Mit dem richtigen Freebie die Newsletter-Signups verdreifachen

Mit dem richtigen Freebie die Newsletter-Signups verdreifachen

Was ist ein Freebie?

Ein Freebie ist eine tolle Möglichkeit, um Besucher mit Hilfe von kostenlosen Inhalten als Newsletter Abonnenten zu gewinnen. Solch ein sogenanntes Freebie (von „Free“ – kostenlos) könnte z.B. ein kleines E-Book sein oder auch ein E-Mail-Kurs und wird typischer auf Webseiten angeboten im Austausch für eine E-Mailadresse. Ein Besucher meldet sich über ein Formular mit seiner E-Mailadresse an und erhält im Gegenzug den exklusiven Freebie Inhalt.

Ein Freebie ist nicht nur nett, sondern es kann auch die Newsletter-Anmelderate stark erhöhen und sollte Teil eines jeden Marketing Mixes sein, vor allem bei Bloggern. In diesem Artikel möchte ich deshalb aufzeigen, wie sich die Conversionrate (Anmelderate) in meinem Fall dank eines Freebie verdreifacht hat.

Die Ausgangssituation

Ausgangspunkt war meine Einsicht, dass niemand mein bisheriges Freebie haben wollte! Naja, nicht ganz. Bevor ich mit der optimierten Variante meines Freebie gearbeitet habe, lag meine Conversionrate bei 0,5 %. D.h. 0,5% aller Besucher haben sich für den Newsletter angemeldet und im Gegenzug etwas dafür berhalten. Oder anders herum gesagt: 99,5% meiner Besucher wollte mein Freebie nicht haben.

Aber warum?

In meinem Fall lag es wohl daran, dass das Freebie die Besucher nicht angesprochen hat. Ein Klassiker. Das Thema passte offensichtlich nicht – zumindest nicht so sehr, dass sie mir dafür ihre E-Mail-Adresse geben würden.

Das Falsche Freebie für den richtigen Besucher

Ein Beispiel: Stell dir vor, du möchtest mehr über gesunde Ernährung erfahren und suchst nach gesunden Frühstücksrezepten. Nach etwas googeln landest du auf einem Artikel eines Fitness Blogs, der „10 großartige und gesunde Frühstücksrezepte“ auflistet.

Doch statt der 10 Rezepte findest du ein das Freebie „Wie du innerhalb von 6 Wochen zu einem Six-Pack gelangst“. Klasse für all diejenigen, die sich für Fitness und Muskelaufbautraining interessieren – du hingegen möchtest dich aber einfach nur gesund ernähren und nicht Muskeln aufbauen.

In diesem Fall wäre wohl ein exklusiver Bonus mit 3 extra Rezepten als Freebie um einiges attraktiver für den Leser. Dieses einfache Beispiel ist vermutlich für jeden klar nachvollziehbar. Umso erstaunlicher ist es, dass dieses Thema doch recht häufig vernachlässigt wird. Im besten Fall sollte für jeden Artikel ein individuell passendes Freebie erstellt werden, das speziell für gut laufende Artikel erstellt wird, um die Conversionrate zu erhöhen.

Beim Beispiel des Fitness Blogs wäre z.B. ein Freebie mit folgendem Inhalt passend:

  • Six-Pack in 6 Wochen
  • 20 grandiose Gerichte zur gesunden Ernährung
  • Abnehmen ohne zu Hungern
  • Sport ohne Fitness-Geräte

Woher ich das weiß?

Weil ich es selbst ausprobiert habe und in diesem Artikel zeigen möchte, wie ich das passende Freebie für meinen Blog gefunden habe und diese effektiv eingebunden habe.

Schritt-für-Schritt Anleitung zum richtigen Freebie

Wenn ich ein Freebie erarbeite, dann gehe ich immer wieder dieses Muster durch:

  • Schritt 1: Finde heraus, welcher Artikel am meisten besucht wird
  • Schritt 2: Überlege dir ein passendes Freebie
  • Schritt 3: Erstelle eine Landing Page für dein Freebie
  • Schritt 4: Füge das Freebie in die Landing Page ein
  • Schritt 5: Verlinke deine Landing Page

Schritt 1: Die besten Artikel finden

Kein Hexenwerk, aber wichtig. Der größte Impact wird an den Stellen erzeugt, an denen die meisten Besucher auf der Seite zu finden sind. Meist gibt es bereits 1 oder 2 Beiträge, die vielleicht besonders gut gerankt sind und deshalb recht viel SEO Traffic erzeugen.

Die beliebtesten Artikel konnte ich ganz einfach mit Google Analytics ermitteln: Verhalten –> Website-Content –> Zielseiten

In meinem Fall war der Artikel „33 großartige Fragen zum Kennenlernen + 5 wichtige Regeln“ mit großem Abstand auf Platz 1.

Der Artikel befasste sich mit Fragen, die bestens für das Kennenlernen eines neuen Menschen gedacht sind.

Momentan hat der der Artikel ca. 3.000 monatliche Besucher und machte somit etwa 30 % meines gesamten Traffics aus.

Meine Conversionrate der gesamten Website betrug jedoch vor der Optimierung lediglich 0,5 % – speziell dieser Artikel erzeugte sogar nur ca. 0,2% Newsletter-Anmelderate. Um den hohen Traffic des Artikels optimal zu nutzen habe ich deshalb ein neues Freebie erstellt.

Schritt 2: Das passende Freebie ausdenken

Speziell für diesen Artikel habe ich ein neues Freebie erzeugt: Eine Zusammenfassung der 10 besten Fragen aller 33 Beispielfragen. Diese 10 Fragen habe ich in dem Freebie näher erläutert. Ich habe erklärt warum grade diese so effektiv beim Kennenlernen sind.

Das Ergebnis ist ein 4-seitiges PDF E-Book. Wer es im Detail sehen möchte, kann es hier herunterladen.

Vielleicht hätte ein anderes PDF auch gut funktioniert. Weitere generische Ideen, die sich auf verschiedenste Artikel anwenden lassen, sind z.B.

  • Eine kompakte Zusammenfassung eines Mega-Artikels (Länger als 2000/3000 Wörter)
  • Eine kurze und kompakte Checkliste einer Schritt-für-Schritt-Anleitung (wäre für diesen Artikel angebracht 😉 )
  • Ein Video-Tutorial, welches tiefer in die Materie geht

Es gibt unzählige Möglichkeiten zusätzlichen Mehrwert in Ergänzung zu einem Artikel zu liefern.

Schritt 3: Landingpage erstellen

Die Conversionrate für ein Freebie auf einer Landingpage ist in der Regel höher als unspezifische Seiten. Der Grund: Die Inhalte sind meist sehr fokussiert und treffen im besten Fall zu 100% den Bedarf des Lesers. In meinem Fall konnte sie eine unglaubliche Conversionrate von 33 % erzielen!

Möglichkeiten Landingpages zu erstellen gibt es viele. Einige Anbieter wie Leadpages sind kostenpflichtig. Wer möchte, kann aber auch selbst einfach eine Seite in WordPress erstellen.

Allerdings kann sich ein kostenpflichtiger Anbieter auch lohnen:

  • Unzählige schon fertig erstellte Landing Pages zu Auswahl – fehlt nur noch die eigene Individualisierung der jeweiligen Texte
  • Die Möglichkeit vielerlei A/B Split-Tests, um die Conversionrate noch weiter zu optimieren
  • Unglaublich zeitsparend – innerhalb kürzester Zeit ist eine Top Landingpage erstellt

Für diejenigen, die die kostenlose Variante wählen möchten, kann ich das WordPress-Plugin „Page Builder by SiteOrigin“ nur ans Herz legen (Falls du noch keinen WordPress Blog hast, schau mal hier). Mit diesem Plugin kann eine Seite frei erstellt werden. Ich selbst habe diese kostenlose Variante genutzt und die Seite recht einfach gehalten: Ein Werbetext links – das E-Book Cover rechts – und unten die Eintrage-Möglichkeit.

So sieht die Seite aus:

freebie

Wichtig: Je weniger Ablenkung, desto besser!

Keine Sidebar! Keine ausgehenden Links und wenn du es ganz deutlich machen möchtest, dann kannst du auch den Header-Bereich entfernen. Behalte lediglich den Footer bei aufgrund des Impressums 😉

Schritt 4: Freebie richtig in die Landing Page einfügen

In meinem Beispiel habe ich die Möglichkeit sich für das Formular anzumelden selbst eingefügt. Jeder Mailinganbieter liefert mittlerweile ausreichend gut gestaltete Formulare zur Einbettung.

Diese selber zu erstellen ist möglich, kostet aber Zeit. Deshalb bevorzuge ich das WordPress-Plugin „WP Conversion Boxes„. Damit lassen sich sehr ansprechende Optin-Formulare erstellen und mit gängigen Email-Anbietern wie Mailchimp, AWeber und vielen anderen verknüpfen.

Schritt 5: Landingpage verlinken

Die Landingpage steht, das Freebie ist eingebunden. Jetzt muss der Leser diese vorgestellt bekommen. Dazu nutze ich 1-2 Links im Artikel (in meinem Fall der Artikel über die 33 Fragen zum Kennenlernen) und weitere Links in thematisch passenden Artikeln. Fertig.

Ein Freebie ist gut, ein Sammlung ist besser

Was mit einem Freebie gut funktioniert sollte jetzt am besten Schritt für Schritt für weitere Artikel umgesetzt werden. Die Summe aus der Optimierung verschiedener Artikel bringt im Ergebnis eine spürbare Optimierung auf der ganzen Seite.

In meinem Fall wollte ich, dass der Leser nicht nur ein Freebie, sondern mehrere bekommen kann. Also habe ich alle Freebies auf der Startseite eingebunden und auf die jeweiligen Landing Pages verlinkt.

Hier ein Screenshot:

freebie

Ich habe für mehrere Artikel ein Freebie erstellt, auch, wenn nicht alle auf der Startseite angeboten werden können. Das hat ästhetische Gründer (4 sehen besser aus), und ich möchte den Besucher nicht überfordern.

Testen, testen, testen!

Nicht jedes Freebie funktioniert und nicht jedes Freebie funktioniert gleich gut. Deshalb teste ich permanent und vergleiche Anmelderaten von verschiedenen Freebies in verschiedenen Artikeln. Messen ist generell eine wichtige Disziplin im Online Marketing.

Meine Faustregel lautet zwar „Je mehr Freebies du erstellst, desto besser!“, jedoch schaue ich genau hin und passe jedes Freebie oder die Headline dazu ggf. regelmäßig an.

Meine Zahlen und der Einfluss eines Freebie

Meine Conversionrate der gesamten Website hat sich seit der Optimierung von 0,5 % auf 1,5 % erhöht und brachte mir bei 10.000 monatlichen Besuchern somit 150 neue Abonnenten pro Monat. Mittlerweile (Juli 2015) konnte ich sowohl den Traffic auf 15.000 Besucher pro Monat und auf eine Conversionrate von 2 % erhöhen. Das bedeutet 300 neue Newsletter-Abonnenten pro Monat.

Speziell die Conversionrate des Artikels „33 großartige Fragen zum Kennenlernen“ ist von 0,2 % auf 1,8 % angestiegen – somit konnte ich die Conversionrate dieses einzelnen Artikels um das 9-fache erhöhen!

Mein Fazit

Ich habe mich schon oft gefragt, welches Freebie wohl das beste für meine Blog wäre? Meine Lösung: Einfach mehrere Freebies erstellen und Context-sensitiv anbieten. Dadurch haben die Abonnenten, die sich bereits eingetragen haben, den grandiosen Vorteil noch viele weitere kostenlose Inhalte zu erhalten. Neue Besucher erhalten hingegen etwas, was genau auf den Bedarf zugeschnitten ist. Ein Konzept, was sich in meinem Beispiel bewährt hat. Seit der Freebie-Optimierung hat sich meine Newsletter-Conversionrate verdreifacht!


 

LetsSeeWhatWorks.com ist eine Plattform für den Austausch und die Darstellung von Praxiserfahrungen für Unternehmer. Ich freue mich daher, dass Sergej Ryan Fischer von Traffic Tornado heute anhand einer Case-Study bei Mr. Right finden.de erzählt, wie er mit den richtigen Freebies seine Abonnenten Zahl verdreifachen konnte. Falls du auch mal einen Gastbeitrag schreiben möchtest, dann schau mal hier

Artikelbild: kaboompics.com

10 Kommentare

  • Danke, dieser Beitrag hat mich noch mal motiviert mir meinen meist geklickten Beitrag vorzunehmen. Das Freebie gab es bereits und an anderer Stelle war es auch eingebaut.

    Jetzt gibt es das Freebie gegen E-Mail-Adresse auch beim meist gelesenen Beitrag. Verschiedene Freebies anzubieten ist viel Aber, aber ich bin mir sicher, es wird....Danke für die Ermutigugn.

    Übrigens nutze ich cleverreach dafür - verschiedene Formulare füllen dabei eine Liste. Je nach Beitrag binde ich das passende Formular mit dem Freebie ein. Allerdings erst seit Kurzem. Mal abwarten.
  • Freut mich, dass dich der Artikel motiviert hat, Judith :-)

    Dann wünsche ich dir viel Erfolg bei der Umsetzung mehrerer Freebies!

    Persönlich nutze ich Klick-Tipp und kann es nur jedem ans Herz legen. Dort werden die Abonnenten ge"tagt" und nicht in Listen getan. Bringt unzählige Vorteile mit sich - erklärt wird das auf der Website nochmal ganz genau :-)

    Liebe Grüße
    Sergej
  • Ich finde den Beitrag auch klasse, vor allem weil er zeigt, dass mit kleinen, bewussten Maßnahmen so viel erreicht werden kann. Freue mich über weitere Case-Studies dieser Art.
  • Ich danke dir Christian und ebenso für diese Möglichkeit! :)
  • Hallo Sergej,
    ein toller Artikel :)
    auf die Idee, mehrere Freebies auf verschiedene Artikel zu verteilen, bin ich bisher nicht gekommen. Liest man ja auch nicht so oft - danke also für den super Tipp!
    Da ich mittlerweile gemerkt habe, dass es mir echt Spaß macht, Videos aufzunehmen, werde ich wahrscheinlich ein Video-Tutorial als Freebie zu einem Beitrag anbieten.
    Das Tool für die Landingpages werde ich testen. Gute Plugins dafür hatte ich bisher nicht gefunden und mich schon fast damit abgefunden, LEadpages benutzen zu müssen. Wenn ich mir das Geld dafür sparen kann, wäre das natürlich super :)
    Ein Plugin, das ebenfalls gut zu sein scheint und noch relativ günstig im Vergleich zu Leaspages ist, ist übrigens Thrive.

    Viele Grüße
    Linda
  • Danke dir Linda :)

    Die Idee mit dem Video-Tutorial hört sich wirklich klasse an, viel erfolg damit!

    Mit dem kostenlosen Plugin hat es lediglich sehr viel Zeit gebraucht, aber wenn man nur eine oder zwei ausführlichere Landing Pages bzw. sehr simple erstellen möchte, ist das Plugin klasse.

    Thrive Content Builder ist natürlich ebenso klasse und kostet nur einmalig, während du ja für Leadpages monatliche Beiträge zahlen musst. Da es dort aber um einiges schneller geht, empfehle ich Leadpages eher, wenn du sehr viele Landing Pages erstellst. Wenn du nur eine Einzige erstellst und danach nie wieder, macht es ja wenig sind, monatliche Beitrgäe zu zahlen ;-)

    Liebe Grüße
    Sergej
  • Ich danke dir, Vladimir :)

    Da hast du ja sogar noch sehr effektiv die gezielte Kommentar-Strategie angewandt und gleich noch einen Beitrag pushen können - sehr vorbildlich ;-)

    Clevererweise kann man auch bestehende Freebies, die man nicht mehr für den Austausch der Emailadresse anbietet, als Bonus für ein Produkt beiheften, welches man verkauft.

    Da gibt es unzählige Möglichkeiten :)

    Viele Grüße
    Sergej

    PS. Klasse Aufzählung von den unzähligen Freebie-Möglichkeiten, die es so gibt ;)
  • Deine Artikel lese ich wirklich gerne Sergej, deswegen freue ich mich immer mehr auf den Traffic Tornado ;)

    Ich habe zu Anfang mit einem E-Book als Freebie gestartet. Mein Vorteil ist, dass ich eine sehr breite Zielgruppe ist, somit konnte ich an genau die Leser mich richten die das E-Book brauchten. Nicht aber an die breite Maße. Als nächstes hatte ich einen kleinen PDF Report mit 3 Tipps rund ums Bloggen. Dieser lief recht gut. Er war an die gesamte breite Masse und hat langfristige Erfolge verzeichnet, während das erste Freebie nur einen kurzfristigen Boom hervorgebracht hat.

    Mein letztes Freebie startet aktuell durch und hat jetzt schon ganz nette Zahlen. Darin enthalten sind die beiden Freebies + ein Video Kurs.

    In dem Punkt kann ich dir also vollkommen zustimmen, bei einem Freebie sollte es auf keinen Fall bleiben.

    Viele Grüße
    Vladimir

    P.S.: Passend dazu habe auch ich heute einen Artikel zum Thema Freebies veröffentlicht! ;) Passt wunderbar dazu finde ich :) http://bloggerblogger.de/e-mail-liste-freebie/

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