SEO Guide für Blogger und Startups

Suchmaschinenoptimierung (englisch: Search Engine Optimization, oder kurz: SEO) gehört zum Bloggen genau so dazu wie das Schreiben von guten Texten selbst. Auch für Startups, die versuchen online Kunden zu erreichen, gehört SEO genau so dazu, wie der Aufbau des eigenen Produktes. Denn wer die SEO Grundlagen beherrscht, wird mittelfristig und regelmäßig mit Besuchern belohnt, die über Suchmaschinen den Weg auf die eigene Website finden. Ob als Marken-Erstkontakt oder um direktem Umsatz zu machen, dieser SEO Guide soll vor allem SEO Anfängern auf diesem Weg helfen und dafür sorgen, dass sich der Aufwand am Ende auch auszahlt. In diesem SEO Guide findest du Informationen darüber, wie Suchmaschinen funktionieren und welche die wichtigsten SEO Maßnahmen sind, um die eigenen Texte auffindbar zu machen. Ziel ist es, mit einem Blog einen wirksamen und vor allem wachsenden Marketing Kanal aufzubauen, über den idealerweise nicht nur neugierige Leser, sondern am Ende auch Kunden kommen. 

Warum SEO?

Ganz einfach: SEO bringt kostenlose Leser auf die eigene Website. Gute Blog Artikel müssen nicht nur gut strukturiert, spannend formuliert und schön aufbereitet sein, sie müssen vor allem gefunden werden. Grundsätzlich gibt es dafür mehrere Wege, wie z.B.

  • durch Teilen (z.B. auf Facebook, Instagram und Co.),
  • durch Suchmaschinen (z.B. Google),
  • durch Newsletter, 
  • durch bezahlte Werbung, usw...

Es gibt noch mehr, aber die Botschaft ist - denke ich - klar. Der Effekt von Shares über Social Media Kanäle wie Facebook oder Instagram ist so verschwindend gering und kurzlebig, sodass sich der Aufwand nur in den wenigsten Fällen tatsächlich rechnet. Die Chance auf Viralität ist unkalkulierbar und dürfte in den wenigsten Fällen tatsächlich funktionieren. Newsletter sind zwar auch gut, erfordern aber eine möglichst große und relevante Liste von Kontakten, die sich ohne Traffic nur schwer aufbauen lässt. Ein weiterer Weg ist bezahlte Werbung. Das geht auch, rechnet sich aber nur, wenn auch ein Produkt da ist, mit dem die Werbeausgabe in Umsatz verwandelt werden kann. Für alle, die einfach erstmal nur einen Blog starten wollen, ist das also erstmal auch keine Option. Organischer (unbezahlter) Suchmaschinen Traffic hingegen ist kostenlos (mal abgesehen von dem Aufwand für die Erstellung). Und genau das ist das Ziel dieses SEO Guides. 

Warum SEO ist für jedes Online Business so wichtig, nicht nur für Blogger

SEO ist unabhängig vom Geschäftsmodell und essentiell für alle, die online Kunden erreichen und damit Geld verdienen wollen. Ist der Traffic erstmal da, lassen sich verschiedenen Geschäftsmodelle anwenden. Ob der Verkauf eines eigenen Produkts (z.B. Kleidung, Software, Kurse, usw.) oder auch Affiliate Marketing, wo du ausschliesslich Provisionen für Produktempfehlungen bekommst - ein konstanter Besucherstrom ist die Basis und ein wirksamer Marketing Kanal für jedes erfolgreiche Online Business. Werden konsequent SEO Maßnahmen umgesetzt (also Texte geschrieben, die über Google und andere Suchmaschinen gesucht und gefunden werden), bedeutet das ein konstant wachsender Besucherstrom und eine immer größer werdende Reichweite. Anbieter wie z.B. Sistrix stellen diese Sichtbarkeit aus der Kombination von Suchanfragen Platzierung bei Google in Zahlen dar und errechnen daraus einen Sichtbarkeitsindex. So sieht das z.B. beim SEO Musterschüler aboutyou.de aus:

SEO about you

Was will Google genau?

Google hat sich auf die Fahne geschrieben, seinen Nutzern möglichst wertvollen Content zu bieten. Wertvoll ist dieser Content dann, wenn ein Suchender alle gestellten und direkt oder indirekt implizierten Fragen beantwortet bekommt. Je besser Google davon ausgeht, dass ein Text die Fragen eines Besuchers beantwortet, desto höher wird dieser in den Suchergebnissen angezeigt. Das ultimative Ziel ist der Platz Nr. 1 auf der Search Engine Result Page (SERP). Denn diese Artikel bekommen den allermeisten Traffic (rund 60%). Danach wird es schnell unrelevant und ab Seite 2 kann man davon ausgehen, dass kaum noch Besucher den Weg auf die eigene Website finden, wie diese Grafik zeigt:

klickwahrscheinlichkeit 02 sistrix

Screenshot: Sistrix - Klickwahrscheinlichkeiten in den Google SERPs

Um Texte überhaupt für eine Ergebnisdarstellung zu berücksichtigen, werden diese permanent mit Hilfe von Bots (kleine Roboter im Internet) gecrawlt (durchsucht). Der gefundene Inhalt einer Website dann anhand vieler (nur bedingt öffentlicher Kriterien) von Google bewertet und in den Google Index und damit in die SERP einsortiert. Der Platz, auf dem sich eine Website in dieser Ergebnisliste einreiht, nennt sich Ranking​. Das Ranking ist variabel und wird ­ anhand vieler Kriterien ­stetig neu durch Google bewertet. Ein Text, der heute also garnicht im Index ist, kann sich morgen schon auf der ersten Seite der Suchergebnisse befinden (auch wenn das eher selten so schnell passiert). Deshalb lohnt es sich, regelmäßig auch bestehenden Content zu überarbeiten und dafür zu sorgen, dass er besser wird, aktuell bleibt und so im Ranking steigt. 

SEO ist ein Dauerjob!
google indexierung

Welche SEO Maßnahmen helfen zu besseren Rankings und zu mehr Traffic?

Google bewertet eine URL (uniform resource locator, also der Link, bzw. die Internet-Adresse eines Textes) bei jedem Crawling mit über 200 Ranking ­Faktoren. Einige davon sind

  • Geschwindigkeit der Seite
  • Einmaligkeit des Textes / Plagiate
  • Keyword Dichte
  • Inhalt der Google Snippet-Metadaten
  • Alter, Taxonomie, Inhalt, Ablaufdatum und Historie der Domain
  • Verhalten der User auf der Website (Verweildauer, Absprungrate)
  • Social Signals (Verbreitung des Inhalts in den sozialen Netzwerken)
  • Technische Architektur einer Website
  • Vollständigkeit des Inhalts
  • Sinnhaftigkeit und Sprachstil des Inhalts
  • Umfang des Inhalts
  • Variabilität des Inhalts
  • Semantik des Inhalts
  • Linkprofil der Seite
  • Sicherheit der Website (Verschlüsselung)
  • Darstellbarkeit auf mobilen Geräten (z.B. Schriftgröße oder Platz, der von Bannern eingenommen wird).
  • ....

Da wird schnell klar, dass dieser SEO Guide eigentlich ein dickes Buch werden könnte. Um es pragmatisch zu halten, möchte ich mich zunächst auf die drei wichtigsten SEO Faktoren und Maßnahmen konzentrieren, die auch jeder SEO Anfänger gut und schnell beherzigen kann:

  • Keywords, Rankings und Suchintention
  • Das Nutzererlebnis 
  • Backlinks

Die richtigen Keywords finden

Jede Suchmaschinenoptimierung baut auf einem Keyword ​bzw. einer Keyword-Phrase, bzw . einem semantischen Zusammenhang auf. Ein Keyword bzw. die Keyword Phrase ist der Suchbegriff​, den ein Nutzer bei Google eingibt und für uns SEOs der Begriff, unter dem wir gefunden werden wollen. Es gibt also immer zwei Parteien: Den Suchenden und den Content Produzenten, der die Antwort gibt. 

seo 1

Ein gutes Keyword ist eines, was möglichst häufig von Nutzer gesucht wird und zu dem es idealerweise keinen besonders hohen Wettbewerb gibt. Zumindest für Blog-Neulinge wird es sonst sehr schwer. Wie im echten Leben auch, gibt es viele Content Produzenten (Blogger, SEO Agenturen und andere Firmen), die nichts anderes machen, als mit dem passenden Suchergebnis gefunden werden zu wollen. Texte aus deren Federn sind lang, ausgefeilt und haben jede Menge Backlinks. Je weniger im angestrebten "Keyword-Markt" los ist, desto eher lassen sich auch als Blog-Anfänger in einer bestimmten Nische sehr gute Rankings erzielen. 

Die SEO Optimierung beginnt deshalb schon mit der Auswahl der passenden Themen und Keywords. Damit das kein Blindflug ist, gibt es z.B. Tools wie kwfinder.com oder den Keyword Planner für Nutzer von Google Ads. Beide Tools helfen Keyword und Keyword Phrasen zu finden, die häufig bei Google gesucht werden. Ziel von SEO ist es, Inhalte zu erstellen, die die besten und schönsten Antworten auf diese Suchintention liefern. Entscheiden tut das am Ende Google und nutzt dafür u.a. das Nutzerverhalten, das auch nach dem Klick auf das Ergebnis erfolgt (z.B. wie lange bleibt der Leser auf der Seite, nachdem er bei Google geklickt hat). Aber auch technische Kriterien, die jeder Text mitbringen muss, spielen eine Rolle (s. oben).  So sieht die Keyword-Recherche z.B., wenn ich nach dem Keyword "SEO Guide" suche.

kwfinder

Schön bunt und übersichtlich: der KWFinder.com  

keywordplanner

Etwas nüchterner, dafür für Nutzer, die zumindest ein kleines Budget bei Google Ads ausgeben, kostenlos: Der Google Ads Keyword Planner. Ein weiteres (derzeit kostenloses) Tool ist ubersuggest von Neill Patel.

Zwei Ansätze für eine effektive Keyword Recherche

Um ein passendes Basis Keyword zu finden gibt es zwei Methoden:

  1. Keyword first: Man sucht gezielt nach Keywords in einem sehr allgemeinen, übergeordneten Themenfeld, die ein hohes Suchvolumen bei niedrigem Wettbewerb aufweisen. Je nach Ergebnis legt man dann die Thematik des Textes fest und schreibt drauf los. Diese Herangehensweise wird besonders gerne bei SEO ­"Angriffen" auf Wettbewerber genutzt. Mit spezieller Software wird analysiert, welche Keywords der Wettbewerber nutzt um gute Rankings zu erzielen. Entsprechende Suchbegriffe werden dann adaptiert. Es gibt nun mal nur einen Platz 1 in den Suchergebnissen. Daher könnte man SEO auch als eine Art strategische, digitale Kriegsführung betrachten.
  2. Topic first​: Man sucht sich zuerst ein Thema, zu dem man Lust und Muse hat regelmäßig gute Inhalte zu schreiben. Nicht selten sind das auch Hobby-Themen, wie z.B. Pferde, Reisen, Fotografie, usw. Eine gewissen Leidenschaft für ein Thema ist auf jeden Fall hilfreich! Ist das Thema gefunden, wird nach Keywords innerhalb dieses Themenkomplexes gesucht und der Text an diesen Keywords ausgerichtet. 

Ein Beispiel

Nehmen wir an, wir betreiben eine Website über Wein und möchten einen Artikel schreiben. Nach der Keyword first Methode ​würden wir im Google Keyword Planer “Wein” eintippen und nach einem passenden Keyword suchen. Ist ein Keyword gefunden, würden wir drauf los schreiben und auf gute Rankings hoffen. Alternativ lassen wir eine Software über eine Konkurrenz­ Website laufen und schauen uns gut rankende Keywords ab.

Nach der Topic first Methode​ würden wir uns z.B. erst auf das Thema “Rotweine aus Spanien” festlegen und dann nach entsprechenden Keywords suchen. Letzterer Ansatz führt meist zu sogenannten Long ­Tail­ Keywords.  

Short-Tail- & Long-Tail-Keywords

Bei SEO Keywords unterscheidet man zwischen Short­ Tail­ Keywords und Long­ Tail­ Keywords. Short­ Tail­ Keywords führen meist zu ungenauen, allgemeinen Ergebnissen und liefern nur schwer das gewünschte Resultat für den Nutzer.

Long­ Tail­ Keywords haben den Vorteil, dass sie sehr spezifisch sind. Diese sind meist längere Suchphrasen und werden nicht ganz so häufig wie die Short Tail Keywords gesucht. Dafür ist der Wettbewerb in den Ergebnislisten meist nicht groß und die Chance auf ein Rankings in den vorderen SERP Plätzen auch als kleiner Blog größer. 

Beispiele

Short­ Tail­ Keywords: 

  • Autoreifen kaufen
  • Weinsorten 
  • Koffeingehalt 

Long­ Tail­ Keywords:

  • Autoreifen kaufen Hamburg Wandsbek
  • Weinsorten Spanien rot
  • Koffeeingehalt schädlich Schwangerschaft

Wie erkennt Google Keywords?

Google erkennt nicht mehr nur noch einzelne Keywords, sondern semantische Zusammenhänge. In einer Semantik kommen weitere Suchbegriffe vor, die häufig in Kombination mit dem verwendeten Haupt­-Keyword verwendet und/oder gesucht werden. Für Wein könnte diese Semantik vereinfacht so aussehen:

google semantik

Unter den in der Semantik enthaltenen Suchbegriffen gibt es dann weitere Verknüpfungen, die wiederum untereinander verknüpft werden. Der Einfachheit halber wurden diese in dem Bild ausgelassen. 

Zu sehen ist auch, wie Google ein Long­ Tail­ Keyword in einem Text ausliest und dieses in allen möglichen Variationen im Suchfeld­ passend zusammensetzt. Die im Google Index​ erfassten Long­ Tail­ Keywords für könnten also so oder so ähnlich aussehen:

  • Wein Deutschland Mosel
  • Mosel Wein
  • Wein Deutschland
  • Wein Mosel
  • ...

Unterschiedliche Keywords, die aber alle vermutlich dasselbe suchen und zum gleichen Ergebnis führen.

Was bedeutet das für SEO in der Praxis?

Google liest nicht nur stumpf ein Keyword aus und verlinkt den Content in den Suchergebnissen. Stattdessen wird auch vor und nach einem Keyword geschaut, ob die dort befindlichen Wörter in einem relevanten Zusammenhang stehen. Für den Content Ersteller bedeutet das vor allem, dass es unnötig ist sich den Kopf über eine bestimmte Wortkombination zu zerbrechen. Viel wichtiger ist tatsächlich die Inhaltlich Relevanz und die Frage, ob alle potentiellen Fragen zu einem Thema gut beantwortet werden.  

Früher war es erforderlich, für möglichst jedes Keyword eine URL, bzw. den passenden Content zu haben. Wer schneller mehr Content zur allen möglichen Keywords veröffentlichte, der gewann das SEO-Spiel. Heute ist das anders. Viel wichtiger als eine Breite Masse an Keywords ist die Qualität und die Zusammenhänge des Contents auf einer Seite. Sistrix hat das z.B. auf Basis der Wettbewerber Airbnb.de und HomeToGo.de ganz gut analysiert. Obwohl Airbnb viel mehr URLs im Google Index hat, ranken die wenigeren Artikel von hometogo.de deutlich besser und sorgen für eine fast doppelt so hohe Gesamtsichtbarkeit in den Google SERPs. Hier geht´s zur Studie:

comparasion visibility hometogo and airbnb

Screenshot: Sistrix Studie Airbnb vs. HomeToGo

Für die Praxis bedeutet das aber noch etwas viel Wichtigeres: Auch kleine Seiten haben eine echte Chance auf sehr gute Rankings, sofern die Qualität des Contents stimmt. 

Long Tail Keywords und semantische Zusammenhänge für einen SEO Text finden

Um möglichst gute SEO Rankings mit viel Traffic zu bekommen, sollte sich ein Text also neben dem Haupt­-Keyword auch an Long­ Tail ­Keywords und semantischen Zusammenhängen ausrichten. Diese zu finden ist manchmal eine echte Herausforderung. Hier sind einige Ansätze, die dabei helfen: 

Autosuggest

Tippe den Suchbegriff in das Google Suchfeld ein und schaue, welche Begriffe per Autosuggest von Google vorgeschlagen werden. 

autosuggest

Durch das Verändern der Curser Position lassen sich weitere Keywords ermitteln:

autosuggest 2

Related Search Terms (RST)

Tippe einen Suchbegriff in das Google Suchfeld ein und schaue, welche vorgeschlagenen Suchbegriffe ganz unten am Ende der Google Ergebnisseite angezeigt werden. 

rst

Zusätzlich kannst du schauen, welche Keywords die Konkurrenz verwendet. Das geht im kleinen Umfang auch ohne spezielle Software. Nimm dir einfach die Zeit und lies die ersten paar Absätze der Seiten auf Platz 1 und 2. Dann bekommst du meist schon ein gutes Gefühl dafür, was Google als qualitativen Content zu diesem Keywords anerkennt. Gleichzeitig ist die Wahrscheinlichkeit, dass du mit dieser Methode auch schon Recherche betreibst, sehr hoch. Du schlägst also zwei Fliegen mit einer Klappe. 

Tipp: Nutze hierfür einen anonymen Browser, damit die Ergebnisse nicht durch deine bisherigen Suchanfragen verfälscht werden.

SEO Tools machen die Arbeit viel einfacher!

SEO Tools haben in jedem Fall ihre Daseinsberechtigung, auch wenn diese Geld kosten. Wer SEO richtig machen will, spart sich mit SEO Tools einfach Unmengen Zeit und bekommt Einblicke, die so anders kaum möglich wären. Dies sind ein paar Angebote, die ich selbst teilweise nutze:

Hinweis: Eine detaillierte Übersicht über SEO Tools hier bei LSWW ist in Arbeit. Trag dich ganz unten am besten in den Newsletter ein, dann bekommst du Bescheid, wenn es soweit ist.

Das Nutzererlebnis a.k.a. Relevanz und Aufbereitung

Es gab mal Zeiten, da wurden Texte von SEOs (Menschen, die SEO Content erstellen) vor allem für Suchmaschinen geschrieben. Zum Glück sind diese Zeiten vorbei und Google mittlerweile so schlau, dass es auf die "inneren Werte" ankommt.

Gute SEO Texte sind vor allem für Menschen geschrieben und können auch von Maschinen verstanden werden. Sie beantworten alle eventuellen Fragen, die zu dem Keyword oder der Phrase gesucht werden könnten. Je nach Komplexität des Themas sind das gerne auch mal mehrere tausend Wörter, die es braucht, um ein Thema vollständig und gut abzudecken (Dieser Text hier hat z.B. mehr als 4000 Wörter).

Die Textlänge ist aber nicht alles. Der Text muss gut strukturiert und gut lesbar sein (z.B. mit Zwischenüberschriften). Auch die Schriftgröße und die Ladezeit der Website haben Einfluss auf das gesamte Nutzererlebnis, und zwar auf allen Geräten, auf denen der Content angeschaut werden könnte. Und das sind mittlerweile vor allem Smartphones.

Seit 2018 hat Google daher begonnen Websites auf den Mobile First Index umzustellen. Seit Juli 2019 werden neue Domains nun automatisch im Mobile First Index aufgenommen und indexiert. Ohne hier zu technisch werden zu wollen bedeutet das, dass die Zukunft im Internet immer mobiler wird und wir SEOs und Website Betreiber vor allem ein richtig gutes Erlebnis auf mobilen Geräten (vor allem Smartphones) ermöglichen müssen.

Die Content-Produktion

Bevor du anfängst deinen SEO Content zu erstellen, sollten folgende grundlegende Dinge auch im Schlaf beherrscht werden: 

Nicht kopieren oder zu stark inspirieren lassen! 

Weder im wörtlichen Sinne, noch inhaltlich. Guter SEO Content ist einmalig, unterhaltsam, selbst geschrieben und liefert jede Menge Wissen. Google liebt solche Texte, die sich mit einem bestimmten Thema befassen und offenbar von Menschen geschrieben wurden, die sich damit beschäftigt haben. 

Werde also selbst Experte und gebe dein Wissen in einem Text, bzw. in vielen Texten auf deinem Blog weiter. Referenzierungen gehören zu einem guten SEO Text übrigens auch dazu. Allerdings würde ich empfehlen nicht auf direkte Wettbewerber-Texte zu verlinken mit denen du um die Platzierungen bei Google kämpfst.  

Plagiate können ausserdem dazu führen, dass nicht nur deine Rankings verschwinden (dank einer manuellen Maßnahme von Google), sondern auch deine ganze Domain kann über den Digital Millenium Copyright Act (DMCA) per Takedown aus dem Internet verschwinden. Das ist ein wirksames Mittel für Website Klone, die wirklich im großen Stil klauen. Wenn deine Seite geklont wird (egal in welcher Sprache der geklaute Inhalt übersetzt wurde), kannst du die Entfernung selbst hier beantragen. Das habe ich mit geklauten LSWW Inhalten selbst auch schon erfolgreich gemacht. Mehr zum DMCA kannst du hier nachlesen.

Sei selbst das Original mit deinen SEO Texten!

Biete Mehrwert​!

Google will immer MEHR. Mehr Inhalt. Mehr qualitative ausgehende Links. Mehr Nutzen für den Nutzer. Reiner Text ist daher nicht mehr ausreichend. Ein guter SEO Text beinhaltet z.B. auch Bilder, Videos, Audiodateien (Podcasts), usw. - alles, was dem Leser das Thema besser nahe bringt, ist gut! Hier darf man gerne kreativ werden, um am Ende alles in einer Struktur aufzubereiten.

Alles muss einfach konsumierbar bleiben (Länge vs. Experience)

Die Text­länge eines guten SEO Textes (also mit guten Rankings) hat selten weniger also 1500 Wörter. Nach einer Analyse von Backlink.co im Jahr 2016 hat der durchschnittliche Seite 1 Content 1890 Wörter. Irgendwo anders habe ich gelesen, dass ein durchschnittlicher Nr. 1 Text mehr als 3000 Wörter hat (Quelle weiss ich nicht mehr). In jedem Fall sollte klar sein, dass ein guter SEO Text nicht in 30 Minuten geschrieben ist und viel Arbeit bedeutet. 

Neben der Aneignung des Wissens ist eine weitere große Herausforderung die Texte nicht nur einfach nur lang zu machen, sondern gut lesbar. Struktur ist das A und O. Nur so bleiben die  Leser nach dem Klick in der Google Ergebnis Liste auch auf der Seite. Scrolltiefe und Verweildauer sind wichtige Ranking-Faktoren!

Keyword-Dichte

Sie wird in Prozent gemessen und liegt idealerweise zwischen 2% ­und 3%​. Das heißt aber nicht, dass ein Keyword im Wortlaut in 100 Wörter zwei bis dreimal vorkommen muss. Vielmehr sollte dieser Wert als Richtwert für die Verwendung des von Long ­Tail­ Keywords in Kombination mit dem Haupt­-Keyword gesehen werden.

Beispiel: Es ist absolut vertretbar, dass in 100 Wörtern nur einmal das Haupt­-Keyword “Wein” vorkommt, wenn dafür aber auch zusätzlich die Long­Tail Keywords “Weinbau in Deutschland” und “Rebsorten in der deutschen Weinkultur” vorkommen. 

Keyword Verteilung im Text

Wichtig ist auch, dass die Keywords über den gesamten Text natürlich verteilt​ sind. Das heißt, dass sie nicht im übermäßigem Anteil am Anfang oder Ende eines Textes vorkommen, sondern regelmäßig in natürlichen Abständen verwendet werden.  Immer wieder weise ich z.B. auch in diesem Text darauf hin, dass es sich um einen SEO Guide handelt.

Stop Worte

“in”, “von”, “und”, “auf”, etc. sind sogenannte Stop Worte​. Diese werden von den Google Bots vermutlich einfach überlesen, um Keyword­ Semantiken besser erkennen zu können. Wenn also das Keyword “Wein Deutschland” ist, kannst du z.B. auch “Wein aus Deutschland” sagen. Wie gesagt, schreibe für Menschen, nicht für Maschinen. 

Überschriften

Auch die Struktur und Positionierung von Überschriften dürfen in diesem SEO Guide nicht fehlen. Platzierung und Hierarchie der Überschriften im Text sind entscheidend (H1 bis H4). Im besten Fall gibt es auch ein Inhaltsverzeichnis, um dem Leser und Google die Struktur noch besser aufzuzeigen. Falls du Wordpress nutzt, geht das z.B. mit Plugins wie diesem. Je höher die Hierarchie der Überschrift im Text ist, desto wichtiger ist sie für die Suchmaschine. Auch hier hilft ein Beispiel:

<h1>Tolle Weine aus Deutschland</h1> wäre z.B. der Titel eines Artikels. Dieser ist sehr relevant für Google und MUSS das Haupt-Keyword enthalten. Eine H1 Überschrift sollte auch nur einmal im Text vorkommen, nämlich ganz oben im Titel.

<h2>Warum Weine aus Deutschland so gut schmecken</h2> wäre dann eine Zwischenüberschrift innerhalb des Textes. H2 Überschriften Bereiche beschreiben Themen, die Bausteine und relevant für die H1 Headline sind. Auf ca. 1000 Wörter sollten ca. zwei bis vier H2 Überschriften entfallen.

So kann es weiter gehen bis H3 und H4 Überschriften. Sie schaffen Struktur für Mensch und Maschine.

Backlinks

Backlinks sind der - wie ich finde - schwierigste Teil wirksamer SEO Maßnahmen. Denn bei dieser Maßnahme ist man auf Dritte angewiesen, die die eigenen erstellten Texte idealerweise aus einem natürlichen Verhalten heraus verlinkten. Auch die Quelle, die den Link setzt, ist dabei entscheidend. Denn Backlink nicht gleich Backlink. Je höher die Domain Autorität ist, desto wertvoller ist auch der "Link Juice", der durch den Backlink mit an den eigenen Text und die eigene Seite übergeben wird. Ein Backlink von spiegel.de ist z.B. wertvoller als von ichfangegeradeerstan.de.

Backlinkaufbau sollte ebenfalls strukturiert betrieben werden und genau so hohe Priorität wie der Contentaufbau selbst haben. Sobald dein Blog die ersten guten Rankings hat, wirst du schnell in der Praxis erleben, was das bedeutet. Scharenweise SEO Agenturen kommen mit Anfragen nach "Kooperationen" und Angeboten von "kostenlosem Content" auf dich zu, wenn sie dafür einen Do-Follow Backlink (mehr dazu gleich weiter unten) bekommen. Andere versuchen diesen Verstoß gegen Google Richtlinien nicht mal zu verschleiern und fragen direkt, was ein solcher Backlink kostet. 

Bitte unbedingt die Finger von gekauften Do-Follow Links lassen, denn dieses Vorgehen verstößt gegen die Google Richtlinien und kann dazu führen, dass deine Seite am Ende garnicht mehr gefunden wird.

Ausgehende & interne Links

Diese Links sind idealerweise Links zu relevanten und erklärenden Inhalten, die den eigenen Text anreichern und dem Leser weiteren Mehrwert stiften. Idealerweise sind das Deeplinks, die also direkt zu passenden Inhalten auf der Zielseite linken und nicht nur zu deren Startseiten. Links können auch nicht nur zu anderen Artikeln gehen, sondern dürfen genau so gerne Hinweise zu Fotos, Produkten, Videos, etc. sein. 

Zusätzlich sollten Links überwiegend auf vertrauenswürdige Seiten zeigen. Sogenannte Trusted Links gehen z.B. zu großen Magazinen (wie t3n.de), Lexika (wie Wikipedia) oder seriöse Fachpublikationen (wie z.B. die Artikel hier auf LetsSeeWhatWorks ;-) )

Am besten setzt du immer da einen ausgehenden Link, wo er einen wirklichen Mehrwert für den Nutzer hat. Nicht zu viel und nicht zu wenig. Einfach ganz natürlich. Auch interne Verlinkungen zu passenden Beiträgen auf dem eigenen Blog sind wichtig. Je mehr guten Content du auf deinem Blog hast, desto besser. Eine gute Möglichkeit ist auch am Ende des Blogs eine Liste mit "Das könnte dich auch interessieren" Beiträgen zu verlinken.

Exkurs: Do-Follow vs. No-Follow Links bei bezahlten Artikeln

Links können mit einer bestimmten Beziehung (Relation) versehen werden, um Google Informationen mitzugeben, die nicht auf den ersten Blick im Text sichtbar werden. Standardmäßig sind Links Do-Follow Links. D.h. der Link wird von Google berücksichtigt und die verlinkte Seite wird relevanter (und erhält dadurch nicht selten bessere Rankings). Wenn ein Link allerdings monetär motiviert gesetzt wird (z.B. weil er direkt oder indirekt bezahlt wurde), dann sollte unbedingt ein No-Follow Relations-Attribut hinterlegt werden. In dem Fall ist der Link zwar klickbar. Die verlinkte Seite wird dadurch allerdings keine SEO-Vorteile haben und der Google Bot dem Link nicht folgen. Ein No-Follow Rel Attribut sieht dann z.B. so aus:

<a href="https://kwfinder.com" target="_blank" rel="nofollow">KWFinder.com</a>
  • https://kwfinder.com" ist das Linkziel
  • target="_blank" sagt, dass der Link in einem neuen Fenster geöffnet werden soll
  • rel="nofollow" sagt, dass der Google Bot diesem Link nicht folgen soll.

Im September 2019 hat Google übrigens die zwei neuen Link Attribute UGC (user generated content) und SPONSORED eingeführt und damit auch neue Möglichkeiten für Paid-Links geschaffen. Mehr dazu kannst du hier nachlesen.

Backlinks strukturiert aufbauen

Backlinks sind die harte Währung für SEOs. Sie passieren zwar manchmal einfach so, aber der strukturierte Aufbau gehört einfach mit dazu. Zum Beobachten von Backlinks nutze ich selbst gerne das Tool ahrefs.com. So sieht das z.B. für LSWW aus:

ahrefs backlinks

Zum Zeitpunkt des Screenshots gab es demnach 338 Domains, die auf eine Seite auf letsseewhatworks.com verlinken. Davon kommen von immerhin 258 Domains die wichtigen DoFollow Links. Wieviele das genau sind und von wo nach wo diese linken, ist nicht Teil des Screenshots, kann aber ebenfalls im Details mit diesem Tools ausgelesen werden. Das macht die Beobachtung von Backlinks einfach und hilft z.B. auch neue Backlink Quellen zu finden. Zum Backlink Aufbau haben sich für mich folgende Maßnahmen ganz gut etabliert:

  • Gastbeiträge anbieten (macht nicht jeder, aber richtig gute Texte nehmen viele Blogger gerne an)
  • Interviews geben (schriftlich oder per Podcast. Besonders letzteres ist derzeit im Trend)
  • Kommentar Funktionen nutzen
  • Eine Zielgruppe aufbauen und per Newsletter oder Facebook Gruppe regelmäßig auf neue Inhalte hinweisen
  • Andere passende Blogs verlinken und drauf hinweisen. Nicht selten kommt irgendwann ein Link zurück.

Mein SEO Guide Fazit

SEO ist komplex und auch der Grund, warum dieser SEO Guide doch recht lang geworden ist. Ohne SEO geht allerdings nicht viel im Internet, ausser man möchte für seinen Traffic bezahlen. Besonders SEO Neulinge sollten diesen (oder andere) SEO Guides gerne öfters lesen und die wichtigsten Punkte daraus verinnerlichen. SEO ist nichts, was man mal ein Wochenende macht. SEO ist Dauerthema und funktioniert vor allem langfristig.

Wer neu als Blogger anfängt muss zwar Geduld mitbringen, aber hat durchaus die Chance auch gegen die großen Seiten mitzuhalten. Wo die nämlich durch kurze Texte und breite Themenstreuung verlieren, bleibt eine Chance für sehr gute Nischenblogs. Auch heute kann man noch super mit einem Blog anfangen und mit SEO, Disziplin und Durchhaltevermögen zu einer richtig erfolgreichen Seite mit viel Traffic kommen. 

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20 Kommentare

  • Ich danke Dir wirklich sehr für Deine wertvollen Tipps!
  • Hey Sabine,

    gerne. Viel Erfolg mit deinem Business!
  • Sehr hilfreicher Beitrag!
    Mir hat ein Freund auch letzt mitgeteilt dass es klüger ist genaue Keywords zu setzen statt viele die jedoch nicht so gut sind.
    Hier gilt Qualität vor Quantität!
  • Top Beitrag ! Respekt. Gerade für den Anfang finde ich diesen Beitrag sehr sehr informativ!
    Jedoch muss man einige Dinge mehr beachten !
  • Toller Beitrag, konnte hier wirklich einiges Hilfreiches rausziehen. Zu den KeyWords: Ich bin auch eher vom Typ "losschreiben". Daher kann ich dein Geschriebenes absolut nachvollziehen. Oftmals merkt man erst hinterher, dass man mit einem Artikel keine wirklich guten KeyWords addressieren kann. Andersrum kommt es mir irgendwie komisch vor.
  • Hey Meli,

    ich glaube beides ist ok. Wenn du allerdings fokussiert ein Business aufbauen möchtest, ist "anders herum" der einzige Weg. Alles andere würde eher in die Kategorie "Hobby" oder "Nebenbei" fallen.
  • EIn sehr guter Beitrag über Seo, gerade für Startups ist es sehr wichtig!
  • Hi Christian,

    danke für den Leitfaden. Ich hoffe er hilft mir weiter. Viele Grüße, Markus
  • Hey Markus,

    das hoffe ich auch. Wenn du weitere Hilfe brauchst, dann komme gerne in die Community (Link ist ganz oben im Menü)
  • Mit der Keyword Dichte finde ich acuh, dass man das differenziert betrachten muss. Ich habe schon Artikel gelesen, die ich schnell wieder abgebrochen habe, weil einfach aufgrund des ständig wiederholten Keywords kein Lesefluss möglich war.
  • Schöne Übersicht, zu diesen 2% Keyword Dichte lese ich aber immer mehr unterschiedliche Meinungen. Manche sagen, es spielt keine Rolle mehr, wenn die anderen Wörter thematisch zum Hauptkeyword passen. Ich achte aber meist trotzdem noch darauf.
  • […] Der ultimative SEO Guide für Startups. Mittlerweile habe ich für Let’sSeeWhatWorks einen Modus gefunden der es mir ermöglicht, jede Woche einen neuen Beitrag erstellen und veröffentlichen zu können. Eines ist dabei jedoch auf der Strecke geblieben: Der SEO-Aspekt (Suchmaschinenoptimierung). Zwar kommen mittlerweile ca. 20% des Traffics auf Let’sSeeWhatWorks über Suchmaschinen, das ist aber erstens zu wenig und zweitens nicht das Ergebnis einer Strategie, sondern bislang nur ein netter Nebeneffekt. […]
  • […] eine hohe Disziplin. Wer neu im Business ist, der muss auch Zeit einplanen, um sich erst ein paar SEO-Grundlagen (Suchmaschinenoptimierung) anzueignen. Ein guter Weg alles schnell zu lernen ist z.B. auch […]
  • Sehr guter und übersichtlicher SEO-Guide für Newbies...
    BG, Johannes
  • Hallo Christian,
    sehr gute Einführung in das Thema mit den wichtigsten Basics.
    Die aktuelle Channel-Verteilung finde ich jedoch gar nicht so problematisch. Sie ist schön heterogen und somit genießt Du eine gewisse Unabhängigkeit von bestimmten Traffic-Lieferanten. Was wäre für Dich, prozentual gesehen, denn der optimale Zielwert für die organische Suche?
    Weiterhin viel Erfolg in Deinen Projekten!
    BG Roland
  • Hi Christian,

    ich beklage mich auch immer über meine Aufteilung meiner Besucher nach Channels. Allerdings aus einem ganz anderen Grund: Ich hab 73% über Google und das restliche Viertel auf direkte Einstiege, Social Media und Verlinkungen verteilt. Das ist jetzt auch nicht gerade optimal. Mal schauen, welche Tipps du hier auf der Seite für mich hast ;-)

    Viele Grüße

    Matthias
  • Hallo Christian,
    danke für die Ausarbeitung :)
    Den Keywordplaner habe ich zwar immer benutzt und auch nach möglichst wenigen Suchergebnissen geschaut, aber bei der Konkurrenz nach Keywords zu suchen, war mir neu.
    Das werde ich in Zukunft auch machen!

    Viele Grüße
    Linda

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