Online Kurse: So mache ich mein Wissen zu Geld

Online Kurse: So mache ich mein Wissen zu Geld

Ich habe vor einiger Zeit meinen ersten Online Kurs auf teachable gelauncht! Das ist ein stolzer Moment, sag ich dir. Davor war es allerdings einiges an Arbeit.

Meine Erfahrungen und Recherchen möchte ich dir in diesem Blog-Beitrag einmal zusammenfassen, damit du gut für deinen ersten Videokurs Launch vorbereitet bist.

Online Kurs erstellen: Skalierung für Coaches, Trainer, Berater und viele weitere

Das beste Beispiel für den Einsatz von Videokursen sind Coaches, Trainer und Berater. Bei ihrer alltäglichen Arbeit kommt es oft zu 1 zu 1 Tätigkeiten mit einem Kunden.

Dabei kann man viel individueller auf den Kunden eingehen, jedoch ist der Tag zeitlich begrenzt, so dass man mit diesem Konzept nur begrenzt viele Kunden betreuen kann.

Die Lösung, um die Tätigkeit zu skalieren sind digitale Produkte. In unserem Fall das Erstellen eines Video- oder Onlinekurs.

Das selbe Wissen, welches man normal in einzelnen Sitzungen vermittelt, kann beispielsweise in Videos einer großen Masse an Kunden zur Verfügung gestellt werden.

Die Zusammenarbeit ändert sich dadurch zum Selbstlernen des Kundens, die individuelle Betreuung ist in Gruppen oder in Einzelfällen dennoch möglich.

Ich hole an dieser Stelle nun etwas weiter aus und starte mit dem Finden einer Idee. Diese gilt es nämlich zunächst für sich herauszufinden und zu prüfen. 

Wir starten mit der Idee: Wer soll den Kurs überhaupt kaufen?

Klar, es gibt so Momente, da fällt einem schlagartig eine Idee ein und möchte diese sofort umsetzen. Falls das bei dir bereits so war, dann überspring den 1. Punkt und überprüfe direkt deine Idee.

Andernfalls geht es zunächst mit der Ideenfindung los. 

1. Idee finden - so bin ich vorgegangen!

Zunächst ging es bei mir darum, ein Thema zu finden, für welches ich brenne und ich mit Begeisterung als Experte verkörpern kann. Dabei waren Dinge, die ich gut kann erste Anhaltspunkte für eine mögliche Kurs-Idee.

Ich habe mir also überlegt, welches Wissen und welche Fähigkeiten ich besitze.

In einem zweiten Schritt ging es dann darum, die ersten Ideen auch direkt nach Umsatz Potential zu sortieren.

Es ist schließlich auch nicht zielführend, wenn deine Idee keine Nachfrage und kein Umsatzpotential hat.

Du kannst hierzu folgende Umsatz-Matrix zur Hilfe nehmen.

LetsSeeWhatWorks Umsatz Matrix


Nachdem ich mit der Matrix einige Ideen nach Umsatz-Chance und möglicher Reichweite gesammelt hatte, ging es weiter mit der detaillierten Überprüfung meiner Kurs-Idee.

2. Kundenforschung betreiben - gibt es eine Zielgruppe für dein Produkt?

In diesem Schritt wird überprüft, ob es für die Idee auch eine Zielgruppe gibt. Oder ob es ein anderes Problem gibt, welches mit einem Online Kurs zu lösen ist?

Ich wollte herausfinden, was meine zukünftigen Kunden wollen. Dazu hilft es sich dort aufzuhalten, wo auch die Zielgruppe ist.

  • Facebook?
  • Twitter?
  • Youtube?
  • Amazon?

Ich habe also nach Fragen, nach Kommentaren und Hinweisen gesucht, um mein Thema zu konkretisieren.

Wenn du auch an diesem Schritt bist, hilft es auch in Gruppen, eine Umfrage zu starten oder mit deiner Zielgruppe direkt zu interagieren.

Ziel des Ganzen war es nach Abwandlungen des großen Themas zu suchen und mich zu spezialisieren.

Tipp: Achte auch darauf, welche Sprache deine Zielgruppe verwendet. Diese Kenntnisse kannst du beim Namen für deinen Online Kurs gebrauchen. 

Online Kurs produzieren: Equipment, Software und einzelne Schritte

Steht dein Thema, gilt es zunächst ein Konzept aufzustellen. Welche Inhalte möchtest du in einem Videokurs besprechen. Ich habe mich dazu gefragt:

  • Wie viele Kapitel braucht es?
  • Welche Beispiele kannst du verwenden?
  • Was soll der Zuschauer durch die einzelnen Lektionen lernen?

Bevor gefilmt wird muss das Konzept stehen.

Tools und Equipment im Überblick

Das Konzept habe ich mit Google Docs aufgesetzt. Ganz simpel in einer Tabelle und nach den einzelnen Lektionen und Einheiten aufgeteilt.

Für den Videodreh benötigte ich hauptsächlich eine Kamera, ein Stativ und ein Mikrofon. Wer sein Setup professioneller aufstellen möchte, der kann beispielsweise noch auf Light-Boxen und ein echtes Studio zurückgreifen. 

Mein Setup sah folgendermaßen aus:

  • Kamera: Canon EOS M3
  • Joby Tripod
  • Internes Kamera Mikrofon

Mein Tipp und meine Anschaffung nach meinem Videodreh war ein Ansteckmikrofon. Mit diesem lässt sich ein klarer Ton extern aufnehmen. Der Ton ist bei einem Video ein sehr wichtiger Faktor.

Auf meinem Youtube Kanal siehst du bei den neuen Videos das Mikrofon und hörst den besseren Ton. Hier verwende ich seit kurzem das RODE smartLav+ mit welchem ich über mein iPhone den Ton aufzeichnen kann.

Bei der Bildqualität kann prinzipiell auch ein iPhone mit der Frontkamera ausreichen. 

Vorgehensweise beim Dreh

Meine Vorgehensweise war folgende:

  1. Für jede Lektion wird ein neues Video gedreht. Beim Video-Start kurz ansagen, um welchen Take und welche Lektion es sich handelt. Anschließend ein lautes akustisches Signal geben. Dieser Schritt ist besonders dann wichtig, wenn Ton und Bild von zwei unterschiedlichen Geräten aufgenommen werden.
  2. Die einzelnen Lektionen werden anschließend gesprochen. Sollte einmal ein Verhaspler vorkommen, kann man einen Satz erneut sprechen. Beim Videoschnitt können solche Szenen dann entfernt werden.
  3. Dadurch, dass die Kamera auf einem Stativ steht, ist es für den Videoschnitt ebenfalls einfacher. Der Hintergrund und die im Kamerabild stehende oder sitzende Person befindet sich ziemlich am gleichen Ort.

Sobald die Lektion im Kasten ist, kann die nächste gedreht werden.

Nachbereitung und Schnitt vom Videomaterial

Die Videosequenzen lassen sich anschließend im Schnitt noch bearbeiten. Wer auf Profi-Tools setzen möchte, sollte sich für Adobe oder Final Cut entscheiden.

Bei meiner Bearbeitung und Videoschnitt habe ich Filmora verwendet. Ebenfalls ein professionelles Tool, welches eine gute und übersichtliche Usability besitzt. 

Filmora Videoschnitt Nachbereitung


Bei der Nachbereitung kann das Video inhaltlich geschnitten werden, es kann ein Intro und ein Outro hinzugefügt werden und was ganz wichtig ist, es lassen sich Elemente im Bild integrieren, die das Video abwechslungsreich und anschaulich machen.

Die technische Entscheidung beim Onlinekurs Launch: Auf welcher Plattform hosten?

In diesem Abschnitt stelle ich dir 3 Plattformen mit ihren Vor- und Nachteilen vor. Ich habe mich vor meinem Launch umfassend darüber informiert und mich schlussendlich für Teachable entschieden. Damit fangen wir also an:

Teachable - die eigene Plattform für deinen Videokurs

Teachable ist ein Anbieter, der sich auf das Hosting von Videokursen spezialisiert hat. Man kann seinen Kurs bereits gratis auf einer Subdomain von teachable hochladen. Von der Sales Page, über Zahlungsabwicklung bis zu Kursinhalten liegt dann alles bei teachable. Der Vorteil ist, dass du teachable deine eigene Plattform aufbauen kannst, auf der nur deine Kurse zu finden sind.

Vorteile:

  • Eigene Plattform
  • Kostenlose Version
  • Schnelle Einrichtung

Nachteile:

  • Usability und Settings nicht so einfach verständlich
  • Eingeschränkte Anpassungen
Videokurs erstellen teachable


Udemy - professioneller Marktplatz für Online Kurse

Bei Udemy lädst du deinen Onlinekurs im Marktplatz hoch. Du hast dort ein Dozenten-Profil, von welchem deine Kurse zu finden sind. Udemy übernimmt für dich die Vermarktung deines Online Kurses. Du hast jedoch durch die zahlreichen Teilnehmer eine hohe Konkurrenz zu bestimmten Themen.

Vorteile:

  • Marktplatz Vermarktung
  • Support Community
  • Kostenlose Nutzung

Nachteile:

  • Hohe Konkurrenz
  • Strenge Kurs-Richtlinien
  • Kurse werden durch hohe Rabatt-Aktionen verkauft

Wordpress Hosting mit Digimember und Digistore24 - individuelle Lösung auf deiner Website

Diese Lösung ist meines Erachtens am individuellsten, bedarf allerdings auch mehr technischen Aufwand. Es gilt mit Plugins von Digimember und Digistore24 den Memberbereich und die Zahlungsabwicklung an deine Wordpress-Seite anzuschließen. Der Vorteil ist, dass alles in deiner Website zusammenläuft.

Vorteile:

  • Eigenes Design
  • Datenhoheit

Nachteile:

  • Mehr technischer Aufwand
  • Hoher Zeitlicher Aufwand

Praxisbeispiel: Wieso mein Online Kurs über Content Marketing für Selbstständige nun kostenlos ist und es nur Teil 1 von 3 gibt

Bei meinem allerersten Videokurs habe ich mir über das Thema und den Umfang lange Gedanken gemacht. Grundsätzlich sollte es etwas aus dem Online Marketing und Online Business Bereich werden.

In diesem Bereich sind natürlich so ziemlich alle Ecken und Nischen bereits besetzt.

Nichtsdestotrotz habe ich mir dann das Thema Content Marketing für Selbstständige ausgesucht, da ich aus dem Bereich Online Redaktion komme und hier einiges an Erfahrungen einbringen konnte.

Ein Konzept war schnell erstellt.

Zu diesem Zeitpunkt hatte ich bereits entschieden, dass der Online Kurs dreiteilig aufgebaut werden würde.

  • Grundlagen und Skills
  • Anwendung für Fortgeschrittene
  • Vermarktung und Promotion

Gedreht habe ich dann nur den 1. Teil. Und diesen gibt es nun kostenlos zu sehen.

Dadurch, dass es drei Teile geben könnte, hatte ich mir also eine Menge Arbeit erspart, um zunächst mit Teil 1 das Erstellen eines Videokurs zu üben und meine Erfahrungen zu machen.

Generell kann ich den Tipp geben. Wenn du noch nie etwas mit Video Marketing und Online Kursen gemacht hast, lohnt es sich in einem kleineren Projekt die Skills zunächst auszuprobieren.

Ich habe auch recht schnell erkannt, dass es schwierig ist, einen Kurs ohne direktes Publikum als Neuling zu verkaufen.

Aus diesen Gründen sehe ich den Teil 1 als klasse Projekt mit vielen Learnings. Ich habe darüber hinaus zunächst nicht vor, die anderen beiden Teile zu drehen, sondern fokussiere mich auf den Aufbau von Reichweite und einem Publikum.

Wie bekomme ich Kunden für meinen Videokurs?

Wie schnell und wie viele Kunden du für deinen Online Kurs bekommst ist abhängig von deinem Thema, deiner persönlichen Bekanntheit und Reichweite.

Um mehr Kunden anzusprechen und ein Publikum aufzubauen möchte ich auf zwei Strategien eingehen. Die erste ist langfristig anzusehen und bietet dir daher auch für weitere Verkäufe mehr Möglichkeiten. Die zweite wird mit dem richtigen Targeting und einer guten Promotion schnellere Effekte zeigen.

E-Mail Liste aufbauen und seinen Experten-Status zeigen

E-Mail ist beim Online Business immer noch das Kommunikationsmittel schlechthin. Zwar gibt es mit Messenger Marketing einen neuen interessanten Kommunikationskanal, jedoch ergänzt dieser das E-Mail Marketing zunächst nur. 

Es gilt also eine E-Mail Liste aufzubauen, mit Personen, die sich für dein Thema interessieren.

Dafür gilt es an Sichtbarkeit mit Content, Anzeigenwerbung, persönlichem Auftreten auf Events, oder ähnlichem zu gewinnen.

Möchtest du auf Content und deine Website setzen ist ein sogenannter Lead-Magnet oftmals der Anreiz, dass die E-Mail Adresse dagelassen wird. Lead-Magneten oder Freebies sind in der Regel kostenlose Downloads mit interessantem Wissen:

  • eBook
  • Checkliste
  • Guide
  • Audio-Kurs
  • Mini Videokurs
  • etc.

Diese Methode bedarf einiges an Arbeit und Content-Produktion und zahlt sich erst mittel- bis langfristig richtig aus.

Du baust damit einen Experten Status auf, der dir auch in anderen Bereichen weiterhelfen kann!

Webinar-Teilnehmer gewinnen und als Upsell deinen Online Kurs verkaufen

Die zweite Strategie ist das Durchführen von Webinaren. Der große Vorteil dabei ist, dass du direkt eine größere Gruppe mit deinem Thema ansprichst und diese persönlich im Video von dir und deinen Inhalten überzeugen kannst.

Ein Webinar ist dabei folgendermaßen aufzubauen:

Erst den Mehrwert, dann verkaufen!

Ein guter Richtwert für ein Webinar sind 60 Minuten. Davon sollten mindestens 40 Minuten sehr guter inhaltlicher Mehrwert für den Zuschauer sein. Es gilt diesen zu beeindrucken und von deiner Expertise zu überzeugen.

In den letzten 20 Minuten steht dann dein Angebot zu einem Online Kurs im Fokus.

Auf diese Weise akquirierst du mit einer Session zahlreiche neue Kunden. 

Kunden für ein Webinar kannst du mit dem richtigen Targeting über Facebook Ads ansprechen. Dein Thema sollte dazu interessant und an deinen Videokurs angepasst sein.

Ebenfalls gilt hier wieder: Probieren geht über studieren!

Was am Ende tatsächlich am besten funktioniert musst du für dich und deine Geschäftsidee selbst herausfinden.

Fazit: Erst Reichweite aufbauen und dann einen Online Kurs verkaufen

Lass mich dir meine Erfahrungen nochmal zusammenfassen. Ich habe mit meinem Launch eines Videokurs vor allem gelernt, dass man sich leichter tut, wenn man eine klare Positionierung hat und bereits auf eine Reichweite bzw. ein Publikum zurückgreifen kann. 

Falls jemand kein nachhaltiges Publikum aufbauen möchte, gibt es Wege und Möglichkeiten trotzdem Traffic für seinen Online Kurs zu erzeugen. Diese Möglichkeiten sind jedoch oftmals dann kostenintensiver.

Für mich habe ich den Weg über die E-Mail Liste gewählt. Auf www.janschulzesiebert.com positioniere ich mich als Inbound Marketing Experte und helfe anderen Reichweite und ein Publikum mit hochwertigem Content aufzubauen.

Das Ziel dabei sind digitale Produkte, wozu auch Online Kurse zählen, allerdings erst zu einem späteren Zeitpunkt.

Technisch muss man beim Erstellen eines Online Kurses für sich selbst entscheiden, ob man seinen Kurs gerne auf einem Marktplatz anbietet oder ob man sich lieber selbst eine Plattform aufbauen möchte.

Beides hat Vor- und Nachteile.

Langfristig sehe ich eine eigene Plattform, wie es mit Teachable oder in Wordpress möglich ist, vorteilhafter. Man baut damit schließlich ein Brand auf und möchte damit auch gefunden werden. 

6 Kommentare

  • Hey Jan,

    warum hast Du Dich für teachable entschieden und nicht z.B. elopage genommen?
  • Hey Hanno,

    danke für deine Frage. Ich hatte von Teachable von anderen bereits gehört und dann nur noch eine grobe Recherche nach Alternativen gemacht. Elopage hatte ich mir dabei nicht näher angeschaut. Bei mir war eher die Entscheidung, eigenes System oder Marktplatz. Und ja es ist dann das eigene System geworden.

    LG,
    Jan
  • Hallo Jan,
    danke für diesen ehrlichen Artikel. Besonders der Punkt, dass du geplant hattest, einen dreiteiligen Kurs zu erstellen und dann nach einem Teil abgebrochen (oder zumindest unterbrochen) hast. Man stellt sich das Verkaufen immer so einfach vor und plant schon weit in die Zukunft. Habe da ähnliche Erfahrungen gemacht und nehme gerade sozusagen den zweiten Anlauf! Der erste war leider ein Flop. Aber zumindest sehr lehrreich :)
  • Hey Nicole,

    man lernt immer dazu und kann es dann besser machen. Wichtig ist nur, dass man nicht aufgibt sondern weiter macht.
    Viel Erfolg bei deinen Projekten!

    LG,
    Jan

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