Buchhaltung für Unternehmer:
Ein Guide für Nicht-Experten

Was als Unternehmer in der Buchhaltung zu tun ist und was das kostet.

Buchhaltung ist ein gefürchtetes Wort bei Selbstständigen und Unternehmern. Kein Wunder, denn Buchhaltung kostet Zeit und Nerven und verdient kein Geld. Lerne hier, wie Buchhaltung für kleine Unternehmen funktioniert und was das kostet. Weitere Beiträge zum Thema kannst du auch hier suchen:
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Buchhaltung Grundlagen ohne Fachwörter

Wer nach Buchhaltung googelt, der findet jede Menge Artikel mit teilweise sehr ausführlichen Beschreibungen von Fachbegriffen, bei denen man irgendwann nicht mehr hinterher kommt. Ja, Buchhaltung ist ein trockenes und formelles Thema. Aber es auch ein Thema, um das wir als Unternehmer nicht herum kommen. 

Ich habe mich daher dagegen entschieden hier einen Blumenstrauß von Fachbegriffen aufzulisten, sondern versuche Buchhaltung lieber anhand täglicher Abläufe zu erläutern, und zwar ohne Anspruch auf Vollständigkeit, dafür mit mehr Relevanz für uns Unternehmer im Alltag. Ich selbst habe seit vielen Jahren eine UG und habe als Mitgründer von FastBill (einer Buchhaltungs- und Finanzmanagement Software für kleine Unternehmen und Selbstständige) gelernt, worauf es typischen Online Unternehmern wir mir (und dir) ankommt. 

Aber was ist Buchhaltung eigentlich genau? 

Buchhaltung setzt viel Grundwissen woraus. Wer sich gerade erst selbstständig macht, der hat so viele Dinge und Ideen im Kopf, die eigentlich keinen Platz für lästige Buchhaltungsaufgaben lassen. In Facebook Gruppen und bei Google bekam ich zwar immer viele Tipps, aber am Ende sind die wichtigsten Fragen immer noch nicht geklärt, wie z.B. brauche ich einen Steuerberater? Was kann ich selbst machen? Was kostet das? Welche Tools machen Sinn? Dieser Beitrag mein Versuch dir dieses Thema nahezubringen. Ich hoffe er hilft dir weiter. Wenn er dir gefällt, teile ihn gerne, damit auch andere davon lernen könne. Wenn du danach noch offene Fragen hast, helfen wir dir in unserer Community

Bis gleich, 
Christian

Buchhaltung. Let´s go!


Bei Wikipedia steht, dass Buchhaltung eine Organisationseinheit (also eine Abteilung) ist, die die Buchführung (also das Führen der Bücher) macht, und zwar rund um die Finanzen. Für uns Unternehmer hat sich "Buchhaltung" im allgemeinen Sprachgebrauch als das etabliert, was eigentlich die Finanzbuchführung ist.

Ok, aber was genau ist das jetzt? Und brauche ich einen Steuerberater?

Kommt drauf an! Am besten machst du es dir bequem und liest die nächsten Absätze einfach mal von oben nach unten durch. Danach sind deine Fragen vermutlich weitestgehend beantwortet.

Wer als Unternehmer davon spricht die Buchhaltung zu machen, der meint in der Regel folgende Aufgaben:

Buchhaltung für Selbstständige & Unternehmen:
Was ist wann zu tun?

Hinweis: Hier werden v.a. die aus meiner Sicht relevanten Aufgaben für kleine Unternehmen erwähnt. Es gibt auch Unterschiede abhängig von der Rechtsform (s.u.)

Täglich

Rechnungen erstellen (Debitorenbuchhaltung)
Belege sammeln (Kreditorenbuchhaltung)
Zahlungen kontrollieren und zu Rechnungen & Belegen zuordnen
Liquidität im Blick behalten, damit du weisst, was du dir leisten kannst.

Monatlich 

Kontierung (s. weiter unten)
Gehaltszahlungen
Beleglose Transaktionen ermitteln (z.B. Kontoführungsgebühren & Mietzahlungen)
Umsatzsteuervoranmeldung
Rentabilität im Blick behalten, damit du weisst, ob dein Unternehmen "gesund" arbeitet.

Jährlich

Jahresabschluss erstellen und an das Finanzamt übermitteln
Einkommenssteuererklärung  

Besonderheiten abhängig von der Unternehmensform und -größe:

1. Umsatzsteuervoranmeldung (UstVa) 

Für Kapitalgesellschaften (z.B. UG, GmbH) sind der Tag Umsatzes und der Tag der Zahlung relevant. Umsätze (Rechnungen) ohne Zahlungseingang müssen dennoch bei der UstVA berücksichtigt werden. Für kleine Einzelunternehmen ist nur der Tag der Zahlung relevant. Was nicht bezahlt wurde, muss nicht per UStVA an das Finanzamt gemeldet werden.

2. Gehaltszahlungen

Kapitalgesellschaften selbst können kein Gehalt verdienen. Wenn du also eine UG oder GmbH hast, musst du dich selbst anstellen und dir ein Gehalt zahlen, auch als Geschäftsführer. Das Gehalt ist i.d.R. immer gleich bis es angepasst wird. Ein Einzelunternehmer ist nicht angestellt, sondern hat am Monatsende die Einnahmen abzüglich der Ausgaben als "Gehalt" übrig. Für mehr Ordnung empfiehlt es sich ein separates Bankkonto zu haben.

3. Jahresabschluss

Kapitalgesellschaften und große Einzelunternehmen (ab 60.000€ Gewinn oder 600.000€ Umsatz) müssen zum Jahresabschluss eine Bilanz und eine GuV (Gewinn- und Verlustrechnung) erstellen. Zum Start ist eine Eröffnungsbilanz erforderlich. Die Bilanz muss auch jedes Mal im Handelsregister veröffentlicht werden. Für kleine Einzelunternehmer reicht stattdessen eine EÜR (Einnahmen-Überschuss-Rechnung) aus, in der lediglich Einnahmen und Ausgaben gegenüber gestellt werden werden. Ein Einzelunternehmer muss auch eine Einkommenssteuererklärung machen, in der die Gewinne entsprechend versteuert werden. Der Angestellte (in einer UG/GmbH) macht die Einkommensteuererklärung hingegen nur privat.

Einnahmen verwalten (a.k.a. Debitorenbuchhaltung)

Mein Tipp: selber machen

Egal, ob du Rechnungen für deine geleisteten Stunden oder deine verkauften Produkte schreibst oder ob du z.B. als Affiliate eine Einnahme bekommst. All das sind Einnahmen, die dein Unternehmen am Leben erhalten und damit auch ein besonders wichtigster Teil deiner Buchhaltung. Ein Debitor ist jemand, der dir eine Zahlung für eine Leistung oder ein Produkt schuldet, die du erbracht hast. Das sind i.d.R. deine Kunden und Affiliate-Partner, mit denen du eine gute Beziehung pflegen solltest um auch künftig Aufträge/Verkäufe zu erhalten.

Deine Aufgabe ist es die Kunden und die dazu gehörigen Einnahmen im Blick zu behalten. Das beginnt mit dem ordentlichen Abspeichern aller Kundeninformationen und geht weiter über das Erstellen und Versenden von Rechnungen. Auch Einnahmen, die du per Gutschrift bekommst, sind Einnahmen. Für die Buchhaltung sind beides gleichwertige Einnahmen.

Ein zweiter wichtiger Schritt ist die Kontrolle von Zahlungen. In der Buchhaltung sind die Rechnung (die Forderung gegenüber dem Kunden) und die Zahlung zwei verschiedene paar Schuhe. Die Buchung ist erst dann vollständig, wenn die Zahlung zur offenen Forderung auch eingegangen ist und entsprechend erfasst wurde.

Dabei ist nicht nur der Zahlungseingang wichtig, sondern auch wo du das Geld erhalten hast. Wurde es auf dein Bankkonto überwiesen, an dein Amazon Konto, per PayPal oder vielleicht sogar einfach in Bar? Diese Information ist ebenso wichtig und für deine Buchhaltung relevant.

Falls ein Kunde übrigens mal nicht bezahlt, gehört auch das Erstellen von Mahnungen oder Zahlungserinnerungen zur Debitorenbuchhaltung mit dazu.

Zusammenfassung Debitorenbuchhaltung: Debitoren sind Personen oder Unternehmen, die dir für eine Leistung oder ein Produkt Geld bezahlen, die du erbracht hast. Dafür erstellst du eine Rechnung (oder erhältst eine Gutschrift) und erfasst dazu die entsprechende Zahlung, sobald sie eingegangen ist. Meinen Tool-Tipp dazu findest du hier*. Diese Aufgabe wird typischerweise von dir selbst, bzw. einem Mitarbeiter in deinem Unternehmen erledigt.

Ausgaben verwalten (a.k.a. Kreditorenbuchhaltung)

Mein Tipp: selber machen

Kein Business funktioniert komplett ohne Ausgaben. Denn Ausgaben sind nicht nur große Einkäufe als Händler oder Anschaffungen für neue Technik, sondern auch z.B. Kontoführungsgebühren oder neuer Kaffee für´s Büro.

Kreditoren sind externe Lieferanten oder Dienstleister, von denen du etwas für dein Unternehmen einkaufst. Kleine Merkhilfe: Du bekommst beim Kreditor einen Kredit (in Form eines Produktes oder eine Leistung) und musst diesen irgendwann bezahlen. 

Wenn du also deine Ausgaben für dein Business verwaltest, dann musst du ebenso wie bei den Einnahmen wissen, was wann gekauft wurde und wann du wie bezahlt hast. Genau wie bei den Einnahmen musst du auch hier unterscheiden zwischen dem Konto, von dem du bezahlt hast (z.B. Cash, PayPal, Bankkonto, etc.)

Hast du die Einnahmen und Ausgaben beisammen, dann weisst du auch automatisch wie es um dein Business steht. Wieviel hast du eingenommen, wie viel hast du ausgegeben und was ist noch zu bezahlen (an dich, bzw. von dir)? Die Gegenüberstellung von Einnahmen und Ausgaben pro Monat z.B. zeigt dir die monatliche Rentabilität deines Unternehmens. Auch ohne BWL-Studium solltest du wissen, dass du am Ende mehr Einnahmen als Ausgaben haben solltest, damit dein Business auch langfristig bestehen kann. Für einen bestimmten Zeitraum kann das auch mal negativ sein (z.B. durch Investitionen). Langfristig nimmt ein gesundes Unternehmen aber mehr ein, als es ausgibt. 

Unabhängig von der Rentabilität solltest du aber auch die Liquidität deines Unternehmens im Blick behalten. Wenn du z.B. zwar 20.000€ Umsatz gemacht hast, die aber erst in 3 Monaten bezahlt werden, dann kannst du die kurzfristig anfallenden Ausgaben (z.B. dein Gehalt, deine Miete, etc.) nicht bezahlen. Um solche Liquiditätsengpässe zu vermeiden solltest du vorausschauend planen und immer dafür sorgen, dass ausreichend liquide Mittel (Geld auf dem Konto) vorhanden ist.

Da Ausgaben jederzeit anfallen können, solltest du selbst für diese Aufgabe in der Buchhaltung verantwortlich sein alles beisammen zu halten. Hier ist mein Tool-Tipp für die Überwachung deiner Ausgaben und Zahlungen.*

Zuordnung Quelle und Art (a.k.a. Kontierung)

Mein Tipp: selber machen und von Steuerberater kontrollieren lassen

In der Buchhaltung sind nicht nur Einnahmen und Ausgaben wichtig, sondern auch die Art die Einnahmen und Ausgaben und wo die Zahlung dazu jeweils geflossen ist (von welchem Bankkonto).

Die Art der Einnahmen werden über ein sogenanntes Sachkonto zugeordnet. Sachkonten sind nicht beschreibend, sondern mehrstellige Zahlen. Die DATEV, die Software, die am weitesten in Deutschland unter Steuerberatern verbreitet ist, hat dafür bestimmte Standards entwickelt. Die bekanntesten Standardkontenrahmen (SKR) sind 03 und 04 (also SKR03 und SKR04). Diese haben sich in der gängigen Praxis für kleine Unternehmen in Deutschland etabliert. Die wichtigsten Sachkonten im Buchhaltungs-Alltag für einen Durchschnitts-Onlineunternehmer im SKR03 sind:

Einnahmen / Erlöse

  • Erlöse 19%: 8400
  • Erlöse 7%: 8300
  • Kleinunternehmererlöse: 8195
  • Privateinlage: 1890
  • Sonstige Erträge: 2700
  • Sonstige steuerfreie Umsätze (z. B. § 4 Nr. 2-7 UStG) (zB Drittland): 8150
  • Sonstiges: 1590
  • Steuerfreie Umsätze: 8100
  • Steuerfreie innergemeinschaftliche Lieferungen § 4 Nr. 1b UStG: 8125

Ausgaben / Aufwendungen

  • Bewirtungskosten: 4650
  • Büroeinrichtung: 420
  • Forderungen aus Lieferung und Leistung: 1400
  • Fremdleistungen und Fremdarbeiter: 4909
  • Gehälter: 4120
  • Geringwertige Wirtschaftsgüter: 480
  • Geschenke abzugsfähig ohne § 37: 4630
  • Kontoführungsgebühren: 4970
  • Marketing Kosten: 4610
  • Material- und Stoffverbrauch: 4000
  • Miete: 4200
  • Privatentnahme: 1800
  • Reisekosten Arbeitnehmer: 4660
  • Reisekosten Unternehmer: 4670
  • Sonstige Raumkosten: 4280
  • Sonstiges: 1590
  • Sozialversicherungen: 4130
  • Telefon und Internet: 4920
  • Verbindlichkeiten aus Lieferung und Leistung: 1600
  • Versicherungen: 4360
  • Wareneingang 19%: 3400
  • Wareneingang 7%: 3300
Kompletten SKR03 anschauen

Gehaltszahlungen (a.k.a. Lohnabrechnung)

Mein Tipp: Von Buchhalter oder Steuerberater machen lassen

Die Lohnabrechnung ist eigentlich nur Kapitalgesellschaften relevant. Für Einzelunternehmer gibt es kein festes Gehalt im eigentlichen Sinne, sondern vielmehr ein Überschuss aus der Differenz zwischen Einnahmen und Ausgaben. Es kann also mal gute und mal schlechte Monate geben, in denen mal mehr und mal weniger Überschuss da ist.

Die Lohnabrechnung kann mit entsprechenden Tools sehr einfach erledigt werden. Da dies ein Standardprozess für Steuerberater und das Fehlerpotential hoch ist, empfehle ich die Lohnabrechnung an einen Steuerberater auszulagern. Das kostet nicht mehr als ein paar Euro pro Mitarbeiter und Monat.

Der Lohnauszug ist das Dokument, was du auch als "normaler Angestellter" vielleicht vor deiner Selbstständigkeit bekommen hast. Es ist auch der Nachweis über Zahlungen von z.B. Krankenkassenbeiträgen, Rentenversicherung, Sozialversicherungsbeträgen, etc. Wer hier Fehler macht, dem drohen ggf. Nachzahlungen und der bekommt vielleicht sogar weniger Rente?! Für ca. 15€ pro Monat lagere ich diese Aufgabe gerne aus. 

Umsatzsteuervoranmeldung (UStVA)

Mein Tipp: Vom Steuerberater machen lassen, wenn du keinen sehr einfachen Case hast.

Die Umsatzsteuervoranmeldung ist eine Anmeldung deiner zu zahlenden Steuern an das Finanzamt. Ziel der regelmäßigen Voranmeldung ist dich als Unternehmer davor zu bewahren, dass dir zum Jahresende eine sehr große Zahlung überraschend das unternehmerische Rückgrat bricht, weil du dann vielleicht nicht mehr über ausreichende Liquidität verfügst. Es macht daher durchaus Sinn die Umsatzsteuervoranmeldung monatlich abzugeben. Standardmäßig muss die UStVA immer bis zum 10. des Folgemonats abgegeben werden. Das konkrete Intervall hängt allerdings von der Steuerschuld des Vorjahres ab:

Die Meldung an das Finanzamt erfolgt elektronisch. Dafür kannst du entweder das Portal Elster.de verwenden oder eine Software, die damit bereits verbunden ist. Diese Aufgabe machen typischerweise auch Steuerberater für dich. Wenn du möchtest, kannst du das aber auch selbst machen.

Die Herausforderung ist allerdings nicht die Meldung, sondern die richtige Ermittlung der zu zahlenden Vorsteuern. Ein Rechenbeispiel, wie die zu zahlende Vorsteuer berechnet wird:

Du machst in einem Monat einen Nettoumsatz von 100€ und kommst mit einer MwSt. von 19% auf einen Bruttobetrag von 119€, den dein Kunde an dein Bankkonto bezahlt. Der Einnahmen stehen Ausgaben in Höhe von 50€ netto (59,50€ Brutto) gegenüber, die ebenfalls auf dein Bankkonto bezahlt wurden. Bleibt es in diesem Monat dabei, hast du eine zu zahlende Steuerlast von 19€ - 9,50€ = 9,50€ 

So weit, so einfach. In meiner täglichen Praxis gibt es jedoch viele Sonderfälle, die die das Fehlerpotential erhöhen. Aus meinem eigenen Alltag sind das z.B.:

Das sind nur einige Beispiele, die die Umsatzsteuervoranmeldung komplex werden lassen. Die Gefahr hier Fehler zu machen und damit eine ungeplante große Nachzahlung zu bekommen ist auf jeden Fall vorhanden. Ich habe mich daher auch dafür entschieden diese Aufgabe von meinem Steuerberater machen zu lassen. 

Es gibt auch Sonderfälle, die von der Umsatzsteuervoranmeldung befreit sind. Dazu zählen neben diversen Berufsgruppen (wie z.B. Ärzten und Versicherungsmaklern) vor allem Kleinunternehmer, die vorangegangenen Kalenderjahr nicht mehr als 17.500 Euro Umsatz gemacht haben und im laufenden Kalenderjahr maximal 50.000 Euro Umsatz erwarten. Wer innerhalb dieser Grenze liegt, kann die Kleinunternehmerregelung in Anspruch nehmen.

Jahresabschluss (Bilanz & GuV oder EÜR)

Mein Tipp: Vom Steuerberater machen lassen

Der Jahresabschluss. Ein großes Wort, was aber eigentlich ganz klein wird, wenn das ganze Jahr über ordentlich gearbeitet wurde. Der Jahresabschluss ist eine steuerliche Bestandsaufnahme zum Jahresende, die Umsätze, Salden und Gewinne ermittelt werden. 

Die Form des Jahresabschlusses hängt von deiner Unternehmensform und der Umstatz- und Gewinngröße ab:

Für große EInzelunternehmer &  Kapitalgesellschaften (UG, GmbH, etc.)

Kapitalgesellschaften müssen zum Jahresabschluss eine Gewinn-und-Verlust-Rechnung sowie eine Bilanz erstellen. Das betrifft ebenso Einzelunternehmer mit einem jährlichen Umsatz über 600.000 Euro oder einem Gewinn über 60.000 Euro.

Für kleine Einzelunternehmer 

Für Einzelunternehmer ist eine Bilanz ist nur bei großen Umsätzen oder Gewinnen erforderlich (s.o.). Im Durchschnittsfall reicht aber eine EÜR (Einnahmen-Überschuss-Rechnung) aus. Freiberufler sind übrigens nicht an irgendeine Grenze gebunden. Hier reicht immer eine EÜR aus. Noch eine Ausnahme sind Kleinunternehmen mit weniger als 17.500€ Jahresumsatz. Hier reicht auch eine formlose Gewinnermittlung für die Steuer aus. Wie genau die EÜR funktioniert, kannst du hier nachlesen.


Kann ich das auch selbst machen?

Als Geschäftsführer kannst du deine Bilanz und die GuV auch selbst erstellen und abgeben, denn du trägst als Geschäftsführer dafür am Ende auch die Verantwortung (selbst, wenn dein Steuerberater mit hilft). Daher ist es auch so wichtig, dass die Buchhaltung auch unterjährig schon ordentlich funktioniert. 

Die EÜR kann ebenfalls selbst erstellt werden und erfordert keine Zuarbeit vom Steuerberater. Abgesehen davon, dass viele Dinge auch falsch gemacht werden können, ist die Erstellung eines Jahresabschlusses auch ein zeitlicher Aufwand, der dich vom Tagesgeschäft abhält. 

Zusätzlich müssen mit dem Jahresaschluss auch Steuererklärungen für das Finanzamt erstellt werden:

Für ganz einfache Fälle mit wenig Umsatz, keiner komplexen Umsatz- oder Ausgabenstruktur, ohne Auslandsgeschäfte und einer Einzelunternehmerform würde ich auch sagen, dass man eine EÜR / den Jahresabschluss selbst erstellen kann. Für alle anderen empfehle ich einen Steuerberater.

Was kostet die Buchhaltung?

Hier findest du grobe Werte aus dem Feedback in unserer Community. Dies sind keine verbindlichen Preise! Kosten für z.B. Jahresabschlüsse werden nach gesetzlicher Steuerberater-Gebührenverordnung (StBVV) und damit auf Basis eines Gegenstandswertes deiner Unternehmens berechnet. Hier findest du eine ausführlichere Erläuterung zu Steuerberater Kosten. Je nach Unternehmensform (z.B. UG oder Einzelunternehmer) sind unterschiedliche Dokumente erforderlich (z.B. EÜR oder Bilanz/GuV), die unterschiedlich aufwändig sind und unterschiedlich kosten. Eine Pauschale ist daher leider nirgends zu erwarten. Der Vorteil ist aber: Egal, welchen Steuerberater du hast, die Gebühren sind immer ungefähr gleich. Ungefähr, denn es gibt einen Rahmen, in dem sich die Preise bewegen dürfen. Hier findest du einen Gebührenrechner nach StBVV. Hier ein paar Rechenbeispiele mit Durchschnittswerten nach StBVV:

Beispiel 1: Amazon Händler (UG) mit 20.000€ Umsatz im Monat

  • Durchschnittliche Kosten im Monat für die UStVA: 56€
  • Durchschnittliche Kosten im Jahr für den Jahresabschluss: 2.582€

Beispiel 2: Dienstleister (Einzelunternehmer) mit 4000€ Umsatz im Monat

  • Durchschnittliche Kosten im Monat für die UStVA: 23€
  • Durchschnittliche Kosten im Jahr für den Jahresabschluss (inkl. Steuererkl.): 955€

UStVA

Beispiel 1:
14€-84€ pro  Monat
+ 72€ - 576€ für die USt Jahreserklärung

Beispiel 2:

7€-40€ pro Monat
+ 43- 346€ für die USt Jahreserklärung


Bilanz & GuV

Beispiel 1:

516€ - 2064€ pro Jahr


Beispiel 2:

nicht erforderlich

EÜR & Steuererklärungen

Beispiel 1:

80€ - 477€ Gewerbesteuererklärung (bei 30.000 Gewerbeetrag)

119€ -  475€

Körperschaftssteuererklärung (bei unterster Mindestgrenze)


Beispiel 2:

250€ - 350€ für die EÜR

110€ - 659€ für die Einkommenst.-Erklärung

Meine Tools für die Buchhaltung

Mein Tipp: So viel automatisieren, wie möglich

Die Rechenbeispiele zeigen, dass unabhängig von der Unternehmensform Kosten für die Buchhaltung und den Jahresabschluss anfallen, besonders wenn du dies mit einem Steuerberater machst. Die Entscheidung für oder gegen einen Steuerberater fällst du letztlich selbst. Aus vielen Jahren als Unternehmer habe ich jedoch gelernt, dass es schön ist, gewisse Dinge nicht auf dem Schreibtisch zu haben. Rechne die Kosten für die monatlichen Aufwände einfach in deine Marge mit ein, dann hast du diese Sorge weniger.

Wenn deine Umsätze oder Gewinne einfach nicht hoch genug sind, dann empfehle ich dir lieber an der Umsatzschraube versuchen zu drehen, als bei den Kosten in der Buchhaltung versuchen etwas einzusparen. Wenn du Hilfe brauchst deine Umsätze zu steigern, schreib gerne deinen Supportbedarf in unsere Community. Dort bekommst du sicher Hilfe.

Ein weiterer Weg den Zeitaufwand und die Kosten für den Steuerberater zu reduzieren sind Tools, die sämtliche Daten so aufbereiten, dass ein Steuerberater kaum noch Arbeit hat. Was Maschinen automatisiert machen, für das müssen Menschen in dem Fall nicht mehr bezahlt werden. Das tritt auch auf die Buchhaltung zu und belohnt die, die sich für eine vollständige Digitalisierung ihrer Buchhaltung entscheiden (sowohl Unternehmer, als auch Steuerberater). Heute kann viel automatisiert werden, auch wenn leider noch nicht alle Steuerberater da mitziehen. Dies ist mein Setup für eine automatisierte und schlanke Buchhaltung:

FastBill: Das zu Hause für Einnahmen, Ausgaben und Zahlungen

Wer Unternehmer ist, der sollte auch wissen, wie es um das Business steht. Ich empfehle daher diese Aufgaben nicht abzugeben, sondern selbst zu machen. Für eine einfache Verwaltung deiner Einnahmen, Ausgaben und Zahlungen empfehle ich die Software FastBill. Damit erstellst du Rechnungen, erfasst externe Belege, ordnest deine Zahlungen (automatisch) zu und wertest alles monatlich aus. Das Tool gibt es ab weniger als 9€ pro Monat und sorgt für Ordnung ab Tag 1! Hier kannst du FastBill 14 Tage kostenlos und unverbindlich ausprobieren.

Ich selbst nutze das Premium Paket von FastBill für 99€ im Monat. Darin enthalten sind neben den Funktionen des Tools selbst auch ein Service, der die Vorkontierung und eine Qualitätskontrolle meiner Belege und Einnahmen macht und diese anschliessend an meinen Steuerberater übermittelt. Viele Belege (z.B. Facebook Werbung oder meine Mailchimp Rechnung) werden in dem Tarif so 100% automatisch durch einen Belegassistenten direkt in meinen FastBill Account gelegt. Wie Magie. Nachdem durch FastBill alles geprüft wurde, werden die Daten per DATEV Schnittstelle direkt an meinen Steuerberater übermittelt. Ich kann mich also entspannt zurücklegen und muss fast nichts mehr machen. Für mich als Digitaler Nomade eine perfekte Lösung für die Buchhaltung.

DHW Steuerberatung: Alles automatisch & mit FastBill integriert

Christian Déak von der DHW Steuerberatung hat mich überzeugt. Die Kanzlei macht für mich meine komplette Buchhaltung und holt sämtliche Daten, die dafür nötig sind, aus meinem FastBill Account. 
Das Gute: Meine Einnahmen und Ausgabenstruktur (in meiner UG) ist recht komplex: Und trotzdem geht alles irgendwie im Hintergrund. Ich bin begeistert und kann die DHW vor allem in Kombination mit FastBill unbedingt weiterempfehlen. 
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