Facebook Custom Audience: So erzielst du hohe Conversions und reduzierst Streuverluste

Facebook Custom Audience: So erzielst du hohe Conversions und reduzierst Streuverluste

Facebook Kampagnen lassen sich dank der vielzahl an Daten sehr granular erstellen und gezielt anzeigen. Die Einstellungsmöglichkeiten reichen von verschiedenen demographischen Daten bis zu Hobbys und Interessen. Im Vergleich mit Google Adwords basiert das Targeting nicht auf der Annahme von Keywords, sondern basiert auf einer fertigen Zielgruppe.

Mit einer Facebook Custom Audience lässt sich die zu erreichende Zielgruppe noch genauer definieren.

Folgende Szenarien sind beispielsweise möglich:

  • Webseiten Besucher identifizieren
  • Interagierende User ansprechen
  • Warenkorb-Abbrecher herausfiltern
  • E-Mail Kontakte als Zielgruppe angeben

Je genauer das Targeting möglich ist, desto effektiver können die Werbeanzeigen gesteuert werden. 

Facebook Retargeting: Hohe Click-Trough-Rate und Conversion

Es ist dieses Phänomen, dass Facebook genau die Produkte anzeigt, die ich bei Amazon vor Kurzem angeklickt habe.

Es nennt sich Retargeting und ermöglicht Werbung noch effektiver zu machen.

Retargeting mit Facebook Custom Audiences nach Geschlecht


Man kann also sagen, mit der Targeting-Funktion lassen sich über Facebook warme Kontakte ansprechen. Damit sind all die User gemeint, die bereits einmal in Kontakt mit der Website, der Marke oder dem Brand waren.

Daraus ergibt sich der Vorteil, dass diese höchstwahrscheinlich eher auf eine Werbeanzeige reagieren. Die Effekte zeigen sich durch eine höhere CTR der Werbeanzeige sowie einer besseren Conversion.

Das Grundkonzept des Retargeting funktioniert so

Mittels eines Cookies wird ein Webseiten-Besucher markiert und getrackt. Anschließend kann dieser auf verschiedenen Seiten wieder identifiziert und mit den richtigen Werbeanzeigen kontaktiert werden.

Dabei kann ein Kunde auch je nach besuchter Seite erreicht werden. Das bietet sich bei einer Facebook Kampagne beispielsweise für Warenkorbabbrecher an oder zum Ausschließen von Kunden, die bereits gekauft haben.

Im Fall von Facebook wird ein User durch das Facebook Pixel markiert. 

Einstellungen Facebook Custom Audience Warenkorbabbrecher


Wie du dieses mit dem Google Tag Manager integrierst findest du zum Beispiel in einem der letzten Beiträge.

Technische Funktionsweise der Custom Audience

Bevor wir nun darauf eingehen, wie eine solche Facebook Custom Audience erstellt wird, schauen wir uns die technischen Details an. Getrackt wird entweder mit dem Facebook Pixel oder anhand einer vordefinierten Kontakt- oder E-Mail-Liste.

Diese wird im Browser mittels des Verschlüsselungsverfahrens gehasht und von Facebook mit den eigenen gehashten Nutzerdaten abgeglichen. Auf diese Weise sind die Daten anonymisiert bzw. pseudonymisiert und lassen sich für das Ermitteln von Übereinstimmungen verwenden.

Identifizierte Kontakte fügt Facebook zu einer Custom Audience hinzu.

Demnach kannst du für deine Kunden und Interessenten einzelne Zielgruppen erstellen.

Wie erstelle ich eine Facebook Custom Audiences?

Beim Erstellen der Custom Audience gibt es zwei Möglichkeiten. Entweder die Zielgruppe wird über das Facebook Pixel berechnet oder durch das Hochladen einer Kundendatei. Die daraus resultierende Custom Audience kann gleichermaßen verwendet werden.

Schauen wir uns die Schritte zur Facebook Custom Audience an.

Im Werbeanzeigenmanager den Tab Zielgruppe auswählen

Im Werbeanzeigenmanager oder Business Manager kann über die Settings links oben und dann unter “Alle Tools” die Einstellungen für die Zielgruppe ausgewählt werden. 

Facebook Custom Audience Zielgruppe erstellen

Grundlage für die Custom Audience wählen

Im nächsten Schritt kannst du auswählen, mit welchen Daten du die Custom Audience erstellen möchtest. Es stehen hierzu folgende Möglichkeiten zur Auswahl:

  • Hochladen einer Kundendatei (E-Mail-Liste)
  • Tracken von Webseiten-Traffic
  • Identifizieren von App-Nutzern
  • Erfassen von Interaktionen auf Facebook 
Facebook Custom Audience Custom Audience erstellen

Am Beispiel der Kundendatei kannst du im nächsten Schritt ein File hochladen oder deinen Mailchimp Account per Integration mit Facebook verbinden.

Die importierten E-Mail Adressen und Kontaktdaten werden dann nach einer manuellen Zuordnung verschlüsselt mit den Nutzerdaten von Facebook abgeglichen, um eine Zielgruppe zu erstellen. Dieser Vorgang kann einige Zeit dauern.

Für die Verwendung des Facebook Pixels zum Erfassen einer Custom Audience muss dieses zunächst installiert werden. Eine genaue Anleitung hierzu findest du auch bei Facebook.

Custom Audience als Zielgruppe für eine Werbeanzeige einsetzen

Nachdem die Custom Audience angelegt ist, kann diese im Werbeanzeigenmanager ausgewählt werden. Mit der richtigen Strategie lassen sich so Produkt-Interessenten erreichen und bereits Käufer von neuen Kampagnen ausschließen. Das optimiert die Performance der Werbeanzeige.

Facebook Audience im Werbeanzeigenmanager auswa  hlen


Ähnliche Kontakte mit Lookalike Audience erreichen

Möchtest du vor allem mit deiner Facebook Kampagne Neukunden erreichen, dann ist die Erweiterung der Custom Audience zu einer Lookalike Audience für dich sicherlich interessant.

Bei dieser Zielgruppe nimmt Facebook deine erstellte Custom Audience und sucht aus seinen Nutzerdaten Mitglieder, die deiner Custom Audience ähnlich sind.

Dabei kannst du die Zielgruppengröße prozentual, gemessen an der Gesamtbevölkerung der ausgewählten Länder, angeben.

Facebook Custom Audience Lookalike erstellen


Als Empfehlung sollte man hier mit 1 Prozent starten und ggfs. eine größere Zielgruppe nochmals austesten.

Neu ist außerdem, dass ein Life Time Value (LTV) mit der Kundendatei hochgeladen werden kann. Demzufolge ist es möglich, die Lookalike Audience gemäß deiner besten Kunden zu erstellen.

Gemäß einiger Experten-Aussagen sollte die Custom Audience mindestens 100.000 User enthalten, damit auch eine sehr gute Lookalike Audience entsteht. Laut Facebook gibt es hierzu aber keine offizielle Aussage.

2 Weitere Facebook Tipps für bessere Kampagnen

Deine Zielgruppe ist somit optimiert, was zu einem höheren Engagement führen kann. Als nächstes geht es darum, mit deinen Werbeanzeigen auszuprobieren, was gut funktioniert und was nicht.

Facebook Anzeigen zu schalten ist ein ständiger Prozess des Analysieren und des Ausprobieren.

Um deine Kampagnen noch an zwei weiteren Stellen zu optimieren, habe ich hier folgende zwei Tipps für dich.

Arabische Likes und Kommentare ausschließen

Eventuell hast du es schon einmal selbst erlebt, dass deine Facebook Kampagne plötzlich ausländische und vor allem arabische Likes oder Kommentare angezogen hat, obwohl deine Einstellungen auf Deutschland und auf deutsche Sprache bezogen waren.

Dabei handelt es sich um sogenannte Klick-Farmen, die in diesen Ländern sitzen und sich beispielsweise auf Facebook Likes spezialisiert haben. Möglicherweise war deine Zielgruppe zu begrenzt, so dass Facebook die Reichweite mit solchen Nutzern auffüllen wollte.

Für deine Facebook Kampagne bringen diese Nutzer natürlich gar nichts, viel schlimmer es kostet dich Geld, sieht nach außen hin schlecht aus und langfristig hast du davon kein Engagement.

Wie schließt man diese also aus?

Die Lösung ist die Einstellung “Expats (alle)”

Mit diesem Setting überprüft Facebook mittels der IP-Adresse an welchem Ort sich eine Person tatsächlich befindet und kann die Klickfarmen daher ausschließen. 

Facebook Expats ausschlie  en


Kampagnen-Typ auswählen und Algorithmus optimieren lassen

Als zweiten Tipp sind die unterschiedlichen Marketing-Ziele von Facebook anzusprechen. Je nach Kampagnentyp und dem damit verbundenen Ziel, wird die Kampagne vom Facebook-Algorithmus anders ausgesteuert bzw. optimiert.

Facebook Marketingziel Kampagne

Es ist hierbei hilfreich, die Zielgruppe im ersten Schritt nicht zu sehr einzugrenzen, sondern den Algorithmus seinen Job machen zu lassen.

Möchtest du nämlich auf Conversion optimieren, so lernt der Algorithmus aus jeder weiteren Conversion dazu und kann die Werbeanzeige dementsprechend zielführender verteilen.

Datenschutzbehörden sehen die Facebook Custom Audience als kritisch

Das Thema Datenschutz spielt selbstverständlich beim Arbeiten mit Daten eine immens wichtige Rolle. Die Datenschutzaufsicht hat die Funktion der Facebook Custom Audience demnach stark im Fokus.

Das Problem ist, dass die Übermittlung einer Kundendatei an Facebook nur zulässig ist, wenn die Nutzer dazu auch eingewilligt haben bzw. es eine gesetzliche Erlaubnis dafür gibt.

Eine Einwilligungserklärung müsse den Nutzer demnach zunächst aufklären, so dass die Betroffenen freiwillig handeln. In diesem Zusammenhang müssten die Nutzer über die Übermittlung an Facebook sowie über ihr Widerrufsrecht hingewiesen werden. Bei der gesetzlichen Erlaubnis muss zwischen anonymisierten und pseudonymisierten Daten unterschieden werden. Eine ausführliche Erklärung des Sachverhalts gibt es hier.

Anders ist es bei der Verwendung des Facebook Pixel. Um dieses rechtskonform zu nutzen muss die Verwendung des Pixels in der Datenschutzerklärung der Website angegeben werden. Dabei muss dem Nutzer aufgezeigt werden, dass Facebook hier Daten zur individualisierten Werbung erhebt und wie man dagegen widersprechen könnte.

Falls diese Maßnahmen nicht eingehalten werden, kann die Verwendung der Facebook Custom Audience im schlimmsten Fall zu einem Bußgeldverfahren führen.

Fazit: Großartige Möglichkeiten für performance starke Anzeigen

Das Targeting auf Basis einer bekannten Zielgruppe ist eine starke Optimierung der Werbeanzeigen. Ein Kunde, der sich bereits mit der Marke oder dem Produkt auseinandergesetzt hat, wird eher auf die Anzeige klicken und eine Handlung vornehmen. Die Custom Audience kann dafür auf unterschiedlichen Wegen angelegt werden.

Als weiteren Schritt kann man auch mit der Lookalike Audience Nutzer ansprechen, die den Kunden vom Profil her ähnlich sind. Diese Möglichkeit rentiert sich besonders, um qualitative Neukunden zu gewinnen.

Einzig die Diskussion um die rechtskonforme Anwendung macht mich bei der Facebook Custom Audience etwas nachdenklich. 

3 Kommentare

  • Hey,

    das ist ein sehr interessanter Beitrag zum Thema Zielgruppen und Facebook-Werbung. Einige der Tipps waren für mich sehr hilfreich und ich werde diese umsetzen.

    Wir haben auch einen Beitrag zum Thema "Content Marketing" veröffentlicht anhand eines Live-Beispiels.
    Dort ist auch das Thema Zielgruppen bei Facebook-Werbekampagnen behandlet.
    Schaut doch mal vorbei, vielleicht sind die Tipps für den ein oder anderen Leser zusätzlich noch interessant und unterstützen diesen Beitrag:
    http://webquantum.net/content-marketing-virale-inhalte/

    Viele Grüße
    Max
  • Übrigens kleiner Power-Tipp:

    Das Plugin Caffeine von Adespresso für Wordpress erleichtert es einem massiv Zielgruppen und Conversion-Ziele zu erstellen, ohne sich durch die chaotische Facebook-UI zu kämpfen.

    Ansonsten guter Artikel - einfacher Einstieg!

Was denkst du?

Lerne aus der Praxis

Hier bekommst du kostenlose Erfahrungen von Gründern für Gründer. Lerne, wie du dein Business zum Erfolg bringst.

Sponsoren

Finanzmanagement für kleine Unternehmen

Immer frischer Kaffee für´s Büro

© 2017 by Framework. Powered by Chimpify.