Wie ich meinen Arbeitsalltag als Remote Worker in einer Agentur organisiere

Wie ich meinen Arbeitsalltag als Remote Worker in einer Agentur organisiere

Arbeit im Büro ist zur Hälfte des Tages unproduktiv. Durch mehrere störende Einflüsse wie Telefone, Durchgangsverkehr oder kurze Fragen wurde ich oft aus meiner Tätigkeit rausgerissen. Je häufiger man während der Arbeit gestört wird, desto geringer ist die Produktivität und desto höher ist das Stresslevel. Ich möchte zeigen, wie ich meinen Arbeitsalltag als Remote Worker produktiv und fokussiert gestalte und das Stresslevel reduziere.

Anders als in Deutschland ist das Recht auf Heimarbeit in den Niederlanden mittlerweile gesetzlich verankert.

Diziplin

Am Anfang habe ich es mit der freien Gestaltung meines Arbeitstages übertrieben. Ich habe an verschiedenen Orten gearbeitet und auch gerne mal ausgeschlafen. Insgesamt ist zu viel Freiheit hinderlich.

Auch wenn du remote arbeitest musst du für dich feste Arbeitszeiten definieren. Am besten richtest du dich nach, deinem Team, den Kernarbeitszeiten deines Unternehmens oder deinen Konzentrationsphasen. Ich arbeite insgesamt sechs Stunden tagsüber und zwei Stunden am Abend, mein Tag beginnt immer um 9:00 Uhr. So nutze ich meine eigenen Konzentrationsphasen am besten.

Ebenfalls ist es wichtig, dass du dir zwei oder drei Orte aussuchst an denen du konzentriert und fokussiert arbeiten kannst. In meinem Fall ist es mein Arbeitszimmer, meine Couch und mein Esszimmer.

Eine Studie der Stanford University belegt: Remote Working steigert die Produktivität des Mitarbeiters um dreizehn Prozent.

Mobilität

Remote Worker sind sehr effektiv wenn du neben dem Home Office auch mobil Arbeiten kannst. Dafür muss sichergestellt sein, dass du ein Smartphone und einen Laptop für deine tägliche Arbeit verwendest. Optimalerweise wird dir beides - mindestens der Laptop - von deinem Arbeitgeber zur Verfügung gestellt.

Kommunikation

Für das Arbeiten aus der Ferne ist Kommunikation ebenso wichtig wie in einem Büro. Daher ist es wichtig, dass du und auch dein Team die selben Kommunikationsmittel nutzt. Zudem wird die Fernanwesenheit mit den gewählten Kommunikationsmitteln sichergestellt.

Die Kommunikationstools sollten auf dem Mobiltelefon und deinem Laptop verfügbar und installiert sein. Google Docs ist z.B. eines der bekannten Tools für Team Collaboration, was sehr gut auf allen Geräten funktioniert.

Als Chat und für Videotelefonie nutzen wir Slack. Mit Skype teilen wir unsere Bildschirme. Beide Tools nutze ich auf dem Rechner und auf dem Smartphone. Mit TypeApp erledige ich meinen Emailverkehr auf dem Smartphone und mit Thunderbird auf dem Rechner. 

Präsenz

Digitale Kommunikation allein reicht als Remote Worker nicht aus. Treffe dich mit deinem Team in bestimmten Intervallen zur Zusammenarbeit. Als Ort wählt ihr den Arbeitsplatz oder einen Coworking Space. Zusammenarbeit fördert den Teamzusammenhalt, wirkt der Entfremdung entgegen und erhöht zusätzlich die Arbeitsqualität. Ebenfalls ist ein solches Treffen förderlich, wenn ihr noch sehr frisch mit eurem Team zusammenarbeitet.

Ich fahre einmal in der Woche zu meinem Arbeitgeber. Dort erledigen wir dann unsere Weeklys und arbeiten gemeinsam. Besonders Planungsmeetings sind aus meiner Sicht effektiver, wenn diese persönlich geführt werden.

Rituale

Rituale sind fester Bestandteil des Arbeitsalltags. So gibt es oft unter Kollegen sowas wie den neun Uhr Kaffee, das kurze Abschweifen in die Tiefen des Internets, ein kurzer Plausch auf dem Flur und so weiter. Rituale helfen mir dabei kurz abzuschalten und insgesamt im täglichen Doing. Aus diesem Grund habe ich sie fest in meinen Arbeitsalltag integriert.

Einmal die Stunde stehe ich auf und bewege mich durchs Haus, hole mir Kaffee, lass meine Hunde raus oder ähnliches.

Wenn ich mich nicht mehr konzentrieren kann dann nehme ich mir ca. 15 Minuten Zeit und gehe raus, an die Frische Luft oder fahre eine Runde mit dem Rad. Der Kontext Arbeitsplatz muss dabei komplett verlassen werden und die Konzentration kommt von selbst wieder.

Bin ich länger nicht am Arbeitsplatz dann sage ich meinem Team bescheid, auch als Remote Worker. Die aufgebrachte Zeit nehme ich als Pausenzeit.

Work-Life-Balance

Remote Working bringt eine verbesserte Work-Life-Balance mit sich. Ich teile mir meine Arbeitszeit so ein, dass mein Privatleben nicht zu kurz kommt.

Die Zeiten, die ich lange im Büro verbracht habe sind gefühlt vorbei. Denn ich bin in jedem Fall an einem Ort der mir gefällt. Wichtige Termine, schnell einkaufen, das alles ist kein Problem. Und als netten Gimmick für alle Hobbyköche unter euch, in der eigenen Küche kocht es sich am besten!

Vertrauen

Arbeitszeit als Remote Worker bedeutet Vertrauensarbeitszeit. Das bedeutet, dass die dein Arbeitgeber vertraut, dass du die Arbeit in der entsprechenden Zeit erledigst. Dabei hilft eine gezielter Arbeitsnachweis in Form von Zeiterfassung, Dokumentation oder ähnlichem.

Werde Remote Worker

Du willst Remote Worker werden? Dann setze dich mit deinem Arbeitgeber zusammen und zeige ihm die Möglichkeiten und Vorteile des Remote Working auf.

Ich freue mich, über Erfahrungen als (angehender) Remote Worker von dir in den Kommentaren zu lesen!

2 Kommentare

  • Danke für diesen Einblick. Es ist immer interessanter wenn jemand aus der Praxis berichtet.

    Wie regelst du deine Internetanbindung, wenn du unterwegs bist (Hotspots, Handy...?).
  • Hallo Adrian,

    wenn ich Internet benötige, dann mache ich das über den HotSpot im Zug, und wenn dieser keinen hat, via Handy.

Was denkst du?

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