Warum Affiliate Marketing das beste Geschäftsmodell für Blogger ist

Affiliate Marketing gehört in der heutigen Online Welt zu den - wie ich finde - besten und beliebtesten Möglichkeiten online Geld zu verdienen. Ob als Hauptbusiness oder im Nebenerwerb, jede Website mit einer gewissen Reichweite könnte mit Affiliate Marketing online Umsätze machen. Ich selbst erziele mit Affiliate Marketing zum Zeitpunkt des Artikels bereits mehrere tausend Euro Einnahmen jeden Monat. Womit genau und was aus meiner Sicht für erfolgreiches Affiliate Marketing wichtig ist, erkläre ich in diesem Artikel. 

Was ist Affiliate Marketing? 

Affiliate Marketing besteht immer aus zwei Seiten:

Für die, die eigene Produkte verkaufen wollen, ist Affiliate Marketing einen ein wirksamer Kanal im Marketing Mix. Für die andere Seite, die eine gewisse Reichweite in einer passenden Zielgruppe habt, ist es ein Geschäftsmodell. In diesem Beitrag möchte ich mich vor allem auf letztere konzentrieren, also Affiliates, die durch Empfehlungen Geld verdienen. Die Einschränkung "online" nehme hier deshalb auch mit auf, weil es auch "offline" Affiliates gibt. Auch, wenn das nicht immer so heisst, sind aber z.B. Versicherungsvertreter oder Immobilienmakler auch nur Affiliates (die Provision für Verkäufe erhalten). Für Produktanbieter, die Affiliates als Marketing-Hebel suchen, empfehle ich diesen Artikel.

Wie Affiliates Geld verdienen

Klassische online Affiliates haben einen Blog oder eine Website und erstellen regelmäßig guten und relevanten Content. Dieser Content wird von interessierten Lesern gefunden (meist über Google) und der Leser mit den Antworten versorgt, die er gesucht hat.

Die Besonderheit bei Affiliate Content ist der Fokus auf käufliche Produkte. Nur selten geht um Lifestyle oder persönliche Geschichten, sondern vielmehr um Erfahrungsberichte zu gesuchten Produkten. Ob das physische Produkte, Software, Verträge oder auch Wissensprodukte wie Kurse oder eBooks sind, ist eigentlich egal. Alles, was ein Leser theoretisch kaufen kann ist gut. Entscheidend dabei ist, dass der Affiliate die Produkte in seinen Texten (idealerweise aus persönlicher Erfahrung heraus) beschreibt und empfehlen kann, und den Leser möglichst ohne Umwege zum Produktanbieter führt. Kauft der Interessent dort dann ein Produkt, erhält der Affiliate dafür vom Shop oder Produktanbieter eine Provision. Wie hoch die genau ist und wie lange diese z.B. bei regelmäßigen Umsätzen (Mitgliedschaften) gezahlt wird, hängt vom individuellen Angebot des Anbieters ab. Erst aus der Kombination von Affiliate Provisionen und Menge an relevantem Traffic, bzw. den tatsächlichen Empfehlungen, lässt sich das Potential für regelmäßige Umsätze ableiten. 

affiliate marketing ablauf

Warum Affiliate Marketing besser als Dropshipping ist

Aus der Grafik wird auch deutlich, wo der Unterschied zwischen Affiliate Marketing und Dropshipping ist. In beiden Fällen wird das empfohlene Produkt von jemand Drittem verschickt. Beim Dropshipping wäre der Websitebetreiber allerdings selbst der Shop und verkauft dem Kunden direkt ein Produkt. Beim Affiliate Marketing hingegen hat der Affiliate nichts mit dem Kunden zu tun. Der Verkauf an den Kunden (und damit auch die Haftung, Retourenabwicklung, Rechnungsstellung, etc.) findet komplett woanders statt. Das ist auch der Grund, warum Affiliate Marketing so attraktiv ist. Keine Produkte, keine Kundenbeziehung, nichts... Der Affiliate verdient ausschliesslich an der Empfehlung und kann sich voll und ganz auf die Vermarktung von Produkten konzentrieren.

Nachteile von Affiliate Marketing

Auch, wenn der Vorteil von Affiliate Marketing deutlich ist, es gibt auch Nachteile. Affiliates haben nämlich weder Einfluss auf die Conversion Rate im Shop, noch auf die Produkte selbst. Ausserdem sind die Affiliate Margen in der Regel deutlich geringer als die von Herstellern oder Händlern.

Stell dir vor, du bist Affiliate und hast über Monate Content und gute Rankings für ein bestimmtes Produkt aufgebaut - und dann entscheidet der Anbieter von heute auf morgen, dass er das Produkt nicht mehr anbieten möchte. Das ist sicherlich ein Extremfall, aber für Amazon Affiliates, die sehr viele Produkte empfehlen, ist das z.B. tatsächlich eine regelmäßige Herausforderung. Nicht selten kommen neue Anbieter hinzu oder verschwinden wieder. Und wenn ein potentieller empfohlener Kunde nichts kaufen kann, gibt es auch keine Affiliate Provision. Wachsamkeit und regelmäßige Pflege des Affiliate Beitrags gehören ebenso dazu, wie ggf. alternative Angebote im Hinterkopf zu haben, wenn es hart auf hart kommt.

Zweitens, muss ein Affiliate darauf vertrauen, dass der Shop selbst alles dafür tut, dass maximal effizient Produkte verkauft werden (Stichwort "Conversion Rate Optimiertung). Das fängt bei der Websitegeschwindigkeit an und geht bei Produktbildern, der Beschreibung und Testimonials - bis hin zum Trust der Marke und dem Support - weiter. Als Affiliate habe ich keinen Einfluss darauf, was der Shop so macht (oder auch nicht). Die Optimierung für den Affiliate hört bei der eigenen Website auf. Das ist definitiv ein Nachteil, wenn die Provisionen erst gezahlt werden, wenn auch etwas verkauft wird.

Dieses Problem ist übrigens auch ein Grund, warum so viele Blogger so gerne auf Amazon setzen. Die Provisionen sind dort zwar im Verhältnis niedrig und die Cookie-Laufzeit unterirdisch, aber Amazon weiss, wie sie verkaufen. Die Conversions liegen i.d.R. bei deutlich über 5% (mindestens 5 von 100 empfohlenen Besuchern kaufen auch etwas) wo sich andere Shops über 2,5% Marktdurchschnitt freuen. Dafür bieten kleines Shops häufig sehr lange Cookie Laufzeiten von 30 oder gar 90 Tagen an. D.h. selbst, wenn sich ein empfohlener Leser erst deutlich nach dem Empfehlungsklick für einen Kauf entscheidet, wird dieser noch zu einer Provision führen. Zum Vergleich: Bei Amazon muss der Kauf innerhalb der Session erfolgen, in der die Empfehlung zu Stande kam. Mehr zum Thema Amazon Affiliate und ein paar Zahlen habe ich übrigens hier bereits aufgeschrieben.

Nicht nur Umsätze können vergütet werden

...sondern auch Besucher (Traffic) oder kostenfreie und unverbindliche Anmeldungen (z.B. bei einer Software) sind manchen Unternehmen schon Affiliate Provisionen wert. Denn typischerweise läuft ein Empfehlungs-Funnel wie folgt ab:

1. Klick

Der Affiliate platziert z.B. einen Empfehlungslink in seinem Blog und erzeugt einen Referral, also einen Besucher im Shop des Produktanbieters.

2. Lead / Signup

Dieser Besucher meldet sich aufgrund der Empfehlung bei dem Produktanbieter an (z.B. für einen kostenlosen Test einer Software). Geld fliesst hier üblicherweise noch nicht. Der Besucher hat sich aber selbst gegenüber dem Anbieter durch z.B. Überlassen seiner E-Mail Adresse an Interessent vorgestellt. Der Anbieter kann damit nun weitere Angebote oder Informationen z.B. per E-Mail verschicken.

3. Sale

Ein Sale ist, wenn ein Produkt tatsächlich gekauft wird. 

Nicht jeder Klick führt zum Lead und nicht jeder Lead führt zu Sale. 

Dennoch kann es an allen diesen Stellen kann es für ein Produktanbieter bereits Sinn machen einen Affiliate zu vergüten. Wird die Vergütung bei Schritt 1 (Cost per Click / CPC) vereinbart, hat der Affiliate weniger Risiko und kann seinen Erfolg 100% steuern (nämlich den Klick auf die Seite des Unternehmens erzeugen).

Wird er erst für einen Signup bezahlt (Schritt 2. / Cost per Lead / CPL), trägt der Affiliate das Risiko, dass die Website des Unternehmens einladend ist und möglichst gut zum Ziel (dem Sale) führt. Ist die Seite schlecht Conversion-optimiert, macht der Affiliate ein schlechtes Geschäft. Denn mit einer guten auf Conversions optimierten Website hätte er mit demselben Aufwand (derselben Anzahl an Klicks) mehr Erfolg gehabt.

Das größte Risiko trägt der Affiliate in Schritt 3 (Cost per Sale /CPS). Hier ist er nicht nur davon abhängig, dass der Signup-Prozess gut funktioniert, auch die Kaufentscheidung und der Kaufprozess müssen funktionieren. Der Affiliate hat hier i.d.R. keinen Einfluss auf den Onboarding- und Sales-Prozess des Unternehmens, für das er eine Empfehlung ausgesprochen hat.

Hohes Risiko bedeutet (meist) hohe Affiliate Provisionen

Je höher das Risiko für den Affiliate ist, desto höher werden auch die Vergütungschancen. Ein Beispiel: Ein Unternehmen ist bereit für eine erfolgreiche Vermittlung (Sale) eines Kunden 100€ bezahlen. Der Funnel für das Unternehmen sieht typischerweise so aus:

1. Signup Conversion

Von 1000 Besuchern auf der Website melden sich 50 Besucher für einen kostenlosen Testaccount (Signup) an. Das entspricht einer Signup-Conversion-Rate von 5%.

2. Sales Conversion

Von 50 Signups entscheiden sich 10 das Produkt zu kaufen. Das entspricht einer Sales-Conversion von 20%.

Wenn ein Sale in diesem Beispiel 100€ wert ist, dann ist ein Signup 20€ wert, weil 5 Signups sind 1 Sale. Soweit, so gut. Der Affiliate hat zwei weitere Kennzahlen, die er ausserdem berechnen kann: Traffic und Klicks.

1. Traffic

Wieviele Besucher erreiche ich z.B. mit einem bestimmten Text zu einem Thema/Produkt/Keyword. Der Traffic muss nicht immer zwingend über SEO (Google) kommen, er kann z.B. aus einer E-Mail Newsletter Liste oder gar über bezahlte, selbst eingekaufte Werbung erfolgen, so lange die Kosten hierfür geringer sind als die Einnahmen.

2. Klicks

Die wichtigere Frage ist jedoch, wie teuer ein Klick ist, den der Affiliate am Ende zum Partner weiterleitet. Ein Beispiel: Ein Artikel zu einem passenden Thema erzeugt 1000 Aufrufe im eigenen Blog jeden Monat. Von den 1000 Besuchern klicken 100 auf das dort beworbene Affiliate Produkt. Die Klick-Conversion liegt also bei 10%.

Aus dem Rechenbeispiel oben wird klar, was ein Klick wert ist:

  • Sale: 100€
  • Signup: 20€ (bei 20% Conversion)
  • Klick: 1€ (bei 5% Conversion)
  • Wert eines Besuchers im eigenen Blog: 1 Cent (10% Klick-Conversion)

Dieses Beispiel zeigt, dass Ableitung potentieller Affiliate Einnahmen an unterschiedlichen Stellen berechnet werden kann. Egal, ob der Affiliate Partner 1€ pro Klick oder 100€ pro Sale bezahlt, die Einnahmen wären in diesem Beispiel gleich, nämlich 100€ pro Sale.

Damit wird auch eine weitere Herausforderung deutlich:

Affiliate Marketing ist komplex! 

Der Weg vom Interesse zum Kauf kann lang sein.

Wie wird man nun erfolgreicher Affiliate Marketer?

Bevor man an die vermeintlichen "passiven Einnahmen" denken darf, ist jede Menge Arbeit erforderlich. Ich versuche hier die wesentlichen und wichtigsten Schritte in der der erforderlichen Reihenfolge mal aufzuzeigen. 

Vorab: Wenn du sehr ungeduldig bist, nicht gerne Content erstellst (erst recht nicht Videos oder Texte) und auch keine Zeit dafür hast, dann kannst du an der Stelle gleich abbrechen und dir ein andere Online Geschäftsmodell suchen.

Affiliate Marketing ist ein Job! 

Passive Einnahmen gibt es nicht. Ich würde daher von indirekten Einnahmen sprechen. Erfolgreiche Affiliates - die von ihren Affiliate Einnahmen leben können - haben Jahre benötigt um dort hin zu kommen. Meine persönliche Einschätzung ist, dass mindestens zwei Jahre intensives zeitliches Investment (mit entsprechendem Wissen) erforderlich sind, um einigermaßen relevante Umsätze erzielen zu können. Das hängt natürlich sehr stark von der Nische und den ausgewählten Produkten ab, aber es dauert länger als ein Wochenende. 

Wer sein Affiliate Marketing Projekt nur nebenbei aufbaut, der braucht deutlich länger. Ich selbst habe z.B. diesem Blog (LetsSeeWhatWorks) 2014 gestartet und könnte von Affiliate Einnahmen allein auch 5 Jahre nach dem Start noch nicht leben. Ich blogge zwar regelmäßig, aber nicht viel.

Würde ich täglich neuen Content (wie diesen Artikel hier) erstellen, sähe das anders aus. So ein Artikel kostet mich mehrere Stunden Zeit in der Erstellung. So etwas täglich zu erstellen, wäre ein Vollzeit Job! Diese Erwartungshaltung sollte jedem klar sein, der Affiliate ernsthaft als Geschäftsmodell in Betracht ziehen möchte.

Erst guter Content, dann das Vergnügen

Wer bei Null anfängt, der braucht als allererstes eine Website, bzw. einen Blog. Wenn das noch nicht existiert, dann empfehle ich diesen Artikel

Steht der Blog, kann es auch schon losgehen. Thema überlegen, Wissen aneignen und drauf los produzieren! Wer wirklich das Geschäftsmodell Affiliate anstrebt, dem empfehle ich auch vor allem einen Blog zu betreiben. Zwar lassen sich Produkte auch prima über Instagram und Youtube empfehlen, allerdings leben Affiliates vor allem von SEO Traffic. Bei Youtube kann das noch gut funktionieren (weil Videos auch gesucht und gefunden werden), aber spätestens bei Instagram wird das schon deutlich schwerer. Wer keine neuen Bilder postet, kann auch keine neuen Umsätze machen. Dazu kommt, dass Käufe ausserhalb eines eigenen Shops bei Instagram nur über den Umweg "Link in Bio" erzielt werden können. 

Aber auch die Erwartungshaltung der Leser und Zuschauer ist bei Youtube und Instagram anders als bei Blogs. Bei sehr visuellen Inhalten geht es in erster Linie um schnelllebige Unterhaltung. Bei einem guten Text in einem Blog geht es um Aneignung von Wissen, die aus meiner Erfahrung besser zu Kaufentscheidungen führen können. Lesen ist nun mal anstrengender an Bilder und Videos zu gucken. Da ist mehr Commitment erforderlich. Deshalb: Bloggen für Affiliate Marketing!

Damit das mit dem Bloggen gut funktioniert und die Texte gefunden werden, bitte unbedingt ab Tag 1 auf ordentliche Suchmaschinenoptimierung (inkl. Backlinkaufbau) achten. Wenn die Texte am Ende nicht gefunden werden, dann bringt auch die beste Empfehlung nichts!

Ich selbst schreibe daher häufig zuerst Artikel in meinen Blogs und überlege erst Monate später, wenn die Rankings und der Traffic da sind, welche Produkte ich wie nachträglich in die Texte einbauen und empfehlen kann. Nicht anders herum! Jeder Affiliate Texte wird ohnehin regelmäßig angefasst.

Wieviel Geld verdient man als Affiliate?

Kommt drauf an... Die richtige Auswahl der Produkte ist genau so wichtig wie die richtige Platzierung. Und vor allem geht es darum, die richtige Zielgruppe für die Produkte anzusprechen. Die ultimative Wahrheit gibt es nicht, aber am Ende muss alles zusammenpassen. Letztlich geht es darum auszuprobieren, was wo wie gut funktioniert. Hier ein paar Best-Practices, die bei mir selbst ganz gut funktionieren: 

Empfehlung einer Software: Eigener Beitrag + Video + Textlink

In diesem Beitrag empfehle ich den Website Baukasten Wix.com. Wix ist zwar nur einer von vielen Anbietern, zahlt aber sehr gute Provisionen und gehört mittlerweile tatsächlich zu meiner Top-Empfehlung, wenn es um Homepage Baukästen geht. Ganz oben im Text stelle ich das Angebot direkt mit einem Video vor (das mache ich generell gerne bei Software Produkten). Direkt im ersten Abschnitt und an verschiedenen anderen Stellen weiter unten im Beitrag ist ein Partnerlink zur Wix Website hinterlegt. 

Dieser Blogbeitrag ist noch nicht sehr gut SEO optimiert und hat verhältnismäßig wenig Traffic (schlechte Rankings), ABER es ist trotzdem ein gutes Beispiel. Denn zum Zeitpunkt dieses Beitrags hat der Text gerade einmal ca. 100 Aufrufe pro Monat (der Vollständigkeit halber muss ich auch diesen Beitrag erwähnen, wo ich Wix ebenfalls empfehle). In Affiliate-Maßeinheiten ist das dennoch sehr wenig Traffic! Aber diejenigen, die ihn finden, bleiben immerhin durchschnittlich 3 Minuten lang auf der Seite und beschäftigen sich intensiv mit dem Produkt.

Das Ergebnis kann sich sehen lassen: Von den ca. 100 Lesern pro Monat klicken nahezu alle auf meinen Empfehlungslink zur Wix Website. Von den meisten davon melden sich dann auch tatsächlich neue Nutzer bei Wix an (Signups). Wix selbst hat ab hier den Prozess recht gut im Griff und schafft es, viele Signups von einem Kauf zu überzeugen. In meinem Fall habe ich so in den letzten 9 Monaten insgesamt 2780 USD Affiliate Einnahmen erzeugt. Nur mit Wix! Jeder Klick hat mir also 2,35 USD beschert! Für ein einzelnes Produkt und so wenig Traffic schon recht beeindruckend, wie ich finde. 

wix affiliate

Kein Wunder also, dass es Menschen mit Websites gibt, die nichts anderes machen, als Homepage Baukästen zu testen und diese zu empfehlen. Die Seite websitetooltester.com macht z.B. nur das und hat immerhin schon über 500.000 monatliche Besucher (Stand Oktober 2019). Wer hier nur mal ganz ganz grob hochrechnet, kann ich sich ausrechnen, dass sowas durchaus attraktiv ist und auch easy ein mehrköpfiges Team ernähren kann. Es zeigt aber auch ganz klar, welcher Aufwand dahinter steckt. Solche Rankings (Screenshot aus Sistrix von websitetooltester.com) kommen nicht von irgendwo her und erst recht nicht über Nacht. Es ist ein langer und harter Weg zum Gipfel.

sistrix website tooltester

Phyische Produkte: Content, Bilder und automatische Preisdarstellung

Ein anderes Beispiel ist unser Blog bei happycoffee.org. Eigentlich verkaufen wird dort Kaffee, aber wir haben uns mit der Zeit auch viel mit Zubereitungsmethoden beschäftigt und darüber geschrieben. Bisher gibt es tatsächlich nur Bilder und Texte, keine Videos. 

Nachdem die Artikel gut rankten, haben wir nach und nach Produkte von Amazon eingebaut, die wir in den Beiträgen nun empfehlen. Als Position und Platzierung haben wir uns für eine Tabelle mit maximal 3 Produkten in einer Reihe entschieden, die immer nach dem ersten Absatz des Textes schon erscheint. Jedes Produkt hat einen Namen, eine kurze Beschreibung, ein Bild und einen Button, der jeweils den aktuellen Preis anzeigt (das Preistool eine Eigenentwicklung in unserem Shopify Shop/Blog, bitte keine Fragen dazu schicken).

Weiter unten im Text gibt es ausserdem im besten Fall noch ein Bild von mir, wie ich zumindest eines der empfohlenen Produkte empfehle (Videos folgen hoffentlich bald).

Ein Beispiel dafür ist unser Beitrag über Milchaufschäumer oder auch Wasserkocher. Und so sieht das dann aus:

Tabelle mit Produkten mit klarem CTA im oberen Bereich:

milchaufschaeumer

Ein Bild von mir für mehr Persönlichkeit und Authentizität. christian milchaufschaeumer

Auf diese Weise machen wir mittlerweile auch deutlich 4-stellige Umsätze als Amazon Affiliate. Ein paar mehr Zahlen und Case Studies auch von anderen Amazon Affiliate Seiten kannst du hier finden

Wichtige Regeln beim Affiliate Marketing

Wer jetzt motiviert ist, der sollte bitte noch diesen Abschnitt bis zum Ende durchlesen. Denn man kann auch viel falsch machen und geht im Worst Case leer aus. Diese Regeln sind auf meiner Sicht unumgänglich für alle, die als Affiliate durchstarten wollen:

Vorlaufzeit

Ein Affiliate muss erstmal in Vorleistung gehen und massig Content erzeugen. Das dauert Zeit und ist Aufwand, den erstmal niemand bezahlt. Die Währung im Affiliate Marketing sind letztlich relevante Google Rankings, bzw. relevanter Traffic. Sonst nichts! 

Gute Affiliates sind daher vor allem auch gute SEOs! 

Wer mit dem falschen Content Anspruch einen Blog startet, der wird nicht weit kommen und verschwindet auf den hinteren Rängen in den Suchmaschinen. Neben der Qualität des Contents ist auch die Menge an frischem Content entscheidend. Erfolgreiche Affiliates schreiben über Jahre konsequent und bessern bestehenden Content immer wieder auf. Wer bloggt, der weiss, wie schwer Disziplin sein kann. Große Affiliate Seite veröffentlich gut und gerne auch mal mehrere Nr. 1 Beiträge pro Tag!

Zu aggressive Werbung funktioniert nicht

Zum Glück gibt es immer weniger Seiten, die in erster Linie aus Bannern bestehen. Das hat noch nie funktioniert. Ein guter Affiliate Beitrag hat die Aufgabe, ein Produkt zu erklären und ein gewisses Vertrauen dafür aufzubauen. Das funktioniert am allerbesten mit Bildern, Videos und vor allem Persönlichkeit. Wenn ich als Leser das Gefühl habe, dass sich der Blogger/der Autor mit dem Produkt beschäftigt hat und mir glaubhaft vermittelt, dass er es gut findet, dann erst denke ich über einen Klick zum Angebot nach. Am besten daher garkeine Banner verwenden und lieber Links im Fließtext oder auf eigenen Buttons verwenden. Banner lenken nur ab und wirken in 99% aller Fälle ohnehin unprofessionell.

Die richtigen Partner auswählen

Die besten Affiliate Programme sind nicht die mit den höchsten Provisionen, sondern die, die sich am besten in der erreichbaren Zielgruppe verkaufen lassen. Was bringt es mir als Reiseblogger eine große, schwere Kaffeemaschine zu empfehlen, wenn meine Leser auf der Suche nach Reiseempfehlungen sind? Genau so suchen die Leser von Happy Coffee mit hoher Wahrscheinlichkeit keine Homepage Baukästen, sondern Kaffeezubehör. Der Kontext der Website muss klar sein und das Auftreten professionell. Die passenden Affiliate Produkte müssen entsprechend zum Content ausgewählt werden.

Bitte keine unpersönliche und generische Vergleichsseite bauen

Auch davon gibt es leider noch viel zu viele: Vergleichsseiten. Auch, wenn es dafür tolle Wordpress Themes gibt, die ganz automatisch Produkte in den Blog ziehen und mit Affiliate Links versehen, rate ich davon ab! Vergleiche von Produkten sind zwar grundsätzlich gut und sinnvoll. Um Produkte aber wirksam zu empfehlen, sollte man sich die Zeit nehmen und sich wirklich damit beschäftigen. Wenn du z.B. eine Software empfehlen möchtest, dann teste diese persönlich und so, wie diese ein Leser auch nutzen würde. Um bei dem Beispiel von Wix zu bleiben: Ich habe ich dort ein Jahrespaket für 99 USD gebucht, mir ein Konzept überlegt, eine Domain gekauft und eine Website dafür erstellt. Das ist ein größerer Aufwand, der neben dem reinen Schreiben der Texte noch dazu kommt und in jedem Fall bei der Erstellung von Content mit berücksichtigt werden sollte. 

Bei physischen Produkten solltest du die Produkte im besten Fall ebenfalls selbst kaufen und dich damit beschäftigen. Spätestens für die Bilder und Videos ist das ohnehin erforderlich. Arne von coffeeness.de (ebenfalls Teil der Case Study) ist hier z.B. schon sehr gut unterwegs, falls du Inspirationen suchst. Wieviel Geld er jeden Monat für Kaffeevollautomaten ausgibt, kann man nur erahnen.

Wähle die für dich richtigen Partner aus

Es muss nicht immer nur Amazon sein. Ich empfehle, die Augen offen zu halten und bewusst nach Affiliate Angeboten zu suchen, die zu deiner Seite und deinem Traffic passen. Wenn es noch kein Angebot gibt, trau dich gerne auf den potentiellen Partner zuzugehen und ggf. gemeinsam ein individuelle Lösung zu bauen. 

Amazon ist zwar auch super, aber ganz klar ein Massengeschäft. Es könnte auch reichen zwei Hände voll Homepage Baukästen pro Monat zu empfehlen, um davon schon leben zu können. Als reiner Amazon Affiliate sind für dieses Ziel aus meiner Erfahrung rund 200.000 monatliche Leser erforderlich. Die müssen erstmal irgendwo her kommen.

Mein Fazit zu Affiliate Marketing

Ich finde, dass Affiliate Marketing ist ein langfristig sinnvolles und attraktives Geschäftsmodell ist, wenn man denn den Weg zum Ziel berücksichtigt. Der Erfolg kommt nicht über Nacht und erfordert jede Menge Arbeit. Wer die Disziplin aufbringt und es schafft eine relevant Zielgruppe mit regelmäßigem Traffic auf den eigenen Seite zu erschliessen, dem stehen dafür alle Optionen offen. 

Schon 4.226 Online Unternehmer haben den LSWW Newsletter abonniert. 

Erhalte kostenlose Marketing Tipps und Infos direkt in dein Postfach. Ca. 1x pro Monat.

Kostenlos für dich. Du kannst dich jederzeit wieder abmelden.

10 Kommentare

  • Was mir persönlich gefällt - jeder kann heute mit Affiliate Marketing anfangen. Es benötigt keine besonderen Fähigkeiten und Erfahrung sammelt man unterdessen
  • Hey Andreas,

    man lernt mit der Zeit, das stimmt. Eine gewisse Affinität zum Thema ist aber schon wichtig, sonst hält man nicht so lange durch.
  • Super Überblick zum Thema Affiliate Marketing. Das Beispiel mit dem Empfehlungs-Funnel und den entsprechenden Provisionen hat mir besonders gut gefallen. Ich glaube auch, dass Affiliate Marketing gerade für angehende Blogger perfekt ist, da sie sich voll und ganz auf den Aufbau von Reichweite konzentrieren können. Das alleine ist schon schwierig genug, was man daran sehen kann, dass die meisten Blogger an diesem Schritt bereits scheitern. Ohne Leser stellt sich die Frage der Monetarisierung erst gar nicht.

    Der Aufbau eine Affiliate Nischenseite mit Affiliate Content hat den Vorteil, dass man dabei die Grundlagen des Bloggens lernt. Mit dem gelernten Wissen kann man danach immer noch eine komplexere Autoritäts-Seite aufbauen. Wie du schon schreibst, muss man auf jeden Fall eine lange Vorlaufzeit einplanen. Die wenigsten Menschen sind bereit in Vorleistung zu gehen und gerade deshalb gibt es meiner Meinung nach in vielen Themenbereichen noch Potenzial. Meerdavon ist ein gutes Beispiel dafür wie man innerhalb weniger Jahre ein Thema besetzen kann. Für Leute, die gerne schreiben und langfristig denken, gibt es kein besseres Geschäftsmodell als Affiliate Marketing. Die Kosten und das Risiko sind dabei minimal. Perfekt für Menschen mit viel Zeit und wenig Kapital (z. B. Studenten).

    Affiliate Marketing ist natürlich auch eine super Möglichkeit für reichweitenstarke Seiten wie Happy Coffee zusätzliche Extra-Einnahmen zu erzielen, aber die eigenen Produkte werfen natürlich mehr Geld ab. Deshalb ist das Einkommenspotential von reinen Affiliate Seiten beschränkt. Das kann man sehr gut an Reiseblogs sehen. Viele Reiseblogs monetarisieren ausschließlich über Affiliate Marketing (und E-books) und damit lässt sich nur bis zu einem gewissen Punkt Geld verdienen. Die Reiseblogs mit eigenen Produkten wie Online-Fotokursen spielen in einer ganz anderen Liga. Deshalb ist es sinnvoll, sich früh zu überlegen, welche Produkte und Dienstleistungen man später auf seinem Blog verkaufen kann. Der Verkauf von eigenen Produkten ist natürlich auch mit einem größeren Aufwand verbunden und deshalb werden sich einige Blogger bewusst dagegen entscheiden.
  • Hey Julian,

    danke für deinen Kommentar. Stimmt, Kurse und digitale Produkte sind auch immer gut (auch als Affiliate). Ich glaube die wichtigste Aufgabe ist, schon vorab grob zu wissen, welche Produkte man als Affiliate vermarkten möchte und was dabei rum kommen könnte. Dann kann man auch gleich sehen, ob sich das skalieren lässt. Reisen ist generell ein schwieriges Thema für Affiliate.
  • Hallo Christian,

    ich hatte gestern ein sehr interessantes Gespräch zum Thema Affiliates in Zeiten des EuGH-Urteils zum Cookie-Consent (https://www.datenschutzbeauftragter-info.de/eugh-aktive-einwilligung-fuer-cookies-erforderlich/). Sobald man nämlich den Cookie Consent Screen wirklich korrekt umsetzt ist das Geschäftsmodell der cookie-basierten Affiliate-Programme (also nahezu aller) stark gefährdet. Interessant ist, dass sämtliche große Qualitätsmedien (SPON, SZ, etc.) sich zu dem Thema äußern – einige der größten Netzwerke aber nicht.

    Siehst du deine funktionierenden Geschäftsmodelle durch das Urteil gefährdet? Ich bin wirklich gespannt, wohin hier die Reise geht!

    VG
    Philipp
  • Affiliate Marketing ist eine tolle Möglichkeit sich ein passives Einkommen aufzubauen. Es ist auf jeden Fall empfehlenswert sich in diesem Bereich weiterzubilden und mit Kursen auf dem Laufendem zu bleiben. Auf jeden Fall muss eins klar gesagt sein. Es ist nicht damit getan eine Webseite zu erstellen und sich danach auf den Lorbeeren auszuruhen. Wer mit Affiliate Marketing Geld verdienen möchte, muss viel Zeit investieren und sich ständig fortbilden.
  • Hey Alexandra,

    ist was dran. Passives Einkommen gibt es so gesehen nicht. Ist immer mit Arbeit verbunden.
  • Dem kann ich nur zustimmen. Ich sehe in meinem Umfeld, dass auch nicht technik-affine Leute den "Trick" mit den zusammengeklickten Vergleichsseiten durchschaut haben und wissen, dass auf "staubsauger-kaufen.xyz" oder so keine wirklichen Tests zu lesen sind. Dementsprechend werden solche Sites gemieden.

    Ich würde meine Zeit lieber in den Aufbau eines "haushalts-blog.de" statt in "blabla-vergleich-kaufen-online.xyz" investieren.
  • Hey Meinrad,

    ich denke es ist eine Frage der Zeit, bis Google anfängt die nicht testenden Testseiten abzusägen. Derzeit scheint es allerdings immer noch gut zu funktionieren.

Was denkst du?