Periscope bringt dich deinen Kunden so nah wie nie

Periscope bringt dich deinen Kunden so nah wie nie

Vor einigen Tagen erlebte ich einen dieser Marketing-Momente, als ich Periscope entdeckte und zum ersten Mal ausprobiert habe.

Periscope ist eine App, die mich in Echtzeit und sofort zu Menschen verbindet, die einen Live-Stream mit ihrem Smartphone senden, und zwar mit Bild und mit Ton. Nach 30 Minuten herumstöbern stieß ich dabei auf die unterschiedlichsten Beiträge, wie z.B. ein CNN Moderator-Pärchen vor der eigentlichen TV Übertragung, einer Sängerin, die in einer Bar in Brisbane einen Song nach dem anderen trällert, einem frustrierten Kanadier aus Toronto, der im Bett liegend über Einwanderungsgesetze philisophiert…. und weitere nicht nennenswerte „Sendungen“.

Fakt ist aber: Nie war ich Menschen so schnell so nah. Ein Echtzeit-Chat inkl. Bild, in dem der Streamer sofort auf meine Fragen eingehen kann.

Eine neue Möglichkeit Kundennähe aufzubauen

periscopeDie Möglichkeiten von Periscope haben mich neugierig gemacht. Ich habe es deshalb selbst ausprobiert und ein 2:44 Minuten langes Video gestreamt. Mittlerweile sind es sogar schon mehrere Videos geworden. Offenbar habe ich Gefallen daran gefunden 😉  (ich bin übrigens unter „christhaefner“ bei Periscope zu finden, Twitter-Connect sei dank).

Der Ablauf war recht einfach. Nach kurzer Anmeldung und einem Klick auf „Live Stream“ ging es auch schon los.

In diesen 2:44 Minuten haben sich 30 Menschen mein Video angeschaut und intensiv reagiert. Darunter viele Follower aus meiner Twitter-Timeline.

Diese 2:44 bescheerten mir bei Periscope bereits 14 Follower und eine Menge Kommentare, auf die ich direkt im Video (per Ton) antworten konnte.

Mittlerweile sind es 5 Video geworden mit einer Sendezeit von knapp 10 Minuten insgesamt, die zu 396 Likes und 38 Followern führten. Wahnsinn, diese Interaktionsrate!

Auch die Art und Weise der Kommunikation ist spannend. Z.B. wurde ich gefragt „wo ist das“ und „wie warm ist es“? Meine Antworten kamen teilweise auf Deutsch, teilweise auf English. Keine Ahnung, wer da zuschaut. Was ich gezeigt habe? Einen Blick aus dem Fenster auf eine Straßenkreuzung in Hamburg, einen Blick auf ein BBQ im Innenhof meiner AirBnB Wohnung in Stockholm, einen Blick auf das Rollfeld des Hamburger Flughafens, und eine kleine Rundtour am Hafen von Stockholm.

Am Ende alles belangloses Zeug, aber Fakt ist: Menschen interagieren!

Mein Moment der Erleuchtung

Vor ein paar Jahren wurde Youtube von der Marketingindustrie entdeckt und der Beruf „Youtuber“ entstand. Ich habe lange überlegt, es auch mal „professionell“ zu nutzen, habe mich aber am Ende dagegen entschieden. Hauptgrund: Es ist Arbeit!

Mit Periscope könnte das jedoch ganz anders aussehen, und die Anwendungsfälle sind unbregrenzt. Lediglich die Zielgruppe ist noch ein Fragezeichen für mich, und auch die Lokalisierung.

Überlegt man sich aber mal, warum und wie Firmen (und Einzelunternehmer) Plattformen wie Youtube, Instagram und Co. verwenden und wie viel Zeit dort investiert wird, dann könnte ich auch recht spontan ein paar spannende Marketing-Anwendungsfälle auflisten, z.B.

  • Persiscope statt Instagram für Happy Coffee. Statt eines Kaffee-Fotos zeige ich den Leuten, wie man Kaffee trinkt trotz Bart im Gesicht 😉
  • Periscope statt Youtube für FastBill. Seit einiger Zeit bieten wir Tutorial Videos an, mit denen sich Nutzer FastBill selbst beibringen können. Was, wenn ein Mitarbeiter (oder ich), regelmäßge Tutorial Sessions mache, in denen ich das Produkt erkläre. Damit ersetzen wir auch…
  • Periscope statt Telefonsupport: Wenn ein Kunde eine Frage hat, warum nicht gleich allen diese Antwort geben und die Lösung per Video-Stream geben. Den Link zum Video-Stream kann ich ja schnell und einfach teilen.
  • Webinare für FastBill Automatic
  • Onboarding Sessions für neue Nutzer
  • Q&As
  • FAQs
  • Live-Chat

Aber auch ohne Produkt in der Hand kann Periscope absulut Sinn machen. So könnten wir z.B. unsere Guerilla Marketing Aktionen künftig live übertragen oder hätten unsere Startup Tour komplett live zeigen können. Man, was haben wir damals 2011 noch Aufwand betrieben, um ein Live-Tracking auf unserem Startup Tour Blog zu schalten, um den Leuten ein Gefühl von „Live“ zu geben.

Immer das Logo auf der Brust

Wie immer gibt es auch einen Haken: Wer Periscope nutzen möchte, der muss sich zeigen wollen. Das hat sich auch seit Youtube nicht geändert. Die App nutzt die eingebauten Kameras und das Mikro. Man zeigt sein hier und jetzt, wahlweise die Front- oder Rückkamera. Wer damit allerdings klar kommt, für den könnte das der passende Kanal sein.

Achtung: Nicht jede Art von Video ist gut. Vielleicht will der ein oder andere ein gewisses Bild von sich in der Öffentlichkeit wahren. Wer sich z.B. morgens in einer „sehr privaten“ Situation morgens beim Kaffeetrinken filmt, der kann dadurch entweder ganz bewusst eine gewisse Nähe zu den Zuschauern aufbauen – oder aber auch sein bislang aufgebautes Bild in wenigen Sekunden zerstören. Jeder Mensch ist am Ende auch eine Marke, besonders jeder Gründer. Ich bin ja ohnehin der Meinung, dass jeder Gründer ohnehin jederzeit das Logo seiner Firma stolz auf der Brust tragen sollte. Ist schliesslich die günstigste Werbefläche, die man so nutzen kann. Man sollte es aber bewusst tun.

Das Ende von Youtube?

Ich glaube nicht. Youtube ist und bleibt eine Plattform für Video Content. Periscope hat gar nicht den Anspruch an diese Professionalität heranzukommen. Das zeigt sich auch darin, dass es aktuell nur Stream-fähige Apps für Smartphones gibt. Wer also professioneller auf dem PC oder Ipad arbeiten wollen würde, der kann das derzeit nicht.

Auch hat Periscope noch den Nachteil, dass der Akku von Smartphones recht schnell aufgebraucht wird. Ein paar Minuten Streaming muss an einem Tag ohne Ladekabel (so wie bei mir letztes Wochenende in Stockholm) schon sehr gut überlegt und eingeplant sein. Eine Youtube Produktion hingehen kann ganz in Ruhe geplant, geschnitten und durchgeführt werden.

Der wichtigste Aspekt ist aber vermutlich, dass die Inhalte bei Periscope irgendwann nach ein paar Tagen wieder gelöscht werden. Das senkt nicht nur die Hemmschwelle, sondern auch den Anspruch an Professionalität. Dieses hemmungslose Verhalten hat schon Snapchat schon gezeigt (nutze ich selbst nicht).

Aber: Wozu hochprofessionelle Inhalte liefern, wenn die Zielgruppe auf „authentische“ Bilder steht? An der Stelle wird´s tricky. Mal sehen, wie hier Firmen den goldenen Mittelweg findet. Was ist authentisch, was ist einfach nur schlecht? Ich selbst bin auf jeden Fall erstmal begeistert von den Möglichkeiten. Täglich folgen mir mehr meiner Twitter Follower. Jedes Mal, wenn ich einen Livestream starte, erhalten meine Follower (aus meiner Zielgruppe) eine Pushbenachrichtigung auf dem Smartphone. So weit, so gut.

Laut Twitter Analytics passt nämlich meine Follower-Base aktuell ganz gut in meine Zielgruppe (für LSWW und FastBill). Bekomme ich diese alle in meine Periscope Follower Base, dann kann das vielleicht sogar echte „Conversion“ erzeugen. So sehen meine Twitter-Analytics aktuell aus (hier kannst du mir übrigens folgen):

Meine Twitter Analytics
Meine Twitter Analytics

Welche Inhalte ich für diese Conversion allerdings liefern müsste, das wird sich noch zeigen. Bis dahin bleibe ich gespannt, wer und wieviele andere Unternehmer auf den Periscope-Zug aufspringen werden. Ein paar machen bereits fleissig Gebrauch davon, wie z.B. Katharina Lewald, die u.a. über mehr Produktivität im Business-Alltag spricht, und der Tech-Blogger Sascha Pallenberg, der seine Reisen rund um den Globus festhält und dafür mittlerweile bereits 1,7Mio Like und 7000 Follower bekommen hat. Beeindruckend!

Falls du selbst schon Periscope nutzt, sag mir am besten per Kommentar, unter welchen Namen ich dich finden kann. Falls du bei meinem nächsten Stream dabei sein willst, dann findest du mich unter „christhaefner“, meinem Twitter Handle.

Bis bald im Live-Stream

Christian

Titelbild: Screenshot www.periscope.tv

10 Kommentare

  • Hallo Christian,

    deine Aufnahmen löscht Periscope zwar (ich glaub nach 24 Stunden?), aber du kannst sie ja vorher bei Youtube hochladen und hast sie dann für die Ewigkeit :)
    Danke für die Hinweise, was du so gepostet hast.

    Das hat Katharina Lewald zB mit ihrem ersten Kathascope gemacht. Und dann gleich noch einen schicken Hintergrund eingefügt ;) https://www.youtube.com/watch?v=xt-7hjdkKrk



    Viele Grüße
    Linda
  • Ja, hab Katharina auch schon mal im Stream kurz gesehen ;-) Schon cool, was sie da derzeit probiert.
  • Hast du schon die Möglichkeit gehabt andere Mikrofone zu nutzen wie ein Headset? Wäre spannend zu wissen ob es mit einem Lavalier auch funktioiert :)
  • hab ich selbst noch nicht versucht, aber ich würde sagen, dass alles, was in die Buchse passt, sollte funktionieren. Ist ein Versuch wert.
  • Hi,


    also was mir aufgefallen ist, sind drei Punkte für einen guten Periscope Stream wichtig:

    - Die Technik muss passen: Ton, Bild & Datenverbindung
    - Du brauchst schon ein paar aktive Follower auf Twitter / Periscope um Views zu generieren
    - Wenn du von null anfängst, dann muss dein Video von Anfang an polarisieren, sonst springen die Leute schnell wieder ab.

    LG Tom
  • Stimmt! Ton und Bild macht ein modernes Smartphone. Das mit der Datenverbindung hängt vom Vertrag ab. Wer das aber z.B. im Office oder daheim nutzt und WLAN hat, für den sollte es kein Problem sein.


    Zu 2: Keine Ahnung, wie mich die Leute finden. Ich glaube am Ende braucht es spanennden Content, wie überall (wie du in Punkt 3 schon selbst auch sagst). Dann kommen die Leute schon. Inwieweit Hashtags, etc. funktionieren habe ich onch nicht ausprobiert.
  • Hallo Christian,
    wie funktioniert denn die Interaktion? Verstehe ich das richtig? Die User schicken Nachrichten, die du Live im Video angezeigt bekommst und antworten kannst? Oder läuft das wie die Kommentarfunktion auf Youtube oder im Blog?
    Liebe Grüße,
    Matthias
  • Genau, es gibt Live-Kommentare, die im Stream (für alle) angezeigt werden. Darauf kann der Sender dann reagieren, indem er die Fragen direkt beantwortet (mit Bild und Ton).

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