Was lizenzfreie Bilder in deinem Blog wirklich bringen und wo du sie findest

Was lizenzfreie Bilder in deinem Blog wirklich bringen und wo du sie findest

Es gibt Blogs, die kommen ganz ohne aus, und andere, da wird man davon erschlagen: Bilder.

Nachdem ich selbst erst ohne Bilder hier in diesem Blog gearbeitet habe, nutze ich sie seit ein paar Wochen selbst. Anlass war nicht nur ein Kommentar in meinem letzten Beitrag, sondern auch der zu erwartende Effekt. In allen Blogs nutze ich heute Bilder, allerdings mit unterschiedlichen Auswirkungen. Allerdings ist die richtige Auswahl von Bildern für einen Blog nicht ganz so einfach. Welches Motiv? Welcher Preis? Lizenzfreie Bilder oder doch lieber kaufen? Welches Format?…

So einfach es ist einen Blog zu erstellen, so komliziert kann es mit den Bildern werden. Das Thema Bilder in Blogs wirft viele Fragen auf, die ich hier mal strukturiert betrachten und mit meinen Erfahrungen beantworten will. Von der Auswahl der richtigen Bilder über Plattformen, wo du gute Bilder findest, bis zu messbaren Effekten. 

Eines vorweg: Ein paar Ergebnisse sind wirklich überraschend!

Ein Bild sagt mehr als Tausend Worte

Ein Spruch, in dem mehr steckt als man auf den ersten Blick denkt. Die überwiegende Anzahl an Bildern im sozialen Netz kann unser Gehirn in wenigen Millisekunden verarbeiten. Aber irgendwo ist eine Grenze. Ein Bild vermittelt neben einer Atmosphäre immer auch Emotionen und Informationen, die wir teils unbewusst verinnerlichen und so beispielsweise unser Leseverhalten ändern. Ein Artikelbild hat also die Aufgabe, den Leser auf einen Text einzustimmen und ihn in eine, zu dem Text passende, Grundhaltung zu versetzen und einen besseren Einstieg in den Text zu ermöglichen. Außerdem sollen Bilder neugierig machen. Eine Spannung aufbauen und so Leser dazu animieren, den Link zum Beitrag zu klicken und so mehr über das angepriesene Thema zu erfahren. Bilder bauen also eine Brücke zwischen Erwartung und Ergebnis. Dieser Aspekt ist gerade im Social Media-Marketing bedeutsam, aber dazu später mehr.

Um zu verstehen, warum Bilder eine Wirkung erzielen, müssen wir uns zuerst mit einer Frage beschäftigen: Wie nehmen wir ein Bild wahr? In einem Forschungsprojekt mit Marketing Experten haben Mediziner der Universität Münster herausgefunden, dass das menschliche Gehirn bei bekannten Marken den Verstand immer mehr abschaltet und dafür die Hirnareale aktiver werden, die für emotionales und instinktives Handeln verantwortlich sind. Ein Zeichen dafür, dass der Mensch auf bestimmte Bilder vertraut reagiert und reflexartig Handlungen ausführt, die mit diesen Bildern im Zusammenhang stehen.

Was bedeuten diese Erkenntnisse im Blog Umfeld? 

Die Markenbilder sind die Artikelbilder und die reflexartige Handlung entspricht dem Klick auf einen Artikellink. Bieten wir also dem Leser ein Bild, welches ihn emotional oder thematisch berührt, wird er höchstwahrscheinlich auf den dazugehörigen Link klicken. Soweit hätte sich diese Erkenntnis aber jeder selbst herbei führen können.

Eine weitere interessante Tatsache ist, dass wir uns an Informationen oder Dinge 6 Mal besser erinnern, wenn wir sie im Zusammenhang mit einem Bild gelesen haben. Bietest du also deinem Leser ein (erinnerungswürdiges, also nicht zu beliebiges) Bild zu deinem Artikel, wird er sich viel länger an deinen Blog, deinen Beitrag und somit auch an dich erinnern. In Zeiten der Blogger-Flut eine wertvolle Information, die dir einen echten Vorsprung geben kann.

Bilder machen also neugierig und regen im Gehirn die Areale an, die uns ein Gefühl der Vertrautheit vermitteln. Die Wirkung auf den Leser ist somit geklärt. Aber helfen Bilder auch wirklich die Reichweite zu steigern? Ich habe die Effekte mal genau betrachtet und erstaunliches ausgewertet.

 Facebook: Bringen Bilder wirklich mehr organische Reichweite?

Für Menschen machen Bilder neugierig, bei Maschinen sieht das aber leider ganz anders aus. Wir alle kennen Seiten wir heftic.co, die nicht nur durch reisserische Headlines auffallen, sondern auch durch dazu passende Bilder. Ein Effekt, dem Facebook entgegen wirken will um dem Qualitätsjournalismus nach wie vor eine Chance zu geben.

Der Effekt kann allerdings auch Vorbild für uns sein. Eine Botschaft, die neugierig macht und ein emotionales Bild, welches zur Botschaft passt. Wäre jetzt noch qualitativer Content dahinter, würde Facebook hier auch nichts weiter unternehmen.

Social Media Experten in meinem Umfeld wiesen mich in den letzten Jahren immer wieder darauf hin, dass Posts mit einem Bild eine deutlich bessere Reichweiten erzielen. Das mag auch mal gestimmt haben.  Jedoch platzen mittlerweile die Timelines und Newsfeeds von uns, den Usern, aus allen Nähten und sind zugestopft mit Fotos, die oft sehr gezwungen und gestellt versuchen einen Spannungsbogen aufzubauen oder krampfhaft um Likes und Klicks ringen. Schade, aber ein Effekt, der sich messen lässt und auf den wir reagieren müssen.

Die Beobachtung, dass Facebook mit Bildern verstopft ist, kann ich aus einer eigenen kleinen Stichprobe ableiten, die ich auf Grundlage unserer FastBill-Fanpage erstellt habe.

Alle Daten beziehen sich auf Posts der letzten 3 Monate und sollen einen kleinen Überblick über die organische Reichweite unserer Posts geben:

 

Beitragsreichweite der FastBill Seite bei Facebook
Beitragsreichweite der FastBill Seite bei Facebook

Das erstaunliche Ergebnis meiner 10 Minuten Analyse

Die in den Posts enthaltenen Links verweisen immer über einen Shortlink auf den FastBill Blog und bieten einen Mehrwert.

Es ist deutlich erkennbar, dass die Beiträge ohne Bilder (bis auf eine Ausnahme) eine ungleichmäßige aber dauerhaft höhere Reichweite erzielen. Gefolgt von den Beiträgen mit einer Linkvorschau, die sich nur sehr sprunghaft verbreiten. Die Beiträge mit Textlink und Bild können kaum Reichweite erlangen und verändern sich auch nur marginal im niedrigen Wertebereich.

Das Ergebnis zeigt mit, dass die Textposts mit Link und ohne Bild zumindest bei FastBill am besten funktionieren. 

Sei dein eigener Social Media Berater!

Manchmal bist du selbst dein bester Social Media-Berater! So eine Analyse wie die obige dauert keine 10 Minuten und bringt dir aufschlussreiche Erkenntnisse über deine Fans und dein Publikum. Konzentriere dich auf die für deine Seite am besten funktionierende Art von Postings.

 

Quellen für qualitative und lizenzfreie Bilder

Um Bilder in Postings und auf dem Blog verwenden zu können musst du dieser erstmal finden. Selbst schiessen ist sicher die beste und günstigste Variante, aber als Unternehmen denken wir in Effizienz. Einfacher als machen ist kurz suchen, herunterladen oder kaufen. $20 für ein Bild sind so immer noch günstiger als eine Stunde Shooting mit mehreren Personen im freien. Dazu profitierst du bei Bilderdatenbanken von einer Vielfalt, die du sonst nirgends hast. Auf der anderen Seite läufst du Gefahr, dass dein verwendetes Bild woanders auch noch mal auftaucht (ist mir gerade kürzlich passiert).

Trotz dieses Risikos entscheide ich mich aber für Bilder zu kaufen oder lizenzfreie Bilder herunter zu laden. Hier ein paar Quellen, die ich selbst verwende für meine Blogs:

picjumbo.com

Auf picjumbo findest du kostenfrei viele lizenzfreie Bilder zur privaten und kommerziellen Verwendung. Die Seite ist offensichtlich durch Werbeeinnahmen finanziert und bietet neben dem kostenlosen Bilddownload auch eine Spenden-Funktion, die dich in die “Hall of Fame bringt”. Außerdem kannst du dir die neuesten Bilder per EMail zusenden lassen.

littlevisuals.co

Sieben Fotos alle sieben Tage. Das ist das System, nach dem Little Visuals funktioniert. Neben dem kostenlosen Download des Packages auf der Website kannst du es dir auch per Mail zuschicken lassen. Der überwiegende Teil der Motive stammen aus der Natur, es finden sich jedoch auch einige Schätze darunter.

unsplash.com

Unsplash – ein wahrer Geheimtipp. Super Fotos und Motive, die nicht dem gewöhnlichen StockPhoto entsprechen und ebenfalls frei verfügbar (also kostenfrei und lizenzfrei) sind. Hier gibt es alle zehn Tage zehn Bilder – auf Wunsch auch per Mail.

deathtothestockphoto.com

Sie wünschen den Stock-Photos den Tod. Und genau das könnten sie auch erreichen, denn ihre Bilder sind von höchster Qualität. Die Macher von deathtothestockphoto.com liefern einmal im Monat frische Bilder per Mail in dein Postfach, die sich regelmäßig in vielen großen Magazinen wiederfinden. Kostenlos!

search.creativecommons.org

Eine Creative Commons-Suche, die gleichzeitig mehrere Kanäle durchforstet und fast immer zu einem brauchbaren Ergebnis führt. Basierend auf dem Algorithmus einer Suchmaschine filtert sie alle Bilder heraus, die nicht der CC Lizenz unterliegen.

 stocksy.com

Stock Bilder haben nicht den besten Ruf. Oft fallen hier Worte wie “eintönig”, “langweilig” oder “gestellt”. Mit Stocksy hat das ein Ende. Neben den Standard Stock Motiven findest du hier auch ausgefallenere Motive. Häufig wird auch der Zahlzwang und die nicht immer günstige Preisgestaltung von Stockportalen in Frage gestellt. Ich jedoch betrachte jeden Post auch als Invest in die eigene Sichtbarkeits- und Reichweitensteigerung. Und wenn ich die Effektivität eines Blog Posts mit anderen kostenpflichtigen Methoden vergleiche, kommen mir $10 für ein schönes, passendes Foto garnicht mehr so viel vor. Selbst die $20 für das Format, welches du für Facebook brauchst, sind noch ok aus meiner Sicht.

 

Alles was Recht ist: die Urheberschaft

Prinzipiell gilt: Nenne immer den Autor!

Das hat nicht unbedingt immer etwas mit der rechtlichen Lage zu tun, sondern zeugt von Anstand und Wertschätzung. Die überwiegende Zahl der o.g. Quellen bieten dir lizenzfreie, also frei verwendbare Bilder an. Meist sogar ohne Namensnennung. Um die Bildrechte deutlicher zu kommunizieren wurden die Creative Commons (CC) Lizenzen ins Leben gerufen. Verschiedene Symbole geben Aufschluss über die Möglichkeiten der Verwendung und die Damit verbundenen Pflichten. Eine Übersicht der Symbole und die Arten, wie eine Autorenschaft kenntlich gemacht werden muss, findest du hier.

 

Auf die richtige Bildauswahl kommt es an

Natürlich zählt bei der Auswahl eines Bildes vor Allem eines: das Motiv. Es muss zur Story im Text und zum Feeling des Blogs passen. Sollte eine entsprechende Stimmung vermitteln und nicht zu kleinteilig sein, damit es für den Leser in jeder Darstellung gut erfassbar.

Mache jedes Bild zum Erlebnis und sorge dafür, dass deine Leser merken, dass jedes deiner Bilder ein „Editor’s Pick“ ist. Nimm dir die entsprechende Zeit für die Bild-Recherche und vermeide noch schnell ein Bild zum Text finden zu müssen. Die Zeit ist gut investiert.

Versuche außerdem immer einen Stil beizubehalten, der deine Bilder zusammen harmonisch aussehen lässt. Dann stimmt auch das Gesamtbild des Blogs. Deine Leser werden von der dadurch entstehenden klaren Struktur profitieren und sich gerne mit dieser Stimmung an deinen Blog erinnern.

 

Das Bildformat

Neben deinem Blog Theme geben dir vor allem Facebook und Google vor, in welchem Format du dein Bild bereitstellen musst.

Hier findest du die Formate im Überblick:

 

Praxistipp: Ich richte mich derzeit bei der Wahl des Bildes an dem Facebook Format für die Timeline aus (1200 x 627px). Fügt sich auch prima im die Formate der anderen Netzwerke ein.

Falls es mit einem deiner Bilder ein Problem gibt ist es unheimlich wichtig ein Fallback Bild einzubauen. Für WordPress-basierte Blogs ist das ganz einfach und hier nachzulesen. Dieses Bild wird immer dann ausgeliefert, wenn kein anderes gefunden wird.

 

Meine Erkenntnisse

Artikelbilder und Bilder in Social Media Networks können deine Reichweite steigern, müssen sie aber nicht. Auf jeden Fall aber haben sie Auswirkungen auf deine Leser und darauf, wie sie deine Posts aufnehmen. Ich werde, zumindest für LSWW, auch weiterhin auf Facebook mit Bildern arbeiten. Wobei ich wohl langfristig die Strategie fahren werde „Die Mischung macht´s“.

Was sind deine Erfahrungen? Nutzt du auch Bilder oder versperrst du dich gar komplett dagegen? Freue mich auf deine Gedanken in den Kommentaren.

 

14 Kommentare

  • […] Bilder die du verwenden kannst. In der LSWW Community haben wir zahlreiche Orte gesammelt. Hier findest du unsere Sammlung. In meinen Artikeln wirst du leider nicht so viele Bilder finden. Und ich bin auch ehrlich zu dir, […]
  • Hallo Christian,
    vielen Dank für diese umfangreiche und verständliche Zusammenfassung. Ich bin gestern schon vor dem Lesen deines Artikels auf Unsplash gestoßen und würde die Bilder gerne verändern und für meine Social Media Kanäle verwenden. Kann ich die Bilder bei Facebook und Twitter tatsächlich ohne Nennung der Quelle verwenden oder bietet es sich doch an, auf die CC 0 Lizenz des Bildes zu verweisen?
    LG, Ulrike
  • Wenn du nicht sicher bist, dann nutze die Bilder nicht. Ansonsten ist ein Hinweis im Impressum immer gut, zumindest auf die Plattform als Quelle, idealerweise machst du das aber auf Einzelbild-Basis im Text. Bitte bedenke, das hier ist keine Rechtsberatung. Deshalb kann ich hier auch keine verbindlichen Aussagen treffen.
    Hoffe das hilft dennoch.
    Gruss
    Christian
  • Super Liste mit den Links!

    Grüße!

    Peter Reitz
  • Hallo Christian,
    schwieriges Thema, das Du Dir da ausgesucht hast. In 7 Jahren als Designer war das immer ein Problem. Die Kunden denken, Bilder kosten heutzutage nichts mehr und sind nicht mehr bereit, Geld für gute Bilder in die Hand zu nehmen. Dabei ist gerade heute mit den Millionen nichtssagenden Stock-Bildern ein gutes Bildkonzept ein tolles Mittel, um sich abzuheben.
    Danke für die umfangreiche Recherche, ist wirklich gut geworden. Mich wundert jedoch Deine Facebook-Statisitk – ich hätte eigentlich das Gegenteil erwartet. Würde mich interessieren, was andere hier für Erfahrungen gemacht haben.
    LG, Matthias
  • Hi,

    guter ausführlicher Artikel über deine Erfahrungen.
    Dein Ergebnis der Auswertung der Facebook Posts deckt sich auch mit dem , was ich von einigen anderen gehört habe. Allerdings hätte ich das Ergebnis nicht erwartet.
    Was hälst von 'Artikelkarten' als Grafik für Fb und G+?

    Gruß
    Jens
  • Was genau meinst du mit Artikelkarten? Sag mir so erstmal nichts...
  • Bilder gehören einfach dazu. Ganz ohne finde ich zu langweilig.
    Warum setzt du die Bilderseiten denn auf nofollow?
  • Hi Jochen,
    da ich mich derzeit mit den Google Richtlinien für ausgehende Links auseinander setze und immer noch nicht genau weiß, was die eignetlich wollen, bin lieber zu vorsichtig als zu unvorsichtig.

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