Influencer Marketing: Wie du es dir mit Influencern definitiv verscherzt

Influencer Marketing: Wie du es dir mit Influencern definitiv verscherzt

„Influenza? Was hast du dir denn wieder eingefangen?!“ Höhö. So lustig dieser Wortwitz sein mag: Es steckt trotzdem ein Körnchen Wahrheit drin. Denn Influencer Marketing, also die Zusammenarbeit von Unternehmen mit Meinungsmachern in der Social Media Welt, scheint bei vielen Unternehmen noch nicht so richtig verstanden worden zu sein. Zumindest ist das meine persönliche Erfahrung, über die ich in diesem Beitrag berichten möchte. 

Influencer Marketing kann durchaus Sinn machen, sowohl für Unternehmen, als auch für Influencer selbst. Richtig eingesetzt in der passenden Zielgruppe, kann Influencer Marketing sehr wirksam sein. Doch leider geben sich viele Unternehmen nicht ausreichend Mühe, um dahin zu kommen.

Von frechen Anfragen über wirklich dreiste Forderungen bis hin zu Deal-Angeboten, die schlichtweg ausserhalb der Grauzonen von Google sind und eine empfindliche manuelle Maßnahme kosten können, hab ich alles schon persönlich erlebt. Dieser Beitrag ist also eher aus der Kategorie "Let´s See What Sucked" und soll aber vor allem Unternehmen dazu inspirieren, sich besser auf die Zusammenarbeit mit Influencern vorzubereiten. 

Tipp: Ein Vertrag zwischen Influencer und Unternehmen macht vieles einfacher! Darin ist klar definiert, was zu erwarten ist und was ausserhalb des vereinbarten Deals läuft. Eine Investition, die sich für Influencer und Marketer schnell auszahlt. Hier kannst du dir den Vertrag von easycontracts.de kaufen.

Meine Erfahrungen aus Sicht eines Influencers

Der Beitrag spiegelt die Erfahrungen von meiner Frau Heidi und mir wieder. Gemeinsam betreiben wir u.a. die Projekte meerdavon (Reiseblog), Happy Coffee (Kaffeemagazin und Shop) und diesen Blog LetsSeeWhatWorks (Unternehmer-/Gründer Blog). Bei den drei Projekten bekommen in Summe etwa 15 Anfragen für Partnerschaften im Monat, die ich in der Kategorie Influencer Marketing einsortieren würde. Die meisten davon kommen für meerdavon, ein Online Magazin (Blog) in einer klar definierten Nischen-Zielgruppe: Menschen in Deutschland, die gerne Surfen und an Orte reisen, wo man surfen kann. 

Gerade bei meerdavon häufen sich die Anfragen. Kein Wunder, denn obwohl der Blog (an reinen Zahlen bewertet) eher zu den Kleineren in Deutschland gehört, kann die Nische für z.B. Surfcamps oder -schulen, Surfbrett- oder Surfbekleidungshersteller oder andere Unternehmen in der Szene durchaus attraktiv sein. Eine Woche in einem Surfcamp Woche kostet schnell 700€, Flüge nach Bali 500-800€, ein neues Surfbrett 400-800€, ein Neoprenanzug 400€ oder mehr. Wenn ich auf meine eigenen Jahre als Urlaubssurfer zurückschaue, waren Gesamtbudgets von 1000€ pro Urlaubswoche und Person nicht selten. Dazu kommen optional noch Lifestyle-Produkte wie Kleidung, Event-Tickets und Media-Kram.

Surfer und vor allem angehende Surfer geben viel Geld für Surf-Lifestyle aus, von dem viele Unternehmen gern ein Stückchen abhaben wollen. 

Unsere Basis

Unser Blog ist objektiv betrachtet noch klein, aber in unserer Nische ist es einer, der regelmäßig gefunden und erwähnt wird. Wir haben zum Zeitpunkt dieses Beitrags rund 20.000 monatliche Blog-Leser, 13.000 Fans bei Facebook und rund 3.000 Follower bei Instagram. 

Die Basis für unseren Surf- und Reise-Blog ist unser eigener Lifestyle. Wir sind flexibel, reisen als Digitale Nomaden selbst an die Orte, über die wir berichten, und schreiben aus erster Hand. Wir sind selbst Surfer und ständig Reisende. 

Unsere Geschichten und Erfahrungen werden mit hohem Anspruch an die Texte verfasst. Jeder Beitrag wird liebevoll komponiert und ist am Ende eine einmalige, aufregende und authentische Geschichte. Für unseren Anspruch an Qualität wurden wir kürzlich sogar mit einem Award ausgezeichnet. Mehr zu den Kooperationsmöglichkeiten - die wir anbieten - kannst du hier nachlesen.

Heidi Christian Java work

Heidi und ich in unserem "Office" an einem Surfer-Ort auf Java, Indonesien

Klar bin ich stolz auf die Entwicklung des Projektes, aber ich bin mir bewusst, dass wir immer noch eine kleine Nummer in der Welt des Influencer Marketing sind. Darum soll es aber hier gar nicht gehen. Denn selbst unsere aktuelle Reichweite lässt bereits gute Einblicke in die Praxis zu, was Influencer Marketing für so manches Unternehmen bedeutet. Teilweise wirklich erschreckend, aber sieh selbst!

Wenn Influencer Marketing schon bei der Kontaktaufnahme scheitert

Wer sich als Agentur oder Unternehmen die Mühe macht, eine E-Mail an einen potentiellen Werbepartner (Influencer) zu schreiben, der sollte vorher einen Blick auf die Website geworfen haben. Allein um zu wissen, mit wem er es zu tun hat. Klingt selbstverständlich, oder? Ist es aber scheinbar nicht. Das sind die häufigsten Fauxpas, die wir selbst bereits in unseren jungen Influencer-Jahren bereits erleben durften. Hier sind die lustigsten und frechsten Anfragen, die wir in den letzten Monaten bekamen:

1. Die klassischen Anfängerfehler

Zu den Klassikern gehören banale Dinge wie die falsche Sprache oder Anrede: "Herr" statt "Frau" oder ein falsch geschriebener Name kommen quasi in jeder dritten Anfrage vor. Und warum schreibt mir eine deutsche Agentur als deutschem Blog auf Englisch? Und wer ist Frau Müller? Nicht selten sind Firmen schon mit Copy & Pasten von eMails überfordert.

Was auch nicht selten vorkommt, ist die falsche Sportart, auf die wir angesprochen werden. Klar, geht es bei meerdavon um das Meer, aber wir sind Wellenreiter, keine Windsurfer, Kiter oder Golfer.

Übrigens werden nicht nur inhaltliche Fehler gemacht, auch die Form scheint nicht immer klar zu sein. Wir bloggen online. Mit Anfragen zu Werbung in unserem Printmagazin können wir nichts anfangen. Das gibt es nämlich nicht.

Am "witzigsten" finde ich aber E-Mails, in denen der Spieß plötzlich umgedreht wird. Statt über die Möglichkeiten zu sprechen, die WIR dem Unternehmen bieten können, sollen wir plötzlich irgendwas liefern... Echt komisch, aber sowas kommt bei uns an:

We would like to propose you a partnership in order to promote the XYZ Hotel via your website and/or printed publications. Various way of promotion are possible.
Please, find attached all details of this new establishment.
In the meantime, please, we would like to request your media kit and one free sample of your last printed magazine as well as your best offer

Bereits in der ersten E-Mail (in schlechtem Englisch von einer deutschen Agentur) wird der Spieß umgedreht. Plötzlich sollen wir ein "best offer" machen und ein "free sample" schicken (von etwas, was wir gar nicht haben)? In dem Fall war jede Hoffnung verloren. Wir haben die Mail einfach gelöscht.

2. Wenn Content-Agenturen mit "hochwertigem Content" kommen

Diese Anfrage von SEO Agenturen, die völlig unsortiert angeblich "1000-1500 Wörter hochwertigen Content passend für unsere Zielgruppe" anbieten wollen, hat bestimmt jeder Blogger schonmal bekommen. Diese Anfragen sind besonders nervig, weil 

  1. die Mails nie einen Opt-Out Link haben (nach einem Opt-In wurde auch nie gefragt),
  2. diese Agenturen erwarten den Content ohne Bezahlung platzieren zu wollen (weil der Content ja so besonders und hochwertig ist), und 
  3. das Themenumfeld eigentlich nie passt. Dahinter stecken meist irgendwelche Job-oder Gambling-Seiten und der Text ist meist eine Copy & Paste Snippet Sammlung von Wikipedia und andere Blogposts. 

3. Wenn ein Nein nicht akzeptiert wird

Wer kennt sie nicht, die PR-Heinis, die die Massen an Influencern immer wieder anschreiben und sich Infos nicht merken. Wir haben z.B. bereits vermehrt einer italienischen Koffermarke oder einem Hotel auf Mauritius gesagt, dass wir nicht mit ihnen zusammenarbeiten möchten. Hilft nichts, sie bleiben hartnäckig und fragen immer wieder an. Auch mein Wunsch, den Opt-Out aus dem Verteiler bitte bestätigt zu bekommen, wird weiterhin ignoriert. Wo ist die DSGVO, wenn man sie braucht? 

4. Wenn Blogger nur einen Tropfen aus der Gießkanne abbekommen

Wer einen Blog betreibt, der legt Wert auf guten Content. Das kann z.B. durch besonders gute Recherche, Exklusivität, ein besonderes Angebot oder ähnliches kommen. 

Das Gegenteil ist, wenn man sich fühlt, als bekäme man einen Tropfen aus dem Gießkannenprinzip ab. So exklusiv der Deal angekündigt wurde, so schnell verfliegt der Zauber, wenn man nach der Veröffentlichung siehst, dass derselbe Content bei 5 anderen Blogs in deiner Nische ebenfalls live gegangen ist. Da vergeht die Lust auf eine weitere Zusammenarbeit sofort.

Ich verstehe die Motivation der Unternehmen, aber in dem Fall empfehle ich lieber fünf individuelle Stories ausarbeiten, damit es auch ein zweites Mal gibt.

5. Wenn Blogger wie Praktikanten behandelt werden

Blogger haben es schon schwer genug. Denn bis man vom bloggen leben kann, ist es schon ein weiter weg. Je nach Formulierung kann eine Anfrage hier schnell noch unnötiges Salz in die Wunden streuen. Dabei könnte man tatsächlich mit ein paar Euro den gegenteiligen Effekt erzielen. Sätze wie „schreib doch mal über unser Produkt" oder "Hey, willst du nicht über uns schreiben?!“ helfen da nicht und sind aber leider Alltag für (angehende) Blogger und Influencer. Besonders die Anfragen, die eine Berichterstattung ohne Vergütung verlangen. 

Vielleicht klappt das in einer Welt, in der man von Luft und Liebe leben kann. Klappt aber leider nicht im echten Leben, in denen ein Blogger mit knapper Zeit zu kämpfen hat, um sich neben dem Job vielleicht gerade selbstständig zu machen

Mein Tipp: Wer einen Blogger in einer Frühphase erkennt, sollte lieber 50€ für eine Platzierung zahlen und dem Blogger damit Wertschätzung und vielleicht die ersten Umsätze bescheren. Er wird euch auf ewig dankbar sein!

6. Wenn Tohuwabohu-Firmen anfragen

Solche Firmen gibt es oft. Man erkennt sie daran, dass jede Woche ein neuer PR Mitarbeiter mit einer ähnlichen Anfrage kommt und niemand von dem anderen weiss. Es scheint dort weder eine interne Verteiler-Liste, noch ein CRM zu geben, in dem vergangene Kommunikation festgehalten wurde. Als Blogger frustriert es, immer wieder bei Null anzufangen. Beim Unternehmen scheint das nicht so schlimm zu sein, denn nächste Woche haben sie es eh wieder vergessen.

7. Wenn das Feingefühl beim Abstimmen der Kooperationsbedingungen fehlt

Selbst, wenn der Erstkontakt geglückt ist, kann immer noch erstaunlich viel schief gehen. Das hier sind alles Situationen, über die wir selbst schon staunen konnte.

Ungleiche Barter-Deals

Generell nichts verwerfliches, wenn die Gegenleistung stimmt. Ein kostenloses T-Shirt zu schicken oder ein Produkt zum Verlosen für die Leser bereitzustellen und dafür erwarten einen 360Grad Kampagne zu bekommen, geht dann allerdings doch zu weit. 

Versteckte Kampagnen

Hurra, wir sind nominiert! Das ist das Gefühl, was man bei Influencern auslösen will, wenn sie auserwählt wurden bei einem Gewinnspiel mitzumachen. Alles, was wir jetzt noch tun müssen, ist die Aktion bei Facebook zu teilen und Votes einzusammeln. 

Ganz schön smart, denn die Kampagne hat in dem Moment bereits begonnen, und zwar ohne Bezahlung. So wurden wir z.B. bereits zu einer Hashtag-Instagram Schlacht aufgerufen, um vielleicht am Ende ein Fotoshooting zu gewinnen, bei dem wir am Ende nicht mal die Bildrechte gehabt hätten. Auch Preisverleihungen wurden für solche Kampagnen bereits ins Leben gerufen.

Banner- oder Linktausch

Mal abgesehen davon, dass diese Methoden eher vor 5-10 Jahren noch gängig waren, wird einfach unterstellt, dass der Wert (Traffic/Zielgruppe) beider Seiten gleich ist. Ist meistens nicht der Fall. 

Mit Krümeln locken zu den Kosten eine Kuchens

Da bekommt man ein kostenloses Ticket zu einem Event oder einer Preisverleihung und wird mit kostenlosem Eintritt und Buffet gelockt. Die Flug- und Übernachtungskosten in Höhe mehrerer hundert Euro werden natürlich nicht übernommen. Die Instagram-Stories vor Ort werden selbstverständlich auch nicht vergütet.

Kriminelle Energien

Nichts bleibt unversucht und auch in 2018 sind die Do-Follow-Link Sammler noch aktiv und verlangen, dass wir unsere guten Rankings durch eine Abstrafung von Google riskieren.

Auch verstoßen Facebook Gewinnspiele, wo die Leute ihre Freunde taggen sollen, gegen die Facebook Richtlinien und können zur Sperrung der Seite führen. Ob kriminelle Energien oder einfach nur Unwissenheit dahinter stecken, ist eigentlich egal. Wer sich als Blogger auf solche Deals einlässt, riskiert langfristige Schäden.

Sinnlos-Deals

Manchmal machen Deals einfach keinen Sinn. Warum sollten wir z.B. als Surfblogger im Sommer zum Surfen an die Ostsee fahren, wo es keine Wellen gibt?  

Surf Camp-Besuche, die nicht halten, was versprochen wurde

Wir haben mittlerweile schon mehrere gesponserte Besuche bei Surfschulen und Surfcamps abgebrochen, weil das, was wir sahen, nicht das war, was verkauft wurde. Teilweise geht es um Kleinigkeiten, manchmal liegen aber auch Welten zwischen den Bildern auf der Website und der echten Welt. Es könnte so einfach sein... aber offenbar ist Erfolg für die meisten Unternehmen, wenn der Deal vereinbart wurde, nicht wenn die Berichterstattung gut ist. 

Influencer: Wer zählt eigentlich dazu?

Eine richtige Definition für Influencer oder Influencer Marketing ist nicht so richtig in Stein gemeißelt, auch wenn hier und da immer gerne Zahlen wie 10.000 Instagram Follower oder 100.000 monatliche Blogleser genannt werden. Am Ende kommt es auf die Qualität an. Stell dir vor, du erreichst nur 50 Menschen, aber jedes Mal, wenn du ein neues Produkt beim Stammtisch-Treffen in der 50er Runde vorstellst, kaufen 45 davon ungesehen das Produkt. Das kann mehr Umsatz bedeuten, als wenn Lena Gercke dein T-Shirt anzieht und auf Instagram postet oder du auf Seite 1 der BILD Zeitung landest. Warum? Weil dein Einfluss (engl. influence) auf die Mitmenschen stärker ist, als es bei vermeintlich großen Reichweitenkanälen der Fall ist.

Im Marketing-Sprech fällt so jemand eher unter die Gattung der Micro-Influencer, also Menschen, die zwar einen besonderen Einfluss auf eine umliegende Zielgruppe haben, obwohl die objektiv bewertbaren Zahlen (Likes, Klicks und Follower) eigentlich nicht für den Influencer Status sprechen.

Influencer müssen keine Promis sein

Promis haben bestimmt ihre Daseinsberechtigung in unsere Gesellschaft. Das macht sie aber noch lange nicht zum passenden Influencer. Sie sind teuer (als Werbefläche) und der Effekt geht meist unter. Je stärker die Person selbst die Marke ist, desto herausfordernder wird es eine zusätzliche Botschaft zu vermitteln.

Es ist, als würde ich eine Marmeladen-Werbung auf eine Nutella-Glas kleben. Das erreicht Millionen Menschen, die aber eigentlich lieber Nutella statt Marmelade wollen.

Ich finde Lena Gercke toll, aber ein "unbekannter" Youtuber/Blogger/Instagrammer, der 1000 echte Menschen in seiner Nische tatsächlich in ihrer Kaufentscheidung beeinflussen kann, kann die Botschaft vermutlich effektiver und viel günstiger vermitteln.

Micro-Influencer sind keine Praktikanten

Nur, weil jemand keine Millionen Fans und Follower hat, muss das noch lange nicht bedeuten, dass er nicht für seine Marketing Effekte bezahlt werden soll. Vor allem Agenturen verstehen diesen Teil beim Influencer Marketing meist falsch. Statt zu fragen, welches Produkt für die Zielgruppe passen könnte, ist die erste Frage immer nach der Reichweite in Form von Lesern, Fans oder Followern.

Eine Erwartungshaltung, die den Teufelskreis der Influencer Industrie ins Drehen gebracht hat und schlecht für die gesamte Branche ist. Denn einige schlaue Füchse - die ganz normale Zivilisten sind - haben diese Erwartungshaltung von Unternehmen erkannt und mit Hilfe von Instagram Bots und Co günstige Likes oder Views aus Fernost ihre Profile gepimpt. Wer keinen wert auf Authentizität oder der Qualität der eigenen Marke legt, sondern nur auf großen Zahlen, der kann heute quasi über Nacht zum "Zahlen-Influencer" werden. Ob sich daraus eine erfolgreiche Marketingkampagne ableiten lässt, wage ich zu bezweifeln.

Fazit

Wir drehen uns beim Influencer Marketing also im Kreis. Unternehmen schimpfen, dass Influencer Marketing nicht funktioniert. Auf der anderen Seite vergraulen sie die potentiell passenden Influencer (die Money Maker) mit unverschämten Anfragen wie oben gezeigt.

Aus meiner Erfahrung hat sich folgende Daumenformel bisher gut aus Markensicht bewahrheitet: 

Je mehr verschiedene Produkte ein Influencer bewirbt, desto schlechter der Werbeeffekt. 

Im besten Fall sollte ein Influencer ein langfristiger Botschafter für eine oder zwei Marken werden, und damit auch langfristig ein authentisches Auftreten erarbeiten kann. Von einem Instagram Post ist noch niemand reich geworden. Eine langfristige und ggf. teilweise erfolgsbasierte Zusammenarbeit bietet beiden Seiten deutliche bessere Chancen auf gute Ergebnisse. Exklusivität spielt hier eine ebenso große Rolle wie Nutzungsrechte der Influencer Inhalte für Unternehmen. Zu sehr mitmischen wollen sollen man als Marke allerdings auch nicht, denn sonst verliert der Influencer nicht nur die Lust, sondern auch die Authentizität, für die Follower folgen.

Influencer Marketing ist ein schmaler Grat und kostet Zeit. Das wissen wir schon, seit es Blogger Relations gibt. Statt Copy & Paste Anfragen zu schicken, macht es Sinn sich mit den Menschen einzeln auseinander zu setzen und eine Wellenlänge zu schaffen. 

Noch ein Hinweis zum Schluss. Die genannten Beispiele sind subjektiv und nur eine Auswahl an Negativbeispielen. Natürlich haben wir auch schon gute Erfahrungen gemacht. Wenn du selbst Erfahrungen als Influencer oder Agentur gemacht hast, schreib gerne einen Kommentar.

8 Kommentare

  • Hallo, es gibt immer zwei Sichtweise. Ich kenne die Sichtweise als Shop in der wir von Bloggern angefragt werden und zwar Blogger unterschiedlicher Größe. Und wenn ich mir das ansehe dann frage ich mich echt was das teilweise soll: da wird alles, alles mögliche vorgestellt und kein roter Faden ist ersichtlich. Oder ich erhalte regelrechte Einkaufslisten damit diese Produkte dann einmal in die Kamera gehalten werden und einmal unter dem Video der Shop genannt wird. Oder wenn dann mal eine gut gemachte Anfrage vorliegt und ich antworte auf die Mail und frage konkret nach dann kommt keine Antwort.
    So sind meine Erfahrungen und die machen dann auch keinen Spaß.
    Von den vielen Anfragen die bei einem Hersteller oder Händler landen sind auch oft viele genauso unqualifiziert wie andersrum.

    Viele Grüße,
    Sabine
  • Hey Sabine,

    kenne ich ebenso! Komische Anfragen von Influencern gibt es auch extrem viele. Das wär nochmal einen eigenen Text wert ;-)
  • Hallo Christian,

    ich glaube das Problem liegt nicht immer an den Firmen selber, sondern auch viel an den Bloggern / Youtubern bzw. Influencern. Ich selbst bin ja auch Bloggerin und habe schon Aufträge für 200 € aufwärts abwickeln können. Es gibt aber viele Influencer mit einer viel höheren Reichweite, die einfach alles umsonst oder für viel weniger machen und sich ihres Wertes nicht bewusst sind, oder "authentisch" bleiben und kein Geld wollen.

    Beispiel: Ich hatte neulich ein Auftrag angefragt für die Vorstellung eines Merchandise Shop, mit Zusendung 1 oder 2 Artikel + 100,00 € Gage, SEO orientierter Beitrag, mindestens 1.000 Wörter usw.
    Eigentlich recht professionelles Angebot mit einer Aufrufzahl von ca. 30.000 im Monat.

    Als Antwort bekam ich eine höfliche aber eindeutige Nachricht. Mir wurde als Beispiel ein Youtube Kanal genannt, mit 200.000 Abonennten, der die Merchandise Produkte kostenlos in die Kamera hält, im TITEL und im THUMBNAIL den E-Commerce Shop mit kompletter URL nennt.

    Der Kommentar zum CEO des Shops: Er macht das umsonst für mich. Warum soll ich für deine Reichweite überhaupt zahlen?

    Anderes Beispiel: Ein Youtuber mit 1 Millionen Abonennten wird zu einem "exklusiven" Nintendo Event zur neuen Switch eingeladen (verstecktes Marketing, wie du oben erwähnt hattest.). Das Event ist angeblich sooo exklusiv, dass nur die größten und reichweitenstärksten Leute eingeladen werden (Joa, hat ja auch einen Grund...), aber der Youtuber zahlt sein Hotel, und seine Anreise selber (hat dies auch erwähnt) und freut sich trotzdem wie ein Keks, zu diesem Event eingeladen worden zu sein und dokumentiert samt kostenloser Switch alles in seinem Video und beteuert noch mal, dass er sonst keine weiteren Gelder erhalten hat.

    Da dachte ich mir nur, nach dem ich dieses Video sah: Der Youtuber hat 1 Millionen Abonennten, Aufrufzahl jedes Videos mindestens 400 - 500 TAUSEND und der Kerl zahlt Hotel und Anreise selbst, hat keine weiteren Werbegagen ausgehandelt? Entweder lügt er wie gedruckt um "authentisch" zu wirken oder ist wirklich ziemlich blöd, und hat vom Influencer Geschäft nichts verstanden.

    So komme ich mir als Blogger natürlich auch ziemlich vera*** vor. Natürlich.. .warum sollte eine Firma mit mir Microblogger zusammen arbeiten, wenn es die riesigen Influencer unter den Top 100 auf Youtube Deutschland gar UMSONST machen?

    Da wundert mich halt nichts mehr und dann wundert es mich auch nicht, dass die Firmen so freche Anfragen schicken. Irgendeiner wird immer sagen "ja mache ich".

    Liebe Grüße Leyla
  • Hey Leyla,

    da ist auf jeden Fall auch was dran. Am Ende muss aber jeder für sich sein ideales Geschäftsmodell finden. Wenn jemand ein Produkt gut findet und dafür auch kostenlos werben möchte, ist das auch ok. Firmen müssen allerdings auch verstehen, dass jeder anders ist. Wenn es nicht passt, dann passt es halt nicht.

    ich persönlich bin auch immer weniger Freund von klassischen Werbe-Deals. Stattdessen verkaufe ich lieber "Umsatz" für den Partnern, an dem er mich beteiligt.

    Bei LSWW hier geht das prima...bei meerdavon sind wir auch noch auf der Suche nach dem besten Modell. Lass dich auf jeden Fall nicht entmutigen und sag den Anfragen ab, wenn sie dir nicht passen. Egal, was andere machen.
  • Hey Thomas,

    ja, da hast du recht. Ich finde es an der Ostsee auch super schön und war auch schon ein paar Mal am Darß im Sommer, ohne Surfbrett. Die Fährwelle kann man surfen, das stimmt, aber das zählt irgendwie nicht, weil es so selten passiert. Interessant wird es, wenn Winterstürme das Wasser durchmischen und "echte" Wellen erzeugen. Und die gibt es im Sommer eigentlich nie da oben.
  • Hallo, was ist eine 360Grad Kampagne ? :)
    Liebe Gruß Maria
  • Hey Maria,

    360Grad steht für eine Rundum Kampagne, also Inhalte in verschiedenen Formaten (z.B. Bild/Video/Podcast/Text) und die Bewerbung auf verschiedenen Kanälen (z.B. im Blog, bei Facebook, usw.)

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