Mit einem eigenen Partnerprogramm zur top Affiliate Performance

Mit einem eigenen Partnerprogramm zur top Affiliate Performance

Neben SEO, SEM und SMM Maßnahmen ist Affiliate Marketing ein wichtiger Vermarktungskanal für Unternehmen. Es liegt also nahe sich neben den einfachen Affiliate Netzwerken ein eigenes Partnerprogramm aufzubauen. Schließlich können Affiliates mit individuellen Maßnahmen für mehr zahlende Kunden sorgen. Es gibt sorgar Unternehmen, die zum Großteil von Affiliate Marketing leben und das zum Teil sogar äußerst erfolgreich. Was für Affiliates (Werber) attraktiv klingt, ist auf der anderen Seite meist ein Horror für Publisher (den Produktanbieter). Aus meiner Erfahrung mit Affiliate-Netzwerken über die Jahre haben sich vor allem 2 Probleme heraus kristallisiert:

1. Die schlechte Qualität der Werbeseiten (meist kleine, themenfremde Blogs mit wenig Traffic und dafür umso mehr Bannern), und

2. Fake-Leads, d.h. bewusst generierte Registrierungen, hinter denen kein echter Mensch mit echtem Interesse besteht.

Um dem entgegen zu wirken, setzen wir z.B. bei FastBill seit einiger Zeit auf ein zusätzliches „private Network“, also ein eigenes Partnerprogramm, in dem wir unsere Partner in direktem Austausch betreuen. Wie so oft hat jede Variante seine Vor- und Nachteile. Genau diese möchte ich in diesem Artikel behandeln und aufzeigen, warum wir von einer Top-Affiliate Quote von 0,15% (Netzwerk) auf 15% (Private Network) gestiegen sind.

Warum nicht direkt ein eigenes Partnerprogramm (Private Network)?

Als Affiliate Marketing noch Neuland für FastBill war, schienen uns die Vorteile eines Affiliate Netzwerkes überzeugend. Ich möchte diese hier auch nicht per se verteufeln. Ich denke für Unternehmen, die ihre Fühler ausstrecken und das Affiliate Marketing erst einmal testen möchten, kann es genau das Richtige sein. Es gibt schließlich viele Vorteile eines Affiliate Netzwerkes, die man nicht abstreiten kann: Die initiale Reichweite. Ausserdem werden Billing und Abrechnung durch das Netzwerk abgewickelt durchgeführt. Dem gegenüber stehen ca. 30% Netzwerk Gebühren und die schlechte Qualität der Publisher. Heute nutzen wir beides: Ein Private Network und auch das Affiliate Netzwerk Adcell.

Bei Adcell und Affilinet haben wir mehr als 1.000 angemeldete Affiliates, die FastBill theoretisch bewerben. Doch die Sache hatte einen Haken: Nur weniger als 1% dieser Affiliates sorgen für regelmäßige Neukunden. Der überwiegende Teil des schlecht konvertierenden Traffics kommt von Banner-Klicks auf Webseiten, die keine inhaltliche Relevanz zu FastBill zeigen. Es musste also eine Änderung stattfinden und ein Wechsel zu einem eigenen Partnerprogramm erschien uns als optimal: Die Kosten sollten geringer werden, die direkte Austausch sollte die Qualität erhöhen.

Die Lösung: Ein eigenes Partnerprogramm (Private Network) 

Während den FastBill Affiliates bei Adcell 3 EUR für Leads und 15 EUR für Sales vergütet wurden, bietet FastBill durch ein eigenes Partnerprogramm nun die Möglichkeit zwischen 24 EUR und satten 235 EUR pro Abschluss zu generieren. Eine deutliche Erhöhung also. Des Weiteren haben wir ein Revenueshare-Modell eingeführt, welches dem Partner 10% der Umsätze des Kunden ausschüttet und zwar so lange der Kunde FastBill nutzt (also „Lifetime“). Die höhere Provision, die langfristige Beteiligung sowie die Provisionierung des Umsatzes (statt Testanmeldungen) sollten die Lösung für unser Problem sein, mit Erfolg.

Einen weiteren, oftmals unterschätzten Vorteil, den wir durch ein eigenes Partnerprogramm haben, ist die Möglichkeit Coupon Codes für Affiliates zu generieren, die auch offline genutzt werden können. So können zum Beispiel Gründerberater eigene Flyer erstellen lassen, die ihren individuellen Coupon Code beinhalten und diese an ihre Kunden verteilen. Diese Art von Traffic ist natürlich nicht mit Banner-Traffic über´s zu vergleichen.

Ein eigenes Partnerprogramm ermöglicht Coupons
Ein eigenes Partnerprogramm ermöglicht z.B. Coupons als Marketing Instrument zu nutzen

Die Conversion-Rate einer direkten, persönlichen Empfehlung (per Coupon Code) ist um ein vielfaches höher als die eines  Banners in einem themenfremden Kontext. Außerdem bieten die Coupon Codes die Möglichkeit einer Vergünstigung für für den Kunden an und somit einen guten Grund FastBill zumindest zu testen (z.B. 2 Monate testen statt einem).

Welche Software eignet sich für ein eigenes Partnerprogramm?

Neben der Flexibilität, die ein eigenes Partnerprogramm in fast allen Bereichen des Affiliate Marketings bietet, spielen auch die Kosten eine Rolle. Das Geschäftsmodell von Tools wie getAmbassador.com ist meist eine Mischung auf fixer Gebühr pro Monat zzgl. eine Auszahlungsbeteiligung, welche allerdings deutlich unter denen einen Netzwerks liegt. Mittlerweile haben viele auf eine fixe Gebühr für eine limitierte Anzahl von Affiliate gewechselt. 

GetAmbassador ist zwar gut, aber mit mindestens $800 im Monate ganz schön teuer. Wenn du meine Empfehlungen für eine gute und günstige Affiliate Software möchtest, schicke dir die gerne per E-Mail zu. Trag dich dazu einfach hier ein:

Ein Partnerprogramm ermöglicht Fokussierung auf die wirklich guten Partner

Auch, wenn wir bei FastBill nach wie vor das Netzwerk von Adcell nutzen, gehen wir bei der Freischaltung neuer Leads mittlerweile sehr restriktiv vor. Dadurch verringert sich zwar deutlich die Anzahl der neuen Affiliates, führt aber aber insgesamt zu einer höheren Werbequalität. Gute Partner oder Affiliates sorgen dafür, dass der Kunde schon – bevor er die Seite von FastBill besucht – eine gewisse Überzeugung von unserem Produkt in sich trägt.

Fazit: Es gibt nicht die eine beste Lösung. Ein eigenes Partnerprogramm hat spürebare Vorteile, erfordert aber, dass man die Masse an Affiliates selbst aufbauen muss. Wer auf Reichweite setzt, ist mein Netzwerk sicher besser aufgehoben. In unserem Fall hat sich der Fokuswechsel zu einem eigenen Partnerprogramm gelohnt. Statt mit sehr vielen unproduktiven Affiliates, haben wir es nun mit einer relativ übersichtlichen Zahl an aktiven Affiliates zu tun, denen wir mehr Zeit und Energie widmen können. Dieses Vorgehen spiegeln wir auch in unserem Preismodell wieder: Kein Freemium, sondern lediglich ein Testzeitraum. Wer überzeugt ist und den Mehrwert sieht, der sollte auch bereit sein 5€ dafür zu zahlen. Übersetzt auf das Partnerprogramm heisst das: Lieber weniger, gute Leads, also viele schlechte.

Zu unserer Überraschung tragen die Coupon Codes übrigens zu einem großen Teil des  Erfolgs unseres Partnerprogramms bei. In einem Netzwerk hätten wir das nicht realisieren können.

6 Kommentare

  • Hallo guten Tag
    Toller interessanter Beitrag. Will auch für mein online shop eine eigene affilate programm machen von meinem shop aber wo und wie geht das?
    Freundliche Grüsse Nenad
  • Hallo Christian, danke für den Beitrag. Auch ich denke schon eine ganze Weile über Affiliate zum Vermarkten nach. Wie habt Ihr Eurer eigenes Programm gefunden? Selbst programmiert? Gibt es dafür fertige Lösungen? Danke und Herzliche Grüße Romy
  • Hi Romy, wir nutzen zferral.com, was allerdings jetzt getambassador.com heisst. Ansonsten gibt es noch hasoffers.com . Alles US-Anbieter.
    VG
    Christian
  • […] interessanten Artikel gab es auch von Christian Häfner zu lesen. Er zeigte in dem Beitrag Die wirksamste Maßnahme gegen Fake-Kunden aus Affiliate-Netzwerken, warum er die Qualität der im Affiliate Marketing generierten Lead durch ein Private Network […]

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