse jedes Artikels und gibt recht schnell einen Überblick, worauf meine Leser besser oder schlechter reagieren. Probier´es auf jeden Fall mal aus!

Benefit-, Money- oder Viral-driven Content

Wer in kurzen, knackigen Nachrichten kommuniziert, der sollte sich vorher immer überlegen, welche Absicht dahinter steckt. Auch bei einer Headline passiert nichts anderes. Ich teile kurze Botschaften (egal Social Posts oder Headlines) gerne in drei Bereiche auf:

  • Benefit-driven Content
  • Money-driven Content
  • Viral-driven Content

Diese Unterscheidung hilft das angepeilte Ergebnis zu optimieren. Möchte ich zum Beispiel, dass ein Post zu einem Verkauf eines Produktes führt, formuliere ich einen sog money-driven Post und schreibe „Dieses Produkt ist toll… bitte kaufen“. Natürlich nicht immer so explizit, aber die Botschaft stimmt. Möchte ich erreichen, dass ein Beitrag möglichst oft geteilt wird, formuliere ich eine Viral-driven Botschaft, z.B. ein Bild mit einem Spruch, in dem sich möglichst viele Leser wieder erkennen, usw.

Produktivits-Hacks und Whitepapers gehen am besten

Die am meisten geteilten Beiträge in meinem Blog sind

Die beiden Top-Beiträge haben eine klare Botschaft: Wer diesen Beitrag ließt, wird Zeit sparen und produktiver werden. Da wir alle ja nie Zeit haben, klingt das gut und könnte ein Indiz für häufiges Teilen sein.

Um diese „Hacks“ nachvollziehbar darzustellen nutze ich hier im Blog meist Best Practices, also eigene Erfahrungen. Die beiden Top-geteilten waren solche Produktivitäts-Best Practices Beiträge und wurden jeweils über 100 Mal geteilt.

Allerdings ist die Verteilung auf die Netzwerke nicht immer gleich. Der eine Beitrag „funktioniert “besser bei Google, ist der andere besser bei Facebook. Twitter und LinkedIn sind in meinem Fall weit abgeschlagen. Xing wird hier leider nicht mit einbezogen und würde die Gesamt-Shares noch erhöhen.

Eine andere Form der Beiträge sind „Whitepapers“, also fachliche Beiträge zu einem bestimmten Thema. In meinem Fall z.B.

  • #Goodreads: Bücher, die dich vom Gründer zum Unternehmer machen
  • Der große Guide zur richtigen Verwendung von Creative Commons Bildern

Es sind Listen oder Guides, die ein bestimmtes Thema erläutern und als Nachschlagewerk verwendet werden können. Der Vorteil: Meist sind diese Art der Beiträge zeitloser und können langfristig für mehr Aufmerksamkeit sorgen.

Das Verhältnis „Social Shares pro Visit“ muss stimmen

Die totale Anzahl der Social Shares ist immer relativ. Ein großer Blog mit vielen Lesern wird immer mehr Shares bringen, als jemand, der gerade anfängt. Die vergleichbare Größe von Anfang an ist deshalb „Social Shares pro Visit“. Wird ein Beitrag sehr häufig geteilt, ist das ein Indikator für einen thematischen Treffer. Viele Leser fühlten sich also angesprochen und empfanden den Mehrwert so groß, dass sie ihn weitergeben wollten.

Insgesamt wurde z.B. der Beitrag darüber, wie ich 1500 Wörter mit nur einer Stunde Zeit blogge, 1998 Mal seit der ersten Veröffentlichung aufgerufen. Die 119 Social Shares entsprechen also 5,9% Sharing-Quote, d.h. knapp jeder 16te Leser teilte den Beitrag in einem Netzwerk.

Beim zweit-besten Beitrag über richtiges Delegieren kamen 108 Social Shares aus 990 Gesamtaufrufen zustande. Die Sharing-Quote liegt hier sogar bei 10,9% ! Nicht schlecht. Jeder zehnte Aufruf führte zu einem Share.

Der Vollständigkeit halber hier noch die Sharing Quoten der anderen top-geteilten Beiträge:

Auf das richtige Verhältnis kommt es an: Shares / Impression
Auf das richtige Verhältnis kommt es an: Social Shares pro Impression (Klick für eine größere Ansicht)

Warum ist das so?

Bestimmt können Psychologen komplexe Studien über Sozialverhalten aufstellen, aber ich versuche mal das Offensichtliche zu beschreiben:

Wer teilt, der möchte etwas weitergeben.

Externer Content, den man nicht selbst geschrieben habt, und der dennoch geteilt wird, muss einen Mehrwert liefern. Das kann am besten jeder an sich selbst beobachten. Ich teile z.B. bei Twitter regelmäßig auch nicht selbst geschrieben Beiträge, von denen ich glaube, dass sie einen Mehrwert liefern. Wenn ich das Gefühl habe, dass mir ein Beitrag besonders geholfen hat, dann gebe ich diesen gerne weiter.

Google Plus mag Blogger-Themen, Facebook

Headlines, in denen es um das Thema „Bloggen“ geht, werden bei Google Plus in meinem Fall erstaunlich gut geteilt. Wenn du also Blogger bist, solltest du ggf. mehr Fokus auf G+ legen. In meinem Fall stechen diese Artikel hervor:

Gefühlt stelle ich immer wieder fest, dass bei Google Plus eher fachlicher Content im Umlauf ist, wohingegen Twitter und Facebook gut für alles mögliche ist, vor allem aber für Lifestyle-Themen.

Das Verhalten ist nicht dem Netzwerk selbst zuzuschreiben, sondern den Nutzern, die es benutzen. Bestimmt gibt es viele weitere Muster wie dieses und es lohnt sich, Content für verschiedene Netzwerke gezielt aufzubauen und im Auge zu behalten. 

Bei Twitter zum Beispiel hat sich die Nutzung von Hashtags etabliert. Wer den Versuch selbst machen möchte, der sollten diesen Beitrag teilen und das Hashtag #growthhacking oder #growthhacks verwenden. In wenigen Minuten oder Sekunden werdet ihr merken, dass Menschen reagieren.

Mehrfach selbst teilen ist wichtig

Jeder sollte seine Beiträge teilen, und zwar mehrfach. Wer das nicht tut, ist selber schuld. Allerdings solltest du ein paar Dinge dabei berücksichtigen. Niemand möchte „genervt“ werden. Formuliere einen Post jedes Mal in einer Abwandlung und nutze bei Facebook die Möglichkeit, auch mal ein anderes Bild hochzuladen für einen Post über deine Fan-Seite. Ein Post kann bei Facebook gut und gerne ein paar Tage aktiv in der Timeline deiner Freunde bleiben, du solltest also vermeiden hier mehr als einen Beitrag pro Woche zum gleichen Post zu veröffentlichen. Zwischen zwei Facebook-Posts zum gleichen Beitrag solltest du versuchen anderen Content zu verwerten.

Twitter ist hingegen sehr schnelllebig. Einen Beitrag über Twitter kannst du gut und gerne jeden Tag in der ersten Woche nach Veröffentlichung schalten. Danach nur noch unregelmäßig.

Wie so oft im Leben geht es um das richtige Fingerspitzengefühl, um den Zeitgeist der Nutzer und die Logiken der Netzwerke optimal zu verstehen und zu nutzen. Fest steht aber, dass jeder bewusst Einfluss auf die Gestaltung seiner Headlines nehmen kann und unbedingt sollte.

Übrigens: Wer sich mehr über Verhaltens-Analysen und Sharing-Mechnismen mit Jonathan austauschen möchte, der darf ihn gerne via Xing oder Linkedin kontaktieren.

Photo by Sean MacEntee (CC BY 2.0)

6 Kommentare

  • […] und regelmäßig Artikel veröffentlicht, der kennt die klassischen Herausforderungen. Welche Headline ist die richtige? Wie sollte der Artikel strukturiert sein? Woher kommt der Traffic? Ist der […]
  • Bin gerade zufällig auf den Artikel gestoßen... besten Dank für die Weiterempfehlung von buzzsumo, kannte ich bisher nicht und nimmt einem eine Menge Arbeit ab :)

    Lg
  • Danke für diese Beispiele bzw. diesen Artikel, der ja auch durchaus "nur" in heftig.co / focus.de Beispielen hätte enden können. Das dachte ich zuerst, war dann aber angenehm überrascht!
  • Hallo Christian,

    ein bisschen gewagt, nur die Überschriften für die Anzahl der Shares verantwortlich zu machen, aber dennoch interessant. Sie hat sicher einen sehr großen Anteil daran. Ich habe mir anfangs noch wahnsinnig schwer getan, griffig Überschriften zu schreiben. Was mir sehr geholfen hat, sind diese 12 Artikel mit Tipps auf dem Affenblog:
    http://www.affenblog.de/ueberschriften/

    Wer noch mit seinen Überschriften kämpft, dem kann ich diese Lektüre nur empfehlen.
    Viele Grüße,
    Matthias
  • Deine Erkenntnis das auf G+ mehr Blogger-Themen geteilt werden, ist Gold wert! Vielen Dank :-)
  • Hallo Christian,

    das kann ich so bestätigen.

    Ich habe mal einen Test gemacht und den Artikel unter http://www.junge-gruender.de/expertenbeitraege/professionelle-infrastruktur-fuer-startups-fuer-unter-100-euro/ einmal unter dem Titel "So baust du eine professionelle Infrastruktur für Startups für unter 100 Euro auf" und unter "Diese Tools helfen dein Startup aufzubauen" online gestellt.

    Variante eins wird um ein Vielfaches mehr geteilt und auch gelesen. Ich denke, je genauer die Überschrift den eigentlichen Artikel anreisst und interessant macht, desto mehr wird er auch nach dem Lesen geteilt.

Was denkst du?

Lerne aus der Praxis

Hier bekommst du kostenlose Erfahrungen von Gründern für Gründer. Lerne, wie du dein Business zum Erfolg bringst.

Sponsoren

Finanzmanagement für kleine Unternehmen

Immer frischer Kaffee für´s Büro

© 2017 by Framework. Powered by Chimpify.