3 Bullshit Business-Weisheiten, die mich zum Glück nicht vom Gründen abgehalten haben

3 Bullshit Business-Weisheiten, die mich zum Glück nicht vom Gründen abgehalten haben

Du hast sie endlich gefunden: 3 Bullshit Business-Weisheiten, die du auf deinem Weg zum erfolgreichen Start-Up unbedingt vermeiden solltest!

Background:
Wenn du so bist wie ich, dann hörst du diese 3 gefährlich-falschen Tipps immer wieder. Ich habe vor 4 Jahren mein erstes Start-Up gegründet. Kurz vorher das Praktikum bei der Unternehmensberatung geschmissen, die Piratenflagge gehisst, extrem viel Bock und extrem wenig Ahnung gehabt – Da kam jeder Rat gelegen! Mittlerweile weiss ich: Da war viel Bullshit dabei.

Heute:
Inzwischen sind 3 weitere Start-Ups gefolgt, wir sind mit unserem Event Brand NEONSPLASH – Paint-Party® in 60 Städte expandiert und alles ist wesentlich entspannter. Hätte ich vorher gewusst, bei welchen Ratschlägen ich lieber hätte weghören sollen, wäre das sicher noch schneller und effektiver gegangen!

Um Gründern dieses gefährliche Halbwissen zu ersparen, habe ich grade mein erstes Buch fertig geschrieben! Dein nächstes großes Ding ist das Ergebnis eines zwei Jahre langen analytischen Prozesses, dessen Aufgabe es war, Muster zu erkennen, die wirklich guten Ideen zugrunde liegen. Welche Bausteine machen eine richtig erfolgreiche Idee aus und wie wird sie dann daraus konstruiert? Wie kannst auch Du sofort gute Ideen produzieren, und nach welchem System habe ich gleich dreimal hintereinander erfolgreiche Ausnahmeideen international positioniert?

Ich habe es mir zum Ziel gemacht, Mechanismen aus den kreativen Denkprozessen von Kunst, Philosophie, Technik, Marketing und Handwerk zu dekomponieren, um sie dann auf die Start-up-Generation und moderne Ideenfindung in einem Businesskontext zu übertragen.

  • Wie wäre es also, wenn wir uns den Hipster Picasso vorstellten, der im Silicon Valley seine Company für 500 Millionen Dollar verkauft?
  • Was wäre, wenn Michelangelo nicht vier Jahre lang die Decke der Sixtinischen Kapelle bemalt, sondern einen Business Case gebrainstormt hätte?
  • Was passiert, wenn wir Hemingways Art zu schreiben auf die Verkaufstexte in einem Funnel für Dein nächstes Online-Produkt übertragen?

Wie funktionieren Ideen wirklich und welche Eigenschaften teilen die Menschen, die sie erfolgreich ausführen?

Eine Art Geschäftsideen-Malen-nach-Zahlen. Klar strukturiert, auf den Punkt, no bullshit! Während meiner Recherchearbeit zu diesem Mammut-Projekt hat sich mein Schreibtisch schnell mit Notizen gefüllt. Whiteboards voller Mindmaps und Gedanken.

Zig Interviews mit Gründern, Superperformern, Sportlern und Künstlern. Unzählige Experimente, Tests, viele Ergebnisse und Erkenntnisse. Dieser Artikel ist ein Schulterblick auf drei ganz besondere Erkenntnisse, die ich gern kostenlos raushaue, weil ich sie unbedingt verbreiten muss! Erzähl also bitte mindestens drei Menschen, die geschäftlich ambitioniert sind, von allen Infos, die Du hier heute erfahren wirst! Als Forscher im Auftrag Deiner nächsten großen Idee, werde ich drei weitverbreitete Hypothesen und vermeintliche Bullshit Business-Weisheiten widerlegen, weil sie einfach falsch sind!

Im Buch geht es vor allem um die Dos auf dem Weg zu Deiner nächsten Killer-Idee, wobei wir während unserer kurzen Verabredung hier drei wichtige Dont’s festlegen werden, die leider unberechtigterweise immer wieder von »Gurus« als Dos verkauft werden.

Warum sind solche Fehlinformationen überhaupt im Umlauf, wenn sie doch falsch sind?

Ganz klar: Es ist einfacher, ein Buch zu schreiben als ein Business aufzubauen, also wird das Buch zum Business! Zu viele Autoren erzählen über Business und zu wenig starke Geschäftsleute schreiben Bücher. Das Ergebnis sind die nachstehenden Hohlgeschosse, die wir zerlegen und durch scharfe Munition ersetzen werden. Immer wieder tauchten diese »Ratschläge« auf meinem Schreibtisch auf und bei genauerer Analyse wurde klar, dass sie nicht nur unwahr, sondern Gift für Deine nächste große Idee sind.

Amigo, let’s do this:

Bullshit Business-Weisheit Nr. 1: Mit Freunden macht man keine Geschäfte

Ich habe bisher alle meine Firmen mit meinen drei besten Freunden aufgebaut. Unsere Geschäftsbeziehung gleicht einer Ehe. Wir sind für ewig vereint in einem Bund aus Treue, Liebe, gegenseitiger Unterstützung, Vertrauen und dem Wunsch nach Zufriedenheit und Glück des Partners. Klingt total romantisch und filmreif und das ist es auch (meistens). Natürlich streiten wir oft, haben Meinungsverschiedenheiten und es gibt Wortgefechte – genau wie in einer Ehe. Aber ebenso ist jedem Einzelnen stets bewusst, dass wir ein Fundament besitzen, welches stärker und größer ist als Geld, Streit oder temporäre Probleme. Unser Geschäft ist auf der Konstante unserer Männerfreundschaft aufgebaut. Egal was passiert: dieses Fundament ist unerschütterlich.

Meine Co-Founder Family bei einer unserer NEONSPLASH – Paint-Party® Shows (unser erstes erfolgreiches gemeinsames Start-Up)
Meine Co-Founder Family bei einer unserer NEONSPLASH – Paint-Party® Shows (unser erstes erfolgreiches gemeinsames Start-Up)

Unsere Konstellation ist für viele unbegreiflich, aber für uns auf eine intuitive Weise vollkommen selbstverständlich. Wir werden die nächsten 30 Jahre Schulter an Schulter arbeiten, werden einander mehr sehen als die eigene Familie, müssen uns blind vertrauen und füreinander einstehen, in guten wie in schlechten Zeiten. Wenn einer von uns Hilfe braucht, sind wir füreinander da. Wenn einer von uns krank wird, halten ihm die anderen drei den Rücken frei. Als unser Partner Siamak für sein Staatsexamen lernen musste, war es für uns alle selbstverständlich, dass wir ihn weiterhin unterstützen und ihm den Freiraum geben, um zu lernen. Er würde das Gleiche für jeden von uns tun. Wir sind eine Familie, teilen alles zu gleichen Teilen, wie Brüder. Wir werden nie wieder allein sein. Mein Business darauf aufzubauen und in dieser Form zu leben, war eine der besten Entscheidungen meines Lebens!

Woher kommt also der oft gehörte Ratschlag, mit Freunden lieber keine Geschäfte zu machen? Durchleuchtet man die Aussage, so merkt man schnell, dass dahinter der Gedanke steht, ein Business mit Freunden führe immer zu Streit, weil die Sachlichkeit nicht gewahrt werden kann. Ähnlich wie bei dem Verhältnis von Vater und Sohn als Trainer und Fußballer oder Lehrer und Schüler. Verständlich, aber zu einfach. Das potenzielle Problem wird zum Ausschlusskriterium und jede Synergie wird im Keim erstickt.

Sucht man nach dem Ursprung dieses Ratschlags, so ist es die Angst vor der Auseinandersetzung, die diese Weisheit scheinbar legitimiert. »Was, wenn wir uns streiten? Wir sind doch Freunde!« Um die Möglichkeit eines Streits zu vermeiden, wird die (fruchtbare) Konstellation ausgeschlossen. Prävention als Konfliktlösung. Natürlich ist es einfacher, jemanden zu feuern, zu dem man kein emotionales Verhältnis pflegt, weil er im gemeinsamen Geschäft unmoralisch gehandelt hat. Einverstanden! Aber was, wenn dies gar nicht erst passieren würde, weil die Basis der Zusammenarbeit auf Freundschaft aufgebaut ist? Auf Ehrlichkeit, Vertrauen und Loyalität. Echte Werte widerlegen diese Weisheit. Wer diesen Ratschlag vehement verteidigt, setzt eine schwache Freundschaft voraus. Eine Freundschaft, in der Vertrauen missbraucht und das Wort nicht respektiert wird. In einem Tornado hilft kein Regenschirm, aber sollte man deshalb nie wieder einen benutzen?

In meinem Buch geht es in einem Kapitel um die Werkzeuge und Strategien für Weltklasse-Beziehungen und -Partnerschaften auf der Basis meiner eigenen Story. Wer dazu imstande ist, eine wertvolle, echte Freundschaft aufzubauen, die ähnlich viel Arbeit und Wille abverlangt wie eine Ehe, der kann nicht nur, sondern sollte auch mit seinen Freunden Geschäfte machen. Gesellschaft zu haben ist schön. Aber mit Menschen, die man wirklich liebt, etwas aufzubauen – das ist unbezahlbar!

Bullshit Business-Weisheit Nr. 2: Fang gar nicht erst an, bleib lieber angestellt!

Leitspruch einer ganzen Generation von Menschen, die Sicherheit brauchen. Ich habe nichts gegen Sicherheit. Mehrere Kapitel meines Buches befassen sich mit Themen wie Risikominimierung und Schadensbegrenzung, aber es gibt einen entscheidenden Unterschied zwischen Sicherheit und Kontrolllosigkeit. Keine Kontrolle zu haben ist immer gefährlicher als weniger Sicherheit in Kauf zu nehmen. Wenn Du im Auto angeschnallt bist, hast Du Dein Verletzungsrisiko minimiert: Sicherheit. Was aber, wenn jemand das Auto fährt, der betrunken ist und Du keine Kontrolle über das Fahrzeug hast? Sicherheit oder Kontrolle?

Bei Deinem nächsten großen Ding geht es nicht um Reichtum und Prestige, es geht um Freiheit. Freiheit durch 100 Prozent Kontrolle. Deine Idee, Dein Business, Deine Entscheidungen – Du sitzt am Steuer! Was bringt Dir die vermeintliche Sicherheit einer Festanstellung, wenn der Fahrer betrunken ist (d. h. Dein Chef keinen Plan hat)? Was, wenn unternehmerische Entscheidungen, die Du nicht beeinflussen kannst, dazu führen, dass Du morgen bildlich gesprochen gegen einen Baum fährst? Warst Du angeschnallt? Klar. Hilft es Dir? Nein!

Kontrolle ist König. Sag Dich los von der falschen Attraktivität der Sicherheit und setz Dich auf den Fahrersitz! Du triffst die Entscheidungen! Nur so kannst Du Deine größten Träume realisieren. Schnall Dich ab, steig aus, finde Dein eigenes Fahrzeug und gib Vollgas, so wie alle zehn Unternehmerpersönlichkeiten, die ich in Dein nächstes großes Ding im Kapitel zu meinen Lieblings-Geschäftsmodellen und den Köpfen dahinter interviewt habe! Menschen wie Flavio Simonetti, Nic Lecloux, der Gründer der true-fruits-Smoothies, Wolfgang Grupp, der Traditionsunternehmer, oder Lencke Steiner, Jurorin aus der VOX-Business-Serie Die Höhle der Löwen. Das glasklare Muster all dieser Erfolgsgeschichten: Kontrolle. Solange Du die Kontrolle hast, weißt Du genau, was passiert, und kannst fahren, wohin Du willst!

Bullshit Business-Weisheit Nr. 3: Mach erst mal Deinen Master!

Angestellte haben nur zwei Möglichkeiten, ihre Bezahlung zu erhöhen: mehr Einheiten (Stunden) oder mehr Lohn pro Einheit (Stundenlohn). Da der Tag nur 24 Stunden hat, sind die Stunden, die abgerechnet werden können, limitiert. Mehr als acht bis zehn Stunden pro Tag sind jedoch meistens langfristig nicht realistisch.

Betrachten wir also die gängigste Strategie, um den Stundenlohn zu erhöhen: Erhöhung der eigenen Kompetenzen zur Erhöhung des Werts der geleisteten Arbeit. Wie? Durch Extra-Qualifizierungen: Master, Schulungen und andere unabhängige Drittanbieter, die gerne gewillt sind, Dir neue Fähigkeiten zu attestieren, weil Du sie dafür gut bezahlst. Ein solider MBA kann über 100.000 Euro kosten und dabei sind die Opportunitätskosten, die durch Deinen Arbeitsausfall entstehen, noch nicht berücksichtigt. Der Gedankengang ist immer der gleiche: 100.000 Euro Studienkredit, ein Jahr Vollzeit-Studium für 20 Prozent mehr Wert der eigenen Arbeit (Stundenlohn). Dabei versklavt man sich für den Job, weil der Studienkredit zurückgezahlt werden muss. Folgende Situation ist das Resultat des Versuchs, den Wert seiner Arbeit zu erhöhen: Der Schuster muss bei seinen Leisten bleiben, um den Kredit zurückzubezahlen. Jede Form der unternehmerischen Freiheit ist damit verloren. Innerhalb der zehn Jahre, in denen der Kredit zurückbezahlt wird, ist die Erhöhung des Lohnes nicht spürbar, weil sie den Kredit bedient. Wer sich nach Ende der Gefangenschaft dann doch entscheidet, sein eigenes großes Ding zu machen, hat gerade zehn Jahre verloren.

Million-Dollar-Ideen, die ich im Buch bis in die feinsten Nuancen untersuche, um sie reproduzierbar zu machen, haben teilweise nicht mal fünf Jahre gebraucht, um zu explodieren. In der Zeit, in der Du Dein eigenes Lösegeld bezahlen musst, realisieren Menschen ohne MBA und ohne Handschellen ihre ganz eigenen Träume und verlieren keine Zeit damit, anderen Menschen zu gefallen, damit sie die Erlaubnis bekommen, deren Träume für sie aufzubauen. Zurück zu Weisheit Nr. 2 und der vermeintlichen Sicherheit einer Festanstellung: Wenn Du Dein eigenes großes Ding machen willst, musst Du selbst am Steuer sitzen! Master werden an der Front gemacht, nicht in der Uni!

Amigo, Ich wünsche Dir auf Deinem Weg nur das Beste und respektiere Dich für Deinen Mut und für Deinen Weg bis hierher! Ich würde wirklich gerne hören, wie es bei Dir weitergeht (www.facebook.com/matthewmockridgeofficial) und Dich mitnehmen auf die unvergessliche Reise zu Deinem nächsten großen Ding!

Danke für dein Interesse!

Dein Fan, Matthew ☺

6 Kommentare

  • Lieber Matthew,

    ich wünsche Dir, dass Deine Partnerschaft mit Deinen drei Freunden die nächsten 20 Jahre genauso weiterläuft. Meine persönliche Erfahrung als Unternehmer (ca.25 Jahre) ist da etwas anders.
    Menschen entwickeln sich unterschiedlich, oder geraten bei wachsenden Unternehmen an Ihre Grenzen. Wenn man mit guten Freunden eine so enge geschäftliche Beziehung hat, geht man solche Probleme in der Regel sehr sehr spät an. Auch ich mache immer wieder Geschäfte mit guten Freunden, bin da aber auf Gesellschafterebene eher skeptisch. Aber ich könnte mir auch nicht vorstellen ein Unternehmen mit meiner Frau zusammen aufzubauen.
  • Wow, sehr geiler Beitrag. Ich sage immer, im Käfig ist man sicher, sehr sicher sogar, aber nicht besonders spannen ;) Die Frage ist immer ob man nicht lieber das Hamsterrad verlässt und sein Ding durchzieht und dazu braucht man kein MBA wie du schon sagst. Das mit den Freunden ist so eine Sache, mittlerweile sind es immer mehr, die Gründen möchten, aber die Meisten sind in dieser alten Angestellten-Denke drinnen, die teilweise sehr schwer wegzubekommen ist.
  • Ich persönlich könnte kein Unternehmen mit Freunden gründen: 1. Weil die wenigstens wirklich gründen möchten und damit auch die Vorraussetzungen mitbringen. Ein Mitgründer muss kein Anwalt oder Programmierer sein, aber er sollte doch ein gewisse Leidenschaft bzw. Bereitschaft haben Dinge selbständig zu erarbeiten. Vielleicht sind meine Freunde mit Mitte/Anfang 20 auch einfach zu jung.. So bleibt einem nichts anderes übrig, als "Solopreneur" zu starten. Und Leute mit der richtigen Einstellung anzuziehen. Freunde werden kann man ja immer noch!
  • Geiler und inspirierender Artikel! Hell Yeah! Und ja, da merkt mann das da jemand von etwas spricht, wovon er Ahnung hat!

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