Warum Community Building kein Zuckerschlecken ist

Warum Community Building kein Zuckerschlecken ist

Community Building bedeutet wörtlich übersetzt „Community Aufbau“. Aber das geht eigentlich garnicht. Denn eine Community ist bereits da. Alles, was man beim Community Building machen kann, ist dieser einer eine Struktur zu geben.

Genau das habe ich gemacht. Vor gut 6 Wochen habe ich www.letsseewhatworks.com ins Leben gerufen, um neben diesem Blog einen Ort zu schaffen, in dem Unternehmer interagieren und sich gegenseitig dabei helfen, die Probleme und Herausforderungen des Unternehmeralltags zu meistern.

Wie so oft startete auch dieses „Projekt“ mit einem Versuch, der bereits im März losging. In ergänzte diesen Blog um einen Forenbereich, in dem sich nach und nach mehr Menschen anmeldeten und mit einander interagierten. Allerdings stieß die Installation auf Buddypress/Wordpress Basis schnell an ihre Grenzen, weshalb ich mich entschieden habe einen weiteren Schritt nach vorne zu gehen. Community Building erfordert mehr als eine gut gedachte Idee. Ich brauchte eine performante Plattform als Basis. Also investierte ich erneut (Geld) und nutze fortan den Service Amazers.com, um die Community anbieten zu können, die ihr heute unter www.letsseewhatworks.com seht.

Eine wichtiger Schritt, aber bei weitem nicht alles. Was ich sonst noch gelernt habe nach 6 Wochen (+3 Monaten) Community Building:

1. Eine Community besteht aus Menschen, nicht aus einer Software

Ich habe es bereits erwähnt. Die Community, in der ich mich seit ca. 5 Jahren bewege, sind Unternehmer, Selbständige und Startup-Gründer. Man trifft sich auf Events, beim Netzwerken, oder geht zusammen essen. Aber: All das habe ich bereits gemacht, bevor LetsSeeWhatWorks existiert hat. Ich lasse hier also keine grundsätzlich neue Community entstehen, sondern versuche ledigliche einer existierenden Community eine neue Struktur zu geben, in der wir effizienter und wirksamer arbeiten können.

2. Eine Community muss einen sichtbaren Mehrwert bringen

Warum sollte man sich anmelden bei LSWW oder diesem Blog folgen? Die Antwort darf nicht sein, weil „jemand gesagt hat, ich soll es machen“, sondern es muss ein klarer Mehrwert sein. Ich glaube das ist auch der Grund, warum wir alle bei den Social Netzwerken á la Ello und TPO nicht sonderlich aktiv waren. Und das ist vielleicht auch der Grund, warum wir bislang nur 100-200 aktive tägliche Mitglieder bei LSWW sind, und keine 100.000.

Ich arbeite täglich daran, diesen Mehrwert sichtbar zu machen, habe aber auch festgestellt, dass diese Herausforderung umfangreicher ist und Community Building nicht mit zwei, drei Blogbeiträgen erledigt ist.

3. Eine Community muss einen klaren Zweck erfüllen

Knüpft direkt an Punkt 2 an. Jedes Mitglied muss wissen, warum es Teil einer Community ist. Ich hatte z.B. in der LSWW Community Funktionen aktiviert wie „Stories“ oder „Story-Assignments“. Warum? Weil es ging! Die Funktionen waren da und sahen vielversprechend aus. Die Idee war, dass jeder von sich aus über seine Erfahrungen schreibt, so wie ich es mit diesem Blog hier mache.

Damit lag ich allerdings daneben und musste lernen, dass es am Ende an mir liegt diesen Blog zu füllen. Entweder, in dem ich proaktiv auf andere zugehe und um Gastbeiträge bitte, oder indem ich sie selbst schreibe. Die Story-Features haben das nicht geändert. Niemand Nur wenige wollten die Zeit aufbringen, um ihre Erfahrungen zu teilen, z.B. Jenny, Matthias, René oder Sergej. Der klare Mehrwert war nicht deutlich. Was bekomme ich zurück, wenn ich eine Geschichte bei LSWW veröffentliche? Unklar… Das ist ok für mich, allerdings hatte ich eine andere Erwartungshaltung.

Stattdessen habe ich aber gelernt:

4. Fokus ist wichtig

Es ist wichtig einen Fokus zu setzen. Das gilt für die meisten Dinge im Unternehmeralltag. Ich fragte mich immer wieder „Warum möchte jemand bei LSWW sein?“. Ich diskutierte die Frage auch mit den Community Experten Danilo und Fabio von Amazers und kam letztlich zu folgendem Schluss: Die LetsSeeWhatWorks Community soll verknüpfen! Sie soll Verbindungen schaffen zwischen Menschen, die sich sonst nicht (so einfach) finden. Eine Art Dating Plattform für Unternehmer, wenn man so will 😉 Egal, welche Herausforderung ich gerade vor mir habe, ein anderer hat sie vielleicht bereits gemeistert und kann mir dabei helfen.

Um genau diesen Zweck zu erfüllen, habe ich mich entschieden die Stories wieder abzuschalten und vorerst drei Bereiche aktiv zu lassen: Diksussionen, Fragen und die Mitgliederübersicht.

5. Nicht alles muss öffentlich sein

Nur, weil es eine Wall gibt, muss nicht gleich alles öffentlich sein. Zwar wird dem Problem durch die Privacy Funktion schon entgegen gewirkt, aber eigentlich muss auch gar nichts öffentlich sein. Wer sich gefunden hat, der kann auch telefonieren oder sich im echten Leben treffen. Beides ist in der LSWW Community bereits mehrfach passiert und zeigt, dass die Community ihren Zweck an der Stelle bereits erfüllt hat. Community Building besteht aus dem Verknüpfen von Menschen, nicht aus Funktionen oder Community Marketing. Das Bild von Mike und Matthias ist ein schönes Beispiel dafür. Allerdings muss man sich zeigen, um gesehen zu werden. Ganz ohne Eigeninitiative geht es also nicht.

Erst auf LSWW per Blog kennengelernt und gleich den Sprung ins real life treffen geschafft. War ein tolles treffen mit…

Posted by Mike Catman on Monday, September 14, 2015

 

6. Strukturen müssen vorgeben werden

Ich finde Community Guidelines haben grundsätzlich ihre Daseinsberechtigung. Auch die LSWW Community wird bald eigene Guidelines bekommen. Mir waren selbst ein paar Dinge unklar zu Beginn, z.B. welche Sprache gesprochen werden soll. Am Ende habe ich gelernt, dass eine totale Demokratie in einer Community immer nur mäßig funktionieren wird. Regeln gehören in gewisser Form eben auch zum Community Building.

Mein Ziel ist es nach wie vor eine globale Plattform für Unternehmer mit LSWW zu schaffen. Das funktioniert allerdings nur dann, wenn konsequent englisch gesprochen wird (oder ein Tool genutzt wird, was Sprachen trennt). Eine weitere Struktur, die ich vorgeben möchte, sind z.B. Fragen. Regelmäßig stelle ich gezielt Fragen zu Themen, die ich in der Community aufpicke um so eine breitere Masse zu erreichen.

7. Reichweite langsam aufbauen

Rom wurde auch nicht an einem Tag erbaut, und Facebook auch nicht. Deshalb ist es ok das Wachstum langsam steigen zu sehen. „Building“ in Community Building steht genau dafür: Eine Community wie LSWW muss wachsen, und das tut sie. Täglich melden sich neue Menschen in der Community oder im Newsletter bei LSWW an, täglich werden es mehr Fans und Follower bei Facebook und Twitter.

Meine Aufgabe sehe ich darin diese Reichweite Tag für Tag weiter auszubauen. Damit das gut funktioniert, werde ich vor allem auch an Punkt 2 arbeiten. Ein gutes Produkt soll sich ja bekanntermaßen von alleine verkaufen. Im Fall der LSWW Community gibt es z.B. ein Invite Feature, was jeder nutzen kann und vielleicht immer mehr Menschen durch direkte Einladungen kommen.

Wie die LSWW Community in 6 Wochen gewachsen ist

Harte Zahlen machen immer Spass, und ich teile gerne. Ja, wir sind noch weit weg von Facebook und Co, aber wir sind auf einem guten Weg. Seit dem Start der Community Anfang August

  • haben sich 629 Mitglieder angemeldet
  • sind 100-200 Mitglieder täglich aktiv
  • wurden insg. 1580 likes vergeben
  • wurden 376 Posts und 645 Kommentare/Antworten geschrieben
  • wurden 494 Direktnachrichten über das System verschickt
  • werden neue Diskussionen innerhalb von 24 Stunden von mind. 2-3 Leuten beantwortet
Die LSWW Community nach den ersten Wochen. Sieht vielversprechend aus.
Die LSWW Community nach den ersten Wochen. Sieht vielversprechend aus.

Ja, das sind schon tolle Zahlen. Aber jetzt, nachdem die Anfangs-Euphorie verflogen ist, geht es darum den echten Mehrwert sichtbar zu machen. Community Building bedeutet eben auch den langen Atem zu haben. Das Netzwerk muss weiter wachsen. Ich glaube aber, dass der wichtigste Schritt bereits gemacht wurde und ich freue mich auf die weitere Entwicklung und viele spannende Connections, die aus der Community entstehen.

Viele Spass beim Netzwerken und Kennenlernen. Und falls du noch nicht dabei bist, melde dich hier in der LSWW Community an.

Christian

Noch keine Kommentare, sei jetzt der erste! ;)

Was denkst du?

Lerne aus der Praxis

Hier bekommst du kostenlose Erfahrungen von Gründern für Gründer. Lerne, wie du dein Business zum Erfolg bringst.

Sponsoren

Finanzmanagement für kleine Unternehmen

Immer frischer Kaffee für´s Büro

© 2017 by Framework. Powered by Chimpify.