Keine Geschäftsidee? Hier sind 7 inspirierende Ideen, wie du mit einem einfachen Produkt wie Kaffee online Geld verdienen kannst

Keine Geschäftsidee? Hier sind 7 inspirierende Ideen, wie du mit einem einfachen Produkt wie Kaffee online Geld verdienen kannst

Zu Beginn jedes erfolgreichen Unternehmens steht eine gute Idee, doch muss es wirklich immer eine Super-Neuheit sein? Die meisten Gründer verstehen dies als Hürde und fühlen sich genötigt etwas neues, bahnbrechend innovatives auf die Beine zu stellen. Ein Fehler, wie ich finde. Denn wo könnte ein Einstieg schneller funktionieren, als in einem etablierten Markt. Das Beispiel Kaffee soll hier in diesem Beitrag als Beispiel dienen und zeigen, dass selbst ein Standardprodukt im Alltag viele Möglichkeiten bietet. Vielleicht inspiriert dich das, auch deine Idee – vielleicht nicht unbedingt auf die offensichtlichste Art – zu Geld zu machen.

Warum online?

Das Online ­Business floriert und erzielt Umsätze in Milliardenhöhe. Vor allem dem Sektor eCommerce werden auch in Zukunft hohe Wachstumsraten vorausgesagt. Dass man mit seinem Produkt online Geld verdienen kann, wird also immer wahrscheinlicher.

Am Beispiel Kaffee – ein Produkt, das mir ja durch Happy Coffee besonders am Herzen liegt – möchte ich die verschiedenen Online ­Geschäftsmodelle näher beleuchten. Zwei davon habe ich bereits selber umgesetzt.

Die aufgezeigten Beispiele sollen vor allem folgende Fragen beantworten: Welche verschiedenen Möglichkeiten gibt es, im Internet mit Kaffee Geld zu verdienen? Welches Modell hat die besten Zukunftschancen, welche Herausforderungen sind dabei zu meistern und wie unabhängig ist das jeweilige Modell? Anhand einer kritischen Durchleuchtung der verschiedenen Geschäftsmodelle sieht du Vor- und Nachteile, und bekommst hoffentlich Inspirationen, die dir bei der Umsetzung deiner eigenen (Nicht-Kaffee-) Idee helfen. Geld verdienen lässt sich schliesslich auf viele Arten. Also:

1. CUPS – Die Kaffee ­Flatrate

Bildschirmfoto 2014-06-06 um 15.48.47CUPS kann für sich beanspruchen, der weltweite erste Anbieter einer Kaffee ­Flatrate zu sein. $45 bezahlen Kaffeeliebhaber in New York pro Monat im Basic­Package „American Classic“, um dafür so viel Filterkaffee (und im übrigen auch Tee) zu trinken wie es ihnen beliebt.

Neben diesem Standardpaket gibt es auch noch die Luxusvariante „Foreign Flair“, in der auch Espresso­Getränke wie Cappuccino, Latte Macchiato oder Iced Coffee enthalten sind. Für $85 kann der Flatrate­Inhaber davon monatlich so viel trinken wie er möchte. Bestellt und bezahlt wird per App, eingelöst werden kann die Flatrate in einer Vielzahl von angeschlossenen Coffeeshops in Downtown Manhattan.

Voraussetzung für dieses Modell ist der Faktor „Urbanität“. Eine Kaffee ­Flatrate kann nur in Großstädten funktionieren, die eine entsprechende Infrastruktur – will heißen, eine hohe Dichte an teilnehmenden Coffeeshops – bieten. In New York sind die Voraussetzungen für eine Kaffee ­Flatrate gegeben. In Deutschland wären Hamburg oder Berlin bisher wahrscheinlich die einzigen Orte, die die Voraussetzungen für ein solches Geschäftsmodell erfüllen. Ganz generell sagt man aber, dass sich solche Massenmodelle in Städten ab 500.000 Einwohnern lohnen.

Der Vorteil der Flatrate liegt auf der Hand: ein stabiler, wiederkehrender Umsatz. Das Risiko sehe ich hier allerdings im konkreten Fall darin, dass ein Kunde zu viel Kaffee trinkt und sich das Modell deshalb nicht trägt.

Von der Umsetzbarkeit ist das Modell recht einfach. Man benötigt kein eigenes Produkt, sondern nutzt die bestehende „Kaffee Infrastruktur“. Ein Modell, was sich möglicherweise auch auf viele andere Bereiche im Konsumeralltag übertragen lässt, auch ohne eigene App (wie es bei CUPS der Fall ist).

2. Kaffee Bitte – Kaffee  Abo

kaffeebitte_kongasedie_bag_cupKaffee Bitte unterscheidet sich von anderen Kaffee ­Abo ­Anbietern durch einen besonderen USP: die kleinen Mengen, in denen der Kaffee angeboten wird (250­Gramm Päckchen, ausreichend für 30 Espressi oder ungefähr 20 Tassen aus der Handfilterkanne) ermöglichen es, dass der Kaffee in den Briefkastenschlitz passt.

Das garantiert zum einen, dass der Kaffee schon kurze Zeit nach der Röstung und Mahlung beim Besteller eintrifft und zum anderen, dass der Konsument keinen Stress mit Paketabholungen hat. Die Menge an zu lieferndem Kaffee, die Kaffeesorte und die Lieferfrequenz können bei Kaffee Bitte jederzeit geändert und den persönlichen Vorlieben angepasst werden. Das überschaubare Sortiment von nur wenigen, qualitativ hochwertigen Kaffeesorten sorgt für einen einfachen, zielgerichteten Einkauf.

Kaffee bitte hat sich das Abo­ Modell zu Nutze gemacht, um Kaffee zu vertreiben. Das Abo ­Modell bietet dem Käufer viele Vorteile: es ist praktisch, da Kaffee viel und oft konsumiert wird, man sich aber nicht selbst um das Besorgen von Kaffee kümmern muss. Einmal das Abo bestellt kommt der Kaffee automatisch in den Briefkasten. Das erleichtert das Leben und spart Zeit und Nerven.

Ob sich das Abo ­Modell im Fall von Kaffee Bitte rechnet, hängt von vielen Faktoren ab. Der verhältnismäßig hohe Preis für den fair gehandelten, lokal gerösteten Kaffee könnte ein Kaufhindernis darstellen. Zudem schlagen bei diesem Geschäftsmodell zusätzlich noch Versandkosten zu Buche, die auf den Kaufpreis umgelegt werden müssen. Was wiederum für solche Kaffee ­Abo ­Modelle spricht, ist die örtliche Unabhängigkeit. Weil Kaffee bitte seinen Kaffee mit der Post versendet, kann der Kaffee auch in entlegene Regionen geliefert werden, in denen die Coffee ­Shop ­Dichte weitaus weniger verbreitet ist als in Großstädten. Fazit: Der wiederkehrende Umsatz ist ein klarer Vorteil.

Nachteilig sind hohe Transaktions­ bzw. Versandkosten. Ist das Modell nachmachbar? Ja, weil man (wie auch Kaffee bitte es macht) nicht selbst rösten muss und auch kleine Mengen verarbeiten kann. Meine Einschätzung: Der teure Preis verpasst gegebenenfalls die Durchschnittszielgruppe. Als ich hingegen einmal von Kaffee bitte bestellt habe, wurde der erhöhte Preis durch ein tolles Erlebnis wieder wettgemacht.

3. Kaffee Online Shops

Kaffee Online Shops, wie z.B. KaffeeStore24 haben meist eine große Auswahl an Kaffee im Sortiment. Durch höhere Bestellmengen erhalten sie bessere Einkaufspreise und erzielen somit eine höhere Gewinnmarge als kleine, spezialisierte Monohändler. Problematisch beim Geschäftsmodell Kaffee Online Shop ist der Faktor Marke. Bei Kaffee Online Shops steht die Marke meist im Vordergrund, doch die Etablierung einer neuen Marke ist schwierig und sehr kostenaufwändig. Ein Kunde fragt sich also: „Warum sollte ich genau in diesem Shop kaufen?“. Die Antwort muss man in Form einer Produktexklusivität, Marke oder eines besonderen Erlebnisses (z.B. Zustellung am selben Tag) geben können.

Die Wahrscheinlichkeit, dass man mit eigenen Marken scheitert, ist dabei relativ hoch. Die hohe Zahl der Vorgänge (bei Kaffee Online Shops erhält ein Kunde meist zwei bis drei Sendungen pro Woche) verursacht einen Mehraufwand: mehr Microhandling ist nötig, also viele kleine Handgriffe und Arbeitsschritte. Das wiederum wirkt sich negativ auf den Preis und damit die Marge aus.

Um einen Kaffee Online Shop zu starten, sollten der Kostenfaktor für den Aufbau einer Marke im Vorfeld genau analysiert werden. Der Vorteil von Kaffee Online Shops liegt hier ganz klar darin, dass der Kunde das Modell bereits kennt. Allerdings ist der Nachteil, dass man den USP erst einmal durch das Produkt schaffen muss. Ist das Geschäftsmodell einfach nachzumachen? Ich würde eher nicht dazu raten. Einen Online Shop einzurichten und kontinuierlich zu pflegen ist technisch vielleicht überschaubar. Das Aufsetzen des Logistikprozesses, die großen Mindestbestellmengen und die schwierige Kundenakquise würden mich jedoch abschrecken.

Meine eigene Erfahrung: Ich selbst habe 2009-2011 Kaffee selbst verkauft und importiert. Importiert und geröstet hat ein Großröster in Hamburg, gelagert und verschickt ein Logistiker (ebenfalls in Hamburg). Als Shopsystem hatte ich damals Jimdo verwendet. Meine Erfahrung: Online Werbung ist teuer. Die Marge wurde dadurch recht gering. Der Aufbau einer Marke war zu langwierig. Offline-Akquise durch Kantinen, Supermärkte und Co. ist aufgrund zu geringer Preise im Wettbewerb gescheitert. Für mich war klar: Die Marke oder das besondere Erlebnis muss her. Damit war mein Projekt zunächst gescheitert (die Absicht eine Marke aufzubauen hatte ich damals nicht).

4. Coffee Circle – Die Story steht im Vordergrund

snygo_files002-coffee-circleCoffee Circle ist einer der Vorreiter von fair und direkt gehandeltem Bio­Kaffee im Abonnement. Das Startup aus Berlin­Kreuzberg benötigte einen längeren Anlauf, um sich erfolgreich zu etablieren. Gutes Brandbuildung und geschickte Marketing­Kooperationen führten dazu, dass sich das Projekt zu einem profitablen Business wandeln konnte. Der Erfolg stellte sich allerdings erst durch Großkunden, wie zum Beispiel Puma, ein.

Der USP bei Coffee Circle ist der enorme Werbeeffekt der Story (was ich bei Happy Coffee nicht forciert hatte). Der verantwortungsvolle Umgang mit dem Produkt Kaffee und die sozialen Projekte stehen im Vordergrund und stellen ein zusätzliches Kaufargument dar. Der Vorteil von Geschäftsmodellen wie Coffee Cirle: Die Story weckt Emotionen und fördert die Bereitschaft beim Kunden, mehr Geld auszugeben. Ich halte Coffee Circle für eine gute Sache. Der soziale Aspekt bildet zudem eine positive Marke. Der Nachteil liegt im relativ hohen Aufwand.

Wieviele Liebe und Herzblut in dem Projekt steckt, davon konnte ich mich 2011 bereits bei einem persönlichen Besuch überzeugen:

Nachmachen? Ein Projekt vor Ort zu fördern ist nicht so ohne weiteres machbar. Sollte man es dennoch versuchen? Ja, unbedingt. Ich selbst war demletzt auf einer Kaffeeplantage in Costa Rica. Dort gab es ausreichend lokale Kaffeebauern/Röster, die im Prinzip auch weltweit verschiffen. Man könnte bequem mit kleinen Mengen anfangen und dies mit den Bauern vor Ort besprechen.

Christian in Costa Rica

5. Der Offline Shop: Supermarkt

Ob on-­ oder offline, im Supermarkt lässt sich natürlich ebenfalls Kaffee vertreiben. Ein großes Sortiment und hohe Kaufmengen führen zu einer hohen Marge, allerdings entstehen hierbei weitaus höhere Ausgaben als durch den alleinigen Vertrieb im Online­Shop. Zielgruppenbedingt steht im Supermarkt meist der Preis im Vordergrund. Zudem fällt die Abgrenzung zu alternativen Anbietern sehr schwer. Kaffee im Supermarkt verkaufen, das ist der klassische Convenience ­Weg. Das Produkt ist billig und sofort verfügbar.

Es ist allerdings schwer, mit einem eigenen Produkt in den Supermarkt zu kommen. Bei Happy Coffee bin ich hier aufgrund eines starken Preiskampfes. Darboven war einfach günstiger und hat den „fairtrade“ Platz im Regal schon belegt. Nachmachen? Eher nicht. Sehr große Mengen wären vonnöten. Supermärkte denken zu wirtschaftlich und wollen Marge, keine tollen Geschichten. Ähnlich verhält es sich mit Großkantinen.

6. Kein Kaffee: Peripherie-­Produkte verkaufen

HAPPY CUPS

logo-happy-cups KopieHappy Cups designen farbenfrohe, umweltfreundliche Kaffeebecher. Zwar hat Happy Cups nicht direkt mit dem Kernprodukt Kaffee zu tun, profitiert aber davon. Das Geschäftsmodell von Happy Cup ist allerdings an einige Faktoren gebunden, die es angreifbar machen. Das Hauptaugenmerk bzw. der USP von Happy Cups liegt im Design der Kaffeebecher. Namhafte, internationale Designer wie das multidisziplinäre Designbüro HORT, welches unter anderem für NIKE und die New York Times gearbeitet hat, sowie das Studio Irrgang aus Berlin wurden für die Grafiken engagiert.

Happy Cups ist somit stetig auf innovative Designs angewiesen. Hierbei läuft man Gefahr, Teil einer großen Masse an Dienstleistern zu werden.Ohne den Faktor Design wäre es fraglich, ob der Nachhaltigkeitsaspekt allein ausreichend wäre, um als USP zu gelten. Ein weiteres Abhängigkeitsverhältnis besteht mit den potenziellen Abnehmern der Cups. Als Produzent der Becher macht sich Happy Cups die To­Go-­Bewegung zu Nutze, ist aber auch deren Schwankungen und Trends unterworfen. Eine stetige Akquise von Abnehmern der Becher ist also notwendig.

7. Kaffee-Informationsprodukte: Beispiel Kaffee-Blog

Ein etwas weiter hergeholtes Modell ist ein Kaffee-Informationsprodukt. So mache ich z.B. HappyCoffee.org ein Blog, der sich rund um das Thema Kaffee beschäftigt. Das Ziel ist es hier Reichweite in der Zielgruppe Kaffeetrinker und LOHAS aufzubauen und diese zu monetarisieren. Das Projekt ist noch jung, aber erste Einnahmen mache ich bereits über Sponsored Posts sowie Affiliate Einnahmen im Shop Bereich.

Vorteil: Für mich steht ganz klar der Vorteil im Raum, dass man kein eigenes physisches Produkt erstellen muss. Der Nachteil: Einen Blog aufzubauen ist sehr mühsam und erfordert Zeit. In meinem Fall habe ich ein Team von 4 Leuten dran sitzen, die mind. 1 Jahr lang Content produzieren müssen, damit ausreichend Traffic entsteht um diese Ausgaben refinanzieren zu können. Wie das Modell genau funktioniert werde ich in einem der nächsten Beiträge genauer erläutern.

Fazit

Von nichts kommt nichts, aber Möglichkeiten gibt es genug. Allerdings hängt der Erfolg vieler Modelle auch von Zufällen und glücklichen Entwicklungen ab. So muss ein Kaffeebecher nur einmal im TV gezeigt werden um in aller Munde zu sein oder kann schnell zum WM Symbol werden. Der Nachteil hiervon: Trends sind vergänglich. Es handelt sich hierbei also um kein nachhaltiges Modell.

Diese Geschäftsmodelle sind nur einige denkbare Modelle, wie man mit Kaffee online Geld verdienen kann. Ich habe das Beispiel Kaffee gewählt, um verschiedene Vertriebsmöglichkeiten beziehungsweise Geschäftsmodelle auf ihre Erfolgschancen oder eventuellen Hürden hin zu untersuchen. Um mit Kaffee online Geld zu verdienen, muss man also nicht zwingend mit Kaffee selbst handeln.

Geschäftsmodelle wie zum Beispiel CUPS, die nur indirekt mit Kaffee zu tun haben, sich das Produkt aber zu Nutze machen, sind dabei durchaus clever. Es ist kein eigenes Produkthandling notwendig, dennoch wird vom Kaffee­ Trend profitiert. So mache ich es letztlich auch mit meinem Blog Happy Coffee. Ob sich Modell durchsetzt, zeigt die Zukunft. Man muss also in jedem Fall ein paar wenige Ressourcen und einen möglichst langen Atem mitbringen, egal wie man es angeht.

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