Instagram Anleitung ab Tag 1: Wieviele Follower lassen sich in 10 Tagen aufbauen?

Instagram Anleitung ab Tag 1: Wieviele Follower lassen sich in 10 Tagen aufbauen?

Instagram war für mich lange Zeit ein Buch mit sieben Siegeln. Schon vor einiger Zeit hatte ich für ein paar meiner eigenen Marken bereits Profile angelegt und es auch auf jeweils über 1000 Follower geschafft. Einen konkreten Return on Invest in Form von Traffic, Umsätzen oder Influencer-Fame konnte ich bislang jedoch nicht messen. 

Um das "System Instagram" jetzt aber endlich doch mal vollständig durchdringen zu können, habe ich ein Experiment gestartet und mein persönliches Profil @christhaefner angelegt. Meine Idee war es private Bilder und Stories zu teilen und ausschliesslich selbst zu entscheiden, was veröffentlicht wird. Ein ganz klassischer Fall von "let´s see what works" also. Dieser Artikel ist eine aus diesem Experiment entstandene Instagram Anleitung ab Tag 1, also für alle, die selbst gerade erst starten und - wie ich - versuchen die Mechaniken zu verstehen. 

Die Erfahrungen aus diesem Artikel wurden 10 Tage nach Start meines Instagram Accounts erfasst und aufgeschrieben. In diesen 10 Tagen habe ich 26 Bilder hochgeladen, bin 295 anderen Account gefolgt und habe 451 Follower "gewonnen". Ich habe jeden Tag zudem mehrere Stories hochgeladen und verschiedene Maßnahmen ausserhalb von Instagram umgesetzt, um hier hin zu kommen. Ob das ganze gut und schlecht ist, hängt vor allem von der Absicht ab, mit der man Instagram benutzt. Und genau um dieses "Warum Instagram?" soll es in diesem Artikel zunächst gehen. Im zweiten Teil des Beitrags zeige ich konkrete Maßnahmen auf, die ich durchgeführt habe, um die Reichweite zu steigern. Meine Bilder erzeugen derzeit ca. 10.000 Impressionen in der Woche. Nicht schlecht für einen non-paid Kanal, den ich vor ein paar Tagen noch nicht hatte.

Instagram Anleitung. Meine Entwicklung innerhalb von 10 Tagen ab Start

Auswertung meines Profils 10 Tage nach dem Start mit Social Blade.

Warum will ich - und solltest du - Instagram nutzen?

Du musst beliebte Hashtags verwenden und mit Leuten interagieren. Schreib am besten auf Englisch, da ist die Chance auf mehr Follower größer.

... haben mir meine Instagram Freunde immer und immer wieder gesagt. 

Stattdessen frage ich mich, warum ich Instagram eigentlich überhaupt benutzen sollte. Die Frage nach dem Return stelle ich als Unternehmer eigentlich immer ganz am Anfang, egal was ich tue. Will ich einfach nur Bilder hochladen, um sie mit meinen Freunden zu teilen? Oder will ich einen Kanal aufbauen, über den ich meine Produkte oder Dienstleistungen verkaufe? Oder will ich berühmt werden und kostenlos zu Events eingeladen werden? Die Instagram Anleitung für dein Profil hängt also von der Zielstellung ab. Ich wage mal drei grobe Kategorisierungen, bzw. Motivationen für einen Instagram Account:

Typ 1: Du willst Freunde und Familie auf dem Laufenden halten

Wenn du auf Reisen gehst und keine Lust hast den WhatsApp Channel der Familie mit Bildern und kurzen Videos vollzuspammen, dann nutze doch Instagram! Bilder können mit einem Ort versehen werden und ergeben auch im Nachgang eine tolles Bilder-Tagebuch. Nutze die Instagram Stories, um deinen Freunden und der Familie aktuelles aus deinem Tag zu erzählen. Was Typ 1 ausmacht:

  • Follower sind dir egal, Hashtags ebenso. 
  • Dein Profil ist privat. Nur Menschen, die du freigibst dürfen deine Bilder sehen
  • Deine Bilder sollen gut sein, aber dieses Duckface-gepose ist nichts für dich.

Typ 2: Du willst ein Influencer-Werbemonster werden

Typ 2 verfolgt ein ganz klares Ziel mit Instagram: Er möchte reich und berühmt werden und möglichst viele Follower aufbauen, um damit Geld zu verdienen (und vielleicht auch kostenlos auf Events eingeladen werden). Vielleicht kannst Typ 2 auch besonders gute Schmink-Tipps geben oder besonders schöne Bilder von Smoothie Bowls oder Sonnenuntergängen an Stränden machen. Das ist völlig legitim. Ich gucke mir solche Bilder auch gerne an. Hätte ich mehr Talent beim fotografieren, könnte das sogar ein Weg für mich sein. Ich habe beobachtet, dass Typ 2 Influencer überdurchschnittlich tolle Bilder machen und in vielen Fällen echte Künstler sind. Was Typ 2 ausmacht:

  • Deine primäre KPI sind Follower. Je mehr du hast, desto näher kommst du deinem Ziel.
  • Viele Likes und Kommentare sind ein gutes Zeichen. Wenn du dafür Fremd-Content nutzen musst, so what...
  • Dir ist egal, wer dir am Ende folgt. Hauptsache ist, dass die Zahl in deinem Profil oben in der Mitte (Follower) konstant steigt und möglichst groß ist. 

Typ 3: Du willst einen verlängerten Arm für deine (bestehende) Community aufbauen

Typ 3 ist typischerweise jemand, der schon auf anderen Kanälen wie z.B. einem Blog aktiv ist und/oder bereits ein Produkt oder eine Leistung anbietet um damit Geld zu verdienen. Typ 3 hat also bereits eine Zielgruppe und eine Möglichkeit gefunden ein Business draus zu machen. Er möchte sowohl neue Menschen mit einem Instagram Profil erreichen, als auch die bestehende Reichweite durch einen weiteren Touchpoint binden. Marken entsprechen sehr häufig diesem Muster. Aber auch Personen können Marken sein und die Reichweite nutzen. Was Typ 3 ausmacht:

  • Dir ist wichtig, deine Zielgruppe zu erreichen und zu erweitern.
  • Du möchtest möglichst authentisch sein. Nur so kannst du Vertrauen für deine Marke aufbauen (und damit ein Produkt verkaufen).
  • Die Anzahl der Follower ist wichtig, aber wenn 995 von 1000 Followern regelmäßig dein Produkt kaufen, bist du auch zufrieden. Du zählst relevante Follower und willst deine Gefolgschaft nicht um jeden Preis erhöhen.

Welcher Instagram Typ bist du?

Vielleicht ist das Bild noch nicht ganz klar und vielleicht gibt es auch eine starke Überschneidung zwischen Typ 2 und Typ 3. Vielleicht wandelt sich die Absicht auch erst mit der Zeit. Alle 3 Varianten haben ihre Daseinsberechtigung, aber die Strategie und der Aufwand zum Ausbau deines Profils hängt maßgeblich von deiner persönlichen Absicht ab. 

Schritt 1 in der Instagram Anleitung ist es also zu überlegen, welches Ziel du verfolgst. Daraus leitest du dann deine Maßnahmen ab.

Bist du Typ 1, kannst du hier eigentlich schon abbrechen und einfach weiter Bilder posten. Sag deinen Freunden und deiner Familie, dass du jetzt bei Instagram bist und teile den Link zu deinem Profil über die vorhandenen Kanäle wie WhatsApp oder Facebook. Verfolgst du ein Business als Typ 2 oder Typ 3 auf- oder auszubauen, dann lies weiter.

Instagram Anleitung für angehende Influencer (Typ 2)

Herausfordernder als für Typ 1 wird es für Typ 2 und Typ 3. Beide Typen haben die Absicht früher oder später mit dem Instagram Account Geld zu verdienen. Als Typ 2 (das Influencer-Werbemonster) ist es zunächst wichtig, überhaupt erstmal eine Reichweite aufzubauen. Denn dein Produkt ist Werbefläche, bzw. Reichweite, bzw. Follower.

Was nötig ist, um ein Instagram Influencer Profil ab Tag 1 aufzubauen

Ein Hinweis vorweg: Ich selbst bin kein erfolgreicher Instagram Influencer. Glücklicherweise gibt es aber immer mehr Menschen, die auch öffentlich zeigen, wie sie es geschafft haben.

Beispiel 1: 100.000 Follower in 48 Stunden aufbauen

Diese Video-Playlist wurde mir von @dlrm.co empfohlen. Gleich das erste Video ist beeindruckend. Ein junger Typ sitzt in einem Café und zeigt in 15 Minuten, wie er mit relativ einfachen Mechaniken 100.000 Follower in 48 Stunden ab Tag 1 aufbaut. Das Video hat bereits über 1,5 Millionen Aufrufe, scheint also einen Nerv getroffen zu haben:

Wenn du jetzt nicht mehr ruhig schlafen kannst und deine kühnsten Träume sehr greifbar scheinen, dann bist du mit hoher Wahrscheinlichkeit ein Typ 2-Instagrammer!

Die Erfolgskriterien für die 100.000 Follower in 48 Stunden laut diesem Video sind:

  • Eine "Nische", die extrem groß ist wählen (in dem Fall Fitness, geht aber bestimmt auch mit Travel, Fashion, Food und vielleicht auch mit Schmink-Tipps).
  • Ein fancy Profil mit schönem Logo.
  • Kurartierter (ausgewählter) Fremd-Content, der frisch ist und sehr hohes Engagement zeigt. Andere würden "geklaut" sagen.
  • Ein Liste von relevanten Profilen in der Nische mit Millionen Followern und den Kontakten dazu.

In dem Video wird gezeigt, wie am Ende tatsächlich 100.000 Follower in 48 Stunden ohne Instagram Bots aufgebaut werden. Was aber nicht gesagt wird ist, wie teuer das ganze ist und wie lange die Vorarbeit zum Aufbau des Netzwerks gedauert hat. Es klingt, als sei es eine Selbstverständlichkeit, dass irgendwelche Profile mit Millionen Followern deine "Anzeige" posten und dir Traffic zuschieben. Ich persönlich vermute, dass hier eine Mischung aus viel Geld, einem guten Netzwerk und Ruhm im Austausch geflossen ist. Ruhm, weil die Profile in diesem Video genannt werden.

Ein Typ 2 Beispiel aus Deutschland

Ein deutsches Influencer Beispiel ist @sir.foxalot. Christoph ist ein guter Freund von mir, den ich bereits aus Schulzeiten kenne. Neulich haben wir uns getroffen und er hat mir erzählt, dass er seit einer Weile bei Instagram aktiv ist. Sein Instagram Profil weißt bereits über 27.000 Follower auf. 

Für mich ist Christoph ebenfalls ein Typ 2 Instagrammer. Die Marke ist er selbst. Sein Ziel sind möglichst viele Follower und Engagement. Bevor er das Profil hatte, hatte er sein Produkt (z.B. Werbefläche für die Partner, die er jetzt hat) noch nicht gehabt. Heute verdient er über verschiedene Wege Geld mit seinem Instagram Profil. Regelmäßig promoted er z.B. Kleidung / Online Shops und ist mittlerweile sogar in einer Model-Kartei gelandet. Well done.

Christoph ist ein gutes Beispiel, was zeigt, dass der Aufbau eines Instagram Influencer Profils innerhalb kurzer Zeit möglich ist (etwa 1 Jahr), aber es auch viel Arbeit bedeutet. 

Bildschirmfoto 2018 02 18 um 09.30.25

Die Kurve seiner Follower Entwicklung (via Socialblade.com) ist nicht ganz linear, aber ging stetig nach oben.

Was genau er für diesen Erfolgt gemacht hat, beschreibt er in seinem eBook, was ich mir ebenfalls angeschaut habe. Von kleinen Tipps zum Aufbau des Profils und der Reichweite bis hin zum Umgang mit Partnern und den Optionen Geld damit zu verdienen, hat er alles auf insgesamt 46 Seiten ordentlich aufgeschrieben. Wenn du Typ 2 Influencer werden möchtest und ein Business planst, dann sind die 7€ für seine Erfahrungen in Form seines eBooks vermutlich gut angelegt.

Pro Werbe-Post verdient er aktuell zwischen 100€ und 300€. Wenn man das ein wenig hochrechnet, kann das schon ein Gehalt sein. Über die Nachhaltigkeit und inhaltliche Relevanz möchte ich an dieser Stelle bewusst nicht diskutieren. Als Business betrachtet kann man erstmal den Stempel "erfolgreich" dran machen.

Instagram Anleitung für Brands und Communities (Typ 3)

Ähnlich wie beim Start eines eigenen Blogs ist ein Instagram Account erstmal nur ein Kanal, aber noch nicht das Produkt. Wer einen Blog startet verdient damit erstmal noch kein Geld. Erst, wenn ich anfange Werbeflächen, eBooks, Dienstleistungen, Affiliate- oder physische Produkte zu verkaufen, dann ist das ein Produkt.

Auch für Typ 3 Influencer ist der Instagram also erstmal nur ein Kanal. An der Stelle sehe ich tatsächlich eine Überschneidung von Typ 2 und Typ 3. Wo ich allerdings einen großen Unterschied sehe sind die Authentizität des Protagonisten und die Auswahl der Zielgruppe.

Ich selbst betrachte mein Profil derzeit als Typ 3. Hier ist warum:

  • Ich habe bereits eine aktive Community
  • Ich habe Produkte (Buchhaltungssoftware, Kaffee, Reisetipps für Surfer, und z.B. Affiliate Partnerschaften hier bei LetsSeeWhatworks) 
  • Ich habe eine Zielgruppe (Menschen, die als Unternehmer etwas aufbauen wollen, um einen Lifestyle zu leben, den sie selbst bestimmen können. Sekundär-Zielgruppe sind sind natürlich auch Kaffee-Fans und Surf-Reisende).

Mir ist nicht so wichtig viele Follower zu bekommen (ich freu mich trotzdem darüber), aber meine primäre Kennzahl sind "echte Follower" und "echtes Engagement" (keine Bot-Komplimente). Ich möchte Menschen erreichen, für die mindestens eines meiner Produkte relevant sein könnte. Ich freue mich nicht, wenn mir irgendwelche Restaurants aus Vietnam folgen und mir ein "awesome profile" Kompliment schenken. Im Gegenteil: Sie machen meine Kennzahlen (echtes Engagement) kaputt. 

Meine Maßnahmen und Ergebnisse in den ersten 10 Tagen auf Instagram

Die folgenden Maßnahmen habe ich alle auf meinem Instagram Profil @christhaefner durchgeführt und möchte diese hier als eine Art Instagram Anleitung wiedergeben, mit denen ich knapp 500 Follower in 10 Tagen "aufgebaut" haben. Damit bin ich weit davon entfernt ein Influencer zu sein und ich will ich nicht behaupten, dass es ein erfolgreicher Start war (keine 100k Follower in 48 Stunden geschafft). Dennoch bin ich zufrieden. 

Ich erreiche offenbar viele für mich relevante Menschen und schaffe in den Stories über 35% Engagement (35% meiner Follower schauen meine Stories an). Ich hab mir sagen lassen, dass ca. 3% bei größeren Profilen eher üblich sind. Ein paar wenige sollen auch bis zu 15% schaffen. Schreib deine Werte gerne in die Kommentare. 

Auch in dieser frühen Phase habe ich bereits ein paar Schlüsse ziehen können, die vielleicht für den ein oder anderen angehenden Typ 3 Instagrammer hilfreich sein könnten. Das sind meine Maßnahmen, um eine relevante Followerschaft aufzubauen:

Maßnahme 1: Freunden auf Facebook Bescheid sagen

Ich habe gleich am ersten Tag mein Facebook Profil genutzt um die frohe neue Botschaft zu verkünden. Hier findest du den Beitrag. Da ich bereits über 2000 "Freunde" bei Facebook habe, waren die ersten 250 Follower schnell gesammelt. Die ersten 30 kamen übrigens durch den "mit Freunden verknüpfen" Effekt gleich bei der Anmeldung via Facebook zu Instagram. Die hatte ich schon vor dem ersten Bild. 

Maßnahme 2: In meiner Community Bescheid sagen

LetsSeeWhatWorks ist nicht nur ein Blog, sondern hat auch eine Facebook Community mit knapp über 2200 Mitgliedern zum Zeitpunkt der Veröffentlichung. In dem Post habe ich - im Gegensatz zu meinem privaten Profil - nicht einfach mitgeteilt, sondern auch um Feedback und Inspiration gebeten. Da die Facebook Community bereits meine vorhandene Community/Zielgruppe ist, wollte ich mich mit möglichst viele Menschen, die auch ein Instagram Profil haben, auf einem weiteren Kanal verbinden. Hier findest du den Post und die über 85 Kommentare! An der Stelle zeigt sich bereits, wie wichtig das bestehende Umfeld ist. Ob per Newsletter, Facebook oder beim Stammtisch, ich erreiche meine Community bereits auf anderen Kanälen. Daher geht es auch am Anfang recht schnell.

Neben dem Post bei Facebook habe ich auch einen Button auf die Startseite und in das Menü meines Blogs gesetzt. Der Blog hat im Testzeitraum am Tag ca. 1000-1500 Pageviews. Das Profil wurde auf der Startseite und im Menü verlinkt und hat am Tag ca. 5-10 Klicks auf mein Instagram Profil erzeugt. Mit Chimpify bin ich hier extrem flexibel in der Gestaltung.

So sieht die Startseite aus:

startseite lsww instagram

Und das waren die Ergebnisse der Klicks zum Instagram Profil:

Bildschirmfoto 2018 02 27 um 20.13.03

Der Button ist übrigens immer noch live und wird per Bitly getracked. Hier kannst du die Live-Statistik verfolgen, wenn dich das interessiert.

Maßnahme 3: Relevanten Content posten

Die Frage nach dem Content sollte sich jeder am Anfang stellen. Wenn meine Zielgruppe Unternehmer sind, dann sollte ich auch passende Bilder zum Thema hochladen. Da ich kein Top-Fotograf bin und das Authentizitätsgebot mir verbietet Stockfotos mit schlauen Sprüchen zu posten, musste ich hier etwas um die Ecke denken. Unternehmer sind deshalb Unternehmer, weil sie selbst bestimmen wollen, wie sie leben und arbeiten. Mir geht es da nicht anders. Meine Wahl war es diese unternehmerische Freiheit in Form eines Lebens als Digitaler Nomade auszuleben. Ich habe Zeit zu surfen und lebe das ganze Jahr am Strand. Und genau darum geht es auch in meinen Bildern.

Ein weiterer Kanal sind die Instagram Stories. Ein für mich noch fast ein viel spannenderes Thema. Die Stories zeigen kurze Bilder oder Videos, die nach 24 Stunden wieder weg sind. Perfekt, um echte Insights in das tägliche Leben zu geben. Meist sind Stories spontan und extrem authentisch und damit ein perfektes Mittel für Typ 3 Influencer. Ich nutze die Stories ab Tag 1 aktiv.

Maßnahme 4: Exklusiven Content posten

Der Content muss nicht nur schön anzusehen sein und grundsätzlich relevant für die Follower sein, sondern auch besonders und möglichst exklusiv. Zumindest habe ich mir das vorgenommen. Ich möchte einen Grund für meine Zielgruppe liefern, den Fokus von Facebook und Twitter jetzt auch auf Instagram zu lenken. Mein Versprechen war es Insights und Erfahrungen im Aufbau mit Instagram in den Stories live zu teilen und regelmäßig Updates zu neuen Erkenntnissen zu streuen. So habe ich beispielsweise Statistiken geteilt und per Story Video erzählt, dass ich z.B. diesen Artikel hier schreibe. Ich lasse meine Community also live an meinem Experiment teilhaben. Die Ergebnisse sind wirklich erstaunlich: Ein Drittel der Follower schauen sich meine Stories an. Hier wird schnell sichtbar, wie groß das Potential von Instagram als Engagement-Kanal ist. Ich bin mir bewusst, dass wir noch im Bereich der sehr kleinen Zahlen sind. Aber dennoch beeindruckend. So sieht das z.B. aus in meinen Stories:

instagram anleitung christian

Maßnahme 5: Instagram Takeover bei einem anderen Account

Ein Freund hat mich nach 3 Tagen gefragt, ob ich nicht seinen Account mit 6000+ Followern für einen Tag übernehmen möchte. Der Account ist von einem Surf-Blogger und veröffentlicht primär Bilder rund um Surfen, Strände, Yoga und Lebensweißheiten. Nicht 100% treffgenau für mich, aber das Angebot war verlockend. Immerhin bin ich ebenfalls Surfer und am Folgetag wollte ich ohnehin zu einem Surf-Wettbewerb in der Gegend fahren. Die Maßnahme hatte einen Tag angedauert und mir ein paar neue Follower gebracht. Dafür habe ich mehrere Stories, ein Live Video und 2 Bilder hochgeladen. In erster Linie hat es Spaß gemacht. Als Akquise-Kanal hat es nicht besonders gut funktioniert, da die Zielgruppe nicht gut gepasst hatte.

Maßnahme 6: Follower mit Hashtags finden und interagieren

Diese Maßnahme ist mit dem größten Aufwand verbunden, scheint aber auch recht wirksam zu sein. Immer, wenn ich selbst bestimmte Hashtags verwende, bekomme ich neue Follower durch Bots, die mir einen Tag später wieder entfolgen. Wenn ich selbst jedoch per Hand relevante Hashtags wie z.B. #digitalenomaden suche (relevant = z.B. in deutscher Sprache + Menschen in ähnlicher Situation) und dann bei den Bilder einen sinnvollen Kommentar hinterlasse und ebenfalls dem Nutzer folge, dann geht es ganz schnell mit dem Follower Aufbau.

An der Stelle darf man durchaus die Sinnhaftigkeit von Instagram Bots nochmal neu bewerten. Ich selbst nutze sie allerdings nicht.

Maßnahme 7: Persönliche Einblicke geben

Der Mensch ist neugierig und sensationsgeil. Ich auch. Um die Aufmerksamkeit für sich zu gewinnen, muss man also auch etwas bieten. Bis zum Start meines Instagram Profils habe ich selten und nur sehr bewusst private Einblicke gegeben. Alles war wohl dosiert und sehr gezielt eingesetzt worden. 

Das hat sich jetzt schlagartig geändert. Meine Frau und ich haben extrem viele Bilder auf unserer Dauerreise als surfende Digitalen Nomaden gemacht, die ich nun nutzen kann. Ich poste Bilder, die ich zwar bewusst wähle, aber auf denen nun häufig ich selbst zu sehen bin. Das ist eher untypisch für mich...bis jetzt zumindest. Ich zeige mich mit Freunden im Urlaub und filme mich morgens nach dem Frühstück ungeschminkt und mit verwuselten Haaren. All das ist Teil der Authentizität, die ich gerne vermitteln möchte. Wenn ich nur Stockfotos oder Fremd-Content nutzen würde, wüsste ich selbst auch nicht, warum ich mir folgen sollte. Ich liefere also das, was ich auch bei anderen Leute gut finde, denen ich folge.

Maßnahme 8: Diesen Blogpost schreiben

Eine Community ist eine Gruppe von Menschen, die ein gemeinsames Interesse haben und sich regelmäßig dazu untereinander austauschen. Es gibt ein gemeinsames Thema, eine bestimmte Kultur und verschiedene Wege und Ort, wo und wie der Austausch stattfinden kann. Bei LetsSeeWhatWorks ist das auch so. Meine Mittel sind neben der Facebook Gruppe z.B. auch dieser Blog, ein Newsletter, ein Youtube Kanal, Treffen im echten Leben, Skype-Telefonate, etc.. Eine Community ist zwar nicht Technologie-gebunden, aber all das sind Kanäle, die ich nutzen kann und werde, um auf mein Instagram Profil aufmerksam zu machen und darüber die Community zu erweitern, bzw. den Austausch zu intensivieren. Genau so kann ich es dann auch anders herum nutzen, und z.B. via Instagram Story mitteilen, dass ich hier einen neuen Blogpost veröffentlicht habe. Diese Maßnahme ist ein Typ 3 Privileg. Wer keine Community (Brand/Zielgruppe) hat, der muss mehr auf Hashtags und Mechaniken innerhalb von Instagram vertrauen.

Erkenntnisse nach 10 Tagen Instagram

Als Typ 3 Instagrammer ist es mein Ziel meine vorhandene Zielgruppe und Community an einem weiteren, neuen Touchpoint und eine neue Art zu erreichen. Auf den ersten Blick klappt das ganz gut.

Besonders aufgefallen ist mir das extrem hohe Engagement. Viele "alte Freunde" haben sich plötzlich bei mir via Instagram Message gemeldet. Wir chatten und engagen was das Zeug hält. Dadurch, dass ich plötzlich private Einblicke gebe, scheint die Hemmschwelle für einen Kontaktversuch sehr niedrig geworden zu sein. Aber auch generell scheint Instagram deutlich mehr Engagement zu zeigen als es bei Facebook der Fall ist. Von 100 Menschen, die ein Bild sehen, sind 30-50 Likes auf dem Bild keine Seltenheit. Dieses Engagement ist nicht nur psychologisch wertvoll, sondern kann z.B. auch in Form von Engagement Custom Audiences später wiederverwertet werden (z.B. für Retargeting bei Facebook). Sobald also ein klares Produkt dahinter steht, macht das durchaus Sinn. Da die Zielgruppe passt, macht das auch für die Follower Sinn. Durch das gezielte Targeting über Custom Audiences bekommen sie relevante Inhalte (relevante Werbung). Für alle Seiten also ein Gewinn, natürlich auch für Facebook ;-)

Die wichtigsten Erkenntnis ist aber, dass ich Spaß daran habe mein Leben und meine unternehmerischen Erkenntnisse in Form von Bildern und Stories zu teilen. Sicher muss ich an vielen Stellen noch besser werden. Aber ich bin zum Glück nicht so eitel, sodass mir das Probieren nicht sehr schwer fällt. Ich rede gerne und zeige gerne. Wer schüchtern ist, kann ja auch gerne erstmal als Typ 1 starten und mit dem vertrauten Kreis üben. Wenn du das Posten aber als "Aufgabe" siehst, dann macht es das ganze sicher langfristig schwieriger am Ball zu bleiben. Je mehr der Kanal aus dem natürlichen Tun heraus befüllt wird, desto einfacher ist es. Ich persönlich bin auch bei anderen Menschen Fan von authentischen Inhalten. 

Woran ich mich noch gewöhnen muss, ist zwischendurch im Alltag auch mal an ein Instagram-fähiges Bild zu denken. Da wir als Paar unterwegs sind und sie auch einen Instagram Account hat, können wir uns also prima gegenseitig fotografieren. Klingt ganz schön eitel, aber wenn man es als "Werkzeug" für (vielleicht extrem indirekten) Umsatz betrachtet, dann ist es doch wieder ein Job und rechtfertig durchaus auch einen solchen Aufwand. Der Markenaufbau wird so häufig von Unternehmen unterschätzt und vernachlässigt. Wer das also richtig macht, hat u.a. über Instagram eine tolle Differenzierungs-Chance.

Welche Erfahrungen ich weiterhin mache und wie sich mein Instagram Profil und Verhalten entwickelt, kannst du natürlich live verfolgen. Besonders die Entwicklung nach diesem Post hier wird spannend sein. Schau gerne mit rein, was passiert. Hier kommst du zu meinem Profil und hier kannst du die Entwicklung öffentlich einsehen.

Wie sind deine Instagram Erfahrungen. Würdest du eine andere Instagram Anleitung schreiben? Fehlt dir ein Instagram Typ oder macht die Abgrenzung keinen Sinn für dich?

Lesetipp: 15 Tools, mit denen du Instagram Posts planen kannst. 

13 Kommentare

  • Schöner Artikel! Und danke für das "Licht ins Dunkel" bringen, gab direkt ein paar windungen in meinem Kopf die angeregt wurden etwas zu machen! ;) Und.. Follower über XING sammeln, haken dran klappt! Denn da hab ich den Artikel aus dem Post erst gesehen! ;)
  • Hey Christian,

    bin durch deinen letzten Kommentar auf den Artikel Aufmerksam geworden. Sehr informativer Artikel. Ich selbst habe mich auch ewig gegen Insta verwehrt, es gibt genug andere Plattformen und reines Bilder posten ist nicht mein Ding...
    Momentan experimentieren wir für das Unternehmen etwas herum. Das Engagement ist höher als bei FB - das unterschreibe ich. Unsere Zielgruppe erreichen wir aber nicht. Geschäftsführer von mittelständischen Unternehmen tummeln sich, wie erwartet, weniger auf Insta. Darum schreibe ich diesem Kanal für uns immer noch keine große Bedeutung zu - höchstens nur Mitarbeiterakquise.

    Viele Grüße
    Lea
  • Hi Christian, super informativer Artikel inklusive dem ein oder anderen Lacher - danke! Für mich ist Instagram immer noch ein Buch mit sieben Siegeln, nach deinem Artikel sind es vielleicht noch fünf. Ich bleib auf jeden Fall dran und bin gespannt, wie du das Rätsel lösen wirst!!
  • Hey Stefan,

    haha... ich bin auch noch bei 5 Siegeln, vielleicht 4. Aber es macht Spass Instagram zu benutzen, daher werde ich dran bleiben. Muss noch den richtigen Foto-Flow für mich finden. Bei den Stories klappt das schon ganz gut. Wenn du neue Erkenntnisse hast, ist LSW gerne deine Bühne: https://letsseewhatworks.com/autor-werden/
  • Danke für den Artikel und danke, dass es endlich wieder einen Artikel gibt! :)

    Habe keine Erfahrung mit Instagram, aber zwei Sachen fallen mir auf:

    "Fremd-Content": Tönt harmlos, ist aber eine Urheberrechtsverletzung. Kann man das einfach so tun, wenn man kein schlechtes Gewissen hat, oder drohen Abmahnungen? Auf Websites lässt man es ja besser bleiben, ein gutes Bild per Google zu suchen und zu kopieren...

    Bots: Der Immobilienmakler im Dorf hat neuerdings einen Instagram-Account. War verwundert, dass er schon 300 Follower hat. Wenn man genauer hinschaut, sieht man aber, dass das Bots sind, die Bilder automatisch kommentieren. (In diesem Fall meist von anderen Immobilienfirmen, auch aus dem Ausland. Kamen wohl über die Hashtags.) Habe das Gefühl, dass es auf Instagram hauptsächlich Engagement von Bots oder von Leuten, die auf der Suche nach Followern ohne Interesse Sachen liken, gibt und nicht von "normalen" Leuten, die sich für die Inhalte interessieren. Täuscht das?
  • Hey Meinrad,

    wer Fremd-Content nutzt, läuft immer in Gefahr eine Urheberrechtsverletzung zu begehen. Selbst bei Plattformen wie pixabay oder unsplash weiss man das am Ende auch nicht sicher. Falls es doch mal passiert, ist derjenige Schuld, der das Bild verwendet hat. Schau mal hier für weitere Infos dazu: https://letsseewhatworks.com/creative-commons-bilder/

    Das mit dem Bot Engagement ist halt so eine Sache. Was hat der Immobilien Mensch davon, dass ihm andere Immobilien Accounts aus dem Ausland folgen? Muss jeder selbst wissen... Aber diesen exzessiven Wachstums-Trend kann ich nicht so richtig nachvollziehen.
  • Hallo Christian,

    herzlichen Dank für deinen Einblick in deine Erkenntnis.

    Ich habe für Dich noch eine coole und einfache Strategie für Instagram Community-Building von Garyvee:

    Ich denke, dass kann Dir sehr helfen, um deine Maßnahme 6 zu professionalisieren:
    https://youtu.be/hK44tMrhDzs

    Beste Grüße aus Hamburg
  • Hey Dennis,

    ja, macht total Sinn. Hatte das auch schon gesehen/gelesen irgendwo. Am Ende ist es Arbeitszeit, die man hier auf jeden Fall investieren sollte. Sobald der Return klar und messbar ist, wird die Entscheidung einfach hier mehr Zeit rein zu stecken.
  • "Da ich kein Top-Fotograf bin und das Authentizitätsgebot mir verbietet Stockfotos mit schlauen Sprüchen zu posten, musste ich hier etwas um die Ecke denken." 😍🍻
    Spaß beiseite:

    Ich mag es wie "analytisch" du solche Themen angehst und aufbereitst und gerade der Aspekt der Zielsetzung bzw Strategie ist ungemein wichtig.

    Wir konnten mit unserem Blog-Kanal @soulmush relativ gute Reichweiten und auch recht hohes Engagement erzielen, allerdings merke ich jetzt dass die Community dort leider hauptsächlich englischsprachig ist und demnach unempfänglich für deutschen content ist, was uns als blogger mit deutschem content natürlich nullkommanull hilft – naja, zumindest war es das learning wert :)

    Das ganze hat mich auf jeden Fall sehr inspiriert meinen privaten Kanal @dlrmco nun auch mal einen Monat lang aktiver zu bespielen und danach eine review zu machen!
  • Hey Daniel,

    danke für dein Feedback. Die Sprache war die erste Entscheidung, die ich gefällt habe. Es gibt ja echt super viele Instagram Nutzer auch in DE. Ich empfehle auf jeden Fall langfristig alles zu vereinheitlichen. Entweder machst du ein neues - nur deutsches - Profil für Soulmush, oder du schreibst auch auf Englisch. Auch beim Blog, den du dann verlinken könntest, ist halt die Frage nach dem langfristigen Ziel. Wie wird Geld verdient und mit wem? Wenn die Frage beantwortet ist, kannst du die Ausrichtung schärfen. Ich folge dir auf jeden Fall jetzt auch privat schonmal ;-) Und vielen Dank für den Tipp mit dem 100k in 48h Video.
  • Schöner Artikel. Danke für die Einblicke! Vielleicht könntest du hier oder auf Instagram mal aus deiner Sicht erläutern, wofür man eigentlich die Storys oder die normalen Posts benutzt.. Daraus bin ich noch nicht ganz schlau geworden.
  • Hey Josef,

    meine persönliche Empfindung ist, dass Bilder eher dein "Thema" beschreiben sollten. Reisen, Food, Surfen, etc... die zeitliche Reihenfolge ist nicht ganz so wichtig. Die Stories hingegen sind das "Tagebuch" und zeigen mehr von der Person dahinter. Das können auch Sachen sein, die nicht direkt zum "Thema" passen. Stories zeichnen sich auch durch eine bestimmte Unprofessionalität aus. Sie sind schnell gemacht und sollen in erster Linie unterhalten und der Zielgruppe vermitteln, was dich jetzt gerade an diesem Tag beschäftigt. Stories sind der Grund, warum morgen nochmal jemand dein Profil besucht. Bilder sind der Grund, warum man dich findet.

    Hoffe das hilft. Würde mich aber auch interessieren, wie andere das Thema sehen.
  • Hi Josef, der große Unterschied ist:

    1. Der Post bleibt solange in deiner Timeline, solange Du es selbst nicht löscht.
    2. Die Story löscht sich nach 24 Stunden selbst und hinterlässt nur einen kurzen Einblick in das was dich gerade in DEM Moment beschäftigt und was Du teilen willst.

    Man kann sagen:
    Zu 1. Dient dazu permanenten schönen Content zu hinterlassen
    Zu 2. Dient schnellen einfachen vielleicht auch unschönen Content zu hinterlassen, der die Community aber für genau die 24 Stunden bewegt.

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