Online Geld verdienen: Seriöse Geschäftsmodelle, die 2019 funktionieren

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Online Geld verdienen ist möglich und zwar auch seriös, nachhaltig und ohne Geschäftsmodelle, die sich in der Grauzone bewegen. Denn es gibt sie, die ganz normalen Online Jobs und Geschäftsmodelle, die viele Unternehmer bereits seit Jahren erfolgreich umsetzen und sich damit ein Leben am Meer, in den Bergen, oder sonst wo finanzieren. Die aus meiner Sicht besten Geschäftsmodelle, um in diesen Zeiten nachhaltig online Geld (ein Gehalt) zu verdienen, verrate ich dir in diesem Artikel.

Kann man überhaupt seriös online Geld verdienen?

Ja, das geht! Ich selbst arbeite schon seit 2011 ausschliesslich online und benötige für meinen Job seitdem kein festes Büro mehr. Ich bin z.B. Mitgründer einer Buchhaltungssoftware, vertreibe online Kaffee und bin z.B. als Amazon Affiliate aktiv. Seit 2016 reise und arbeite ich gemeinsam mit meiner Frau um die Welt.

Heidi Christian Java work

Eine der häufigsten Fragen, die unterwegs zu hören bekomme:

Wie kannst du online Geld verdienen und dabei das ganze Jahr am Meer zu wohnen?

Meine Antwort: Ich verdiene mein Geld online und habe mehrere nachhaltige Geschäftsmodelle umgesetzt, die ich ausschliesslich online und unabhängig von meiner Zeit weiter ausbaue. Das spannende daran ist, dass das eigentlich jeder kann, der etwas Zeit und vor allem Disziplin mitbringt. Denn der Weg in die digitale Selbstständigkeit funktioniert ganz grob immer wieder nach demselben Muster:

  • Erreiche Menschen online, 
  • denen du einen Mehrwert (z.B. in Form eines Produktes oder einer Dienstleistung) bieten kannst, für den sie bereit sind zu bezahlen.

Lifestyle Business vs. Zeit gegen Geld

Wer Online Geld verdienen möchte, der hat grundsätzlich zwei Optionen:

  • Dienstleistungen, also Zeit gegen Geld tauschen, oder
  • Systeme, die unabhängig von der Zeit Geld verdienen.

Beide Modelle sind legitim und haben ihre Vor- und Nachteile. 

Mit Dienstleistungen Online Geld verdienen

Dienstleistungen sind in der Regel der schnellere Weg in die Selbstständigkeit. Bereits ab dem ersten Kunden und der ersten abgerechneten Stunde kommen erste Umsätze rein. 

Auf der Kehrseite stehen die Kundenakquise und die schlechte Skalierbarkeit. Denn der Tag eines Dienstleisters hat auch nur 24 Stunden. Wer also als Dienstleister mehr Geld verdienen möchte, der muss seine Stunden entweder teurer verkaufen oder eine Struktur aus Mitarbeitern entwickeln, die mehr Kunden bedienen können.

Das managen von Mitarbeitern kostet allerdings wieder Zeit, sodass die Tage als Dienstleister tendenziell länger als kürzer werden.

Dienstleister sind nach meiner Definition übrigens auch z.B. Menschen, die z.B. für Geld Spiele testen oder an Umfragen teilnehmen. Irgendwann ist die Zeit die natürliche Grenze. Und nachhaltig ist das Modell auch nicht. Viel attraktiver ist daher für mich...

Mit einem zeitunabhängigen "System" online Geld verdienen

Das ist die Variante, die ich persönlich immer bevorzugen würde. Von einem "System spreche ich immer dann, wenn Geld online auch ohne deine direkt erforderliche Zeit verdient werden kann. Ein einfaches Beispiel ist ein Produktverkauf, wie er vom E-Commerce bekannt ist: Ein T-Shirt in einem Online Shop kann jederzeit von einem Kunden gekauft werden, auch wenn du gerade nicht am Computer sitzt oder vor Ort ist.

Allerdings ist das System erst dann ein System, wenn von vorne bis hinten alles stimmt. Der Kunde muss schliesslich den Shop finden, das Produkt bezahlen können und auch zugeschickt bekommen. Das kostet alles ebenfalls Zeit. Daher bin ich immer kein großer Freund von dem Begriff "Passives Einkommen". Zeit ist definitiv erforderlich, aber der Sale kann in diesem Fall auch unabhängig von deiner Zeit erfolgen. 

11 Geschäftsmodelle, mit denen sich seriös Online Geld verdienen lässt

Hier kommen meine Empfehlungen für Geschäftsmodelle, mit denen sich (auch in einem deutschsprachigen Umfeld) online Geld verdienen lässt. Diese Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit, aber es sind alles Modelle, die ich entweder selbst umgesetzt habe oder in meinem Umfeld jemanden kenne, der das gemacht hat.

  1. Affiliate Marketing = Provision für erfolgreiche Produktempfehlungen
  2. Online Werbung = Geld pro Einblendung oder Klick
  3. Online Kurse, Bücher, eBooks 
  4. Software Lizenzen 
  5. Bezahlte Mitgliedschaft 
  6. Amazon FBA / E-Commerce Shop
  7. Marktplatz = An jeder Transaktion mitverdienen
  8. Productized Service = Pauschale Dienstleistung für einen Pauschalbetrag
  9. Dropshipping (aber bitte nicht aus China!) = Verkauf von Drittprodukten ohne eigenes Fulfillment
  10. Zeit-gegen-Geld Modell, z.B. als Berater, Coach, Programmierer, Designer, Video-Cutter etc.
  11. Tantiemen von der VG Wort

1. Affiliate Marketing

Für mich eines der attraktivsten Modelle, um online Geld zu verdienen. Denn beim Affiliate Marketing ist kein eigenes Produkt erforderlich. Stattdessen werden Produkte von Dritten empfohlen. Falls der Kunde kauft, bekommst du eine Provision. Das Risiko für den Hersteller geht gegen Null, da er ausschliesslich dann bezahlt, wenn der Umsatz gemacht wurde.

Die Herausforderung beim Affiliate Marketing ist, eine bestimmte Zielgruppe online zu erreichen, ausgewählte Produkte vorzustellen, zu testen oder zu bewerten (das ist der Mehrwert, den der Affiliate Marketer liefert), und dann den entsprechenden Kauf-Link zur Verfügung zu stellen. Besonders gut funktionieren nach meiner Erfahrung in diesen vier Produktsegmenten

  • Produkte bei Amazon 
  • Reisen
  • Software Produkte
  • Online Kurse und Digitale Info-Produkte

Amazon Produkte

Amazon wird zwar keinen Design-Preis gewinnen, aber kaum ein anderer Shop verkauft so gut wie Amazon. In einer Amazon Affiliate Case Study habe ich herausgefunden, dass eine durchschnittliche Klick-Conversion von rund 5% oder mehr normal sind. D.h. 5 von 100 Besuchern, die du zu Amazon schickst, kaufen dort etwas. Für jeden Verkauf, den der Kunde dann innerhalb der Session tätigt, bekommst du eine Provision zwischen 1% und 12% (12% gibt´s nur für Mode derzeit). 

Zum Vergleich: Typische Online Shops haben eine durchschnittlich Conversion Rate von ca. 2,5%. Das entspricht also der Hälfte, bzw. erfordert doppelten Marketingaufwand. Dafür staubst du in der Regel höhere Provisionen ab. Schau alternativ auch mal bei Affiliate Netzwerken wie Adcell.de oder Awin.com vorbei, um passende Produkte zu finden.

Affiliate Marketing nutze ich selbst z.B. ausgiebig als zusätzliches Geschäftsmodell auf happycoffee.org, z.B. hier am Beispiel Milchaufschäumer.

Reisen

Das Besondere bei Reisen ist, dass Menschen sehr intensiv für z.B. Ihren Urlaub recherchieren und dafür dann auch eine Menge Geld ausgeben. Die besten Plattformen für Affiliate Einnahmen sind in Deutschland Booking.com und für lokale Touren weltweit getyourguide.com. Leider bietet Airbnb noch kein Affiliate Programm für kleine Blogger und die 35€ Guthaben für eine Empfehlung eines Freundes sind kein nachhaltiges Modell. Booking.com bietet derzeit 25% Provision von der Booking-Provision (die zwischen 15- und 18% liegen) von jeder Buchung (effektiv sind das ca. 4-6% Provision vom Gesamtumsatz), GetYourGuide zahlt immerhin 8%.

Software Produkte

Ob Buchhaltungssoftware, Homepage Baukästen, Marktplatzsoftware , oder Online Shop Software - sie alle bieten attraktive Affiliate Provisionen. Der Grund dafür ist, dass Online Software Produkte typischerweise ein fortlaufendes Bezahlmodell haben, d.h. der Nutzer zahlt jeden Monat, in dem er die Software nutzt. Die Nutzungsdauer sind teilweise einige Jahre, weshalb der Wert eines Kunden für die Software für den Anbieter entsprechend hoch ist. Deshalb sind diese Unternehmen i.d.R. auch gerne bereit, gut für jeden neuen Kunden zu bezahlen. Je nach Angebot liegen die Einnahmen zwischen 30 und 150 Euro Provision pro Sale. An diesen Zahlen sieht man, dass sich hier gut online Geld verdienen lässt.

Online Kurse und Digitale Info-Produkte

Digitale Produkte haben meist keinen echten Gegenwert, bzw. ist der Preis in den allermeisten Fällen nur ausgedacht. Die Margen sind entsprechend hoch. Die Affiliate Provisionen liegen gut und gerne zwischen 30% und 60%. Besonders beliebt ist in Deutschland Digistore24.de, wo du sowohl Produkte verkaufen kannst, dich aber auch einfach nur als Affiliate anmelden und andere Produkte aus dem Marktplatz vermarkten kannst. Andere beliebte Marktplätze sind udemy.com (15% Provision auf alle Produkte) und elopage.com (30% Provision auf monatliche Pläne) aus Deutschland. 

SEO und Traffic sind die Basis für erfolgreiches Affiliate Marketing

Wenn die oben genannten Modelle spannend klingen, dann kommt hier der Dämpfer. So attraktiv, wie das klingt, die schwierig ist es, eine relevante Zielgruppe aufzubauen.

Das Rechenbeispiel macht es deutlich:

  • Ziel-Einnahmen: 2000€ (vor Steuern, entspricht etwa einem Einstiegsgehalt in Deutschland)
  • Klick-Conversion Website zu Amazon = 5,5%
  • Traffic-Conversion = ca. 20% (ich habe auch schon 35% gesehen). D.h. 20% aller deiner Besucher klicken auf einen Amazon Link
  • Durchschnittliche Provision pro Kunde = 7% bei einem Amazon Warenkorbwert von durchschnittlich 20 Euro = 1,40€ pro vermitteltem Kunden

Rückwärts gerechnet sind also 1429 Amazon Sales erforderlich, um auf die 2000€ Einnahmen zu kommen. Dafür muss ich 25.982 Klicks zu Amazon schicken. Da da nur 20% in dem Beispiel machen, benötige ich dafür rund 130.000 monatliche Leser auf dem Blog! Der Weg, um als Amazon Affiliate ein Vollzeit Einkommen zu erzeugen, ist also nicht ganz so einfach. 

Aber irgendwo muss man ja mal anfangen. Einen Blog erstellen ist kein Hexenwert und die SEO Basics und wie man gute Blogartikel schreibt, kann man lernen. Je nach Nische bedeuten 130.000 Leser nach meiner Erfahrung etwa zwei Jahre Vollzeitbloggen. Wenn du es dir nicht leisten kannst, Vollzeitblogger zu werden und nebenbei schreibst, verzögert sich die Zeit entsprechend. 

Wichtig ist auch zu Wissen, dass ein Blog, bzw. bloggen noch kein Geschäftsmodell ist. Der Blog und die Reichweite sind lediglich die Basis für ein Geschäftsmodell, wie z.B. Affiliate Marketing.

Wenn du einen Blog starten möchtest, empfehle ich dir diesen Homepage Baukasten Vergleich.

2. Mit Werbung online Geld verdienen

Die Basis für dieses Modell ist ebenfalls eine gewisse online Reichweite mit eine Blog, die z.B. mit einem Blog aufgebaut wurde. Nur die Art der Produktempfehlung funktioniert anders. Statt für einen erfolgreichen Kauf zahlt der Werber für die Einblendung oder den Klick.

Bekannt ist das Geschäftsmodell von Google oder Facebook, wo man Werbung buchen kann und entsprechend bezahlt. Ob hinten raus ein Sale erzeugt wird, ist dem Publisher (dem Blogger) eigentlich egal. Er wird so oder so bezahlt.

Trotzdem muss auch Werbung nicht immer gleich abgerechnet werden. Diese Modelle sind gängig:

AdSense 

Google AdSense ist ein Produkt für Blogger von Google, über das sie Anzeigen von Google an bestimmten Stellen in ihrem Blog anzeigen lassen können. Welche Werbung eingeblendet wird, entscheidet Google (du kannst aber Einschränkungen vornehmen). Bezahlt wirst du durchschnittlich pro Klick.

Der Vorteil an diesem Geschäftsmodell ist, dass man nicht auf die Performance auf der Seite des Werbepartners angewiesen ist. Das Risiko, dass etwas auf dem gekauften Klick wird, übernimmt der Werbepartner. 

Dafür sind die potentiellen Einnahmen auch deutlich geringer. Pro Klick sind ca. 20 Cent normal (bei Gaming und Gambling höher). Eine Seite mit etwa 100.000 Besuchern im Monat erzeugt mit Adsense (je nach Einbettung) ganz grob gerechnet etwa 500€ Einnahmen.

Direkte Pauschal-Partnerschaften oder Vermarkter

Wer nicht über Google gehen will und mehr mit der Werbefläche verdienen möchte, der kann entweder direkt auf Partnersuche gehen und z.B. feste Deals für 30 Tage vereinbaren oder - ab einer gewissen Größe - auch einen Vermarkter mit ins Boot holen. Der Vorteil: Der Vermarkter bringt die Kunden mit und handelt die (meist höheren) Preise mit diesen aus. Dafür bekommt er ein gutes Stück vom Kuchen mit ab.

Abrechnung pro Klick (CPC)

Bei dieser Methode verkaufst du Klicks an den Partner. Dieser zahlt z.B. 1€ pro Klick, die du dann einmal pro Monat abrechnest. Bei den Klickkosten empfiehlt es sich an den Adwords Kosten zu orientieren und dann etwas drunter zu bleiben. 

Um Klicks messbar zu machen kannst du z.B. kostenlose Tools wie Bitly.com, Prettylink (Wordpress Plugin) oder Clickmeter.com nutzen. Letzteres kostet Geld, bietet ein umfangreiches Reporting und du hast Zusatzfeatures wie zusätzliche Conversion-Snippets, die du einbauen kannst, A/B Testing, usw.

3. Online Kurse, Bücher und eBooks

Digitale Wissens-Produkte werden immer beliebter, auch wenn sie nicht jedermanns Ding sind. Ihr schlechter Ruf ist wohl einigen schwarzen Schafen zu verdanken, die mit "Get rich quick"-Kursen versuchen verzweifelten Lesern die letzten Euros aus der Tasche zu ziehen.

Auf der anderen Seite gibt es aber auch digitale Kurse, die wirklich gut gemacht und in mehrere Lektionen Wissen zu einem bestimmten Thema knackig und umfangreich vermitteln, was man sich sonst über einen langen Zeitraum selbst ergooglen und qualifizieren müsste.

Kurse werden meist von Menschen entwickelt, die in einem bestimmten Bereich eine besondere Expertise mitbringen. Schau dich z.B. Mal bei udemy.com um und suche nach den Bestsellern. Auch finde ich den Kurs von Bastian Barami für 395€ sehr gelungen, in dem er Käufern Schritt für Schritt erklärt, wie sie ein Airbnb Business aufbauen können.

Wenn du einen Kurs verkaufen willst, empfehle ich die bereits genannten Plattformen digistore24.de, elopage oder Udemy zu nutzen. Wenn du alles lieber White-Labeln (in einem Design gestalten) möchtest, könnte teachable.com eine gute Lösung sein. 

Wer lieber schreibt als Videos macht, der kann auch Bücher veröffentlichen. Die Bücher kannst du entweder auf deiner Website z.B. mit sendowl.com verkaufen oder diese einfach bei Amazon.de einstellen. Gute Beispiele sind - wie ich finde - die 

Die Bücher sind jeweils sehr hochwertig von der Aufmachung und werden über die eigenen Blogs vermarktet.

4. Software Lizenzen

Wer programmieren oder sich einen Programmierer leisten kann, der kann eine Software entwickeln, die ein bestimmtes Problem in einer bestimmten Zielgruppe löst. Ich selbst habe als Mitgründer die Rechnungs- und Buchhaltungssoftware FastBill mit aufgebaut. 

Das Modell: Kunden nutzen für wenige Euro pro Monat eine standardisierte, umfangreiche und professionelle Online Software. Der Preis ist deshalb so günstig, weil die Software nicht für einen Kunden gebaut wurde, sondern von vielen zehntausenden genutzt wird. Für den Anbieter der Software bedeutet das aber auch, dass viele Kunden erforderlich sind. Je höher die Preise, desto geringer ist die nötige Anzahl an Kunden. Den Preis bestimmt letztlich der Markt und lässt sich hier nicht pauschal beantworten.

Es muss auch nicht gleich eine solche komplexe Software sein. Beliebt sind in den letzten Jahren z.B. Instagram Bots geworden, die nur eine handvoll Funktionen erledigen (z.B. Liken, Followen, usw.).

Der Vorteil an einer Online Software ist, dass die Verkaufsmöglichkeiten nach oben quasi unbegrenzt sind. Ob 5 oder 50.000 Kunden, die Software selbst muss nur einmal gebaut werden.

Der Nachteil liegt allerdings auch auf der Hand: Eine Software ist quasi nie fertig und muss ständig weiterentwickelt werden. Dieses Geschäftsmodell erfordert auch eine hohes Vertrauen in die Kunden, die sich in der Regel langfristig an ein Angebot binden wollen.

Falls du eine Software entwickeln möchtest, kannst du die Abrechnung z.B. mit dem Tool monsum.com abwickeln.

Alternativ zu einer Software as a Service (SaaS) kannst du auch eine mobile App entwickeln. Die Vermarktung und der Verkauf erfolgen in dem Fall durch den App Store (i.d.R. Apple oder Android).

5. Bezahlte Mitgliedschaft / Community

Du hast bereits eine gewisse Reichweite oder eine angesehene Expertise für ein bestimmtes Thema aufgebaut? Dann könnte eine bezahlte Community etwas für dich sein, um online Geld zu verdienen.

Bei dem Geschäftsmodell zahlen Mitglieder regelmäßig eine Mitgliedsgebühr, um z.B. Informationen, Zugang zu Events oder eine persönliche Betreuung von dir zu bekomme. 

Der Vorteil: Ähnlich wie im Fitnessstudio kann auch der Effekt bei einer Online Mitgliedschaft sein. Die Mitglieder bezahlen und benötigen keine intensive Betreuung. Nach oben gibt es ausserdem keine echte Grenze.

Nachteilig ist, dass eine Community nicht von heute auf morgen entsteht und viel Vertrauensvorsprung erfordert. Beispiele für geschlossene Mitgliedschaften sind z.B. der Citizen Circle, bei dem ein mehrköpfiges Team zwei Mal jährlich eine Konferenz irgendwo in der Welt organisiert und in der Zwischenzeit in einer geschlossenen Community / Forum Wissensaustausch fördert. Neue Mitglieder werden hier nur alle 6 Monate zugelassen. Mittlerweile hat der CC über 400 aktive Mitglieder, die dafür mehrere hundert Euro im Jahr bezahlen.

Ein anderes Beispiel ist der Global Citizen Explorer (GCE), wo es weniger um den Austausch mit anderen Mitgliedern geht, sondern monatlich eine Art Börsenbrief verschickt wird, der Menschen dabei hilft das Leben in Bereichen wie Steuern, Wohnen, Gründen, etc. länderübergreifend zu optimieren. Sehr spannend und mit weniger Interaktion, als in einer "richtigen" Community.

Wenn du selbst eine Paid-Community anbieten möchtest, kannst du das z.B. mit Chimpify umsetzen (für einen geschlossenen Blog Bereich, Anleitung hier) oder z.B. dein eigenes Social Network mit Hilfe von Mighty Networks erstellen. Der GCE wird z.B. ebenfalls über Digistore24 abgerechnet und kostet 250€ im Jahr.

Community Building ist allerdings eine echte Herausforderung, die man nicht unterschätzen darf. Zum einen, weil viele Gruppen bereits auf Facebook existieren und zum anderen, weil Mitglieder ein stückweit die Katze im Sack kaufen sollen soll. Für eine erfolgreiche Community sind die Nische und das Angebot essentiell!

6. Amazon FBA & E-Commerce Shop

Amazon ist seit Jahren beliebt und hat auch in der LSWW Community durch die Beitragsreihe "1000 Gewinn am Tag mit Amazon" von Lars Müller viel Aufsehen erzeugt. Amazon FBA war lange Zeit der Inbegriff von "Online Geld verdienen" und hat auch heute noch seine Daseinsberechtigung.

Mittlerweile hat sich das Spielfeld zwar gewandelt, allerdings ist Amazon grundsätzlich nach wie vor für den Verkauf von Produkten geeignet. Um nicht dem großen Markendruck durch andere Händler ausgesetzt zu sein, empfiehlt es sich eine eigene Marke mit eigenen Produkten aufzubauen.

Wie das alles geht und du mit deinen eigenen Produkten schnell erste Umsätze machst, lernst du z.B. hier von Lukas Mankow, der nach eigener Aussage selbst bereits mehrere Mio Euro auf diesem Weg umgesetzt hat.

Zusätzlich zu Amazon empfehle ich aber unbedingt auch einen eigenen Shop ausserhalb von Amazon aufzubauen. Denn Amazon ist eine Blackbox und man weiss nie so wirklich, wie gut die Verkäufe nächstes Jahr sind (ich habe selbst die Erfahrung gemacht, dass die Verkäufe mit der Zeit rückläufig sind).

Einen eigenen Shop aufzubauen ist zum Glück auch nicht mehr so schwer. Ich habe jede Menge Online Shop Softwareangebote verglichen und würde derzeit zu Shopify raten. Warum und wie ich meinen Shop mit Happy Coffee betreibe, habe ich hier aufgeschrieben.

Das gute an Shopify ist, dass das System sehr flexibel mit Apps erweitert werden kann. Ob Abos, die du abrechnen willst, oder eine App brauchst, alles ist möglich!

7. Marktplatz

Amazon, eBay, und Co...

Das Modell Marktplatz kennt jeder, ist aber für kleine Unternehmen und Gründer noch nicht ganz so etabliert. Der Hauptgrund dafür lag in der Herausforderung einen Bezahlprozess anbieten zu können, der nicht von der Bundesanstalt für Finanzen (BaFin) überwacht werden muss. Denn das würde viel Geld und Aufwand kosten! Gut, dass es mittlerweile aber Lösungen gibt, die jeder für ein paar Euro im Monat rechtskonform nutzen kann.

Denn das Modell Marktplatz tatsächlich sehr attraktiv, um online Geld verdienen zu können. Statt eigener Produkte bietet man einen Marktplatz an, auf dem Verkäufer eigenständig etwas verkaufen und Käufer das dann kaufen können. Das können z.B. physische Produkte, Vermietung von Dingen oder Dienstleistungen sein. Die Zahlungsabwicklung wird durch den Marktplatz abgewickelt und als Betreiber behalt man einen Prozentsatz von jedem verkauften Produkt (Amazon nimmt z.B. 15%).

Um das umzusetzen, gibt es - ähnlich, wie es ein fertiges System für Shops gibt - auch Tools z.B. Sharetribe.com, was eine fertige Lösung für Marktplätze anbietet. Darüber hinaus gibt es mit Stripe und PayPal zwei Anbieter, die den Zahlungsprozess BaFin-konform abwickeln und mit der Plattform funktionieren. Das ganze habe ich hier auch schonmal genauer betrachtet. Dort siehst du auch, welche Marktplätze bereits erfolgreich mit Sharetribe laufen.

8. Productized Service

Ein Productized Service ist eine standardisiert, regelmäßige Dienstleistung zum Pauschalpreis. Das kann z.B. eine Social Media Betreuung, ein regelmäßger Blogpost, ein Podcast Editing oder Support sein.

Ein schönes Beispiel dafür ist der Instagram Service AutoInsta. Der Service verspricht mehr relevante Follower auf Instagram bekommen und nutzt dafür halb Technik, halb Mensch. Die Strategie wird zu Beginn gemeinsam festgelegt (zum einmaligen Zusatzpreis). Die fortlaufende Betreuung kostet dann nur noch einen geringen monatlichen Betrag.

Ein anderes Beispiel ist der Wordpress-Support-Service Support-Camp.io, der Wordpress-Betreuung in verschiedenen Stufen - je nach Bedarf - anbietet.

support camp

Productized Services sind ideal für alle Dienstleister und Experten, die keine Lust auf große Verhandlungen mit neuen Kunden haben und dennoch mit der Dienstleistung kalkulierbares Geld online verdienen wollen. Gleichzeitig bietet sich hier die Chance durch z.B. Automatisierung mit weniger Zeit dasselbe Geld mit weniger Zeitaufwand zu verdienen. 

9. Dropshipping

Dropshipping hat in der letzten Zeit ganz schön viel Wind erzeugt. Das Modell klingt auch fast zu schön, um wahr zu sein:

Setze einen Shop mit Shopify auf, richte das Dropshipping Tool Oberlo ein und verkaufe Kunden billige Sachen aus China (von Aliexpress) mit großer Marge. Das beste daran scheint zu sein, dass die Produkte direkt an die Kunden verschickt werden und man nicht mal den Lageraufwand an der Backe hat.

Soweit, so gut, aber ich möchte allen an dieser Stelle unbedingt davon abraten! Das Modell "Dropshipping" aus China hat ein paar Haken, die nicht von der Hand zu weisen sind:

  • Du kennst die Produktqualität nicht, musst aber im Zweifel dafür haften als Verkäufer
  • Deine Kunden müssen teilweise Wochen auf die Lieferungen warten (sie kommen ja aus China)
  • Deine Kunden bekommen kein schönes Päckchen, sondern ein für den internationalen Versand vorbereitetes Päckchen, bei dem (für den Zoll) häufig der Einkaufswert noch aufgedruckt ist. Die Enttäuschung beim Kunden ist damit vorprogrammiert. Im schlechtesten Fall muss der Kunde das Päckchen selbst beim Zoll abholen.
  • Rechnungen und Buchhaltung: Das Sourcing aus China macht das nicht einfacher
  • Was ist bei Retouren? Du hast eigentlich nur die Option bei Rückversand oder einer nicht erfolgten Zustellung, den Betrag zu erstatten (= Verlust).

Dazu übersehen die meisten Dropshipper auch den Aufwand, relevante Kunden zu gewinnen. Viele glauben, dass sie mit ein paar Euro unglaubliche Facebook Funnel bauen können, mit denen hunderttausend Euro Umsatz im nach ein paar Tagen kein Problem sind (Danke, ihr "Guru Experten"). Dieser Beitrag von Martin Fiedler geht nochmal genauer auf das Thema ein.

Du siehst, ich bin kein Fan von Dropshipping. Es gibt allerdings eine Form, wo Dropshipping Sinn machen kann. z.B. wenn du deine Produkte mit einem lokalen Hersteller bekommst, und der diese direkt an den Kunden verschickt. Ob das Solarzellen, Swimmingpools oder Weinflaschen sind, ist eigentlich egal. Wichtig ist nur, dass der Hersteller zum engen Partner wird und beide Seiten gegenüber dem Kunden geschlossen auftreten und den Prozess von vorne bis hinten abwickeln.

Für dich sind die Vorteile von Dropshipping damit nach wie vor gegeben und der Produkthersteller freut sich über zusätzlichen Marketing- und Servicekanal, der seine Produkte an den Kunden bringt.

10. Zeit gegen Geld

Das Geschäftsmodell "Dienstleister" nehme ich hier der Vollständigkeit halber mit auf, denn auch als Berater, Coach, Programmierer, Designer, etc. kann man in Zeiten von schnellem Internet und Skype überall arbeiten und damit online Geld verdienen. 

Viele Kunden sind es bereits gewohnt mit Ihren Dienstleistern online zu kommunizieren. Besonders Experten werden gerne Remote gebucht, weil diese dadurch manchmal sogar günstiger werden. Wichtig ist für die Kunden lediglich das Ergebnis. Stimmen die Qualität und der Preis, spricht nichts gegen eine Remote Beschäftigung. Hier findest du einen Erfahrungsbericht, wie ein Remote Worker seinen Praxisalltag organisiert und hier einen weiteren, wie ein Unternehmer in einem Jahr im Wohnwagen das umsatzstärkste Jahr geschafft hatte.

Disziplin ist bei diesem Modell alles. Wer mit Zeitverschiebung gut umgehen kann, wird auch als Remote Dienstleister jederzeit seine Kunden online happy machen können. Erste Freelance Jobs findest du z.B. bei Upwork oder Twago.

11. VG Wort

Die Verwertungsgesellschaft Wort (VG Wort) ist ein staatlich regulierter Verein, der Einnahmen aus Urheberrechten an Autoren, Übersetzer und Verlage verteilt. Auch Blogger gehören dazu und können mit jedem Text im eigenen Blog etwas dazu verdienen. Im Jahr 2019 betrug die Ausschüttung für Texte aus dem Jahr 2018 immerhin 29,40€ pro Artikel. Wir das alles funktioniert und welche Vorraussetzungen erfüllt sein müssen, kannst du in diesem Beitrag nachlesen.

Fazit: Es gibt viele Modelle, um online Geld verdienen zu können

Aber es gibt auch Geschäftsmodelle, die es nicht auf die Liste geschafft haben. Neben dem China-Dropshippern gehören für mich z.B. Influencer, Crypto-Investoren, und Instagram/Blogspot-Produkttester mit dazu. Es mag sicher den ein oder anderen geben, der damit einen schnellen Euro verdient hat. Zwar lässt sich z.B. auch mit Instagram Geld verdienen, die Modelle sind aber nicht nachhaltig oder gezockt (nicht beeinflussbar). Ein kostenloses Test-Produkt ist nichts, womit man eine Miete bezahlen könnte.

Es gibt so viele tolle Geschäftsmodelle, mit denen man online Geld verdienen kann. Wer ein wenig Zeit und Disziplin mitbringt, der kann innerhalb weniger Jahre ein solides, nachhaltiges Unternehmen aufbauen, was auch nachhaltig funktioniert.

Noch ein Tipp zu Abschluss: Egal, welches Geschäftsmodell du am Ende umsetzt, die Buchhaltung muss dennoch erledigt werden! Finde die passende Rechnungs- und Buchhaltungssoftware, auch um deine Affiliate Einnahmen und Ausgaben zu verwalten.

Wenn du weitere Ideen oder eigenen Erfahrungen hast, schreib sie gerne in die Kommentare!

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9 Kommentare

  • Sehr interessanter und ausführlicher Artikel.
    Zum Thema Online Kurse. Schau dir mal Coachy.net an.
    Ist eine deutsche Teachable Alternative, mit der man innerhalb von Minuten den eigenen Mitgliederbereich oder Landingpages erstellen kann.

    LG Dejan
  • Lieber Christian,

    vielen Dank für den ausführlichen Artikel. Es ist gut, mal eine Liste zu bekommen, um zu sehen, welche Optionen man eingentlich hat.

    Ich finde ein Geschäftsmodell immer dann seriös, wenn der Inhaber ein wirkliches Interesse hat, seinen Kunden zu helfen. Wenn das der Anspruch ist, dann ist die erste Überlegung immer, wer mein Kunde ist, welches Problem er hat und was es braucht, um das Problem ein für alle mal zu lösen. Wenn wir das definiert haben, dann können wir schauen, in welchem Format wir diese Problemlösung liefern wollen. Als Dienstleistung? Als Onlinekurs? Als physisches Produkt? Die Problemlösung und das Format sind losgelöst voneinader. Das gleiche Problem kann eben durch verschiedene Formate gelöst werden.

    Und wenn das Ziel ist, sein Business rein online aufzustellen, dann eignen sich bestimmte Kundenprobleme und Formate eher, als andere. Und das ist ja das schöne am Unternehmer-Dasein. Wir können uns unseren idealen Kunden aussuchen. Your Business, your rules.

    Aus meiner Persepektive ist dieses Vorgehen am nachhaltigsten. Denn so kannst du eine Marke aufbauen, die nicht auf einem Trend basiert, sondern auf einem tiefen Bedürfnis deiner Kunden. Und solange Menschen Probleme haben, solange wird es Unternehmer geben können, die diese gegen Geld lösen.

    Ich hoffe dir geht es gut und wünsche dir liebe Grüße aus Kapstadt.

    Melanie
  • Wahnsinnig gut geschriebener und ausführlicher Artikel, vielen lieben Dank dafür Christian! Wie habt ihr eigentlich alle das Problem mit der EU Verordnung MOSS bei digitalen Gütern gelöst? Und weiß zufällig jemand ob diese Verordnung auch für den App Store relevant ist oder dort dann Apple / Google diesen Schritt übernehmen?
  • Hey Manuel,

    Danke für dein Feedback! Gute Frage, ob das die App Stores übernehmen. Da hab ich leider keine Erfahrung. Frag doch mal in der LSWW Community bei Facebook, ob das jemand weiss. Wir selbst rechnen digitale Produkte ins Ausland selbst ab und können das berücksichtigen. Monsum.com kann das z.B. auch automatisch machen. Ich glaube Digistore und Co. machen das auch automatisch.
  • Super Artikel, danke.
    Ich finde den Punkt "Productized Service" immer wieder spannend, da dieser sehr viel Potenzial für neue Ideen hat.
  • Danke für den ausführlichen Artikel!

    Was ich aus eigener Erfahrung anfügen möchte: Die Verrechnung pro Stunde ist nicht ideal, da man umso weniger verdient, je besser man wird. Besser ist eine Verrechnung nach erledigten Aufgaben.

    Einfaches Beispiel: man installiert und konfiguriert Server für Kunden. Für die ersten Server hat man so einen bis zwei Tage. Danach hat man Scripts erstellt, welche die Routinearbeiten erledigen. Die nächsten Server hat man in einer Stunde installiert.

    Nun kann man dem Kunden entweder einen hohen Stundensatz verrechnen. Dieser wäre eigentlich gerechtfertigt. Aber die Kunden kommen dann mit Argumenten wie "meinen Kunden kann ich als Handwerker auch nicht XY Euro die Stunde verrechnen".

    Oder aber man verrechnet einen Fixpreis pro Aufgabe. "Grundinstallation Server inkl. Updates" beispielsweise. Ich rechne dies dann wieder in Stunden um für die Verrechnung, da dies für weniger Fragen sorgt.
  • Hey Meinrad,

    guter Punkt, danke für den Input!

Was denkst du?