Mein Amazon Januar 2016 Bericht: 48.486,49€

Mein Amazon Januar 2016 Bericht: 48.486,49€

Jeden Monat schreibe ich einen detaillierten Bericht auf LetsSeeWhatWorks.com, in dem ich mit euch teile, was ich genau über Amazon verdient und wie ich das erreicht habe. Das Ziel ist es, bis Ende Q2 2016, einen stabilen Reingewinn von 1000€ pro Tag zu erwirtschaften. Dabei sind die Zahlen eigentlich nebensächlich, was wirklich wichtig und lehrreich für dich ist, sind die Lektionen dabei, die ich gelernt habe. Jeden Monat versuche ich mich in neuen Methoden und Strategien, manches davon funktioniert, manches davon nicht. In beiden Fällen bin ich glücklich dich an meiner Reise teilhaben zu lassen, damit du etwas davon für dein Business mitnehmen kannst.

So, da bin ich wieder 🙂 Wie letztes Mal will ich mich als Erstes für das wertvolle konstruktive Feedback, die ganzen Kommentare, Freundschaftsanfragen und Nachrichten bedanken.

Jetzt will ich dich nicht länger auf die Folter spannen und wir starten direkt mit den wichtigsten Themen aus dem Januar durch. Enjoy!

WICHTIGE GOING-ONS IM JANUAR 2016

ERSTE SEO-OPTIMIERUNGEN SCHLAGEN AN

Wie im letzten Blogpost angekündigt, habe ich seit neustem ein Amazon-SEO-Team an meiner Seite, welches mir die Arbeit in diesem Bereich abnimmt. Ich dachte anfangs, dass meine Texte und Keywordrecherchen ausreichend sind. Nach der Optimierung meines ersten Produktes wurde mir aber klar, dass hier noch viel mehr möglich ist. Zeitgleich wurde mir durch die vielen Gespräche mit dem Team bewusst, wie komplex Amazon und wie feinfühlig deren Ranking-Algorithmus im Detail ist.

Die Grafik zeigt das Sales-Wachstum von Produkt 1 von ca. 10 auf 20-30 Sales am Tag nach der ersten SEO-Optimierung, die „lediglich“ aus einer erneuten Keywordrecherche, dem Anpassen der Keywords im Backend und der Texte im Frontend bestand.

Screenshot aus der Software AMZTracker.com

Die Optimierungen meines zweiten Produktes, welches sich in einer stärker umkämpften Kategorie befindet, schlagen noch nicht so deutlich an wie bei Produkt 1. Das kann aber andere Gründe haben, wie z.B. die bisher noch geringe Anzahl an Bewertungen im Vergleich zu den Konkurrenten, etc.
Ihr wollt den Kontakt zu meinem SEO-Profi? Dann schreibt mich einfach an, ich verdrahte euch gerne.

Produkt 3 ist online

Mein drittes Produkt kam im Januar endlich bei Amazon an und wird nun für einen Launch startklar gemacht. Was bedeutet das konkret?

Wie bereite ich meine Produkte für einen Launch vor (Pre-Launch-Phase)

Ich gehe meist so vor, dass ich das Produkt zu einem professionellen Fotographen bringe, der mir perfekte Bilder vor weißem Hintergrund schießt. Anschließend lasse ich diese von freistellen.de freistellen.
Zu einer guten Basis gehört eine sehr gute Keywordrecherche, sowie ein sehr guter Text, der a) alle notwendigen Keywords enthält und b) gut konvertiert. Zusätzlich muss ein Grundstock an Bewertungen gesammelt werden; mindestens 15-25 Stück – je nach Kategoriedichte.
Du fragst dich nun bestimmt woher du Bewertungen bekommen kannst? Ich persönlich versuche immer die ersten paar aus meinem Facebook-Netzwerk zu bekommen. Dafür verteile ich Rabattcodes mit ca. 50-75% Preisnachlass. Zusätzlich gibt es stark wachsende FB-Review-Gruppen wie z.B. Amazon Produkttester (ca. 5000 User), Amazon Produkttester gesucht (ca. 1300 User) sowie Amazon Germany Review mit ca. 900 Usern. Darüber hinaus gibt es Online Services, bei denen man sich diverse Review Pakete kaufen kann. Ich nutze noch weitere Strategien, die ich in den nächsten Tagen meiner Community in meinem E-Mail Verteiler preisgeben werde.

Produktion Produkt 4

Ende Januar habe ich mein 4. Produkt in Auftrag gegeben und freue mich schon darauf es im Februar ebenfalls zu launchen. Mit diesem Produkt werde ich eine nicht so stark umkämpfte Kategorie tacklen und meinen mir zurecht gelegten „Blueprint“ auf Herz und Nieren testen 🙂

PODCAST MIT GIL VON PRIVAT LABEL JOURNEY

Gil hat mich eingeladen, mit ihm über mein Amazon-Business zu quatschen. Wenn du mich mal live und in „Farbe“ hören willst, dann klick doch mal rein 🙂
Es hat mir sehr viel Spaß gemacht und es werden in den kommenden Wochen und Monaten noch weitere Podcast Interviews mit anderen Sendern online gehen. SPOILER: Ich verrate im Podcast auch in welchem Bereich ich tätig bin 😉
>> ZUM PODCAST

AMAZON KONFERENZEN

Amazon FBA kommt langsam aber sicher auch in Deutschland an und es bilden sich die ersten Konferenzen rund um dieses Thema. Bei allen mir bisher bekannten und geplanten Konferenzen in diesem Jahr wurde ich als Speaker angefragt. Trag dich auf jeden Fall in meinen E-Mail Verteiler ein, um mitzubekommen wann die Events starten. Dann können wir uns in „echt“ kennenlernen und zusammen ein Bier trinken.

PROBLEME UND LESSONS LEARNED

LANGE EINBUCHUNGS-ZEITEN BEI AMAZON + LOGISTIK

Zu große Sendungen an Amazon (ab ca. 300-500 Stück) gehen meist in das Lager EDE5 nach Werne. Dieses Lager ist ein Umverteilungslager, welches die Sendungen auf verschiedene Lager in Deutschland aufteilt. Gerade wenn es mal schnell gehen muss ist das super ärgerlich, wenn Amazon die Ware erst einmal umverteilt. Hier muss man mindestens mit 3 zusätzlichen Werktagen (!) bis zur Einbuchung rechnen. Die Lösung für dieses Problem ist, die Sendungen in kleinere Teilsendungen aufzuspalten. 1000 Stück teile ich somit in 5 Sendungen à 200 Stück auf. Das ist zwar etwas mehr Klickarbeit, lässt mich aber die Ware direkt z.B. nach LEJ1 (Leipzig) schicken.

Zudem versendet mein Hersteller mit einer Spedition. Speditionen müssen einen Anlieferungstermin mit Amazon ausmachen und das kann mehrere Tage dauern.
Folgender Fall bei mir: Meine Ware ist Montag bereit zur Auslieferung auf einer Palette und kann aber durch die Spedition erst am Freitag (!) angeliefert werden. Wenn ich Pakete via DHL aus meinem eigenen Lager an Amazon sende, sind diese meist nach 48 Stunden eingebucht und bereit zum Verkauf. Hier muss ich noch ein besseres Feeling dafür bekommen, wann ich bestellen muss, damit die Ware rechtzeitig ankommt.

„SCHEIN“-LUKRATIVE B2B DEALS

Anfang des Monats erreichte mich eine E-Mail mit einer scheinbar lukrativen Anfrage. 1000 Stück von je zwei Produkten zu meinem Wiederverkäuferpreis auf Vorkasse – Auftragswert in Summe ca. 30.000€ Brutto. Ich habe mich schon gefreut wie ein Flitzebogen! Endlich neue Munition für weitere Produkte 🙂
Der Auftraggeber gab vor über den eigenen Shop, sowie im Ausland (Spanien) zu verkaufen – womit ich gar kein Problem hatte. Zusätzlich wollte er die Erlaubnis, ebenfalls auf Amazon und anderen Marktplätzen wie eBay und Rakuten verkaufen zu dürfen, welche ich ihm erteilte. Nachdem meine Rechnung nach 7 Tagen immer noch nicht beglichen wurde, fand ich in einem Call heraus, dass die 1000 Stück vom zweiten Produkt auf einmal doch nicht gebraucht wurden, da es „auf Amazon hierfür noch gar keine Rankings und Sales gebe“. Auf die Nachfrage, warum meine Amazon Performance hier als Indikator verwendet werde, wurde mir erzählt, dass die (auf einmal) türkischen Partner dies bräuchten. Ich wurde stutzig, beharrte weiterhin auf den gültig geschlossenen Kaufvertrag und recherchierte über die Firma. Nach meinen Nachforschungen fand ich heraus, dass diese Firma überhaupt nicht im eigenen Online-Shop verkauft, sondern ausschließlich auf Amazon. Die Strategie von diesen gewieften Herren sieht im Nachhinein wie folgt aus: Einkaufen von Bestseller Produkten zu B2B Konditionen und wiederum verkaufen über den eigenen Seller-Account. Da dieser schon seit vielen Jahren besteht, über 5000 positive Verkäufer-Bewertungen besitzt und über 250 (!) Produkte führt, hätte sich dieser Seller-Account sofort die Buybox meiner Produkte geschnappt und ich hätte in den nächsten Wochen kein einziges Produkt mehr verkauft. Daraufhin habe ich den Kaufvertrag gecancelt.
Also Kinder, aufpassen vor dem schnellen Geld! 😉 

STARK BESETZTE KATEGORIEN

In der Kategorie meines zweiten Produktes erwirtschaften die Top Seller ca. 100-300 Sales pro Tag. Die Faustformel sagt ja, ein paar Bewertungen sammeln und mit mehr Sales als der Erstplatzierte launchen und dann sollte das Produkt möglichst hoch gerankt sein und auch bleiben – so die Wunsch-Theorie. Da meine Konkurrenten 500-1500 Bewertungen haben und ich mich noch im zweistelligen Bereich bewege, fallen wir nach den Launches immer wieder auf 10-15 Sales pro Tag zurück (was nicht schlecht ist, aber the sky is the limit und so…). Hier wird es zur Aufgabe, Strategien und Wege zu entwerfen, noch mehr Bewertungen zu sammeln – und dabei spreche ich von 200+.

BIG FAIL – FEHLENDE UMSATZSTEUER-ID

Ich könnte mich steinigen für diesen Fail. Kurz zur Erklärung: Alle Amazon-Gebühren sind exklusive Mehrwertsteuer. Ich war im Glauben, mir diese mit der monatlichen Buchhaltung wieder zurückholen zu können. Mein Steuerberater hat mich aber eines Besseren belehrt; da Amazon in Luxemburg sitzt und die MwSt. nicht abführt, können wir sie uns nicht wieder holen. Nach einer kurzen Frage in meiner Mastermind mit der Antwort „Lars, hast du nicht deine UST-ID im Account eingetragen, dann entfällt die MwSt. auf der Rechnung“ habe ich das natürlich gleich nachgeholt …..

 

INCOME BREAKDOWN (JANUAR 2016)

Im Januar konnte ich meinen Umsatz fast verdoppeln! Mit 1.967 verkauften Einheiten bin ich bei 65,5 Einheiten pro Tag meinem Ziel langsam auf der Spur.

Dank meines neuen Controlling-Wingmans in meiner Firma gibt es auch eine detaillierte Auswertung der Zahlen:

Du fragst dich nun bestimmt, warum zwei Tabellen? In der Rechten ist der „theoretische“ Umsatz ohne MwSt. auf die Amazon-Gebühren und -12% MwSt. auf meine Produktverkäufe. Warum? Wie ihr bestimmt schon wisst, verkaufe ich im Nahrungsergänzungsmittelmarkt und dieser unterliegt, nach vorheriger Prüfung und Genehmigung des Bildungs- und Wissenschaftszentrum der Bundesfinanzverwaltung, den 7% MwSt..
Seit Start habe ich immer sicherheitshalber mit 19% gearbeitet und nach ausführlicher Recherche leiten wir jetzt die Umstellung ein. Das Schöne hierbei ist, dass ich mir die zu viel gezahlte MwSt wieder zurückholen kann – YES!!

Stand Januar konnte ich somit durchschnittlich 343,11€ Reingewinn am Tag erwirtschaften. Wäre mein kleines Mehrwertsteuer-Problemchen schon gelöst, wären es sogar schon 554,73€ gewesen!

NEXT STEPS

WEITERE PRODUKTE BAUEN

Die Schwierigkeit, Produkte in stark besetzten Kategorien zu Winnern auszubauen hat mir gezeigt, dass ich zusätzlich den Fokus auf weitere Produkte legen muss, um mein Ziel in time erreichen zu können. Daher werde ich versuchen mit dem Kapital, welches mir zur Verfügung steht, in nicht so stark besetzte Kategorien mit neuen Produkten vorzudringen. Hier sollte ich mit meiner Strategie sehr schnell die Bestseller vom Thron stoßen können.

KOOPERATIONEN AUSBAUEN

Die Sales, die Amazon einem organisch bringt, sind das eine. Was man extern zuführen kann, ist das andere. Das haben meiner Meinung nach viele Amazon-Seller gar nicht auf dem Schirm. Oft genügt ihnen das, was Amazon organisch bringt – mir aber nicht 🙂
Für Februar werde ich probieren, die eine oder andere Influencer Kooperation einzugehen. Ich versuche auszuwerten, ob und wie weit es profitabel ist. Ich werde berichten.

INTERNATIONALISIERUNG

Kommenden Monat werde ich mir das Thema Internationalisierung genauer ansehen und prüfen, inwieweit eine Inseratübersetzung in englischer, französischer und italienischer Sprache Sinn macht. Zusätzlich schaue ich mir die Märkte UK und Japan an, da diese nach DE die nächstgrößeren sind.

BEWERTUNGEN SAMMELN

Wie oben schon erwähnt, muss ich künftig weiter an meiner Bewertungsstrategie arbeiten. Meine Konkurrenten bei Produkt 2 haben 500-1000 Bewertungen. Da muss ich noch mächtig nachlegen, um mir meinen Platz in diesen Kategorien zu erkämpfen.

Das wars soweit, ich hoffe ich konntet etwas mitnehmen. Bei Fragen erreicht ihr mich unter:

16 Kommentare

  • Hi Lars, toller Artikel - hatte ich schon vor langer Zeit gelesen, aber musste ihn jetzt nochmal "herauskramen"...ich habe das gleiche Problem bzgl. der USt. - ID.

    Was hattest du damals gemacht? Hat Amazon die Rechnungen geändert oder war das Geld einfach futsch...da du dir die gezahlte Ust. nicht wiederholen konntest vom Deutschen Fiskus?

    DANKE für deine Antwort,

    Gruß Chris
  • Toller Artikel. Du schreibst "Darüber hinaus gibt es Online Services, bei denen man sich diverse Review Pakete kaufen kann" - Könntest du mir da ein paar Services nennen?
  • […] eingetragene Umsatzsteuer ID + MwSt. Umstellung konnte ich trotzdem ein besseres Ergebnis als im Januar erzielen. Der durchschnittliche Reingewinn im Februar betrug somit 475,92€ pro […]
  • Hallo Herr Müller
    Wieviel bezahlt Ihnen Amazon für diese Werbeaktion?
    Ein Schelm, wer dabei Böses denkt....
  • Hi Lars,
    es ist wirklich interessant, hier von Deinem Amazon Erfolg zu lesen. Ich bin schon gespannt auf Deine nächsten Berichte.
    Ich habe selbst Erfahrung in dem Segment, in dem Du Produkte verkaufst, und kann Dir sagen, dass der Januar oft der stärkste Monat ist, weil man von den Neujahrsvorsätzen der Menschen profitiert. Trotzdem wünsche ich Dir natürlich, dass es auch in den nächsten Monaten weiter bei Dir bergauf geht.
  • Respect, echt Klasse. Ich frage mich nur wie sich die Werbeausgaben
    aufteilen. Wieviel geht an Google Adwords, wieviel an Amazon Gesponsorte
    Produkte, wieviel an Facebook und machst du auch Werbung offline?
  • Hey Konstantin, danke dir! Aktuell gibt es nur Amazon PPC Costs
  • Wow, wirklich schön zu lesen! Ich bin erst seit ganz kurzer Zeit dabei und Pläne gerade mein erstes Produkt. Ich hab ein wenig sorge, dass ich allein nie so werde performen können. Ich mache alles nebenher, habe als Freelancer viel zu tun und zwei Kids, davon eins zu Hause. Kaum Startkapital. Also auch Niemanden für die Buchhaltung, keine seo Profis an der Hand etc. ich frage mich, ob man auch mit weniger "Vollgas" in die Sache einsteigen kann. Wenn man sich ganz drauf konzentriert, ist sicher viel möglich aber so nebenher... Ich werd sehen :-p
  • Ich kann es nur noch mal schreiben....beeindruckend!
  • wow! Danke für die Insights! Mich würde interessieren, wie du dazu gekommen bist? Hast du dich eines Tages hingesetzt und gesagt "so, jetzt verkaufe ich professionell bei Amazon" oder ist das als nebenberufliches Projekt entstanden? Kannst du sagen, wieviel Zeit du aktuell in das Projekt investierst?

    VG,
    Tomas

    Digital Marketing Consultant - tomasherzberger.net
  • Hey Thomas, danke dir :) Hörmal in den Podcast von Gil und mir rein, da erzähle ich das.
  • Hallo Lars,

    ich finde deine Berichte super interessant. Vielen Dank, dass du uns so daran teilhaben lässt. Ich habe dir auf Facebook eine Nachricht gesendet, weil ich möglicherweise einen Kooperationspartner für dich habe ;)
  • Danke dir! :) Melde mich heute im Laufe des Tages bei dir :)

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