Warum du nie genug Facebook-Freunde haben kannst. So einflussreich ist deine Timeline.

Warum du nie genug Facebook-Freunde haben kannst. So einflussreich ist deine Timeline.

1209 Xing Kontakte, 930 Facebook Freunde, 744 Twitter Follower und 203 Follower bei Google+. Dazu kommen 388 LinkedIn Kontakte und 152 Swarm Kontakte. Instagram nutze ich derzeit noch nicht richtig, aber ich will es zukünftig tun. So viele Kontakte habe ich im Social Web. Aber warum?

Rechne ich die oben genannten Kontakte zusammen, dann macht das in Summe 3323 Menschen, die ich über meine sozialen Netzwerke theoretisch direkt erreiche (Newsletter und Offline Kanäle mal ausgeschlossen). Davon sind zwar sicher einige doppelt, aber zu viel ist das sicher immer noch nicht. Im Gegenteil, es könnten noch viel mehr sein! 

Es gibt einen Aspekt, den viele Menschen bei der Nutztung von sozialen Netzwerken nicht bedenken:

Social Media ist für uns alle der einfachste Weg schnell und zielgerichtet eine große Anzahl von Menschen zu erreichen.

Natürlich erreicht man nicht immer alle. Zum einen ist nicht jeder dauer-online, zum anderen bestimmen die Logiken von Facebook und Co, wer was sieht. Aber nehmen wir mal an, ich erreiche mit einer Botschaft nur 5% meiner 3323 „Freunde“, dann reden wir hier immer noch von 166 Menschen. Stell dir diese Menschen nebeneinander aufgereiht vor, und du siehst, welchen Einfluss du hast.

Es gibt keinen vergleichbaren Kanal, auf dem ich kurzfristig eine so große Personengruppe mit nur einem Klick erreichen kann. Deshalb möchte ich mich an dieser Stelle ausdrücklich dafür aussprechen, dass jeder Unternehmer diesen Kanal bewusst nutzen soll, um sein Produkt oder Unternehmen zu promoten.

 

Die Herausforderung: Wie platziere ich mein Produkt und sorge für die größtmögliche Sichtbarkeit?

Wer sein Produkt oder sein Unternehmen sichtbar machen will, der möchte, dass möglichst viele Menschen davon erfahren. Das Produkt soll sich verkaufen und vielleicht wird es ja sogar zum Selbstläufer. Hoffnungen und Wünsche, die jeder Gründer hat. Allerdings hat nur ein Bruchteil der Gründer das nötige Kleingeld, um entsprechende Werbemaßnahmen oder ganze Marketingstretegien auf die Straße zu bringen. Ich selbst merke immer wieder, dass ausserdem klassische Performance Kanäle schnell an die Grenzen kommen und es unumgänglich ist Alternativen zu finden.

Warum also nicht die kostenlosen und hocheffektiven sozialen Kanäle nutzen? Steh’ für dein Ding! Egal, ob du selbst gebastelte Flugzeuge verkaufst, eine Software, oder ein High Tech Multimedia Gadget ist. Werde selbst zum Markenbotschafter und streue deine Botschaft immer wieder.

 

Ein Praxisbeispiel: Persönliche Mitteilung vs. Unternehmensmeldung

Am besten erklärt sich der Unterschied anhand von Praxisbeispielen. Vor Kurzem hat FastBill den Österreichischen Mitbewerber Xeer übernommen. Diese Nachricht verbreiteten wir über unseren Blog und die sozialen Firmen Kanäle. Am Beispiel Facebook ist sehr schön die stark abweichende Interaktion mit dem Beitrag zu erkennen.

Während der entsprechende Post auf der FastBill Facebookseite nur 13 Likes erhielt, konnte ich über mein persönlices Profil stolze 103 Likes, 2 Shares und 14 Kommentare generieren. Und das, obwohl wir bei FastBill über 7.000 Fans haben.

 

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Links: Der Post bei FastBill . Rechts: Der Post in meiner Timeline

 

Ein anderes Beispiel, nach meinem Vortrag in einem Coworking Space in Wiesbaden:

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Dieselben Bilder: Links in meiner eigenen Timeline mit 3-facher Wirkung gegenüber dem Ergebnis in der FastBill Timeline.

 

Und noch ein Beispiel, als wir den Internet Startup Award gewonnen haben:

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Dieses Mal mit gleichem Text: Links die FastBill Seite, rechts meine eigene Timeline, wieder mit 3-fachem Effekt. Und das, obwohl wir den Beitrag bei FastBill sogar beworben haben.

Ich denke das Ergebnis wird hier klar. Aber woran liegt es, dass mein eigener Post eine so viel höhere Interaktion bewirkte?

 

Guten Freunden gibt man ein Küsschen

Empathie ist eine den Menschen vorbehaltene Fähigkeit, die uns durch ihre Ausprägung zu den Tieren unterscheidet. Menschen nehmen gern am Leben eines anderen Teil, sind neugierig und fühlen oder trauern mit anderen Menschen. Kein Wunder also, dass dieses Verhalten auch in den sozialen Netzwerken ausgelebt wird.

Menschen, die du dort erreichst und die gut finden, was du tust werden es „liken“, teilen oder kommentieren. Sie möchten Teil davon sein und eine persönliche Beziehung dazu aufbauen. Natürlich trifft das nicht immer auf alles zu, aber es ist definitiv ein Muster erkennbar. So wächst deine Reichweite von Monat zu Monat. Fange deshalb so früh wie möglich mit dem Netzwerken an.

Das soziale Vernetzen kommt mittlerweile in gewisser Hinsicht sogar einer echten Freundschaft gleich. Dass sich aus Facebook-Beziehungen über die Zeit ein Vertrauensverhältnis bildet, ist menschlich. Eben dieses Verhältnis basiert auf Postings, Empfehlungen und Wissen, dass du über deine sozialen Kanäle in die Welt hinausträgst.

Ich selbst versuche mich teilweise meinen Facebook-Kontakten irgendwann früher oder später auch im echten Leben, also ausserhalb von Facebook, zu treffen. Passiert das dann, ist man sich tatsächlich nicht mehr „fremd“. Eine gewisse Vertrauensbasis ist bereits vorhanden und zeigt, dass Facebook-Freunde durchaus auch eine Relevanz im echten Leben haben können.

 

Die eigene Timeline als Marketing-Kanal

Aus dem vielen Teilen, Liken und Kommentieren hat sich für uns alle ein neuer Marketing Kanal ergeben, der sich sogar wissenschaftlich belegen lässt. Immerhin vertrauen 17% der Männer und 14% der Frauen einer Empfehlung, die bei Facebook ausgesprochen wurde. Das Empfehlungsmarketing ist heute aus kaum einem Unternehmen mehr wegzudenken und alle Marketer sind auf der Jagd nach sog. Influencern, also Menschen mit einer großen sozialen Reichweite, auf deren Meinung viele andere viel Wert legen.

 

Viralität – Der Lottogewinn im Social Media, aber es geht auch ohne

Die Nom-Nom Katze, skatende Babies oder der Motorradfahrer, der bei einem Unfall stehend auf einem Autodach landet. Jeder kennt solche Videos, weil sie viral sind. Jemand hat sie gepostet. Dann wurden sie wieder und wieder und wieder und wieder geteilt. Der berühmte Multiplikator-Effekt kann Inhalte binnen Stunden im gesamten Internet verbreiten.

Planen kann man diese Selbstläufigkeit nicht, dafür sind die Strukturen des Internets zu vielfätlig. Es bleibt nur zu hoffen, dass es irgendwann mal passiert. Bei mir selbst war das bis jetzt noch nicht der Fall, aber es geht auch ohne.

 

Steter Tropfen höhlt den Stein

Nicht nur beim Bloggen ist es wichtig kontinuierlich und regelmäßig Content zu produzieren. Auch in den sozialen Netzwerken gilt es stets präsent zu sein. Dabei ist nicht die Häufigkeit entscheident. Vielmehr gilt es nicht zu impulsiv zu posten. Lieber regelmäßig ein Mal pro Woche, als fünf Mal täglich.

Und ja:

Social Media ist Arbeit.

Nicht ohne Grund kommen immer mehr Content Planungs-Tools auf den Markt. Netzwerken ist nicht mehr länger etwas händisches, sondern wird immer weiter automatisiert. Natürlich darf der Spaß bei der ganzen Sache nicht verloren gehen, sonst hat niemand mehr etwas davon. Aber auch wer nicht so gern socialt, sollte sich der Chance bewusst sein, auf die er dadurch verzichtet.

 

Es wäre ja so einfach … – die typischen Vorwände und Ausreden

Aus meinem eigenen Umfeld kenne ich viele Menschen, die diese Form des Marketings einfach nicht nutzen wollen. Hier die typischen Reaktionen und meine Meinung dazu:

  • “Ich nutze Facebook nur privat.” –> Selbst schuld. Du kannst einstellen, wer was sehen darf. Überlege dir doch mal, ob das nicht für deine Privatsphäre ausreichend ist.
  • “Ich möchte im Internet nicht gefunden/bekannt werden.” –> Ok, deine Sache. Aber du solltest dir jemanden ins Team holen, der damit kein Problem hat. Es wäre Schade um die vertane Reichweite.
  • “Ok, dann eben eine Fake-Identität.” –> Lieber nicht. Das wird peinlich, wenn du auf dein erstes Event gehst oder dich zum Mittagessen verabredest.
  • “Ich habe keinen Content./Was soll ich posten?” –> Du darfst nicht zu sehr in „Pressemeldungen“ denken. Teile und poste das, was dich in deinem Tun als Unternehmer beschäftigt und stehe dazu. Dein Unternehmen ist vielfältig und nichts ist spannender als Background-Infos. Das hat unsere Startup Tour bewiesen.

Tipps und Tricks für mehr unternehmerische Sichtbarkeit

Wie gesagt, es macht einen Unterschied, ob du permanent Spam verbreitest, oder deine Inhalte für dein Netzwerk interessant sind. Damit es möglichst interessant bleibt, hier ein paar Tipps für die Praxis:

  • Eine gewisse Relevanz sollte in (fast) jedem Post vorhanden sein. Wer das Hundefutter neu erfindet braucht keine Katzenvideos. Ausrutscher sind immer erlaubt.
  • Bleibe authentisch, sonst glaubt und folgt dir niemand.
  • „Wannabes“ braucht auch keiner. Jeder Mensch ist toll, deshalb brauchst du nicht in jedem Post zeigen, wie toll DU bist. Sei einfach wie du bist.
  • Spannung und Neuigkeiten machen deinen Post interessant. So kannst du aus der Masse hervorstechen. Verwerte also nicht immer nur das, was alle schon kennen.
  • Kommuniziere stets auf Augenhöhe. Von oben herabzureden ist der offensichtliche Beweis für fehlende soziale Kompetenz.
  • Eine Timeline ist kein Blog. Wenn du viel zu erzählen hast erstelle lieber einen Blog und fasse die Essenz in einem Social Post samt Link zusammen.

 

Mein Fazit

Als Unternehmen wirst du mit zunehmendem Wachstum unantastbarer. Deshalb ist es vor allem im Gründerstadium enorm wichtig, die persönliche Reichweite zu nutzen und aufzubauen. Netzwerke wie Facebook und Twitter bieten hierfür den perfekten Nährboden.

Es gibt sogar die Möglichkeit den eigenen Sozialen Einfluss zu messen. Der Dienst Klout gibt anhand eines Klout-Scores an, wie Einflussreich du bist. Meine Klout-Score pendelt sich in den letzten Monaten immer irgendwo zwischen 63 und 65 (von 100) ein. Zum Vergleich: Lady Gaga hat 93, der US-Präsident hat sogar 99. Trotz der großen Zahlen verrät mir der Dienst, dass ich mit meinen 63 Punkten immer noch unter den Top 10% der Social Influencer bin.

 

Und du? Findest du man sollte seine persönliche Timeline nutzen um sein Unternehmen zu pushen? Falls du es schon machst, wie hoch ist deine KLOUT-Score? 

(Artikelbild CC by Allen Skyy)

10 Kommentare

  • […] Faustregel: Profile sind für die (private) Menschen, Seiten für Unternehmen. Da Sie als Autorin/Autor aber sich selbst als Person vermarkten möchten, trifft sowohl das eine als auch das andere auf Sie zu. Es hat sich als nützlich erwiesen, eine Fanseite für alles zu erstellen, was direkt mit Ihren Büchern zu tun hat und das private Profil entweder komplett privat zu halten (dazu sollten Sie die Privatsphäreeinstellungen überprüfen) oder das Profil zu nutzen, um auch Dinge mitzuteilen, die nicht direkt mit Ihrer Autorentätigkeit zu tun haben. Das macht Sie authentisch und Sie können in Gruppen agieren, was als Seite nicht möglich ist. Ich persönlich rate Ihnen, die Chancen des privaten Profils zu nutzen und es für den Aufbau Ihrer Marke zu nutzen. Einen weiterführenden Artikel zu dem Thema finden Sie hier. […]
  • Ich habe bei mir das selbe "Phänomen" festestellen können. Besonders stark bei Bildern, wo ich als Person mit drauf bin. Das macht auch Sinn, da meine privaten Freunde mich als Mensch ja interessanter finden als die Facebookfans (die liken die Page wegen dem Produkt).

    @ Katharina: Ich würde ganz klar sagen, dass dieser Effekt kaputt geht, wenn du den Account nicht mehr "privat" nutzt.

    @Christian: Ich verstehe diesbezüglich aber nicht ganz, was du damit meinst, dass du versucht, die Facebook-Freunde alle mal kennenzulernen? Ich werde eigentlich Facebook Freund mit jemandem, nachdem ich ihn "in echt" kennengelernt habe. Klar, Ausnahmen gibt es natürlich, Kontakte, die man eben über das Internet/Facebook kennenlernt und dann eventuell auch mal live trifft. Meinst du das?
  • Hi Christian, in diesem Zusammenhang stellt sich mir eine Frage: Nimmst du Kontaktanfragen bei Facebook grundsätzlich an? Oder prüfst du in jedem Fall, ob sich die "Freundschaft" früher oder später für dich auszahlt? Ich nutze mittlerweile zwei Facebook-Accounts: einen privaten und einen geschäftlichen. In den privaten Account schaue ich höchsten ein, zweimal pro Woche rein und mache da auch sonst kaum was. In dem geschäftlichen bin ich täglich. Dort bekomme ich mittlerweile immer mehr Anfragen, aber die meisten Leute kenne ich überhaupt nicht. Annehmen oder nicht? Wie machst du es? Viele Grüße, Katharina
  • Hi Katharina,

    "grundsätzlich" würde ich nicht sagen. Ich schau mir die Leute schon an und will wissen, ob ich denjenigen schon kenne oder ob er für mich eine Relevanz hat, also z.B. auch Gründer ist oder in einem Startup arbeitet. Ist er/sie das nicht, kann er mit meinen Inhalten auch nichts anfangen. Trifft es allerdings zu, dann nehme ich die Anfragen i.d.R. schon an.

    Ich hab übrigens nur einen Facebook Account ;-)

    Gruss
    Christian
  • Hallo Christian,

    wirklich schöner Beitrag der mich dazu ermutigt mal mehr über meinen privaten Account zu machen. Ich glaube die Unternehmensseitenposts werden deshalb nicht (mehr) so gut verbreitet, weil FB hier gerne auch noch Geld verdienen möchte. Seit einiger Zeit "darf" man seine Posts ja schließlich kostenpflichtig bewerben.

    @Matthias: Neue Fans durch bezahlte Werbung zu akquirieren kann sich leider schnell negativ auf deine Reichweite auswirken, weil wie du schon sagst, deren Engagement zu wünschen übrig lässt. Ich habe hierzu letztens erst ein wirklich sehr interessantes Video gesehen: https://www.youtube.com/watch?v=oVfHeWTKjag

    LG Christian
  • Hallo Christian,
    ich denke, die Facebook-Filterung hat da auch ganz großen Einfluss auf das Ergebnis. Die Unternehmens-Post haben längst nicht alle Fans auch wirklich abonniert – Deine privaten Fans sehen aber alle Deine Freunde. Besonders wenn sie viele Likes bekommen und dadurch als besonders relevant eingestuft werden. Dadurch bleiben sie auch länger sichtbar, währen die Unternehmens-Posts recht schnell in den Tiefen der Timeline verschwinden.
    Verwendest Du Werbeanzeigen um mehr Fans zu bekommen? Wenn es einem nur um die Vergrößerung der Reichweite geht, kann man hier recht schnell für kleines Geld mehr Fans bekommen. Deren Engagement lässt aber aus meiner Erfahrung schwer zu wünschen übrig.
    LG, Matthias
  • Hi Matthias,

    derzeit fokussieren wir hauptsächlich auf Content Ads, also Anzeigen, bei denen wir gezielt bestimmte Inhalte bewerben. Engagement-Anzeigen (also zur Erhöhung der Facebook Fans) halte ich grundsätzlich nicht für falsch, verfolgen aber mehr ein Branding-Ziel, keine Performance.
    Kann man also machen, muss man aber nicht...
  • Hallo Christian, lieben Dank für den Einblick! Das ist wirklich erstaunlich, ich musste selbst erstmal überprüfen, wie das bei mir ist. Ich habe verschiedene Erfahrungen gemacht. Zwar habe ich bei meinem Profil tatsächlich mehr Kommentare, allerdings werden meine Beiträge eher geteilt, wenn sie von einer Seite gepostet werden. Stellenweise konnte meine Seite sogar eine größere (bis zu doppelte) Reichweite als Anzahl an Fans erreichen. Das bestärkt mich aber in meinem Handeln, die Seitenbeiträge immer auch zusätzlich über das Profil zu veröffentlichen.
    Danke für den Artikel!
    LG Annika
  • Hi,

    Interessante Ergebnisse. Den Unterschied zwischen persönlichem Profil und Unternehmenspage auf FB hätte ich nicht so groß erwartet!
    Ich werde wohl meine Facebook Marketingstrategie überdenken müssen.
    Wichtig finde ich jedoch auch, dass es nicht nur auf die Anzahl der SocialMedia Freunde ankommt. Deren Aktivität ist das Wichtige.

    Gruß
    Jens

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