Gesponserte Produkte auf Amazon: So nutzt du die Amazon Werbung für deinen Erfolg

Gesponserte Produkte auf Amazon: So nutzt du die Amazon Werbung für deinen Erfolg

LetsSeeWhatWorks.com ist eine Plattform für den Austausch und die Darstellung von Praxiserfahrungen für Unternehmer. Ich freue mich daher, dass René Seppeur von Space Wallet heute seine Erfahrungen mit gesponserten Produkten und Amazon Werbung an uns weitergibt. Falls du auch mal einen Gastbeitrag schreiben möchtest, dann schau mal hier. Los geht´s René.

Ein paar Monate nach Launch unseres eigenen Online-Shops haben wir angefangen, unsere Space Wallets auch auf Amazon zu verkaufen. Trotz der hohen Verkaufsgebühren und extrem verwöhnten Kunden (Retourenscheine) sind die Vorteile der Händlerplattform natürlich nicht von der Hand zu weisen:

  • Amazon ist der Big Player in der Branche und generiert von sich aus schon eine enorme Reichweite. Bei konkretem Kaufinteresse nutzen sehr viele Menschen nicht mehr Google, sondern direkt Amazon als „Suchmaschine“.
  • Daraus ergibt sich auch SEO für Amazon. Denn das Ranking in Amazon gilt es ebenso positiv zu beeinflussen wie das Ranking von Google. Und entsprechend den bezahlten Ergebnissen in Google (Google AdWords) gibt es bei Amazon die „Gesponserten Produkte“.
  • Diese werden auf der Ergebnisseite unten und auf Produktseiten mittendrin gezeigt. Das Prinzip ist ebenfalls sehr ähnlich: Man bietet einen Höchstbetrag auf bestimmte Keywords, nach denen gesucht wird.

In diesem Artikel zeige ich dir am konkreten Beispiel, wie ihr Werbekampagnen einrichtet und welche Möglichkeiten es gibt, diese zu pflegen und zu optimieren.

Gesponserte Produkte einrichten

Kampagne erstellen

  • Zunächst klickst du in der oberen Navigation auf „Werbung verwalten“.
  • Danach auf „Kampagnen verwalten“ und auf „Kampagne erstellen“.
  • Es folgt der Kampagnenname (Vorschlag: Juli 2015 Produkt X).

Das Tagesbudget legt einen Maximalbetrag fest. Dies kann man zunächst begrenzen auf sagen wir 15 Euro, du wirst aber sehr schnell merken, dass für z.B. ein Produkt diese Grenze eh nicht überschritten wird. Dies liegt daran, dass vergleichsweise wenig auf die gesponserten Produkte geklickt wird, bzw. davon ja immer mehrere angezeigt werden. So haben wir nur selten eine Klickrate von >1%.

Nachdem du den Zeitraum eingetragen hast kommen wir zur erste kniffligeren Entscheidung.

Die Wahl zwischen den Ausrichtungsarten „Automatisch“ und „Manuell“:

Manuell bedeutet, dass du jedes einzelne Keyword selbst eingibst. Dir werden zunächst einige Keywords anhand deines Produktnamens und der Produktbeschreibung vorgeschlagen. Nach Erstellung der Kampagne kannst du dann in der Kampagne selbst eigene Keywords hinzufügen.

Erlaubt sind nur Keywords, die direkt etwas mit deinem Produkt zu tun haben.  Beispielsweise haben wir versucht, für das Keyword „Jeans“ zu werben – das hat aber leider nicht funktioniert.

Bei Automatisch wird dein Produkt für alle von Amazon für relevant befundenen Keywords geschaltet. Hieraufhin kannst du dir dann Auswertungen/Berichte herunterladen (teils etwas unübersichtlich).

Was besser funktioniert, bzw. ob sich der Aufwand für die Manuelle Ausrichtung lohnt, musst du einfach ausprobieren, indem du für die gleichen Produktvarianten einmal Manuell und einmal Automatisch schaltest. Insofern du die für dich relevanten Keywords kennst, ist es aber schon sinnvoll, zunächst alle möglichen Keywords manuell einzugeben und dann nach und nach auszusortieren.

Anzeigengruppe erstellen

Nachdem du dich für die Art der Ausrichtung entschieden hast, musst du eine Anzeigengruppe schalten. Du kannst also mehrere Anzeigengruppen in einer Kampagne erstellen oder auch nur eine pro Kampagne. Vor allem aber kannst du hier die die zu bewerbenden Produkte auswählen. Dies können auch Childs (untergeordnete Produkte) verschiedener Parents (übergeordnete Produkte) sein, also z.B. Farbe grün von Produkt A und Farbe grün von Produkt B.

Außerdem kannst du hier ein Standardgebot (Höchstgebot) für die Keywords abgeben. Hier geht es um das in der Einleitung angesprochene Auktionsprinzip. Je spezieller die Keywords sind, desto weniger wirst du bezahlen müssen. Du kannst das Angebot auch für jedes einzelne Keyword anpassen. Bei der Automatischen Ausrichtung fällt diese Option entsprechend weg.

Auswertung, Pflege und Optimierung der Kampagnen

Nachdem du die Kampagne aufgesetzt hast, ist ein der erste Teil geschafft. Jetzt kommt allerdings erst der spannende und wohl auch aufwändigere Part: Die Kampagne auswerten, Schlüsse ziehen und optimieren.

Die erste Ebene: Kampagnen

Direkt im Kampagnenmanager siehst du deine einzelnen Kampagnen und daneben die zugeschriebenen Umsatzkosten (eingesetztes Budget/erzielter Umsatz), also wie viel Umsatz du mit wie viel Werbebudget erzielt hast. Hier siehst du grob, welche Kampagne sich lohnt und welche nicht. Dieser Wert lässt sich aber auf den unteren Ebenen deutlich herunterschrauben.

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Die zweite Ebene: Produkte

Auf der Anzeigengruppen-Ebene kann man die zugeschriebenen Umsatzkosten jeder Produktvariante (Childs) sehen. Wenn das Produkt nur eine Variante hat, bleibt dir hier relativ wenig Spielraum, außer du testest verschiedene Produkte (also Childs verschiedener Parents) gegeneinander zu den gleichen Keywords. Bei uns ist es so, dass jede Space Wallet Variante in verschiedenen Farben erhältlich ist. Da stellt sich die Frage, ob man mit der schlichten schwarzen oder eher mit der knallbunten Variante punkten bzw. die Aufmerksamkeit erreichen kann.

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Wie du siehst, haben wir das Modell Business Brown herausgenommen. Der Business Brown hat mit 33% deutlich schlechter performt als die anderen Modelle. Das ist insofern erstaunlich als dass der Business Brown ansich deutlich häufiger gekauft wird als z.B. der Ocean Black.

Die dritte Ebene: Keywords

Hier wird es noch detaillierter: Für jedes einzelne Keyword kannst du genau die zugeschriebenen Umsatzkosten sehen. Du siehst aber auch die Click Through Rate (CTR) und die Costs per Click (CPC).

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Man sieht hier anhand der CTR z.B., dass Leute, die nach Geldbeutel (ca. 0,5%) suchen, eher auf uns klicken, als Leute, die nach Portemonnaies (ca. 0,3%) suchen.

Vergleich der Zahlen über die Zeit

Dass man die Ergebnisse durch stetige Optimierung stark und lohnenswert beeinflussen kann, zeigen die beiden folgenden Screenshots. Auf dem ersten sieht man die Zugeschriebenen Umsatzkosten über den gesamten Zeitraum (seit September 2014). Auf dem zweiten sieht man die des letzten Monats (Juni 2015). Am besten siehst du das an den Kampagnen „November Automatisch“ (18% -> 11%) und „September 2014“ (25% -> 11%), die am längsten laufen.

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Fazit

Gesponserte Produkte auf Amazon gibt es noch gar nicht so lange und daher wird es auch noch nicht von sehr vielen genutzt. Ich gehe stark davon aus, dass die Klickpreise mit der Zeit weiter steigen werden. Aktuell kann man aber für rund 10 Cent pro Klick deutlich günstiger werben als z.B. auf Google – und das auf einer Plattform, wo die Leute sehr kaufkräftig sind.

Außerdem habe ich ja bereits aufgezeigt, dass das Optimierungspotential enorm ist. Selbst beim Schreiben dieses Artikels habe ich mir gedacht „ohweh, hier muss ich aber nochmal drüber gucken“ bzw. „oha, da geht aber noch deutlich mehr“.

Wer auf Amazon verkauft und diese Möglichkeiten bisher nicht genutzt hat, ist also gut daran, dies mal auszuprobieren.

Artikelbild: Robert Scoble / (CC BY 2.0)

4 Kommentare

  • Guter Beitrag Rene! Ich denke, dass die Gesponserten Produkte über die letzten Monate in Deutschland deutlich an Relevanz gewonnen haben (werden jetzt auch zwischen und über den organischen Suchergebnissen angezeigt). Das wird dazu führen, dass immer mehr Verkäufer die Anzeigen nutzen. Wenn man sich die Klickpreise in den USA anschau (teilweise mehrere $) dann weiß man, wohin die Reise geht ;)
    Noch ist es aber eine sehr günstige Quelle für zusätzlichen Traffic/Käufe. Bei Marketplace Analytics haben wir deshalb speziell ein Tool zur Steuerung und Optimierung der Gesponserten Produkte entwickelt :)
  • Wenn ich deine Bilder sehe, schneide ich ja scheinbar recht gut ab, oder?
  • Hallo Jan,

    danke dir, freut mich :)

    Habe gerade unsere bisher größte Kampgne über die gesamte Zeit angeguckt, da sind es 3%.

    Du hast Recht, gerade auf Ebene der Keywords wird es je nach Samplesize eng mit der Signifikanz der Umsatzzahlen. Daher habe ich im Artikel auf Keywordebene die Klickrate betrachtet und nicht den Umsatz.

    Dass z.B. ca. 1600 (0,55%) bei Geldbeutel klicken und nur ca. 1400 (0,3%) bei Portemonnaie/Portemonnaies ist schon signifikant und zeigt, dass die Portemonnaie-Sucher eher nach etwas anderem gucken.

    Der Umsatz bzw. die zugeschriebenen Umsatzkosten sind hinigegen bei dem Screenshot noch nicht wirklich signifikant. Bei 1600 Klicks würden 5 Käufe mehr oder weniger den Umsatz von 520 € direkt stark nach oben oder unten jagen.

    Beste Grüße,

    René
  • Hallo René

    für mich ist das ein sehr interessanter Artikel, da ich bisher garnicht wusste, dass es sowas bei Amazon überhaupt gibt. Ich wäre also nie auf die Idee gekommen, danach zu suchen.

    Eine Frage hätte ich noch

    Wieviel Prozent der Klicks werden denn so ungefähr zu echten Käufen? Ich habe mal versucht das grob zu überschlagen und kam dabei auf 1-2%. Kann das stimmen? Wenn der Wert tatsächlich so niedrig ist, dann muss man bei Optimierungen wie du sie beschrieben hast meiner Meinung nach auch aufpassen, dass man sich nicht von der Varianz (also vom Zufall) täuschen lässt. Sehe ich das falsch?

    Viele Grüße,
    Jan

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