Growth Hacking: 10 schnelle Maßnahmen, mit denen du kurzfristig Inbound-Traffic erzeugst

Growth Hacking: 10 schnelle Maßnahmen, mit denen du kurzfristig Inbound-Traffic erzeugst

Um Kunden zu akquirieren müssen Startups und junge Unternehmen ohne große Budgets kreativ werden – das ist keine überraschende Erkenntnis. Ein eigentlich bekanntes Mittel dagegen hat nun einen neuen Namen bekommen, der langsam aber sicher von den USA zu uns nach Deutschland herüber schwappt: Growth Hacking.

Was hinter Growth Hacking steckt und welche Hacks man selbst anwenden kann, diskutiere ich in diesem Beitrag. Ein paar Dinge davon habe ich selbst bereits erfolgreich ausprobiert. Bei Growth Hacking geht es natürlich um Wachstum – allerdings mit Hilfe von Tricks und Kniffen, die ohne großzügigen Einsatz der Budget-Gießkanne auskommen.

Basics: Was ist Growth Hacking?

Der Begriff Growth Hacking setzt sich aus Wachstum und Hacking zusammen. Hacker sind laut Wikipedia Menschen, die „über ein Netzwerk in Computersysteme eindringen und zugleich Teil einer entsprechenden Szene sind“. Growth Hacker schaffen es also, in die Geheimnisse des online-basierten Wachstums bzw. Marketings einzudringen. Die Hauptwaffe dafür ist das Wissen über den eigenen Kunden, welches mit modernen Mitteln wie Landingpages, A/B-Tests und modernen Tracking-Methoden so tief ist wie noch nie zuvor. Auf Informationen, die jeder Einzelne im Netz hinterlässt, werden heute ganze Geschäftsmodelle aufgebaut. Dass jetzt auch kleine Unternehmen über dieses Wissen verfügen und Kunden ansprechen können, ist neu. Auch neu ist, dass man heute Kunden nicht nur per Werbung erreichen kann, sondern über viele verschiedene Netzwerke und Plattformen, auf denen man sich heute so tummelt.

Growth Hacking ist also die Entschlüsselung und das Beherrschen von Wachstumsmechanismen, die speziell für die eigene Zielgruppe funktionieren, vor allem im Internet. Demnach versuchen Growth Hacker, das Wachstum des eigenen Startups oder Projektes zu beschleunigen, zu automatisieren und in neue Höhen zu treiben. Soweit der Trend. Vor ein paar Jahren hat man diese Menschen vemutlich einfach nur Online Marketing-Experten genannt. Aber unabhängig davon, welchen Namen das Kind nun trägt – es macht auf jeden Fall Sinn. Es geht darum mehr zu erreichen, mehr …

  • Kunden
  • Follower
  • Fans
  • Newsletter-Abonnenten
  • Traffic
  • Reichweite
  • etc.

Als Begründer des Ansatzes gilt Sean Ellis, der 2010 in einem Beitrag auf seinem Blog zum ersten Mal vom Growth Hacking sprach. Andere Blogger mit ähnlichen Interessen nahmen seine Vision auf und der Begriff etablierte sich. Mittlerweile gibt es viele Foren und Blogs zu dem Thema. Hier ein Auszug:

  • startup-marketing.com – Der Blog von Sean Ellis, dem Begründer des Growth Hacking, der auch das folgende Portal gegründet hat.
  • growthhackers.com – Das Forum schlechthin zum Thema Growth Hacking. Hier tauschen sich Growth Hacker über ihre Erfolge aus und tüfteln gemeinsam an neuen Ansätzen.
  • growthhacker.tv – Hier findest du Rat von Growth Hacking Experten und kannst dir Interviews mit ihnen anschauen.
  • growhack.com – Ein umfassender Blog eines Growth Hackers mit dem Schwerpunkt „Learn how to get your first million users“.
  • inbound.org – Hier geht es speziell um Techniken, die den Inbound-Traffic erhöhen.

Was Growth Hacking so besonders macht

Die große Kunst des Growth Hacking ist der ideale Einsatz von alltäglichen digitalen Portalen, Kanälen und Anwendungen für mehr User. Im Gegensatz zu allgemeinen strategischen Ansätzen sind Growth Hacks nicht selten kleine Dinge, die schnelle Ergebnisse liefern. Die Summe aus vielen kleinen Hacks führt dann meist zum Erfolg.

Dazu testen, analysieren und verbessern Growth Hacker immer neue Ansätze und Mini-Strategien. Es wundert mich nicht, dass ein Großteil der Growth Hacker aus dem Startup-Umfeld stammt. Viel Motivation, skalierbare Modelle, aber kaum Geld um von Anfang an große Marketingstrategien zu bezahlen.

Was also tun?

Ist kein Geld vorhanden, müssen kostengünstige Wege gefunden werden, um damit Inbound Traffic zu generieren, der in zahlende Kunden konvertiert. Andrew Chen beschreibt einen Growth Hacker in einem Essay so:

„Eine Mischung aus Marketer und Programmierer, der die Frage ‚Wo bekomme ich Kunden für mein Produkt her?‘ mit Tests, Landing Pages, viralen Kampagnen, E-Mail-Zustellbarkeit und Open Graph beantwortet.“

Am Ende soll bei möglichst wenig Aufwand dauerhaft das Maximum an Signups, Kunden, etc. generiert werden. Diese Inbound Traffic-Strategie ist – neben einer sehr guten Produktstrategie – aus meiner Sicht für Online Businesses vielleicht der einzig wahre Weg, ein Unternehmen langfristig skalierbar aufzuziehen.

Growth Hacking funktioniert nicht nur für Startups, sondern für alle, die irgendwie online Geld verdienen wollen. Egal ob Blogger, digitaler Nomade, oder Experte für irgendwas… Jeder, der von Reichweite leben möchte, braucht Growth Hacking!

So geht’s: 10 schnelle Growth Hacks, die du sofort anwenden kannst

  1. Der 5 Minuten Linkedin Hack: Jeder halbwegs gut vernetzte Gründer hat eine ordentliche Zahl an Linkedin- oder Xing-Kontakten. Für diesen Hack nutzt du die Export-Funktion für Kontakte von Linkedin. Die bereitgestellte .csv Datei enthält die Emailadressen aller deiner Kontakte. Diese Datei importierst du bei deinem Mailing-Tool, z.B. Mailchimp. So kannst du allen deinen Kontakten auf einmal eine personalisierte Email mit Neuigkeiten oder z.B. einer Frage senden. Da ihr bereits über das Netzwerk im Austausch steht, ist der Opt-In bereits gegeben. Für Visitenkarten zählt dasselbe.
  2. Der Kommentar Hack: Mit einem Kommentar kannst du viel erreichen. Ich selbst konnte meinen Traffic mit nur einem Kommentar um täglich 66% erhöhen. Wie das genau funktioniert kannst du hier nachlesen.
  3. Der Automatisierungs-Hack: Ich bin ein großer Fan von Automatisierung. Automatisierung, um vor allem Zeit zu sparen und diese für neue Hacks zu nutzen. Automatisierung kann auch durch delegieren erfolgen. So habe ich z.B. einen Großteil des Bloggens automatisiert. Mein aktueller Zeitaufwand für einen Text wie diesen: eine Stunde pro Woche. Delegieren funktioniert auch bei vielen anderen Sachen, z.B. bei Social Media. Durch Tools wie Buffer kannst du so ein Vielfaches an Output generieren, ohne die ganze Zeit selbst vor den sozialen Netzwerken zu sitzen.
  4. Der FAQ Hack: Die FAQ sind nicht nur für deine bestehenden Kunden wichtig, sondern auch für die User, die noch Kunden werden sollen. Letztlich sind die FAQ nichts anderes, als eine weitere Form des Content-Marketings. Achte also auch hier auf die Grundregeln der Suchmaschinenoptimierung und baue CTAs (Call-to-Action Anweisungen) ein.
  5. Cialdini’s Principles & A/B Testing: Nutze Tools wie Convert.com oder Optimizely für das A/B-Testing und variiere die Anordnung, Farbe und Beschriftung von Buttons, Feldern, Headlines, usw. so lange, bis du die am besten konvertierende Variante gefunden hast. Die Richtlinien von Cialdini können dir dabei helfen.
  6. Der Google-Says-You-What-To-Do Hack: Einer der unbekanntesten, aber wohl bedeutendsten Hacks. Er thematisiert, dass du nicht versuchen sollst, Google dazu zu zwingen dein Projekt als etwas zu sehen, für das es Google bislang nicht sehen will. Viele tun das unbewusst, indem sie nicht richtig auswerten, wie Google ihr Projekt eigentlich sieht. Ich habe gelernt, dass es besser ist sich an Google anzupassen, als Google an sich selbst.
  7. Der Headline Hack: Dieser Hack zeigt dir, wie du Headlines generierst, die 100+ Shares in sozialen Netzwerken erreichen.
  8. Der Facebook-Fan Hack: Das größte soziale Netzwerk ist die Haupt-Trafficquelle für viele Websites. Diese Quelle lässt sich mit einigen Handgriffen noch weiter ausbauen. Dazu werden qualitativ schlechte Fans eliminiert, um die Interaktionsrate zu steigern.
  9. Der Landing Page Hack: Sprich deine Kunden kontext-sensitiv an und hole sie dort ab, wo sie ankommen! Die perfekte Variante dafür sind Landingpages, die mit Hilfe des o.g. A/B Hacks für spezielle Use Cases optimiert wurden. Ein Beispiel: Du postest auf deiner Facebook-Page regelmäßig über die Themen Kleidung für Damen und Herren. Dann solltest du dein „Publikum“ auch mit entsprechenden Stories abholen. Generiere also eine weibliche Landingpage, die du mit den Damenkleidungs-Posts verlinkst und eine männliche Page für Posts zum Thema Männerkleidung. Den Erfolg wirst du schnell bemerken.
  10. Der Private Reach Hack: Die eigene Reichweite in den sozialen Netzwerken wird immer (!) unterschätzt. Für mich ist mein privates Facebook-Profil elementarer Bestandteil der Kommunikation für FastBill. In meinem Beitrag dazu erfährst du weitere Hintergründe.

Wenn du dich etwas tiefer in die Thematik des Growth Hacking einliest, wirst du nach und nach immer mehr Methoden herausfinden, wie auch du dein Wachstum vervielfachen kannst.

Welche Tricks wendest du bereits an, um schneller zu wachsen?

Artikelbild: Photo by Alexandre Dulaunoy / (CC BY-SA 2.0)

13 Kommentare

  • […] immer wieder fest, dass die ultimative Vergleichskennzahl „Traffic“ lautet. Es geht um Hacks und darum, wie man mehr Traffic bekommt und die Grafik bei Google Analytics in die Höhe treiben […]
  • Als CEO und Website/Blog Betreiber sind solche Tips für mich wichtig. Nicht alle sind für uns gleichermaßen bedeutend, aber manche sind so einfach und offensichtlich dass man sie schnell übersieht. So zB der xing/linkedin Hack. Klar kann man hier über den Datenschutz streiten, aber die Angst vor Abmahnungen ist gerade im B2B Bereich doch oft eine theoretische (soll jetzt natürlich nicht als Aufforderung verstanden werden ;)
  • "Vor ein paar Jahren hat man diese Menschen vemutlich einfach nur Online Marketing-Experten genannt." Auf den Punkt gebracht ;-)

    Im Prinzip ist ein Buzz-Wort wie "Growth Hacking" nichts weiter als altes Wissen in einem neuen Gewand. Passiert ständig im Marketing. Das klingt jetzt vielleicht so, als wenn ich es doof finden würde ...tue ich nicht! Im Gegenteil, ich finde es elementar wichtig und clever.
  • Hi Christian,
    vielen Dank für diesen Artikel. Hatte gestern erst wie verrückt nach solchen Ansätzen gesucht. Zwar ist mein Blog erst 6 Tage alt...aber gerade deswegen die Thematik soo wichtig für mich. Danke Danke
    Viele Grüße
    Catherina
  • Dann viel Erfogl damit. Du hattest einen Tippfehler in der URL zu deinem Blog, den ich aber behoben hab.
  • Hi Chrisitan,

    Schöne Tipps zum Growth-Hacking.
    Ich bin jedoch gleich über den Ersten gestolpert. Ist das Importieren und Verwenden dieser Kontakte in deiner Mailling-Liste rechtssicher im Sinne des Double-OptIn? Meiner Meinung nach ich das rechtlich eine Grauzone.
    Ich lasse mich jedoch getne vom Gegenteil überzeugen :).

    Beste Grüße
    Jens
  • Hi Jens,

    ich hab den Linked-In Hack auch noch nicht probiert. Ich glaube ein Double-Optin ist damit auf jeden Fall noch nicht gegeben. Hier (http://www.likesmedia.de/2013/email-newsletter-serie-4-so-ists-recht-und-double-opt-in/) wird das z.B. auch noch mal mit Visitenkarten erläutert.

    Was du aber in jedem Fall machen kannst, ist den Leuten einmalig eine (Sammel-Mail) schicken und sie bitten sich anzumelden für den Newsletter. Vielleicht verpackst du es auch ein wenig und stellst eine Frage oder weißt auf einen Text hin.
    VG
    Christian
  • Der Begriff hacking ist auch so ein Modebegriff, der inzwischen auf alles mögliche angewandt wird, dessen Bedeutung man pushen will. Wenn ich das Prinzip jetzt "attention hacking" nenne, habe ich dann auch einen neuen Trend generiert? ;) Früher hätte man einfach gesagt "Kleinvieh macht auch Mist".

    Was jetzt nicht heißen soll, dass Dein Artikel Mist ist. Da sind ein paar Ideen dabei, die ich mir mal genauer anschauen werde. Danke Dir!
  • Was früher Online Marketing Experten waren sind heute Growth Hacker. Ich stimme dir zu. Aber warum nicht... Trends wie dieser geben dem Thema einfach noch mal frischen Wind. Und das finde ich gut.

    Ich habe den Begriff hier verwendet, weil Leser darauf gut reagieren ;-) Und das Keyword hat noch wenig Konkurrenz in Deutschland. Immer schön an SEO denken!
  • […] 10 sofort anwendbare Growth Hacking Tricks für mehr Inbound Traffic. Um Kunden zu akquirieren müssen Startups und junge Unternehmen ohne große Budgets kreativ werden – das ist keine überraschende Erkenntnis. […]

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